Der Menschensohn mitten unter den Leuchtern

In Offenbarung Kapitel 1 stellt sich Jesus Christus in einer Weise vor, wie ihn kaum einer kennt. Seine Augen sind eine Feuerflamme, seine Füße sind glühendes Kupfer, aus seinem Mund kommt ein scharfes, zweischneidiges Schwert. Er ist der große Hohepriester nach der Ordnung Melchisedeks. So einen Jesus kannte nicht einmal Johannes, obwohl er der „Lieblingsjünger“ Jesu war. Als Johannes ihn sah, fiel er wie tot zu seinen Füßen nieder. Warum zeigt sich Jesus auf diese Weise?

Johannes sieht Jesus, den Menschensohn, in Offenbarung 1 nicht im Himmel, wo wir ihn vermuten würden. Vielmehr wandelt Jesus mitten unter sieben goldenen Leuchtern. Diese sieben goldenen Leuchter sind sieben Gemeinden. Was macht der Hohepriester Jesus unter den Leuchtern? Er richtet die Lampen zu. Er beschneidet den Docht. Er befüllt die Lampen mit frischem Öl. Dies ist die Aufgabe des Hohepriesters (vgl. 3.Mose 24:1-4). Was bedeutet dies für die Gemeinden?

Jesus möchte die Gemeinden zurechtbringen. Doch warum ist das nötig? Weil die Gemeinden gefallen sind. Ihr Zustand gefällt Gott nicht. Die Gemeinde in Ephesus hat die erste Liebe verlassen, Pergamon liebt die Welt, Thyatira ist voller Sauerteig der Religion, Sardes ist tot, Laodicea ist lauwarm. Wird Jesus so eine Gemeinde annehmen? Nein! Er muss sie richten.

Genau aus diesem Grund offenbart sich Jesus als dieser ehrfurchtgebietende Menschensohn. Er liebt die Gemeinde, und deshalb muss er sie reinigen, heiligen und zurechtbringen. Dafür spricht er die Gemeinden direkt an. Und das ist auch das Besondere an der Offenbarung: Jesus redet direkt zur Gemeinde, nicht durch einen Menschen. Zur Gemeinde in Laodicea sagt er: „Alle, die ich lieb habe, die weise ich zurecht und züchtige ich. So sei nun eifrig und tue Buße!“ (Offenbarung 3:19). Die große Frage ist: Sind wir für seine Zurechtbringung bereit?

Die Geschichte zeigt, dass die Gemeinden keine Buße getan haben. Der Leuchter wurde weggestoßen und das Zeugnis verschwand. Und was tun wir heute? Denkt einmal darüber nach.

Treue und kluge Diener

Der wichtigste Punkt eines Dieners ist, dass er treu sein muss. Paulus sagt in 1.Korinther 4:2: „Weiterhin sucht man hierbei an den Haushaltern, dass einer als treu erfunden werde.“ Was heißt es, treu zu sein? Ein treuer Diener muss den Willen des Meisters ganz genau verstehen und genau das tun, was der Meister sagt. Ein treuer Diener wagt es sicherlich nicht, vermessen zu sein. David sagt in Psalm 19:14: „Bewahre auch deinen Knecht vor Sünden der Vermessenheit, dass sie nicht über mich herrschen; so werde ich ohne Tadel sein und rein bleiben von großer Missetat.“

Das Wort Gottes bewahren

Einer, der Gott dient, muss alles gemäß Gottes Anweisungen tun. Mose wird als der treueste Diener in der Bibel betrachtet. Hebräer 3:5 sagt uns: „Und Mose war zwar treu in Gottes ganzem Haus als Diener.“ Gott hat Mose alle Anweisungen auf dem Berg gegeben und ihm insbesondere gesagt, dass er die Stiftshütte genau nach dem Bild machen sollte, das ihm gezeigt worden war. Mose war Gott in allen Einzelheiten völlig gehorsam. Das zeigt, dass Mose ein treuer und kluger Diener war. Ein treuer Diener sollte auch ein kluger Diener sein; wie wird er sonst wissen, was Gott tun möchte? Wie kann jemand treu sein, wenn er eingebildet ist und Gott nicht sucht, wenn er nur selten mit ihm Gemeinschaft hat und nicht im Geist lebt? Kann jemand ein treuer Diener sein, wenn er den Willen Gottes nicht genau kennt und einfach nach seinem eigenen Willen handelt? Sicherlich nicht. Das ist der Grund, warum der Herr uns zeigt, dass ein Diener sowohl treu als auch klug sein muss.

Jesus Christus – der treue Zeuge (1.Tim. 6:13; Offb. 1:5a; 3:14)

Als der Herr Jesus auf dieser Erde lebte, tat er alles nach dem Willen des Vaters; er tat nie etwas aus sich selbst heraus. Sein ganzes Leben erfüllte Gottes Wort. In Hebräer 10:7 sagt er: „Siehe, ich komme, … deinen Willen, Gott, zu tun.“ Es war der Vater selbst, der in ihm das Werk getan hat, sowohl in seinem Sprechen als auch in seinem Tun. Er war von Gott gesandt, um die Dinge Gottes auszuführen, mit denen er betraut war; und doch sagte er, dass es der Vater in ihm war, der wirkt. Was immer der Vater tat, das tat der Herr ebenso; was immer der Vater nicht getan hat, hat er auch nicht getan. In unserem Dienst heute sollte es genauso sein. Wenn du nicht weißt, was du tun sollst, tue lieber gar nichts; tue es nur, wenn du weißt, was Gott will. Wenn Gott nicht spricht, sprechen und handeln wir nicht. Und wenn wir wissen, was er tun will, dann müssen wir ihm noch erlauben, es in uns zu tun. Mache die Dinge nicht einfach selbst. Um ein treuer und kluger Diener zu sein, musst du darum in beständiger Gemeinschaft mit Gott sein, damit du weißt, was der Wille Gottes ist.

