Nur ein Weg führt zum Ziel

Leben ohne Jesus Christus in Sünde

Die Bibel zeigt Gottes Sicht über die Menschen: Alle haben gegen Gott gesündigt und dienen der Sünde als Sklaven. Der Lohn der Sünde ist der Tod (Römer 6:23). Was ein Mensch auch tut, vor Gott ist niemand gerecht. „Da ist keiner der gerecht ist, auch nicht einer“ (Römer 3:10). Bleibt der Mensch in diesem Zustand hat er keinen Anteil an Gottes ewigem Leben. Das Resultat ist dann der ewige Tod und der Feuersee. (2.Thessalonicher 1:8-9)

Glaube und Taufe

Gott möchte, dass alle Menschen gerettet werden (1.Timotheus 2:4). Durch den Glauben an seinen Sohn Jesus Christus und die Taufe, erlangen wir Vergebung der Sünden und bekommen das ewige Leben. „Wer glaubt und getauft wird, wird gerettet werden. Wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden“ (Markus 16:16).

Weg der Heiligung

Um das Ziel zu erreichen, muss ein Christ den Weg der Heiligung gehen. Deshalb Gottes Befehl:
„So heiligt euch und seid heilig, denn ich bin heilig!“ (3.Mose 11:44, 1.Petrus 1:16) Dies bedeutet, dass wir uns für Gott absondern und ihm als Priester dienen indem wir ihn mit geistlichen Opfern anbeten (Offenbarung 1:6, 1.Petrus 2:5).

Ziel: Mit Christus über die Erde regieren

Gott hat dem Menschen erschaffen damit dieser über die Erde herrschen soll (vgl. 1.Mose 1:26). Durch die Sünde wurde der Mensch dafür untauglich. In Jesus kam ein Mensch, der ganz nach dem Willen Gottes gehandelt hat. Wenn ein Christ nun Jesus in seinem Leben regieren lässt und ihm gleichgestaltet wird, ist er dadurch qualifiziert, mit Christus die vorgesehene Herrschaft über die Erde auszuüben. Bei der Wiederkunft Jesu werden diese Christen für 1000 Jahre mit ihm über die Erde regieren. (Offenbarung 20:4) Ein Christ, der Christus nicht gleichgestaltet wird, hat keinen Anteil, sondern muss sich während den 1000 Jahren durch Züchtigung zurecht bringen lassen. (vgl. Lukas 12:47)

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Wirf die Magd und ihren Sohn hinaus

Der Prophet Jesaja sprach Gottes Gericht gegen Arabien aus (Jesaja 21:13-17). Arabien stammt von Ismael ab, dem ersten Sohn Abrahams. Abraham hatte Ismael mit Hagar, der ägyptischen Magd von Sara, gezeugt. Ismael ist also der Halbbruder von Isaak, dem zweiten Sohn Abrahams. Ismael und Isaak haben den gleichen Vater (Abraham), aber unterschiedliche Mütter (Hagar und Sara). Zwischen beiden Söhnen entstand Feindschaft. Bis heute ist Arabien ein Feind Israels. Wegen der Verwandtschaftsbeziehung über Abraham kann dieser Feind als ein Feind „von innen“ bezeichnet werden. Israel hat auch Feinde „von außen“, zum Beispiel Babylon, die nicht mit Israel verwandt sind. In diesem Sinn ist Arabien Israels Feind von innen. Dies hat für uns Christen heute eine wichtige, geistliche Bedeutung.

Gott hat Abraham versprochen, ihn zu einer großen Nation zu machen. Doch es gab ein Problem: Abraham hatte keine Kinder, denn seine Frau Sara war unfruchtbar. Als die Zeit verstrich und Abraham über 80 Jahre alt war, wurde er ungeduldig. Also hat er versucht, das Eintreffen der Verheißung Gottes zu beschleunigen. Er nahm Hagar, die Magd Saras, und zeugte mit ihr einen Sohn: Ismael. Das Resultat hat jedoch nur Probleme bereitet – bis heute! Dennoch hat Gott seine Verheißung viele Jahre später erfüllt und auch Sara bekam einen Sohn: Isaak. Nun hatte Abraham zwei Söhne. Doch welcher ist jetzt der Erbe?

