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Die Heiligung vollenden in der Furcht Gottes

Wir leben heute in einer Zeit, in der der Herr zur Vollendung der Heiligung der Priesterschaft kommen möchte. Im letzten Vers von Kapitel 5 sagt Jesus: „Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist“ (V. 48). Niemand von uns glaubt, dass wir vollkommen sein können, wie es unser Vater ist. Wenn es aber nicht möglich wäre, so würde uns Gott in seinem Wort nicht sagen: „Darum sollt ihr vollkommen sein“. Unser himmlischer Vater, der uns das Leben gegeben hat, ist vollkommen. Und sein wunderbarer, vollkommener Sohn wohnt in unserem Herzen, wenn wir ihn darin Wohnung machen lassen. Der Heilige Geist wohnt in uns und leitet uns Tag für Tag in alle Wirklichkeit.

Ihr sollt vollkommen sein

„Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen“ (Joh. 14:23). Ist das nicht wunderbar? Der vollkommene Vater wohnt in jedem von uns. Deshalb kann uns das Wort sagen: „Ihr sollt vollkommen sein“. Wenn aber jemand glaubt, dass niemand vollkommen ist und dieses Ziel nicht erreicht werden kann, dann ist er ein „ungläubiger Gläubige“. Natürlich kann niemand über Nacht vollkommen werden, aber man kann Tag für Tag ein Stück mehr erneuert werden. Genauso wie ein Neugeborenes alles hat, was nötig ist, um ein vollkommener Mensch zu werden: Es hat ein Denkvermögen, sehende Augen, die Fähigkeit vieles zu lernen; es wird zwar nicht in einer Woche zur vollen Reife gelangen, aber innerhalb von zwanzig Jahren wird dieses Kind erwachsen sein.

Wir können in unserem Christenleben vollkommen gemacht werden. Die Frage ist nur, ob wir den Wunsch danach haben und uns auch darum kümmern. Glauben wir wirklich, dass wir geistlich vollendet werden können? Ja, Amen, es ist möglich! Lobe den Herrn. Allein die Tatsache, dass der Herr es gesagt hat, zeigt, dass es möglich ist. „Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist“. Ihr habt die Voraussetzungen, um vollendet zu werden, da ihr von neuem geboren seid. „Ich danke dir dafür, dass ich auf erstaunliche und ausgezeichnete Weise gemacht bin“ (Ps. 139:14a). Wer glaubt, in das Tausendjährige Reich eingehen zu können, müsste auch glauben, vollendet werden zu können, weil unser himmlischer Vater dabei hilft. Wir irdische Väter helfen unseren Kindern erwachsen zu werden. Wir erziehen sie, damit sie genauso werden wie wir. Wenn man die Kinder sich selbst überlässt, können sie ihre Fähigkeiten nicht zur Reife bringen. Wir haben einen himmlischen Vater! Er hilft uns, zur Vollendung zu gelangen und Probleme zu überwinden. Er ermutigt und versorgt uns mit seiner Kraft.

„Und auf ihm wird ruhen der Geist des HERRN, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Kraft, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN“ (Jes. 11:2). Diesen wunderbaren Geist haben wir in uns. „Bei den Menschen ist es unmöglich, aber bei Gott sind alle Dinge möglich“ (Mt. 19:26b). Der Apostel Petrus hatte zu Beginn mit vielen Problemen zu kämpfen. Doch am Ende war er zur vollen Reife gelangt. Und wie steht es mit Paulus? Ging es bei ihm schneller? Nein. Auch bei Johannes nicht. Er war sogar ein Sohn des Donners und der Herr sagte zu ihm (und zu Jakobus): „Wisst ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid?“ (Lk. 9:55b, Schlachter). Er war ein Fischer und dennoch wurde er ein Apostel. Der Herr hat Johannes und Matthäus berufen, als sie noch ziemlich unheilig waren.

Alles im Leben ist mit Druck verbunden

Doch wenn man Jesus, dem Lamm, nachfolgt, ihm vertraut, von ihm lernt und Zeit mit ihm verbringt, dann wird man verändert und umgewandelt. Und so kann man zum Ziel vorangehen. Auch Paulus bestätigt dies: „Nicht, dass ich es schon ergriffen habe oder schon vollendet bin; ich jage aber nach, ob ich auch ganz ergreife, wozu ich auch von Christus Jesus ganz ergriffen worden bin“ (Phil. 3:12). Und das heute umso mehr, da wir so kurz vor dem Ende des Zeitalters stehen. Wir haben alle nicht mehr viel Zeit. Jedes Ziel, das wir anstreben, ist mit einem gewissen Druck verbunden.