Dem Haushalt Gottes die angemessene Speise austeilen (Mt. 24:45)

Gott ist lebendig und er ist auch ein sprechender Gott. Sein lebendiges Sprechen (seine Worte) ist geistliche Speise für die Heiligen in seinem Haushalt. Denke daran, dass der Herr Jesus in Matthäus 4:3 das Wort aus 5.Mose 8:3 zitiert hat: „Es steht geschrieben: Nicht vom Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht.“ Damit ein Diener dem Haushalt Gottes die angemessene Speise geben kann, muss er mit Sicherheit wissen, was der Herr HEUTE zu der Gemeinde spricht. Erinnert euch daran, was der Herr Jesus den sieben Gemeinden in Offenbarung 2-3 geschrieben hat. Sieben Mal sagte er: „Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.“ Die wichtigste Eigenschaft eines Dieners ist zu hören, was der Meister sagt. Die Sterne sind die Boten der Gemeinden und sie überbringen den Gemeinden das Wort des Herrn. Die Botschaft, die sie überbringen, sollte nicht von ihnen selbst stammen, sondern es muss die Botschaft des Herrn sein. Wenn der Botschafter das Wort des Herrn ein bisschen verändert und es dann der Gemeinde überbringt, dann ist es nicht mehr das Wort des Herrn und der Diener ist kein Bote mehr. Das Wort des Herrn ist lebendig; es ist Geist und Leben für die Ernährung seiner Gemeinde. Menschenwort ist tot, es ist ohne Geist und Leben. Wenn ein Bote dem Wort des Herrn nicht treu ist und seine eigenen Vorstellungen hineinbringt oder sich dem Wort sogar widersetzt, dann gibt es überhaupt keinen Weg, dass er einer ist, den der Meister über seinen ganzen Haushalt setzt, ihnen zur rechten Zeit die angemessene Speise zu geben (Mt. 24:45). Die Ältesten müssen das aktuelle Wort genau kennen, das der Herr zu den Gemeinden sprechen möchte. Daher müssen sie Menschen sein, die beständig in Gottes Gegenwart leben. Nur solch einer Person kann der Herr seinen Haushalt anvertrauen.

Auf sich selbst Acht haben (Apg. 20:28; 1.Kor. 3:10; 10:12; 1.Tim. 4:16)

Paulus gab den Ältesten in Ephesus eine sehr ernsthafte Warnung, bevor er abreiste: „Habt Acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, unter welcher euch der Heilige Geist als Aufseher gesetzt hat, die Gemeinde Gottes zu weiden, die er durch sein eigenes Blut erworben hat“ (Apg. 20:28). Lerne nicht bloß ein paar äußerliche Methoden, wie man gewisse Dinge macht. Etwas Äußerliches zu lernen ist einfach, aber das Werk Gottes zu tun und dem Herrn ganz gehorsam zu sein ist nicht so einfach. Glaubst du das nicht? Warte noch zehn oder zwanzig Jahre und schaue dann dein Werk an oder das, was zwischenzeitlich aus den Gemeinden geworden ist. Denke nicht, dass sich die Gemeinde nicht von gut nach schlecht verändern kann. Schaue dir bitte die sieben Gemeinden in Kleinasien an. Sie hatten alle Probleme, und diese Probleme stammten von der Untreue der Boten. Wenn du das erst nach zwanzig Jahren feststellst, wird es zu spät sein! Daher haben wir unsere Gemeinschaft an dieser Konferenz mit dem Geheimnis der sieben Sterne begonnen. Möge der Herr uns barmherzig sein, denn wir müssen alle Acht haben, dass wir treue und kluge Diener werden. Ich hoffe, dass die Vision der sieben Sterne in der rechten Hand des Herrn allen dienenden Geschwistern eine Hilfe ist.

In der rechten Hand des Menschensohns

„In der rechten Hand des Menschensohnes“ ist der einzige Ort, an dem du sein kannst, wenn du ein Stern bist. Jeglicher andere Ort wäre nicht gut, denn die Sterne können nur in der rechten Hand des Herrn sein. Die verantwortlichen Brüder in den Gemeinden müssen alle in der rechten Hand des Herrn gehalten werden. Wenn du in Menschenhände hineinfällst, dann musst du auf Menschen hören und unter ihrer Kontrolle sein. Ich habe viele Dienende gesehen, die in die Kontrolle von Menschen verstrickt wurden. Fallt also nicht in die Hände von Menschen. Die Ältesten in der Gemeinde sollten nicht in die Hände irgendeines Menschen fallen, sondern sie sollen vom Herrn gehalten, kontrolliert und sogar gezüchtigt werden. Älteste müssen sich der Autorität des Herrn unterwerfen und nicht eigenwillig sein. Ich meine nicht, dass sich die Brüder nicht gegenseitig untertan sein sollen – ich bin dir nicht untertan und du bist mir nicht untertan – nein, das meine ich nicht. Aber zuallererst müssen wir uns dem lebendigen Gott unterwerfen. Das Buch der Offenbarung zeigt uns sehr klar, dass die sieben Sterne in seiner rechten Hand gehalten werden. Das ist zu wichtig. Das solltest du nicht übersehen, ansonsten hört die ganze Gemeinde nach und nach nicht mehr auf Gottes Wort, sondern auf Menschenwort. Gottes Wort wird allmählich durch Menschenwort ersetzt. Die Ältesten haben in sich selbst gar keine Autorität. Sie können die Autorität des Herrn nur dann zum Ausdruck bringen, wenn sie in der rechten Hand des Herrn sind. Es ist nicht die Position der Ältestenschaft, die ihnen die geistliche Autorität verleiht, sondern allein die Tatsache, dass sie in der rechten Hand des Herrn gehalten werden.