Der Apostel Paulus greift diese Geschichte in Galater 4:21-31 auf und wendet sie auf uns Christen an, die wir zur Zeit des Neuen Bundes leben. Er zeigt, dass Ismael ein Bild auf unser Fleisch ist: „Aber der von der Magd ist nach dem Fleisch geboren.“ Wir alle sind ebenso von unseren Eltern nach dem Fleisch geboren worden. Irgendwann im Laufe unseres Lebens haben wir zu Jesus Christus gefunden, sind gläubig geworden und haben uns in Christus hinein taufen lassen. Wir sind wiedergeboren worden. Und genau das ist unsere zweite Geburt, nämlich die Geburt nach dem Geist. Das ist Isaak, der nach dem Geist geborene. Von nun an haben wir als Christen also zwei „Leben“ in uns: Zuerst Ismael, der ältere, nämlich unser Fleisch, und dann Isaak, der nach dem Geist geborene. Nun ist die große Frage: Welches dieser beiden Leben leben wir aus? Als Christen stehen wir jeden Tag vor der Wahl. Leben wir im Fleisch oder im Geist? Wir können sehr wohl unser ganzes Leben lang im Fleisch leben, obwohl wir echte, wiedergeborene Christen sind. Das ist schrecklich!

Es gibt einige Auflistungen in der Bibel, die das Fleisch beschreiben. Eine davon ist in Galater 5:19-21a: „Offenbar aber sind die Werke des Fleisches, welche sind: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung, Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Streit, Eifersucht, Zornausbrüche, Streitereien aus Selbstsucht, Spaltungen, Sektiererei, Neid…“. Andere Beschreibungen der Werke des Fleisches finden sich in Römer 1:29-31, Epheser 4:19, 31 und Kolosser 3:5, 8. Wenn wir Christen durch das Fleisch leben, werden wir Tod und Verderben ernten (vgl. Römer 8:6; Galater 6:8). Am Ende werden wir sogar unser Erbe verlieren. Paulus sagt sehr deutlich: „Das nun sage ich, Brüder, dass Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht erben können“ (1.Korinther 15:50). Er spricht hier zu Brüdern, zu Christen, die offenbar in der Gefahr standen, den Eingang in das Reich Gottes zu verlieren. Wir dürfen keinesfalls zulassen, dass unser Fleisch uns unseres Erbes beraubt.

Doch Gottes Wort zeigt uns, dass es zwischen dem Fleisch und dem Geist eines Christen allezeit zu Konflikten kommt: „Jedoch, genau wie damals der nach dem Fleisch Geborene den nach dem Geist Geborenen verfolgte, so ist es auch JETZT“. Kennen wir diese Erfahrung nicht auch von uns heute? Wie oft merken wir, wie in uns das Fleisch gegen den Geist streitet? Wir möchten gerne Gottes Willen tun, vermögen es aber nicht, weil das Fleisch dagegen kämpft (vgl. Galater 5:17; Römer 8:7). Genauso hat Ismael seinen Mutwillen mit Isaak getrieben (vgl. 1.Mose 21:9). Was sollen wir da tun? Das Wort sagt: „Die aber Christi Jesu sind, haben das Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Begierden“ (Galater 5:24). Wir haben das Fleisch gekreuzigt! Wir müssen also mitwirken und „durch den Geist die Handlungen des Leibes töten“ (Römer 8:13).

Genauso müssen wir unsere „Glieder töten, die auf der Erde sind, welche sind: Unzucht, Unreinheit…“ (Kolosser 3:5). Das ist die einzige Behandlung des Fleisches, die am Ende wirkt. Niemals dürfen wir auf die Idee kommen, mit dem Fleisch einen Kompromiss einzuhandeln. Diesen Kampf können wir nur durch den Geist gewinnen. Paulus sagt: „Wandelt durch den Geist, so werdet ihr die Begierde des Fleisches gewiss nicht vollbringen“. Daher müssen wir als Christen heute lernen, so absolut zu sein, wie Sara es damals war. Sie sagte zu Abraham: „Wirf die Magd und ihren Sohn hinaus, denn der Sohn der Magd soll keinesfalls erben mit dem Sohn der Freien“ (Galater 4:30). Wir müssen allezeit mitwirken und unser Fleisch hinauswerfen. Wenn wir nicht täglich mit der Gnade zusammenwirken und unser Fleisch auf diese Weise behandeln lassen, werden wir am Ende unser Erbe verlieren. Dann dürfen wir nicht in das kommende, 1000-jährige Reich eingehen. Das wäre eine Tragödie! Daher müssen wir heute üben, durch den Geist alle Handlungen des Leibes zu töten.

