Ein guter Name, aber tot

Nachdem der Fall der Gemeinde mit Thyatira seinen Tiefpunkt erreicht hatte, begann Gott durch Sardes mit ihrer Wiederherstellung. So wie der Name Sardes „abgesondert“ oder „erneuert“ bedeutet, rief Gott zur Zeit der Reformation einen Überrest der Gläubigen aus der Katholischen Kirche heraus, um mit ihnen seine Gemeinde zu erneuern.

Trotz dieses Neuanfangs muss Jesus der Gemeinde in Sardes sagen: „Du hast den Namen, dass du lebst, und bist tot […] denn ich habe deine Werke nicht vollendet gefunden vor meinem Gott“ (Offenbarung 3:1-2). Was war geschehen? Die Gemeinde in Sardes hatte einen guten Anfang, ist aber irgendwann stehen geblieben und dadurch geistlich gestorben. Auch heute haben viele Christen einen wunderbaren, lebendigen Anfang mit Jesus Christus. Doch mit der Zeit kommen Selbstzufriedenheit, Tradition und Altheit hinein. Dies führt dazu, dass sie ihrem Herrn nicht mehr so nachfolgen wie am Anfang und geistlich stehen bleiben, schwach werden und schließlich sterben.

Das Wort Gottes zeigt uns, dass die Wiedergeburt von uns Christen nur der Anfang ist. Nach dieser anfänglichen Errettung möchte Gott uns zur Reife bringen und vollenden. Wenn wir bereit sind und mitarbeiten, werden wir am Ende zu den Erstlingen gehören, die „dem Lamm nachfolgen, wohin es auch geht“ (Offenbarung 14:4) und von Gott zum himmlischen Berg Zion entrückt werden. Hierfür brauchen wir die Haltung, die uns der Apostel Paulus vorgelebt hat (lies Philipper 3:12-14), und Jesus Christus als den, „der die sieben Geister Gottes und die sieben Sterne hat“ (Offenbarung 3:1). Die sieben Geister Gottes zeigen die reiche Versorgung mit dem Geist Jesu Christi, um allen Tod zu überwinden und die Gemeinde zu vollenden. Die sieben Sterne zeigen, dass die Boten des Herrn allezeit in seiner Hand sein müssen, denn die Erfahrung zeigt: Wenn sie fallen, dann fällt die ganze Gemeinde.

Mögen wir alle aufwachen, aufstehen, Buße tun und wachen, um das baldige Kommen unseres Herrn nicht zu verpassen und die Belohnung zu erlangen: Als Priester und Könige für 1000 Jahre mit ihm zu regieren (vgl. Offenbarung 20:6)!

Aus Babylon herauskommen

Durch die Vermischung mit der Welt hat der Fall der Gemeinde von Pergamon bis zu Thyatira ihren Tiefpunkt erreicht. Sie ist zur Hure Babylon geworden (vgl. Offenbarung 17). In der Gemeinde in Thyatira hat nicht mehr Jesus als das Haupt das Sagen, sondern die Frau Isebel. Isebel war die Frau des Königs Ahab, die zur Zeit des Elia die Propheten Gottes verfolgte und tötete. Sie setzte Propheten für ihren Götzen Baal ein und verführte so das ganze Volk Israel (vgl. 1.Könige 18).

In der Kirchengeschichte lesen wir, dass ab etwa 600 n. Chr. die Römisch-Katholische Kirche herrschte. Wie Isebel verfolgte sie die wahren Gläubigen und verhinderte die Verbreitung der Bibel mit aller Macht. Was der Papst anordnete, das galt – und so ist es bis zum heutigen Tag. Doch wie ist es in den Gemeinden, in denen wir uns heute versammeln? Wer ist das Haupt? Der Pastor, die Ältesten oder der Sohn Gottes?

In der Gemeinde des Herrn, in Zion, ist nur Jesus Christus das Haupt. Der beste Schutz für alle Heiligen in Zion ist es, wenn sie geübt sind, täglich das direkte Sprechen des Herrn in seinem Wort zu empfangen. Wir müssen alle die Stimme des Herrn kennen und unterscheiden können, was von ihm kommt und was nicht.