Die rechte Hand der Autorität Gottes

Nachdem der Herr Jesus in die Himmel aufgefahren war, hat er sich „… zur Rechten der Kraft Gottes“ gesetzt (Lk. 22:69; Hebr. 1:3). Daher hat er gesagt: „Mir ist alle Vollmacht gegeben, im Himmel und auf der Erde“ (Mt. 28:18). Dass der Herr Jesus erhöht wurde und sich zur Rechten Gottes gesetzt hat, zeigt nicht nur seine herrliche Position, sondern auch seine Vollmacht. Allerdings zeigt die Tatsache, dass die Sterne in der rechten Hand des Herrn gehalten werden, nicht etwa, dass die Ältesten hohe Positionen haben und dass jeder sie respektieren und auf sie hören muss. Das heißt es bestimmt nicht. Dies zeigt nur, dass sich die Boten ganz der Vollmacht des Herrn unterwerfen und ihm völlig gehorchen müssen. Wenn die verantwortlichen Brüder in die Hand einer bestimmten Person fallen, dann müssen sie auf diese Person hören und werden von ihr kontrolliert. In so einem Fall befindet sich die ganze Gemeinde unter der Manipulation dieser Person. Wer soll über die Gemeinde regieren? Der Herr Jesus – er allein ist das Haupt des Leibes. Wenn aber die Ältesten in der Gemeinde nicht in der rechten Hand des Herrn gehalten werden, dann werden sie über die Gemeinde herrschen. In solch einem Fall müssen die Heiligen üben zu überwinden und sich für das Sprechen des Geistes entscheiden, nicht für den Befehl der Ältesten. In der Gemeinde sind wir nicht für Demokratie oder Menschenrechte wie die Leute der Welt. Die Gemeinde gehört dem Herrn Jesus – er ist das Haupt, er ist unser König David. Wenn ein Verantwortlicher nicht in der rechten Hand des Herrn gehalten wird, dann ist er nicht mehr qualifiziert zu leiten. Dann hat er die Autorität schon verloren, die ihm vom Herrn übertragen wurde. Alle Ältesten müssen sich der Autorität des Herrn unterwerfen und dürfen nicht wagen, aus sich selbst zu herrschen. Rufe nicht nur „Herr“ und tue dann nicht, was er sagt. Der Herr Jesus sagte in Lukas 6:46: „Warum nennt ihr mich denn Herr, Herr! und tut nicht, was ich sage?“ Mit deinem Mund rufst du ihn „Herr“, aber in deinem Herzen denkst du, dass du der Herr bist und handelst auch so. Betrügst du dann nicht Gott? Ich habe Menschen gesehen, die über die Gemeinde geherrscht haben. Es hat sie nicht gekümmert, ob die Heiligen auf den Herrn hören oder nicht. Aber wenn die Heiligen nicht auf sie gehört haben, wurden sie in Quarantäne gesetzt, hinausgeworfen und von der Gemeinschaft der Gemeinden abgeschnitten. Kein Ältester kann den Herrn als das Haupt der Gemeinde ersetzen! Das Geheimnis der sieben Sterne in der rechten Hand des Herrn ist nicht so einfach. Wir müssen alle lernen, dem Sprechen des Herrn ganz zu gehorchen und uns seiner Autorität völlig zu unterwerfen.

Die souveräne Hand Gottes (Spr. 21:1; 16:1-2, 9, 25, 33)

Sprüche 21:1 sagt: „Wie Wasserbäche ist das Herz eines Königs in der Hand des HERRN; wohin immer er will, neigt er es.“ Wasserbäche fließen in die Richtung, in die der Herr es will. Das ist die Hand des Herrn – das ist Gottes Souveränität. Er ist souverän, weil er alle Dinge im Voraus weiß. Die Sprüche sagen auch: „Alle Wege eines Mannes sind lauter in seinen Augen, aber der die Geister prüft, ist der HERR“ und auch „das Herz des Menschen plant seinen Weg, aber der HERR lenkt seinen Schritt“ (Spr. 16:2, 9). Der gefallene Mensch denkt immer, dass sein eigener Weg richtig ist, bis er später (und zu spät) entdeckt, dass er falsch war (vgl. Spr. 16:25). Die Leitenden sollten nie denken, dass sie alles wüssten. Lerne, was Sprüche 16:3 sagt: „Befiehl dem HERRN deine Werke, und deine Gedanken werden [durch Gott] zustande kommen.“ Kein Dienst in der Gemeinde darf gemäß der Vorstellung von Menschen getan werden. Die verantwortlichen Brüder müssen lernen, die Entscheidung in allen Dingen dem Herrn zu überlassen. Vertraue in allem der Souveränität des Herrn und er wird die Pfade ebnen (vgl. Spr. 3:6). Das ist nur dann möglich, wenn wir ein demütiges Herz mit einer engen Beziehung zum Herrn haben. Dann kann er uns seinen Willen und seinen Weg offenbaren. Wenn die Ältesten aus irgendeinem Grund nicht klar sind in Bezug auf Gottes Willen, dann sollten sie sich demütigen und auf diejenigen hören, die seinen Willen kennen. In 5.Mose 12:8 warnt Gott sein Volk durch Mose: „Ihr dürft es nicht mehr so machen nach allem, wie wir es heute hier tun, dass jeder all das tut, was in seinen Augen recht ist.“