„Denn was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sein Seelenleben einbüßt?“ (Mt. 16:26a). Man kann in dieser Welt hart arbeiten und superreich werden, aber dadurch verliert man die Seele. Das ist es nicht wert. Was können wir geben, um unsere Seele zu gewinnen? Wir müssen das hohe Ziel Gottes vor Augen haben. Der Herr fordert etwas, das man erfüllen kann! Er ist unser Ratgeber, er ist unser Leben, er ist alles für uns. Im neuen Menschen ist Christus alles und in allen (vgl. Kol. 3:11). Er wohnt in uns. Wir können Ihn um alle Hilfe bitten, die wir brauchen. Er wird sie euch mit Freude geben.

„Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan“ (Mt. 7:7). Wenn Petrus es geschafft hat, dann können wir es auch. Petrus sagte: „und eben deshalb setzt allen Fleiß daran“ (2.Petr. 1:5a; vgl. auch 2.Petr. 1:10, 15; 3:14). Wir haben ein herrliches Ziel vor uns. Der Herr kommt sehr bald zurück. Lasst uns aufwachen, fleißig sein und hart arbeiten. Lasst uns alle lernen und üben. Gnade ist nicht Lockerheit: „Denn die Gnade … erzieht uns, damit wir, die Ungöttlichkeit und die weltlichen Lüste verleugnend, besonnen, gerecht und göttlich leben in dem gegenwärtigen Zeitalter“ (Tit. 2:11-12). Sie erzieht uns auch, unser Selbst zu verleugnen.

Die Heiligkeit ist wohl der letzte Schritt in Bezug auf die Vollendung: Eph. 1:4: „da er uns in ihm vor Grundlegung der Welt auserwählt hat, dass wir heilig und makellos seien vor ihm in Liebe“. Gott hat den Menschen geschaffen, damit dieser heilig und makellos vor ihm sei.

Eine heilige, herrliche Gemeinde

Am Ende der Bibel sieht man die heilige Stadt Gottes. Nur wenn diese Stadt heilig ist, dann hat sie auch die Herrlichkeit Gottes. Wenn eine Gemeinde nicht heilig ist, ist sie keine Gemeinde. Darum muss man den Herrn bitten: Herr, heilige uns. Solch eine Gemeinde möchte er sich selbst darstellen. Der Herr möchte eine herrliche, heilige Gemeinde ohne Flecken und Makel haben. Man muss aus Babylon herauskommen, damit diese herrliche Gemeinde Gestalt gewinnen kann. Die ganze Schrift zeigt, dass der Herr eine heilige Nation, ein heiliges Volk haben möchte. Wann immer sein Volk sich verunreinigt und Gottes Tempel zu einem Götzentempel gemacht hat, ist der Herr ausgezogen. Leider dachte das Volk immer noch, Gott sei anwesend und brachte die Opfer in gewohnter Weise dar. Welch ein fataler Irrtum! Wir kennen Ihn vielleicht als den starken, allmächtigen, allwissenden, barmherzigen, liebenden, gnädigen, fürsorglichen, geduldigen und gütigen Gott, wobei die Bibel in erster Linie sagt, dass Er heilig, gerecht und herrlich ist. Gott ist heilig in Seiner Natur, Seinem Wesen. Was immer Gott tut ist rein, gerecht und perfekt. Er toleriert keine Sünde, Bosheit oder Korruption, sowie alle Werke des Fleisches und alle, die solche Dinge tun, werden das Reich Gottes nicht erben (vgl. Gal. 5:21).

Die Unheiligkeit von uns Menschen erkennen

Unser Gott ist ein heiliger Gott. Er hat den Menschen wunderbar geschaffen. Doch als solcher ist der Mensch noch nicht heilig. Gottes Natur muss noch in sein Wesen eingewirkt werden. Doch leider kam Satan in den Menschen hinein und hat sein böses Wesen in ihn hineingebracht und ihn verdorben. Deshalb ist der Mensch unrein und unheilig.

