Was uns Jesus über sein zweites kommen sagt

Weder Tag noch Stunde

In den letzten Jahren, Monaten und Wochen hat Gott durch viele Zeichen immer wieder bestätigt, dass das zweite Kommen von Jesus Christus sehr nahe ist. Auch im Buch Offenbarung hat Gott Johannes gezeigt, was in Kürze geschehen muss: „…um seinen Sklaven zu zeigen, was in Kürze geschehen muss; und er hat es durch Zeichen bekannt gemacht…“ (Offenbarung 1:1). Gott hat ein Interesse daran, seinem Volk zu zeigen, was in Kürze geschehen wird. Dieses Prinzip können wir in Gottes Wort immer wieder finden. Den Menschen, die mit ihm gewandelt sind, hat Gott seine Pläne kundgetan – nicht nur seine Pläne, sondern auch die Zeiten der Ausführung seiner Pläne hat Gott ihnen offenbart.

Eines der elementarsten Zeichen vor der Wiederkunft Jesu ist ein Friedensbund im Nahen Osten (vgl. Daniel 9:27). Daniel zeigt, dass es zwischen Israel und den arabischen Staaten einen Bund geben wird. Dieser Bund wird es den orthodoxen Juden erlauben, ihre Opfer auf dem Tempelberg wieder darzubringen. In den letzten Jahren, besonders seit der Präsidentschaft von Trump in den USA, sehen wir verschiedene Zeichen, dass solch ein Vertrag immer wahrscheinlicher wird. Zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Vertrages bis zum großen Tag des Zornes Gottes sind es genau 1260 Tage. Diese Zahl nennt uns das Wort Gottes sehr klar (vgl. Daniel und Offenbarung).

Die Gleichgültigkeit unter Gottes Volk

Wenn man allerdings mit Christen über die bevorstehende Wiederkunft Jesu spricht, wird immer wieder ein Vers aus der Bibel zitiert: „Um jenen Tag aber und die Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch nicht der Sohn, sondern nur der Vater“ (Matthäus 24:36). Leider ist für viele Christen das Thema mit diesem Vers schon erledigt. Der Zeitpunkt für die Wiederkunft des Herrn scheint nicht definierbar zu sein. Es scheint fast so, als wolle man sich damit entschuldigen, über die Wiederkunft unseres Herrn nicht weiter nachdenken zu müssen – man kann es ja sowieso nicht wissen.

Doch können wir wirklich so mit dem Wort Gottes umgehen, und ist das alles, was der Herr uns im Hinblick auf seine Wiederkunft sagen möchte?

Viele Hinweise auf die Wiederkunft des Herrn in der Schrift

Jesus redet viel über seine Wiederkunft – die Schrift ist voll davon, wann und wie er kommen wird. Noch im gleichen Kapitel, nur ein paar Verse später, nennt der Herr mehr Details zu seiner Wiederkunft.

„Denn wie die Tage des Noah, so wird das Kommen des Menschensohnes sein“ (Matthäus 24:37).

Der Herr gibt uns also einen klaren Hinweis auf die Tage Noahs. Doch wie war es in den Tagen Noahs?

Die Geschichte von Noah beginnt schon bei Henoch. Gott hat Henoch das Gericht (die Sintflut), das über die ganze Erde kommen sollte, bereits vorhergesagt. Den Zeitpunkt hat Gott Henoch jedoch nicht genannt. Gott teilte ihm aber mit, dass das Kommen der Sintflut mit dem Tod seines Sohnes Methuselahs einhergeht. Wann Methuselah sterben würde, war ihm jedoch nicht klar – er starb im Alter von 969 Jahren. Nach der Ankündigung des Gerichts wandelte Henoch aber mit Gott und wurde letztlich entrückt. Sicherlich hatte Gottes Ankündigung eine starke Wirkung auf den Wandel Henochs. Während Henoch keine Details über die Art und den Zeitpunkt des Gerichts wusste, hat Gott Noah seinen Plan ausführlich wissen lassen. Noah sollte eine Arche bauen.