Die züchtigende und richtende Hand Gottes

Die Hand des Herrn ist auch eine züchtigende und richtende Hand. Denke nicht, wir können in der Gemeinde vermessen sein und alles tun, was uns gefällt. Alle Dienenden, vor allem die Ältesten, müssen erkennen, dass die Hand des Herrn auch eine züchtigende und richtende Hand ist. Die Bibel sagt uns, dass er uns nicht nur wegen unserer Fehler züchtigt, sondern vielmehr deshalb, weil er uns liebt. Offenbarung 3:19 sagt: „Alle, die ich liebhabe, weise ich zurecht und züchtige ich;…“ Wir machen alle Fehler, weil wir nicht vollkommen sind; und weil der Vater uns liebt, bereitet er viele Umstände vor, um uns zu züchtigen (vgl. Hebr. 12:5-11). Das ist die züchtigende Hand des Herrn. Wir müssen dem Herrn dafür danken. Es ist kein gutes Zeichen, wenn jemand, der Gott dient, nicht von ihm gezüchtigt wird. Wenn Gott einen Dienenden machen lässt, was ihm gefällt, dann fürchte ich, dass dieser nicht mehr in der rechten Hand des Herrn ist. Wenn wir Dinge in der Gemeinde sehen, die nicht richtig sind, dann neigen wir sofort dazu, einzugreifen und die ganze Sache in unsere Hand zu nehmen. Wir werden zu dem, der züchtigt, und ersetzen Gott dabei – das Ergebnis sind weitere Schwierigkeiten. Außerdem ist die „züchtigende Hand“ eines Menschen entweder zu hart oder ungerecht. Wenn wir heute, da wir schon etwas älter geworden sind, etwas in der Gemeinde sehen, das nicht stimmt, können wir nur unseren Kopf schütteln und seufzen, weil es für niemanden einfach ist, eine Korrektur anzunehmen, vor allem für die Leitenden nicht. Wir haben keinen anderen Weg als uns zu unserem Vater-Gott zu wenden und es ihm zu sagen. Er ist der einzige, der die Situation retten und seine Kinder züchtigen kann. Er allein hat die Weisheit und den richtigen Weg, um mit allen Situationen umzugehen.

Einer, der Gott wirklich kennt, wird es nicht wagen, die Heiligen zu züchtigen oder locker über sie zu reden. Wenn du einer bist, der in der rechten Hand des Herrn gehalten wird, wirst du es dem Herrn überlassen, denn du kennst die züchtigende Hand des Herrn. Wenn eine Person nicht willig ist, die Züchtigung des Herrn anzunehmen, dann wird sein Gericht über sie kommen. Wenn jemand völlig daneben liegt und zu weit geht, wird Gott ihn richten. Ich hoffe, dass wir nicht gerichtet werden, sondern willig sind, die Züchtigung des Herrn anzunehmen. Er züchtigt uns, weil er uns liebt.

Die mächtige und starke Hand Gottes (2.Mose 15:6)

Jesaja sagte: „Siehe, die Hand des HERRN ist nicht zu kurz, um zu retten“ (Jes. 59:1). Gottes Arm ist nicht zu kurz, dass er uns nicht helfen könnte. Unsere Hände sind sehr kurz und begrenzt, ohne Kraft und unfähig zu helfen. Je mehr wir versuchen zu helfen, desto schlimmer wird die Situation. Das habe ich zu oft gesehen. Nur Gottes Hand ist mächtig und voller Kraft. Für uns ist es normal, dass wir nicht imstande sind, die Schwierigkeiten und Probleme der Menschen zu lösen. Dankt dem Herrn für das, was er gesagt hat: „Bei den Menschen ist es unmöglich, aber nicht bei Gott; denn bei Gott sind alle Dinge möglich“ (Mk. 10:27).

Wenn er alles vermag, warum lassen wir dann nicht ihn alles tun? Was er macht, ist immer am besten. Die wirkende Hand des Herrn ist mächtig und wunderbar. Die verantwortlichen Brüder müssen das erkennen und sich unter die gewaltige Hand Gottes demütigen (vgl. 1.Petr. 5:6). Nur dann kannst du das mächtige Werk seiner Hände sehen. David sagte: „Ich sinne über all deine Taten nach und denke über die Werke deiner Hände nach“ (Ps. 143:5). Die Werke seiner Hände sind zu wunderbar! Er hat das ganze Universum erschaffen. Wer außer ihm kann die Himmel und die Erde erschaffen? Nur Gott allein hat solche großen Hände. Was können wir tun? Psalm 127:1 sagt besonders in Bezug auf den Bau des Tempels des Herrn: „Wenn der HERR nicht das Haus baut, so arbeiten vergeblich, die daran bauen.“ Aber viele Leute glauben das nicht; sie bestehen immer noch darauf, alles selber machen zu wollen. Vergiss nicht das Wort in Sacharja 4:6 in Bezug auf den Tempelbau: „Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist, spricht der HERR der Heerscharen.“ Du musst auch an Psalm 121:1-2 denken: „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, woher meine Hilfe kommt. Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.“