„Selig sind, die reinen Herzens sind“? (V. 8a). Man muss den Wunsch nach Reinigung haben. Wer unheilig ist, kann Gott nicht sehen. Als Mose Gott bat, seine Herrlichkeit sehen zu dürfen, antwortete Gott: „Mein Angesicht kannst du nicht sehen, denn kein Mensch wird leben, der mich sieht!“ (2.Mo. 33:20). Nach dem Sündenfall ist niemand mehr heilig. Selbst wenn man Gutes tut, bleibt das eigene Wesen immer noch verdorben (vgl. Röm. 3:12). Man versucht zu helfen, doch es entstand eine bittere Frucht, weil das Böse noch da ist. Alles mag ein paar Wochen gut gehen, vielleicht sogar einige Jahre, doch danach geht es bergab. Je mehr man im Glauben wächst, desto mehr wird man der eigenen Unreinheit und Unheiligkeit bewusst. Nur Gott ist heilig. Doch es ist Gottes Absicht, alle durch eine beständige Umwandlung heilig zu machen. Wer nicht realisierst, dass er unheilig ist und denkt, ein guter Christ zu sein, dem fehlt das innere Verlangen nach Heiligung.

Gott hat uns zwar zu Teilhabern seiner göttlichen Natur gemacht (vgl. 2.Petr. 1:4), doch es ist nicht ausreichend, nur ein wenig heilig zu sein. Man kann durch das Innewohnen des Heiligen Geistes zur vollen Reife gelangen. Tag für Tag kann man von Seiner heiligen Natur empfangen, so dass die Heiligung reichlich zunimmt (vgl. 2.Petr. 1:5-8). So findet Umwandlung statt. „Wir wissen, dass wir ihm gleich sein werden, wenn er offenbar wird, denn wir werden ihn sehen, wie er ist“ (1.Joh. 3:2b). Das ist das Ziel. Man kann Ihn nur mit den inneren, erleuchteten Augen sehen. Doch wenn der Herr kommt und der Leib umgewandelt wird, werden wir Ihn sehen und Ihm gleich sein. Das ist unser sehnlichster Wunsch. „Jagt dem Frieden nach mit jedermann und der Heiligkeit, ohne die niemand den Herrn sehen wird“ (Hebr. 12:14). Alle Christen reden von Liebe, aber wir müssen Ihn heute als den Heiligen kennen.

In unserem ganzen Wandel heilig werden

„Darum begürtet die Lenden eures Denksinnes, seid nüchtern und setzt so eure Hoffnung ganz auf die Gnade, … werdet auch ihr heilig in eurem ganzen Wandel, denn es steht geschrieben: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig“ (1.Petr. 1:13-16). Gleich zu Beginn seines Briefes betont Petrus die Heiligkeit Gottes. Die Lenden des Denksinnes zu begürten zeigt, dass man vorbereitet ist und dass man die Hoffnung ganz auf die Gnade setzt. „Passt euch als Kinder des Gehorsams nicht – wie in eurer Unwissenheit – den Begierden an, sondern wie der Heilige, der euch berufen hat, werdet auch ihr heilig in eurem ganzen Wandel“. Dies ist ein Befehl, der den ganzen Wandel betrifft. Dazu bedarf es viel Übung. Es ist keine Gefühls- sondern eine Willensentscheidung, die das ganze Sein fordert. Bis zu Seiner Wiederkunft müssen wir alle unseren heiligen Gott gut kennenlernen.

„Und wenn ihr den als Vater anruft, der ohne Ansehen der Person nach eines jeden Werk richtet, so durchlauft die Zeit eurer Fremdlingschaft in Furcht“ (V. 17). Dies ist der Weg, die Heiligkeit zu praktizieren. Wer meint, es sei nicht nötig, Gott zu fürchten, da ja alles durch „Gnade“ geschieht, da Gott ja barmherzig ist, dann wird am Ende die Überraschung groß sein, wenn die Türe verschlossen ist.