Je näher die Zeit, desto genauer Gottes Offenbarung

„Da sprach Gott zu Noah: Das Ende alles Fleisches ist bei mir beschlossen; denn die Erde ist durch sie mit Frevel erfüllt, und siehe, ich will sie samt der Erde vertilgen! Mache dir eine Arche aus Tannenholz; in Räume sollst du die Arche teilen und sie innen und außen mit Pech überziehen.“ (1.Mose 6:13-14)

„Denn siehe, ich will die Wasserflut über die Erde bringen, um alles Fleisch, das Lebensodem in sich hat, zu vertilgen unter dem ganzen Himmel; alles, was auf der Erde ist, soll umkommen!“ (1.Mose 6:17)

Den Tag noch die Stunde wusste Noah anfangs noch nicht. Je näher die Flut kam, desto mehr Details hat Gott Noah offenbart.

Denn es sind nur noch sieben Tage, dann will ich es regnen lassen auf der Erde, 40 Tage und 40 Nächte lang, und ich will alles Bestehende, das ich gemacht habe, vom Erdboden vertilgen“ (1.Mose 7:4)

Kurz vor der Flut hat Gott Noah den genauen Tag wissen lassen, an dem das Gericht kommen wird.

Als Jesus vor ca. 2000 Jahren zu seinen Jüngern sagte, „um jenen Tag aber und die Stunde weiß niemand… (Matthäus 13:32), konnte er noch nicht sagen, wann seine Wiederkunft sein würde. Hätten seine Jünger gewusst, dass es noch 2000 Jahre bis zu seinem zweiten Kommen dauern wird, wären sie sicherlich wieder fischen gegangen. Zudem war es Jesus als Menschen vor seiner Auffahrt zum Thron noch nicht klar, wann seine Wiederkunft sein wird. Nun sitzt er jedoch auf dem Thron und möchte uns die Zeichen für sein Kommen wissen lassen – damit wir uns vorbereiten.

Heute jedoch ist es wie in den Tagen Noahs: Je näher der Tag kommt, desto mehr Details wird uns Gott zeigen. Gott möchte, dass wir vorbereitet sind auf den Tag, an dem Christus kommen wird, um die Erstlinge zu holen.

Mögen wir uns alle vorbereiten – die Zeit ist nahe!

Arm im Geist und rein im Herzen

Jesus Christus wird bald wiederkommen und das Reich Gottes auf der Erde aufrichten. Wenn wir uns auf die Wiederkunft Jesu vorbereiten wollen, müssen wir die Verfassung von Gottes Reich kennen und danach leben. Nur wer heute schon unter der Herrschaft Christi lebt, wird auch im kommenden Reich mit dabei sein.

Die Seligpreisungen am Anfang der Verfassung (die sogenannte Bergpredigt in Matthäus 5-7) beschreiben die Tugenden eines Menschen, in dem Jesus Christus herrscht. Menschen im Reich Gottes müssen also trauernd und sanftmütig sein, aber gleichzeitig auch gerecht und barmherzig. Sie müssen auch Friedensstifter sein. Allerdings stechen zwei der in Matthäus 5:1-12 beschriebenen Eigenschaften hervor, weil sie mit unserem Sein zu tun haben. Diese Eigenschaften kann man nicht direkt im Umgang mit anderen Menschen erkennen. Sie sind:

  • Arm im Geist
  • Rein im Herzen

„Selig sind die Armen im Geist, den ihnen gehört das Reich der Himmel“ (Matthäus 5:3). Niemand möchte gerne arm sein. Warum ist gerade dieser Zustand von Gott gesegnet? Das Problem von uns Gläubigen ist, dass wir sehr schnell geistlich satt sind und uns mit Bibelwissen und vergangenen Erfahrungen zufriedengeben. Doch der Geist in uns hat immer den Wunsch nach Gemeinschaft mit dem Vater und den Sohn. Er hat einen Hunger nach mehr von Christus. Paulus sagt: „Nicht, dass ich es schon ergriffen habe oder schon vollendet bin, ich jage aber nach…“ (Philipper 3:12a). Das Wort Gottes wird nie alt – es ist immer aktuell, frisch und lebendig. Wir aber werden geistlich sehr wohl alt. Wir geben uns schnell mit „alter Speise“ zufrieden. Zum Beispiel lesen wir so gerne christliche Bücher, die Jahrzehnte bzw. Jahrhunderte alt sind, und bleiben bei dem stehen, was die Autoren damals von der Wahrheit gesehen haben. Doch arm im Geist ist jemand, der immer frische Speise von Gott sucht und fragt: Wie geht es heute weiter? Was ist Gottes aktuelles Sprechen? (vgl. Jeremia 33:3)

„Selig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott sehen“ (Matthäus 5:8). Der Geist Gottes ist seit der Wiedergeburt in uns, aber die Frage ist nun: Wie sieht es in unserem Herzen aus? Ohne ein reines Herz geht es in Gottes Reich nicht weiter. Die erste Aufgabe des Geistes ist, Licht in unser Herz hineinzubringen und es aufzuräumen: „Der Geist des Menschen ist eine Leuchte des HERRN; sie durchforscht alle verborgenen Kammern des Inneren“ (Sprüche 20:27). Der Geist soll unser ganzes Herz durchleuchten. Er muss auf unseren Willen, unsere Gedanken und Gefühle leuchten. Ein reines Herz hat viel damit zu tun, welche Gedanken wir in unseren Herzen zulassen. Wenn wir unreine oder komische Gedanken in unserem Herzen pflegen, werden wir Gottes Willen nicht verstehen. Vielmehr muss unser Denken erneuert werden (vgl. Epheser 4:23; Römer 12:2). Als Gläubige brauchen wir ein gesundes und reines Herz. Dafür ist unsere Mitarbeit notwendig. Das ist die Voraussetzung, dass der Heilige Geist wirken kann und dass Frucht in uns wächst für Gottes Reich. So sollen alle Tugenden Christi, die in der Verfassung beschrieben sind, in unserem Leben Wirklichkeit werden.

Das Salz der Erde

Im Matthäusevangelium zeigt uns Jesus, dass wir als Gläubige das Salz der Erde sind. Auf diese Weise sollen wir als Söhne des Reiches Einfluss nehmen auf unsere Umgebung.

„Ihr seid das Salz der Erde“ (Matthäus 5:13a).

Als Gläubige in Gottes Reich, sollen wir das Wesen Jesu auf dieser Erde zum Ausdruck bringen. Wie können wir das tun? Salz hat die Eigenschaft, den Geschmack des Essens hervorzubringen. Ohne das Salz schmeckt selbst das beste Essen nach nichts. Erst das Salz bewirkt, dass der typische Geschmack eines Essens wahrgenommen werden kann.
So verhält es sich auch mit uns, die wir wiedergeboren sind. Wir haben alle das Leben Christi empfangen und Er lebt in uns. Dieses Leben soll in unserem Alltag zum Ausdruck kommen und Gott verherrlichen. Deshalb ermahnt uns Jesus, salzig zu sein. So können die Menschen in unserem Umfeld etwas von Gottes Wesen und seinem Reich schmecken.

Ein anderer Aspekt von Salz ist seine konservierende Eigenschaft – Bakterien können in Salz nicht überleben. In gleicher Weise werden wir von dem Verderben in dieser Welt bewahrt, wenn wir salzig sind. Die Sünde und Nichtigkeit dieses Zeitalters werden dann immer weniger Raum in uns haben.

Jesus warnt uns, nicht fade zu werden:

„Wenn aber das Salz fade wird, womit soll es wieder salzig gemacht werden? Es taugt zu nichts mehr, als dass es hinausgeworfen und von den Leuten zertreten wird” (Matthäus 5:13b).