Die leitende Hand Gottes

David sagte: „… so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich fassen“ (Ps. 139:10). Wenn wir fest in seiner rechten Hand gehalten werden, haben wir keine Angst, denn er leitet uns, hält uns fest, schützt uns und hilft uns. Auf diese Weise wird unser Dienst nicht so schwierig sein und wir werden nicht schwitzen. Wenn du denkst, dein Dienst ist schwierig, dann ist das ein Zeichen dafür, dass du derjenige bist, der den Dienst tut. Höre auf mit deiner Arbeit und erlaube dem Heiligen Geist, in dir zu wirken. Seine Hand wird dir helfen, dich leiten, dich schützen und dich festhalten. Äußerlich sieht es so aus, als ob du die Arbeit tun würdest, aber eigentlich ist es der Herr, der es in dir tut. Er ist es, der dich hindurchtragen wird. Wenn dein Dienst nicht in seiner Hand ist, dann bist du es, der die Arbeit macht. Am Ende wird er sogar noch deinen Weg verwerfen. Das bedeutet aber nicht, dass du nichts tust. Nein, du musst mit ihm zusammenarbeiten. Paulus sagte: „… ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade zusammen mit mir“ (1.Kor. 15:10).

Christus gewinnen und ihn ausleben

Wir müssen von Paulus lernen. Er sagte zwei sehr kostbare Dinge: „Zu leben ist für mich Christus“ (Phil. 1:21) und „damit ich Christus gewinne“ (Phil. 3:8). Er hat in jedem Moment Christus ausgelebt und wollte ihn allezeit gewinnen. Als ich jung war, suchte ich nach Bibel- wissen. Als ich dann eine gewisse Erkenntnis gewonnen hatte, habe ich entdeckt, dass ich nicht die Kraft hatte, danach zu handeln. Mir ging es wie den Juden damals, die nur das Gesetz Gottes kannten, aber nicht das Leben besaßen, um es zu halten. Die Pharisäer und Schriftgelehrten hatten mehr Erkenntnis als alle anderen, aber sie haben nicht nur nicht geschienen, sondern im Gegenteil, sie lebten in Finsternis und Tod. Vielleicht hat sogar mit der Erkenntnis auch die Finsternis zugenommen. Denke daran: Der Buchstabe tötet (vgl. 2.Kor. 3:6). Heute liebt jeder Erkenntnis, aber sehr wenige möchten Christus gewinnen und leben. Unser Herr ist lebendig, daher müssen wir den lebendigen Christus kennen. Er lebt als der Geist in uns und er möchte, dass wir ihn in unserem täglichen Leben ausleben. Nur so können wir das Licht offenbar machen. Dafür müssen wir üben, in beständiger Gemeinschaft mit dem Herrn zu sein.

Christus groß machen

Philipper 1:20-21 sagt: „Wie ich sehnlich erwarte und hoffe, dass ich in nichts zuschanden werde, sondern dass mit allem Freimut, wie immer, so auch jetzt, Christus groß gemacht wird an meinem Leib, es sei durch Leben oder durch Tod; denn zu leben ist für mich Christus.“ Das ist der Wunsch einer Person, die Christus lebt. Paulus hatte solch ein Verlangen in sich, dass Christus an seinem Leib groß gemacht wird, es sei durch Leben oder durch Tod. Solch eine Person leuchtet wirklich, sie lebt Christus aus. Für Paulus ist es eine Schande, wenn er Christus nicht lebt. Er war nicht nur eine Person, die die Wahrheit mitteilen konnte, sondern er war ein Mensch, der Christus auslebte. Es ist einfach, eine Botschaft zu geben und einen Punkt darzulegen, aber es ist nicht einfach, Christus auszuleben.

Alle, die dem Herrn dienen, müssen ein Leben führen, das Christus aus- lebt. Sie brauchen einen ernsthaften Wunsch, Christus groß zu machen. Im Gemeindeleben geht es nicht darum, auf welche Art und Weise et- was gemacht wird, denn eine Art und Weise funktioniert vielleicht bei dir, aber nicht bei mir. Genauso funktionieren vielleicht meine Methoden nicht bei dir. Der Grund ist, dass Methoden von der Person abhängen, die sie befolgt. Vielleicht haben wir verschiedene Ansichten über Methoden, aber selbst das stellt kein Problem dar. Paulus hatte in Philipper 3 die richtige Ansicht, während andere sie nicht hatten. Aber er sagte in Philipper 3:15: „Alle nun, die erwachsen sind, lasst uns diesen Sinn haben; und wenn ihr in irgendeinem Punkt anders denkt, so wird euch Gott auch dies offenbaren.“ Die Frage ist, ob wir Christus ausleben oder nicht. Wenn wir ihn nicht ausleben, spielt es keine Rolle, wie gut wir eine Sache tun können, denn diese Sache hat dann gar keinen geistlichen Wert. Wenn alle verantwortlichen Brüder und alle Dienen- den in der Gemeinde Christus ausleben, dann werden sie definitiv alle scheinen. Dann wird es keine Probleme geben.

