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Das Sünd- und Übertretungsopfer

Die Sünde trennt uns Menschen von Gott und macht uns für ihn unbrauchbar. Vielleicht wollen wir als Christen gerne Gott dienen und viele Dinge für ihn tun. Aber Gott möchte in erster Linie sehen, dass wir uns heiligen und uns von der Sünde absondern. Wir können nicht auf der einen Seite Sünde in uns dulden und auf der anderen Seite Gott dienen. Solch einen Dienst wird Gott nicht akzeptieren.

Unterscheidung von Sündopfer und Übertretungsopfer

Damit wir aber vor Gott stehen und ihm priesterlich dienen können, hat er uns in Christus einen Weg gegeben, die Sünde gründlich zu behandeln. In 3.Mose 4-5 zeigt uns das Wort, wie wir mit der Sünde und unseren Übertretungen umzugehen haben. Gott verwendet zwei Kapitel dafür – das zeigt, dass die Sünde ein großes Problem bei uns Menschen ist. Zum einen wird in 3.Mose 5 das Übertretungsopfer beschrieben. Es zeigt, dass wir dieses Opfer brauchen, wenn wir eine Übertretung begangen haben. Das Übertretungsopfer wird in Form eines Widders dargebracht. Christus ist das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinweg nimmt (vgl. Johannes 1:29). Die Vergebung der Sünde durch das Blut ist aber nur ein Teil der Behandlung der Sünde in uns. Der andere Teil besteht aus dem Sündopfer. Das Sündopfer behandelt die Wurzel der Sünde in uns. Gott möchte, dass wir über die Sünde, die in unserem Fleisch wohnt, herrschen. Für diese Herrschaft brauchen wir das Sündopfer. Es bewahrt uns davor, dass die Sünde ausbricht.

Die Sünde gründlich behandeln lassen

Jeder Mensch mit einem funktionierendem Gewissen und einem aufrichtigem Herzen leidet darunter, Sünde begangen zu haben. In solchen Situationen steht uns das Blut Christi zur Verfügung, um uns von der Sünde zu reinigen. Aber die Tatsache, dass wir die Sünde begangen haben, zeigt auch, was in uns steckt. Wir dürfen uns also nicht nur damit zufrieden geben, das Blut zu nehmen, sondern wir sollen vor dem Herrn fragen, was die Wurzel der Sünde ist und warum sie da ist. Es ist wichtig, dass wir dem Herrn erlauben, unser Herz zu erforschen und uns die verborgenen Dinge zu offenbaren, welche uns zur Sünde leiten (vgl. Psalm 139). Die Sünde als Tat ist letztlich ein Resultat dessen, was in unserem Fleisch verborgen ist. Deshalb brauchen wir eine tiefe und gründliche Behandlung. Der Herr, unser Arzt, will uns nicht nur reinwaschen – er will auch die Ursache und unser Herz behandeln. Deshalb ist er auch als der Arzt auf diese Erde gekommen (vgl. Matthäus 9:12). In 3.Mose 5:1-14 sehen wir, dass das Übertretungsopfer und das Sündopfer eng zusammenhängen. Wenn wir eine Sünde erkannt haben, dürfen wir nicht lässig damit umgehen, sondern sie durch Christus, unser Sündopfer, behandeln lassen.

Schnelle und gründliche Behandlung auch von “kleinen” Sünden

Wenn wir Dinge bemerken, die vor Gott nicht in Ordnung sind, dann sollen wir die Behandlung solcher Dinge nicht auf die lange Bank schieben und sie langsam angehen. Oft ist man zu einem lässigen Umgang geneigt, wenn es sich um vermeintlich kleine Dinge handelt. Aber Gott möchte, dass wir alles sofort behandeln lassen. Deshalb gibt es für das Sündopfer auch unterschiedliche Größen. Vom Stier bis hin zum feinen Mehl (aber ohne Öl und Weihrauch). Hier zählt das Wort: “Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Geringsten ungerecht ist, der ist auch im Großen ungerecht” (Lukas 16:10).