Das Wort „Isebel“ heißt „Jungfrau“ oder „keusch“, aber Isebel ist alles andere als eine keusche Jungfrau. So täuscht sie das Volk Gottes. Genau dasselbe sehen wir heute in den religiösen Systemen des Christentums, in Babylon. Viele Kinder Gottes sind dort gefangen, weil sie nicht zwischen Babylon und Zion unterscheiden können. Daher hat der Herr Jesus Augen wie eine Feuerflamme. Vor ihm ist nichts verborgen.

Der Herr hat Isebel Zeit gegeben, Buße zu tun, aber sie will nicht. Daher wird Babylon am Ende schwer gerichtet. „Schenkt ihr doppelt ein!“ sagt Gott in Offenbarung 18:6.

Wenn der Herr uns zeigt, dass wir uns in Babylon befinden, dann gibt es für uns heute nur eine Lösung: „Kommt aus ihr heraus, mein Volk!“ (Offenbarung 18:4). Wir sollen nicht versuchen, Babylon zu heilen (vgl. Jeremia 51:9). Vielmehr müssen wir Babylon verlassen und nach Zion kommen mit Jauchzen.

Die Welt überwinden

Die zentrale Aussage des Herrn über die Gemeinde in Pergamon ist zutiefst erschreckend: Sie wohnt, wo Satans Thron ist (Offenbarung 2:13). Wo ist dieser Ort? Es ist die Welt, denn die ganze Welt liegt in dem Bösen und Jesus selbst bezeichnete Satan als den Fürsten dieser Welt. Die Gemeinde in Pergamon hatte sich also mit der Welt verbunden und lebte im Herrschaftsbereich Satans. Welch ein katastrophaler Zustand! Deshalb begegnet ihr Jesus Christus als der, der das scharfe zweischneidige Schwert hat. Dieses Schwert ist das Wort Gottes:

„Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch bis zur Scheidung von Seele und Geist […] und vermag die Gedanken und Absichten des Herzens zu beurteilen“ (Hebräer 4:12).

So zeigt uns das Wort Gottes, dass die Liebe zur Welt der Liebe des Vaters entgegensteht und dass die Freundschaft mit der Welt sogar Feindschaft gegen Gott ist. Wie gut ist es daher, dass es in der Gemeinde in Pergamon auch einen treuen Zeugen gibt – Antipas. Sein Name bedeutet „gegen alles“ und steht für Gläubige, die allem Weltlichen und der zunehmenden Gesetzlosigkeit widerstehen (vgl. 2.Thessalonicher 2:7).

Das Problem der Vermischung gab es schon beim Volk Israel: Dort hatte Bileam den Moabitern geraten, ihre Frauen mit Israeliten zu verheiraten, sodass sie gemeinsam Götzendienst trieben und Gott erzürnten (4.Mose 25). Diese moabitischen Frauen stehen für alle Bereiche unseres Lebens, in denen wir die erste Liebe zu Jesus verlassen und stattdessen die Welt lieben. Die Lehre der Nikolaiten zeigt das weltliche System von Herrschenden und Untergebenen (Mt. 20:25-28). Jesus hingegen sagte, dass wir Gläubige alle Brüder und Glieder am Leib Christi sind. Damit nicht wenige alles machen und über die anderen herrschen, muss jeder sein Maß der Gnade einbringen.

Mögen wir wie Antipas sein und aller Vermischung mit der Welt widerstehen! Lasst uns auch mutig die Wahrheit bezeugen, denn „der in euch ist, ist größer, als der in der Welt ist“ und „was von Gott geboren ist, überwindet die Welt“ (1.Johannes 4:4; 5:4).

Leiden um Christi willen

Das Sendschreiben an die Gemeinde in Smyrna ist sehr kurz: Es hat nur 4 Verse. Und alle 4 Verse haben nur ein einziges Thema: LEIDEN. Leiden sind ein wichtiger Bestandteil im Leben eines jeden Christen. Selbst unser Herr wurde als Mensch durch Leiden vollendet (vgl. Hebräer 5:8-9). Viele Psalmen beschreiben uns prophetisch die verschiedenen Leiden Christi. In Offenbarung 2:9 sagt Jesus zur Gemeinde: „Ich kenne deine Trübsal.“ Nachdem der Herr Jesus gelitten hat, sind jetzt wir als seine Nachfolger an der Reihe.