Paulus wollte nicht nur Christus ausleben, sondern er zielte auch darauf ab, Christus an seinem Leib groß zu machen. Wie oft vergrößern wir uns selbst, prahlen mit unserem Talent und mit unserer Klugheit, vergrößern aber nicht Christus! Paulus sagte: „Wie immer, so auch jetzt, Christus groß gemacht wird an meinem Leib“ (Phil. 1:20). Er sagte „wie immer“ und nicht gelegentlich, nicht wenn er zufällig daran denkt. Es war die Gewohnheit von Paulus, Christus groß zu machen. Wie steht es mit uns? Es scheint, dass es unsere gewöhnliche Praxis ist, Christus nicht groß zu machen. Daher finden wir es schwierig, Christus zu vergrößern. Ist das nicht so bei dir? Es war die Gewohnheit von Paulus, Christus zu vergrößern. Es wäre wunderbar, wenn auch wir solch eine Gewohnheit entwickeln könnten! Wie traurig ist es, dass wir es normal finden, Christus nicht zu leben; wenn wir dann Christus gelegentlich ausleben, sind wir begeistert. Möge der Herr uns barmherzig sein. Wenn wir scheinen wollen, dann müssen wir es zu unserer Gewohnheit machen, Christus zu leben und ihn groß zu machen.

2.Korinther 3:18 sagt, dass wir die Herrlichkeit des Herrn widerspiegeln sollen. Einerseits sollen wir das Leben Christi ausleben, andererseits sollen wir die Herrlichkeit des Herrn Jesus widerspiegeln. Daher müssen wir alle die Herrlichkeit des Herrn mit aufgedecktem Angesicht schauen. Das ist sehr praktisch und wunderbar! Wenn wir die Bibel lesen und dabei nur etwas Erkenntnis und einige Lehren ansammeln, wer- den wir die Herrlichkeit Christi nicht widerspiegeln. Besonders alle Boten der Gemeinden und alle Dienenden müssen die Herrlichkeit Christi widerspiegeln. Es nützt nichts, wenn du den Heiligen nur eine Botschaft geben kannst, denn du musst auch das herrliche Licht Christi widerspiegeln. Nur auf diese Weise werden wir zu einem Stern in der rechten Hand des Herrn. Um die Herrlichkeit des Herrn widerzuspiegeln, müssen wir zunächst alle Decken wegnehmen, unser Herz zum Herrn wen- den und die Herrlichkeit des Herrn mit einem aufgedeckten Angesicht anschauen. Das bewirkt unsere Umwandlung in das Bild des Herrn. Diese Umwandlung geschieht von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, denn sie ist das Ergebnis des Umwandlungswerks des Herrn Geist. Wenn wir das Wort des Herrn lesen und nur Erkenntnis gewinnen, ohne dabei die Herrlichkeit des Herrn zu sehen, dann haben wir die Bibel umsonst gelesen! Wenn eine Decke auf dir liegt, bist du wie die Israeliten, die nur das Gesetz gesehen haben, nicht aber die Herrlichkeit Christi. Kein Wunder, dass manche dachten, wir würden zum Gesetz zurückkehren, als wir das dritte Buch Mose gelesen haben. Sie sehen nur das Gesetz im dritten Buch Mose, aber wir sehen darin die Herrlichkeit des Herrn.

Die Vergangenheit vergessen und sich nach vorne ausstrecken

Nach so vielen Jahren im Gemeindeleben ist es heute nicht unser Wunsch, nur die Bibel zu verstehen und etwas Erkenntnis daraus zu gewinnen. Unser innerster Wunsch besteht darin, die Wirklichkeit Christi zu gewinnen. Christus ist lebendig, er ist unbegrenzt. Es gibt noch so viel mehr von seinen unausforschlichen Reichtümern, die wir sehen und erfahren müssen. Paulus hat allezeit die Vergangenheit vergessen; er hat sowohl die guten als auch die schlechten Erfahrungen vergessen. Wenn sich eine Firma verbessern möchte, muss sie allezeit vergessen, was dahinten ist, denn es gibt so viele neue Dinge, die noch entdeckt und entwickelt werden müssen. Wenn wir die Reichtümer Christi erfahren, wird uns das von Herrlichkeit zu Herrlichkeit bringen. Es gab Herrlichkeit in der Vergangenheit, aber heute ist es noch herrlicher und die Zukunft wird am herrlichsten sein. Die 2000 Jahre Geschichte der Christenheit zeigen uns, dass so viele Gruppierungen noch in der Vergangenheit und in Traditionen leben. Sie bleiben Jahr für Jahr dieselben und nehmen sogar ab. Ich möchte nicht in unseren vergangenen Erfahrungen und Traditionen leben, sondern ich will erfahren, wie ich täglich in der Neuheit des Lebens wandle. Ich trachte danach, in der Zukunft in noch größere Herrlichkeit einzugehen, nämlich von Herrlichkeit zu Herrlichkeit! Unser Verständnis und unsere Erfahrung des Herrn muss heute reicher sein als gestern. Auch in dieser Welt gehen alle Dinge vorwärts. Früher wurden Pferdekutschen verwendet, danach der Ford Modell T. Heute sehen wir alle möglichen Autos: Hybrid- und Elektrofahrzeuge, sogar fahrerlose Autos. Wer weiß, was morgen kommt! Glaubst du nicht, dass Gott uns heute noch mehr bezüglich Christus und der Gemeinde offenbaren möchte? Glaubst du nicht, dass er uns heute etwas Neues und Frisches in Bezug auf sein aktuelles Werk zeigen möchte? Paulus sagte: „Wenn jemand meint, etwas erkannt zu haben, der hat noch nicht erkannt, wie man erkennen muss“ (1.Kor. 8:2). Heute gibt es noch so viel von Christus und der Gemeinde und von seinem heutigen Werk zu entdecken!