Wenn es bei uns Christen keinen Unterschied zu den Menschen in der Welt gibt, dann sind wir fade geworden und für Gott unbrauchbar. Wir müssen uns die Frage stellen: Wird Christus z.B. an unserem Arbeitsplatz durch unser Reden und Handeln verherrlicht? Sehen unsere Kollegen, dass Jesus in uns wohnt? Wie verhalten wir uns, wenn in unserer Anwesenheit schlecht gesprochen wird? Sind wir dann salzig? Oder schweigen wir oder machen wir sogar mit? Fade sein kann man auch als gleichförmig mit dieser Welt bezeichnen:

“Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung des Sinnes, dass ihr prüfen mögt, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene” (Römer 12:2).

Auch zu Hause kann sich die Fadheit bemerkbar machen. Das ist der Fall, wenn wir in unserem Selbst leben, also nicht durch den Geist. Dann ärgern wir uns schnell oder reagieren lieblos, unbarmherzig oder kritisieren die anderen. Wenn solche Dinge in uns vorhanden sind, dann brauchen wir dringend Salz, damit es wieder einen Geschmack des Lebens Jesu an uns zu finden gibt.

Sind wir als Gottes Söhne fade geworden, dann sind wir für nichts mehr zu gebrauchen – weder für Gottes Reich noch für diese Welt. Die Welt verachtet uns, aufgrund unseres Glaubens und für Gott sind wir unbrauchbar, weil Jesus in unserem Leben nicht sichtbar ist. Das ist ein wirklich schrecklicher Zustand.

Salzig werden, indem wir Christus als das Speisopfer erfahren

Von Natur aus sind wir nicht salzig, sondern fade. Wir sind voller Bosheit und Unfriedenheit. Deshalb brauchen wir die Menschlichkeit Jesu. Er hatte genau die richtige Portion Salz, damit die göttliche Natur in seinem Leben jederzeit zum Ausdruck kam. Jeder, der mit ihm zu tun hatte, hat den Vater gesehen (vgl. Johannes 14:9). In ihm war keine Sünde und kein Verderben. Wie sehr brauchen wir diese Natur! Wir dürfen uns nicht zufrieden damit geben, fade zu sein. Vielmehr ermahnt uns Jesus:

„Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahegekommen“ (Matthäus 4:17).

Wenn wir merken, dass wir in einem Punkt fade geworden sind, können wir sein Leben für uns in Anspruch nehmen. Dadurch gewinnen wir Salz. Wie verhält es sich z.B. mit dem, was wir reden? Reden wir Nichtiges, Sinnloses oder haben wir sogar Teil an sündigem Geschwätz? Das Wort sagt:

„Euer Reden sei allezeit in Gnade, mit Salz gewürzt” (Kolosser 4:6).

Wenn wir nun in eine Situation kommen, in welcher der Geist uns an dieses Wort erinnert, dann können wir Gebrauch machen von dem Leben Jesu, welches dieses Wort erfüllt hat. Auf diese Weise werden wir salzig und gewinnen etwas von seiner Menschlichkeit.

Selig sind die Armen im Geist (Teil 2)

Selig sind die Armen im Geist, denn ihnen gehört das Reich der Himmel! (Matthäus 5:3)

Jemand der arm ist, weiß sehr genau, wo es ihm mangelt. Er kann den Mangel beim Namen nennen. Wie ist es bei uns? Erkennen wir unseren Mangel? Oftmals beschränkt sich das Bewusstsein unserer Mängel nur auf das Materielle. Wenn wir uns die Frage stellen, was wir an materiellen Gütern noch alles benötigen, dann können die meisten wahrscheinlich sofort eine lange Liste anfertigen. Wie ist es, wenn es um geistliche Dinge geht? Wenn wir zum Beispiel an unser Gebet denken, erkennen wir, dass unser Fokus oft auf unsere eigenen Bedürfnisse ausgerichtet ist. Doch wie ist unser Bewusstsein für unseren Mangel an Christus? Verspüren wir den Mangel an der Wirklichkeit von Christi Leben in unserem Alltag? Sehen wir den Bedarf, Christus mehr zu leben? Im Buch Offenbarung gibt es eine Gemeinde, die von Christus ermahnt wird:

Weil du sagst: Ich bin reich und bin reich geworden und brauche nichts, und weißt nicht, dass du elend und jämmerlich und arm und blind und bloß bist. (Offenbarung 3:17)

Wie oft begnügen wir uns beispielsweise damit, die richtige Lehre der Schrift zu kennen? Oder wir begnügen uns damit, wenn jemand über einen Vers oder ein Thema eine Predigt geben kann. Vielleicht geben wir uns auch zufrieden, in der „richtigen“ Gemeinde zu sein. Ist das schon genug? Gott wird uns nicht daran messen, was wir über sein Wort wissen oder in welche „Gemeinde“ wir gehen. Die Frage Gottes wird lauten: Ist Christus unser Leben?

Den Mangel erkennen

Wie ist es beispielsweise mit unseren Wünschen und unserem Denken? An was hängt unser Herz und worauf ist es ausgerichtet? Auf das Reich Gottes oder auf irdische Dinge?

Sind unsere Gedanken auf die himmlischen Dinge ausgerichtet? Denken wir darüber nach, wie das Reich Gottes sich ausbreiten kann? Haben wir ein Herz für die Menschen, die der Herr Jesus noch erretten möchte? Fragen wir den Herrn, wie wir andere Menschen geistlich versorgen und ermutigen können? Oder sind unsere Gedanken irdisch, voll von Sorgen über irdische Belange wie das Studium, Arbeit, Familie, Kinder oder Partnersuche?

Auch in unserem Reden haben wir oft noch viel Mangel: Kommen aus unserem Mund Worte der Gnade, die nützlich sind für den Aufbau des Reiches Gottes, oder ist unser Reden unnütz? Bauen wir auf und bringen den Frieden Gottes in unsere Umgebung oder ist unser Reden leer und bewirkt vielleicht sogar Streit und Zwietracht?

Wir sind Botschafter an Christi statt und sollen die Menschen ermahnen, dass sie sich mit Gott versöhnen lassen (vgl. 2.Korinther 5:20). Aber wie sieht unser Evangelium aus? Sind wir gleichgültig, haben wir Menschenfurcht oder legen uns Ausreden zurecht, um das Wort nicht reden zu müssen? Oder machen wir unseren Mund auf, wenn wir mit unseren Arbeitskollegen, Bekannten und Freunden zusammen sind? Warnen wir die Menschen vor dem ewigen Verderben im Feuersee, wenn sie Christus nicht aufgenommen haben? Reden wir die Wahrheit über die Gesetzlosigkeit, Unmoral und Sünde in unserer Gesellschaft? Zeigen wir ihnen Christus als den Erlöser und Retter, der in Kürze wiederkommen, und seine Gerechtigkeit auf dieser Erde bringen wird? Oder bleiben wir stumm, obwohl wir das alles wissen?

Das Wort sagt uns, dass wir allezeit beten sollen (vgl. 1.Thessalonicher 5:17). Tun wir das? Beten wir in unserem Alltag, dass Gottes Reich auf die Erde kommt, dass die Ungerechtigkeit ein Ende nimmt und dass seine Gerechtigkeit endlich auf diese Erde kommt? Dass der Überrest gesammelt wird, die Gemeinde gebaut und vollendet wird? Stehen wir mit den Geschwistern, den Familien, den Kollegen, Kontakten und ringen wir für sie im Gebet, damit sie gestärkt werden und der Herr sie errettet, mit uns aufbaut und vollendet?

Sind wir Trauernde (vgl. Matthäus 5:4), haben Mitempfinden mit unseren Mitmenschen, damit sie vor Gott als bewährt dargestellt werden und das Ziel des Glaubens erreichen? Wie ist unser Verhalten, wenn wir bei unserem Nächsten eine Verfehlung erkennen? Ist unser Herz dann voller Kritik oder bringen wir unseren Nächsten im Gebet und mit einem trauernden Herzen vor den Herrn und bitten für ihn um Gnade?