Keiner der Propheten im Alten Bund war beim Volk beliebt. Sie wurden alle verfolgt. Genauso die Jünger zur Zeit der Apostelgeschichte. Dort heißt es: „[Sie] befestigten die Seelen der Jünger, ermutigten sie, im Glauben zu bleiben, und sagten ihnen, dass wir durch viele Trübsale in das Reich Gottes eingehen müssen“ (Apg. 14:22).

Zur Zeit des Paulus gingen viele verschiedene Apostel umher und predigten. So musste er sich eines Tages gegenüber der Gemeinde in Korinth rechtfertigen, dass er wirklich ein Diener Christi war. Was war sein erster Punkt in dieser Rechtfertigung? Seine Redebegabung? Nein! Der erste Beweis waren seine Drangsale. In 2.Korinther 11:23ff machte Paulus eine lange Liste über alle seine Leiden.

Weiter heißt es: „… denn euch ist beides geschenkt – nicht nur, an Christus zu glauben, sondern auch, um seinetwillen zu leiden“ (Philipper 1:29). Geschenke nehmen wir alle gern an. Doch wie ist es mit dem Geschenk des Leidens? Nehmen wir Leiden ohne Murren an? Wir murren schnell und werden mürrisch. Gegen unser mürrisches Wesen hilft nur eine Medizin: Myrrhe. Der Name Smyrna bedeutet Myrrhe. Myrrhe schmeckt bitter und steht in der Bibel für Leiden und Tod. Daher sagt der Herr zu Smyrna: „Sei treu bis zum Tod, so werde ich dir die Krone des Lebens geben.“

Wenn wir um Christi willen leiden, so lasst uns zu Jesus aufsehen. Wir wollen nicht zähneknirschend hindurchgehen, sondern Christus vor Augen haben. Wenn wir darin Christus gewinnen, werden wir auch Anteil an der kommenden Herrlichkeit erhalten.

Zur ersten Liebe zurückkehren

Der Gemeinde in Ephesus fehlt es nicht an Werken. Sie konnte sogar unterscheiden, ob die damaligen Apostel die Wahrheit sagten oder nicht. Sie hatte Ausdauer und ertrug vieles um Jesu Namen willen. In all diesen Werken war die Gemeinde in Ephesus tadellos. Doch in einer einzigen Sache war der Herr Jesus gegen sie: Die Gemeinde hatte ihre erste Liebe verlassen. Diese eine Sache ist für Jesus so wichtig, dass alle Werke für ihn wie nichts gelten. Wenn die erste Liebe fehlt, ist alles andere umsonst. Dies entspricht dem, was auch Paulus sagt:

„Wenn ich in den Zungen der Menschen und Engel rede und keine Liebe habe, so bin ich ein tönendes Kupfer oder eine klingende Schelle geworden. Und wenn ich Weissagung habe und alle Geheimnisse und alle Erkenntnis weiß und wenn ich allen Glauben habe, so dass ich Berge versetze, aber keine Liebe habe, so bin ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen austeile, und wenn ich meinen Leib hingebe, um mich rühmen zu können, aber keine Liebe habe, so ist es mir nichts nütze“ (1.Korinther 13:1-3).

Die Liebe ist die höchste Entfaltung des Lebens. Dass diese Gemeinde die erste Liebe verlassen hat, zeigt, dass sie Mangel am Leben Gottes hatte. Wenn das Leben weniger wird, hört auch jegliches Empfinden auf. Deswegen hat die Gemeinde in Ephesus nicht einmal gemerkt, dass sie die erste Liebe verlassen hat. Sie ist empfindungslos geworden. Daher sagt der Herr Jesus: „Denke also daran, wovon du gefallen bist, und tue Buße“ (Offenbarung 2:5). Für diejenigen, die überwinden, verheißt der Herr den Baum des Lebens. Kehrt die Gemeinde aber nicht zur ersten Liebe zurück, so wird der Leuchter von seinem Ort weggestoßen. Die Versammlung der Christen mag bestehen bleiben, aber das Zeugnis der Gemeinde ist verschwunden.

Wenn die Gemeinde zur ersten Liebe zurückkehrt, entstehen auch die ersten, besten Werke. Mögen wir als Gemeinde Buße tun und die erste Liebe zum Herrn Jesus zurückgewinnen!

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