Die vollendete Gemeinde

Unter den sieben Gemeinden im Buch Offenbarung zeigt die Gemeinde in Philadelphia den Zustand der Vollendung der Gemeinde Gottes. Wann ist die Gemeinde vollendet? Kurz gesagt: Wenn sie ihrem Herrn gleich ist. Wenn die Gemeinde das Ebenbild Jesu darstellt, hat Gott sein Werk in ihr vollendet.

Eine wunderbare Wesenseigenschaft unseres Gottes ist, dass Gott Liebe ist. „Gott ist Liebe“ (1.Joh. 4:8) sagt das Wort Gottes. Diese Eigenschaft ist auch in der Gemeinde in Philadelphia sichtbar geworden und zur Reife gekommen. Dies lässt sich an dem Namen der Gemeinde erkennen. Der Name Philadelphia bedeutet „Bruderliebe“. Im Johannesbrief heißt es weiterhin: „Niemand hat Gott je gesehen; wenn wir einander lieben, wohnt Gott in uns und seine Liebe ist in uns vollendet“ (1.Joh. 4:12). Dieses Zeugnis kennzeichnet die Gemeinde in Philadelphia: die Liebe Gottes unter den Brüdern. Es ist nicht nur eine Sympathie oder natürliche Liebe, die hier gemeint ist. Vielmehr handelt es sich um die Liebe Gottes, die vollkommene Liebe „Agape“, die in den Gläubigen gewachsen ist. Diese Liebe ist zur Reife gekommen und wird jetzt in ihrem Umgang miteinander sichtbar.

Doch wie sieht es aus, wenn die Liebe Gottes in uns Gläubigen zur Reife gekommen ist? 1.Korinther 13 zeigt eine wunderbare Beschreibung von dem Ausdruck der Liebe Gottes, wie sie in Christus sichtbar war und unter uns zur Reife kommen möchte: „Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe ist nicht eifersüchtig, die Liebe prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu“ (V. 4-5). Wie viel von dieser Liebe kann man in unserem Umgang miteinander heute schon sehen? Wie freundlich und geduldig ist mein Umgang mit meinen Nächsten, mit der Ehefrau, der Familie oder den Mitbewohnern? Johannes sagte dazu: „Wenn jemand sagt: Ich liebe Gott, und hasst seinen Bruder, der ist ein Lügner; denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er gesehen hat, kann Gott nicht lieben, den er nicht gesehen hat“ (1.Joh. 4:20). Die Echtheit der Liebe ist am besten im Umgang mit denen zu sehen, mit denen man täglich zusammen ist. Dort wird unsere Geduld, Langmut, Freundlichkeit, Vergebungsbereitschaft täglich geprüft.

Wie ist es möglich, dass wir jemals zu diesem Zeugnis und Umgang miteinander gelangen? Die gute Nachricht ist: „Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist“ (Röm. 5:5). Diese vollkommene, selbstlose Liebe Gottes ist bereits bei der Wiedergeburt in uns Gläubige hinein ausgegossen worden. Sie wohnt jetzt in uns. Dank und Lob sei unserem Herrn dafür! Das ist die notwendige Grundlage, um heute Philadelphia zu sein. Doch wie kommt es, dass diese wunderbare Liebe in uns ausgegossen wurde, aber dennoch oft so wenig, besonders im Umgang mit unseren Nächsten zuhause, sichtbar wird?

Leider tragen wir alle noch ein sündiges Fleisch und das gefallene Selbst mit uns, und das schränkt den Ausdruck und das Wachstum der Liebe Gottes ein. Darum ermutigt uns das Wort, in die Erfahrung des Kreuzes hineinzukommen. Wenn unser innerer Mensch täglich vom Herrn durch sein Wort, seinen Geist und seinen Namen gestärkt ist, haben wir einen Weg, die Handlungen unseres Leibes durch den Geist zu töten (vgl. Röm. 8:13) und unser Ich, unseren Stolz und unsere Bitterkeit mit dem Herrn zu kreuzigen und auszufegen. Dadurch schaffen wir Raum für das Wachstum der Liebe Gottes in uns und der Herr kann heute sein Zeugnis von Philadelphia mit uns aufbauen.

Möge der Herr uns stärken, mit ihm auf diese Weise zusammenzuarbeiten und dieses Ziel mit uns bald zu erreichen!

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