Das Scheinen ist die Herrlichkeit. Die Menschen sollen die Herrlichkeit Christi in uns sehen. Wenn sie das nicht sehen, dann stimmt etwas nicht. Als der Herr Jesus auf dieser Erde war, sagte er: „Wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen“ (Joh. 14:9). Der Herr hat die Herrlichkeit des Vaters in seinem Lebenswandel, in seinen Worten und Handlungen voll und ganz widergespiegelt. Er brachte den unsichtbaren Gott zum Ausdruck. Johannes sagte: „… wir sahen seine Herrlichkeit, … voller Gnade und Wahrheit [Wirklichkeit]“ (Joh. 1:14). Dies ist der beste Weg für den Dienst. Das Licht, das in Christus war, ist Gott selbst. Wenn wir heute Christus ausleben und seine Herrlichkeit widerspiegeln, dann wird unser Dienst keinen Zank und Streit um Position oder Ruhm verursachen. Nur solch ein Dienst kann den Willen des Vaters ausführen und ihn zufriedenstellen. Wir sollten alle ernsthaft beten: „O Herr, mache mich zu einem leuchtenden Stern in der Gemeinde!“

Leuchten wie die Sterne

Daniel sagte: „Und die Verständigen werden leuchten (…) wie die Sterne immer und ewig“ (Dan. 12:3). Alle dienenden Geschwister in der Gemeinde, und vor allem die Ältesten, müssen wie Sterne leuchten! Im vorigen Abschnitt haben wir gesehen, dass die Verantwortlichen ein himmlisches Volk sein müssen. Hier heißt es nun, dass sie wie Sterne leuchten müssen. Um wie Sterne zu leuchten, müsst ihr verständig sein. Allerdings unterscheidet sich himmlische Weisheit von irdischer Klugheit. Der Herr Jesus hatte ein sehr besonderes Gebet in Matthäus 11:25-26: „Zu jener Zeit begann Jesus und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast. Ja, Vater, denn so war es wohlgefällig vor dir.“ In Gottes Augen ist die Weisheit der Welt eine Torheit. Die Weisheit, über die wir hier sprechen, ist die Weisheit, die von Gott kommt. Um diese Weisheit zu gewinnen, benötigst du Offenbarung von ihm und du musst rein und einfach sein wie ein Kind.

Eine Person mit einer himmlischen Vision

Paulus hatte in Kolosser 1:9 denselben Gedanken: „… dass ihr erfüllt werdet mit der völligen Erkenntnis seines Willens in aller geistlichen Weisheit und in allem geistlichen Verständnis….“ Die Ältesten, die die Gemeinde leiten, brauchen die Weisheit von oben, um mit der Erkenntnis seines Willens erfüllt zu werden. Diese Art von Weisheit ist ganz anders als das bloße Verständnis von Lehren. Jakobus sagte: „Aber die Weisheit von oben ist zum ersten rein, dann friedsam, großmütig, fügsam, voll Barmherzigkeit und guter Früchte, unparteiisch, ungeheuchelt“ (Jak. 3:17). Hieran erkennen wir, dass sich die himmlische Weisheit auf unser tägliches Leben auswirkt; sie hat damit zu tun, wie wir leben. Sie lehrt uns, Christus zu gewinnen und ihn auszuleben. Nur so sind wir imstande zu leuchten. Im Gegensatz dazu heißt es: „Habt ihr aber bitteren Neid und Hader in eurem Herzen, so rühmt euch nicht und lügt nicht gegen die Wahrheit. Diese Weisheit kommt nicht von oben herab, sondern ist irdisch, seelisch und dämonisch. Denn wo Neid und Hader sind, da ist Unordnung und jedes wertlose Tun“ (Jak. 3:1416).

Der lebendige Gott selbst ist unsere Methode

Wir dienen dem Herrn nicht durch eine bestimmte Art oder Methode, sondern dadurch, dass wir diesen lebendigen Gott kennen. Heute suchen die Menschen nach Methoden und Wegen, wie sie gewisse Dinge tun können. In der Bibel finden wir jedoch keine Methoden. In der Vergangenheit habe ich viele Methoden und menschliche Wege gesehen – der alte Weg wurde zu einem neuen Weg geändert und dann wieder zurück zum alten Weg. Insgesamt sind es aber wieder menschliche Wege. Wir sollten vor den Herrn kommen und zu seinem Wort, um ihn zu suchen. Wenn du mich fragst, welche Methoden ich habe, dann werde ich dir sagen, dass ich keine Methode habe. Die einzige Methode ist der lebendige Christus, der die Erfüllung des lebendigen Wortes Gottes ist. Wir müssen nur tun, was er durch den Geist und in seinem Wort redet. Wenn er zu uns spricht, dann haben wir einen Weg, denn er ist der Weg (ob das als Methode zu bezeichnen ist, weiß ich nicht). Wenn der Vater uns keine Offenbarung schenkt, sondern seinen Herzenswunsch vor uns verbirgt, dann haben wir kein Licht und folglich auch keinen Weg.