Wir müssen anerkennen, unser Mangel an dem Leben Jesu ist noch sehr groß. Und es gibt noch sehr viele Beispiele, die wir nennen könnten – besonders, wenn wir Matthäus 5-7 lesen.

Bittet, so wird euch gegeben

Wer arm ist, der hat nichts von sich selbst. Aber er kann einen Reichen bitten, dass er ihm gebe. Jesus ermutigt uns, den Vater zu bitten:

Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan! (Lukas 11:9)

Wenn wir unseren Mangel an Christus erkennen, dann ist das gut. Es soll aber nicht dazu führen, dass wir aufgeben oder resignieren. Es soll uns stattdessen dazu bewegen, Gott zu suchen und ihn zu bitten, dass er den Mangel ausfüllt, indem er seine Gesetze auf unser Herz schreibt. Es ist ein gutes Gebet zu sagen: „Vater, gib mir bitte einen armen Geist.“ Ein solches Gebet, mit der wahren Absicht, das zu erfahren und zu leben, hört Gott, der Vater, sehr gerne. Er ist ja unser Vater! Er wird es sicherlich beantworten. Manchmal kann es auch sein, dass wir ein paar Mal bei ihm anklopfen müssen. Er möchte gerne sehen, dass es wirklich unser Anliegen ist, seinen Sohn Jesus Christus zu erfahren und gemäß seiner Verfassung zu leben. In Lukas 11:13 heißt es:

Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten!

Das Wort Gottes verspricht uns kein Leben ohne Schwierigkeiten. Vielmehr möchte uns der Vater seinen Heiligen Geist geben. Der Heilige Geist ist es, der uns hilft, in die Wirklichkeit des Wortes Gottes zu kommen, wie in Johannes 16:13 geschrieben steht:

Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten.

Wie wir den Geist spezifisch erfahren können, dazu mehr in Teil 3…

Selig sind die armen im Geist (Teil 1)

In der Bergpredigt und den darauffolgenden Kapiteln (Matthäus 5-7) zeigt uns Jesus, was für Menschen wir sein müssen, um am Reich Gottes Anteil haben zu können. Es wird klar, dass wir mit unserem natürlichen Wesen nicht Teilhaber an Gottes Reich sein können, sondern dass wir dazu das Wesen von Christus brauchen, wie es uns in der Verfassung des Reiches in Matthäus 5-7 beschrieben wird. Um ein Kind Gottes zu werden, braucht es keine Voraussetzungen. Ein Gläubiger muss lediglich glauben, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist, der für unsere Sünden gestorben und am dritten Tag auferstanden ist. Danach folgt die Taufe. Mehr kann und muss man nicht tun, um gerettet zu werden. Damit wir allerdings Erben von Gottes Reich werden können, muss Gottes Wesen zu unserem Wesen werden. Gott wird uns sein Reich nicht zum Erbe geben, solange wir seinem Wesen nicht entsprechen (vgl. Galater 4:1).

„Selig sind die geistlich Armen, denn ihrer ist das Reich der Himmel!“ (Matthäus 5:3)

Viele Christen sind zu Beginn des Christenlebens hungrig und begierig nach mehr von Christus. Sie lesen viel in der Bibel und nutzen jede Gelegenheit für Gemeinschaft mit anderen Christen. Sie machen viele frische Erfahrung mit dem Herrn. Doch mit der Zeit nimmt dieser Hunger und das Verlangen nach Christus leider oft ab. Andere Dinge wie Beruf, Familie oder Hobbys bekommen wieder mehr Gewicht und ersetzen Stück für Stück den Hunger nach Christus. Auch die Erfahrungen mit Christus werden weniger. Vielleicht nimmt das Wissen über das Wort Gottes weiter zu. Durch das Lesen christlicher Literatur und den Besuch von Bibelstunden häuft man sich mit der Zeit viel Erkenntnis und Interpretationen in Bezug auf das Wort Gottes an. So merkt man oft gar nicht, dass der Herr nur noch wenig am eigenen Wesen verändern kann. Das bloße Wissen über das Wort täuscht darüber hinweg, dass die lebendigen Erfahrungen und Veränderung an unserem Wesen oft nur sehr beschränkt sind – oder sogar ganz ausbleiben.