Die Befleckung des Fleisches und des Geistes

„Weil wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, so lasst uns von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes uns reinigen und die Heiligung vollenden in der Furcht Gottes“ (2.Kor. 7:1). Es gibt Voraussetzungen zu diesen Verheißungen: eine gründliche Reinigung vollziehen, denn es gibt nicht mehr viel Zeit! Man soll den Herrn bitten, den Sauerteig aus dem Herzen raus zu fegen. Man schätzt viele Dinge, aber man braucht sie nicht: es ist nur Abfall in unserem Herzen. Und Abfall wirft man weg. Der Geist wird durch die Befleckung des Fleisches beeinflusst: die drei Teile des Menschen sind genau voneinander abgegrenzt, wie Hebräer 4:12 bestätigt: „Das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch bis zur Scheidung von Seele und Geist“. In der täglichen Erfahrung als Gläubige sehen wir, dass Leib, Seele und Geist eng miteinander verbunden sind. Der körperliche Zustand beeinflusst den Geist. Z.B. Filme beeinflussen das Denken, beflecken und dämpfen den Geist und beschmutzen die ganze Seele. Deshalb sagt die Schrift in 1.Thessalonicher 5:19: „Den Geist dämpft nicht“.

Heiligkeit als Voraussetzung für die Wiederkunft Jesu

Das wichtigste Anliegen im Herzen von Paulus war es, zu den Thessalonichern vom Kommen unseres Herrn Jesus Christus zu sprechen. Das zweite war die Heiligkeit, wie 1.Thess. 3:12-13 und 1.Thess. 5:19-24 bezeugen. Der einzige Weg, um bei der Ankunft des Herrn Jesus Christus bereit zu sein, ist, durch und durch geheiligt und in unserem ganzen Sein ohne Tadel erfunden zu werden. Es ist notwendig, dass wir mit dem Herrn Jesus zusammenarbeiten, um völlig geheiligt zu werden. Das Wort Gottes ist heilig, rein und lebendig. Es möchte uns erleuchten und vermag, uns in der Heiligkeit zu vollenden.

Absonderung und Salbung

Heiligkeit bedeutet Absonderung oder Trennung. Wir müssen abgesondert werden. Wir kehren um und trennen uns vom falschen Weg. Alles hat Gott nach seinem Wesen, seiner eigenen Art geschaffen. Es gibt keine Vermischung. Nur Satan und diese Welt versuchen, alles miteinander zu vermischen. Heute ist es schon so weit, dass man nicht mehr weiß, was ein Mann und was eine Frau ist. Kein Wunder, dass Gott Sodom und Gomorra zerstörte. Auch zu den Zeiten Noahs hat Gott die ganze Welt gerichtet. Damals hatten die Engel ihren Status als dienstbare Geister, die nicht heiraten, entgegen Gottes Gebot verlassen, sind auf die Erde gekommen und zu den Töchtern der Menschen eingegangen. So entstanden die Nephilin, die Riesen (1.Mo. 6:4). Sie waren weder Engel noch Menschen. Deshalb hat Gott sie vernichtet.

Gott hasst Vermischung. Vermischung hat Gottes Gericht zur Folge. In der ganzen Bibel sehen wir, dass Gott keine Vermischung duldet. Als die Israeliten seinen Tempel zu einem Götzentempel gemacht haben, verließ Gott den Tempel. Und Er ließ ihn zerstören. Hieran sehen wir, wie wichtig unserem Gott die Reinheit ist.

Es bedarf aber auch der Salbung durch den Heiligen Geist, dem Öl. Abgesondert sein, aber ohne nachfolgende Salbung macht nicht heilig. Als der Tempel gebaut war, musste er noch gesalbt werden. Auch die Priesterkleider mussten nach ihrer Fertigstellung gesalbt werden. Jedes Gerät des Heiligtums, auch das allerkleinste, musste gesalbt werden. Gott benützt nur das, was gesalbt ist, denn Gott ist heilig.

Andererseits kann Gott nichts salben, das nicht für Ihn abgesondert ist. Wenn man das Wort Gottes spricht, dann muss es gesalbt sein: „denn keine Weissagung wurde je aus dem Willen des Menschen hervorgebracht, sondern von Gott her redeten Menschen, vom Heiligen Geist getrieben“ (2.Petr. 1:21; 2.Petr. 3:2). Wenn ein unheiliger Mensch das Wort Gottes redet, dann bewirkt es nichts. Auch wenn es die richtige Botschaft ist, sie wirkt nicht. Auch alles, was wir im Gemeindeleben tun, muss gesalbt sein. Absonderung ist positiv, Spaltung ist negativ. Gott muss die, welche Ihm nachfolgen wollen, für sich absondern. Nur wenn wir abgesondert und gesalbt sind, kann der Herr seinen heiligen Willen und Sein Werk vollenden.

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