Unser Fokus liegt nicht auf Erkenntnis und Lehren, sondern darauf, die Wirklichkeit zu gewinnen. Die Ältesten und alle Dienenden müssen wie himmlische Sterne sein. In deinem Herzen solltest du schon wissen, ob du ein Stern bist oder nicht. Du solltest selber wissen, ob du himmlisch oder irdisch bist. Du solltest dich selbst prüfen und feststellen, ob du hell leuchtest. Jeder hat Erkenntnis und mag viele Lehren kennen, aber ein Stern zu werden ist keine Sache von Lehren und Erkenntnis; dies kommt daraus, dass wir Christus in der Wirklichkeit erfahren.

Viele Jahre lang sind wir durch eine gewisse Anzahl verschiedener „Trainings“ gegangen und haben alle bezeugt, was das Endergebnis war: Die Heiligen wurden Menschen gehorsam und nicht dem Herrn. Es gab auch Bewegungen, die die jungen Leute aufgerührt haben, gegen die Ältesten zu rebellieren. All das hat dem Zeugnis der Gemeinde viel Schaden zugefügt. Wir geben hier nicht eine Art von Training, sondern wir lernen als Geschwister gemeinsam, das reine Wort des lebendigen Gottes zu praktizieren. Manche Leute werfen uns fälschlicherweise vor, wir hätten die jungen Leute gegen die Ältesten aufgerührt, was definitiv nicht wahr ist. Wenn die Ältesten aufgrund ihrer Position nur Gehorsam und Respekt von den Heiligen einfordern, sich aber schlecht, schändlich und heuchlerisch verhalten, dann ist es kein Wunder, dass die treuen Heiligen (jung oder alt) ihren Respekt gegenüber ihnen und ihr Vertrauen in sie verloren haben.

Die Boten der Gemeinden sollten Sterne sein. In einer klaren Nacht kannst du die Sterne sehen, wenn du zum Himmel schaust. Selbst kleine Kinder kennen die Sterne, wenn sie sie sehen, und brauchen keine Erklärung. Ob du in der Gemeinde ein Stern bist oder nicht, wissen die Heiligen sehr wohl! Je dunkler die Nacht, desto heller leuchten die Sterne. Wenn du also nicht leuchtest und das nicht Licht des Lebens ausstrahlst, bist du dann immer noch ein Stern? Du brauchst nicht darüber zu diskutieren: Du bist, was du bist. Du behauptest vielleicht, dass du ein Stern bist, aber was nützt das, wenn du nicht scheinst? Es ist bedauerlich und eine Schande, dass viele Heilige in den Gemeinden die Ältestenschaft als eine Position ansehen und sich infolgedessen selbst dann den Ältesten unterordnen, wenn diese sich dem Herrn und der Wahrheit widersetzen.

Eine lebendige Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem Sohn

Wie können wir scheinen? Was für Personen leuchten gemäß der Bibel? Wenn eine Person keine Zeit in der Gemeinschaft mit dem Vater und dem Herrn Jesus verbringt und wenn sie nicht in das Allerheiligste hineingeht und dort eine Zeit bleibt, dann kann sie definitiv nicht scheinen! Johannes sagte: „Unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus“ und „Gott ist Licht und in ihm ist gar keine Finsternis“ (1.Joh. 1:3, 5). Gott ist Licht. Wenn du in seiner Gegenwart lebst, dann wirst du sicher scheinen. Keiner wird einfach deshalb scheinen, weil er Erkenntnis hat oder Lehren kennt. Wenn das so wäre, würden dann nicht diejenigen mehr scheinen, die viel länger im Gemeindeleben sind und mehr Erkenntnis angehäuft haben? Aber so ist es nicht. Denkt daran, wie das Angesicht des Mose leuchtete, als er vom Berg Sinai herabkam, nachdem er 40 Tage lang von Angesicht zu Angesicht mit Gott Gemeinschaft hatte. Die Haut seines Gesichts leuchtete (vgl. 2.Mose 34:29)! Das heißt nicht, dass dein Gesicht leuchten wird, wenn du 40 Tage lang die Bibel liest. Das Scheinen setzt voraus, dass du in der Anwesenheit Gottes lebst. Allerdings bleibt dieses Scheinen nicht ewig. Denke nicht, dass das Gesicht des Mose ewig weiter geleuchtet hat, nachdem er vom Berg herabgekommen war. So war es nicht – das Scheinen verschwand. Aber jedes Mal, wenn er in die Stiftshütte hineinging und mit Gott von Angesicht zu Angesicht Gemeinschaft hatte, leuchtete sein Gesicht, als er herauskam (vgl. 2.Mose 34:34-35). Dies ist wie eine voll aufgeladene Batterie, die eine Lampe hell leuchten lässt. Mit der Zeit nimmt das Licht wieder ab und die Batterie muss immer wieder neu aufgeladen werden. Wir können nur dann scheinen, wenn wir beständig in der Gemeinschaft mit dem Vater leben. Je länger die Gemeinschaft, desto heller scheinst du. Wenn du keine Zeit in Gemeinschaft mit dem Herrn verbringst und Gott dir weder erscheint noch zu dir spricht, dann scheinst du mit Sicherheit nicht. Dann wirst du in der Finsternis wandeln.

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