Der Zustand von Sattheit und Zufriedenheit

Als Jesus auf die Erde kam, war sein Volk in einem solchen Zustand. Die Pharisäer und Schriftgelehrten waren voll von Erkenntnis und Wissen über die Schriften. Aber sie waren leer an Erfahrungen und der Wirklichkeit des Wesens Gottes. Jesus sagte zu ihnen: „Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler! Denn ihr reinigt das Äußere des Bechers und der Schüssel, inwendig aber sind sie voller Raub und Gier“ (Matthäus 23:25). Als Jesus kam und ihnen mit sich selbst das Wesen Gottes bringen wollte, hatten sie keinen Bedarf. Sie waren voll und ihre Herzen waren fett geworden (vgl. Apostelgeschichte 28:27). Niemand konnte ihnen etwas sagen. Sie konnten keine Ermahnung und keine Zurechtweisung von Jesus mehr annehmen, sondern reagierten beleidigt darauf und verhärteten ihr Herz. Am Ende verführten sie das Volk und brachten den Messias zu Tode.

Ganz anders war es hingegen bei den einfachen Fischern, den Sündern und Zöllnern. Sie erkannten, wie groß ihr Bedarf an Christus war. Sie hatten Hunger und Durst, Christus zu erfahren. Deshalb konnten sie die Rettung in Jesus annehmen und am Ende zu Menschen werden, die das Wesen Gottes in ihrem Leben zum Ausdruck gebracht haben und zu Fundamenten in Gottes Reich wurden.

„Selig sind die Armen im Geist, denn ihnen gehört das Reich der Himmel!“

Hunger nach dem Leben Christi

Damit all die Eigenschaften, welche uns Jesus in Matthäus 5-7 zeigt, in uns Wirklichkeit werden können, brauchen wir einen armen Geist. Wenn wir den Mangel an dem Leben Christi in uns nicht erkennen, werden wir ihn nicht gewinnen können. Deshalb steht diese Aussage ganz am Anfang der Bergpredigt. Es ist eine Voraussetzung, Christus in allen weiteren Eigenschaften zu erfahren. Paulus war einer, der arm in seinem Geist war. Das zeigt seine Aussage in Philipper 3:12:

Nicht, dass ich es schon ergriffen habe oder schon vollendet bin; ich jage aber nach, ob ich auch ganz ergreife, wozu ich auch von Christus Jesus ganz ergriffen worden bin“.

Paulus hatte viel Erkenntnis. Er war zuvor ein Schriftgelehrter gewesen und hatte die Schriften von seiner Jugend an studiert. Er kannte das Wort sicherlich besser als alle anderen. Aber er erkannte, dass bloßes Wissen nur aufbläht und stolz macht.

„Ja, ich achte auch alles für Verlust wegen der überragenden Größe der Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, um des willen ich alle Dinge verloren habe und sie für Abfall achte, damit ich Christus gewinne“. (Philipper 3:8)

Paulus war nicht zufrieden mit der Erkenntnis. Nein, er hatte die Sehnsucht, dass Christus sein Leben wird – und zwar um jeden Preis. Er hat danach gerungen, dass Christus in seinem Leben Gestalt gewinnt. Das heißt es, arm im Geist zu sein.

Lasst uns Buße tun und alle Zufriedenheit und Sattheit ablegen! Es ist wichtig, dass Christus uns heute unseren Mangel zeigen kann. Wir haben noch so viel Bedarf an dem Wesen Gottes und sollen nicht ruhen, den Herrn darin zu gewinnen. Je mehr wir sein Wesen gewinnen, desto mehr werden wir unseren Bedarf an der Wirklichkeit von Christus erkennen.

Mehr in Teil 2 …

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