Die Sünde hassen

Gott möchte uns mehr und mehr ein Empfinden darüber geben, was rein und was unrein ist. Es ist wichtig, dass wir anfangen, die Sünde zu hassen und zu verabscheuen. In Psalm 101:3 heißt es: “Ich will nichts Schändliches vor meine Augen stellen; das Tun der Abtrünnigen hasse ich, es soll mir nicht anhaften!” Wir brauchen solch eine Abneigung vor der Sünde, dass wir nicht mehr wollen, dass uns etwas davon anhaftet. Auch Paulus hat in einer starken Weise die Sünde verabscheut. Deshalb sagt er in Römer 7:24: “Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Todesleib?” Ohne solch eine Haltung werden wir den entscheidenden Willen nicht aufbringen können, die Sünde in unserem Leben zu verdammen. Der Hebräerbrief sagt uns: Ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden im Kampf gegen die Sünde.

Möge der Herr in uns solch eine Haltung bewirken und uns helfen im Kampf gegen die Sünde.




Frei von der Gewalt der Sünde

Jeder Mensch steht von Natur aus unter der Herrschaft der Sünde. Das Wort Gottes zeigt uns, dass wir von Natur aus sogar Sklaven der Sünde sind. Doch das soll nicht so bleiben! Durch Christus dem Sündopfer, können wir über die Sünde herrschen.
Durch den Fall Adams wohnt die Sünde im Fleisch eines jeden Menschen. Solange wir also in diesem Leib wohnen, werden wir mit dem Problem der Sünde konfrontiert sein. Paulus hat erkannt welch starke Auswirkung die Sünde in unserem Fleisch hat. Deshalb schreibt er in Römer 7:24: „Ich elender Mensch! Wer wird mich befreien von dem Leib dieses Todes“? Das Problem der Sünde ist, dass sie, nachdem sie ausgewachsen ist, den Tod hervorbringt. Im Jakobusbrief 1:15 sehen wir, wie die Sünde in uns wirkt: „Wenn die Lust empfangen hat, gebiert sie Sünde; und die Sünde, wenn sie ausgewachsen ist, bringt den Tod hervor“. Unser Fleisch ist anfällig für Begierden und Lüste jeglicher Art. Daran kann ein Mensch nichts ändern und niemand ist frei davon. Ein Christ steht jedoch vor der Entscheidung, ob er der Begierde oder Lust Raum gibt oder nicht. Jakobus zeigt, dass wenn ein Mensch der Lust nachgibt, die Sünde hervorkommt. Das Resultat der Sünde ist der Tod.


Jedes Mal, wenn wir gesündigt haben, können wir unsere Sünde bekennen, Gott um Vergebung bitten und das Blut Jesu anwenden. Dann ist Gott treu und gerecht und wird uns vergeben (vgl. 1.Johannes 1:9). Christus ist unser Übertretungsopfer. Wenn wir gegen einen Menschen gesündigt haben, sollen wir die Sache zudem mit dem betreffenden Menschen wieder ins Reine bringen.
Doch Gott möchte uns nicht nur unsere Sünden vergeben. Stattdessen möchte er, dass wir der Sünde widerstehen bevor sie „geboren“ wird, d.h. bevor wir sie begehen. Als Kain über seinen Bruder zornig war und sich an ihm versündigen wollte, hat Gott ihm befohlen, dass er über die Sünde herrschen solle (vgl. 1.Mose 4:7). Aber Kain hat nicht über seinen Zorn und Neid geherrscht, sondern seinen Bruder erschlagen.
Jesus Christus hat jedoch in seinen ganzen Leben jeder Begierde und Versuchung widerstanden und hat zu keinem Zeitpunkt gesündigt. Deshalb kann er uns helfen, damit auch wir über die Begierden herrschen können. Christus ist die Wirklichkeit des Sündopfers, welches die Ursache der Sünde behandelt. Da Christus heute, durch den Geist in jedem wiedergeborenen Menschen lebt, kann jeder ihn als Sündopfer in Anspruch nehmen und so den Lüsten und Begierden Widerstand leisten. Gott hat uns dafür einen Willen gegeben. Diesen Willen sollen wir einsetzen und Jesus im Glauben in Anspruch nehmen, wenn die Lust in uns zum Vorschein kommt. Gerade weil wir Gott als eine heilige Priesterschaft dienen wollen, müssen wir mehr und mehr erfahren, wie Christus als das Sündopfer in uns Wirklichkeit wird. Es ist eine Übung des Glaubens. Immer wenn die Lust kommt, können wir Christus für uns in Anspruch nehmen und bekennen, dass wir in ihm der Sünde gestorben sind. Als Christen haben wir die Wahl. Wir können unserem Fleisch nachgeben oder wir können Christus leben. Es bleibt jedoch ein Kampf (vgl. Galater 5:17).
Darum lasst uns den guten Kampf des Glaubens kämpfen!
Maranatha!