Die Vision von Zion im Neuen Bund

Zur Zeit des Alten Bundes führte Gott sein Volk heraus aus der Sklaverei in Ägypten, um sie ins Gute Land, nach Israel, zu bringen. Dort sollten sie die Stätte aufsuchen, die Gott erwählt hatte, um seinen Namen dort wohnen zu lassen (vgl. 5.Mose 12). Diese Stätte heißt Zion, die Stadt des großen Königs: „Schön ragt empor der Berg Zion, die Freude der ganzen Erde, der Gottesberg an der Nordseite, die Stadt des großen Königs“ (Psalm 48:3). In Zion wollte Gott seinen Thron auf der Erde aufrichten und von dort aus als König über alle umliegenden Nationen regieren, so wie es in Psalm 110:2 heißt: „Der HERR wird das Zepter deiner Macht ausstrecken aus Zion. Herrsche mitten unter deinen Feinden!“

Aus Hebräer 8:5 wissen wir, dass das Wort des Alten Bundes ein Bild und Schatten ist für die Zeit des Neuen Bundes. Ein Beispiel: Im Alten Bund mussten die Israeliten das Passahlamm schlachten und essen. Im Neuen Bund ist Christus das wahre Passahlamm (vgl. 1.Korinther 5:7). Er wurde für uns am Kreuz geschlachtet, damit wir heute durch den Glauben Anteil an ihm haben können, indem wir ihn essen (vgl. Johannes 6:51). Das damalige Passahlamm hat also eine klare Entsprechung heute: Christus ist die Wirklichkeit des Passahlamms.

Jetzt kommen wir zurück zu Zion. Was ist die Entsprechung von Zion im Neuen Bund? Hebräer 12:22-23 sagt uns: „Vielmehr seid ihr zu dem Berg Zion gekommen und zu der Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem … und zur Gemeinde der Erstgeborenen.“ Zur Zeit des Neues Bundes ist die Gemeinde der Berg Zion, die Stadt des großen Königs. Gott wohnt heute nicht mehr in Jerusalem auf dem irdischen Berg Zion, sondern er möchte in seiner Gemeinde wohnen (vgl. 1.Timotheus 3:15) und von dort aus über alle seine Feinde herrschen. Über welche Feinde möchte Gott herrschen? Epheser 6:11-12 zeigt uns, dass es viele Feinde Gottes gibt, allen voran den Teufel: „Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr den systematischen Angriffen des Teufels widerstehen könnt; denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit den Mächten, mit den Gewalten, mit den Weltbeherrschern dieser Finsternis, mit den bösen Geistern in den Himmeln.“ Diese Feinde möchte Gott heute durch die Gemeinde als sein wahres Zion unterwerfen.

Heute verstehen die meisten Menschen unter dem Wort Gemeinde einfach eine Versammlung von Christen, die regelmäßig zusammenkommen, Lieder zu singen und eine Predigt zu hören. Im Matthäusevangelium zeigt uns der Herr Jesus jedoch, was seine Gemeinde wirklich ist: „Auf diesem Felsen werde ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten des Hades werden sie nicht überwältigen“ (Matthäus 16:18). Der Herr möchte heute eine Gemeinde haben, die vom Feind Gottes und den Mächten und Gewalten nicht überwältigt werden kann, obwohl diese es versuchen. So ein Gemeindeleben ist das geistliche Zion heute, von dem aus Gott über alle diese Feinde regieren kann. Darum möchten wir heute nicht eine Gemeinde bauen, die nur für sich selbst und die Erbauung der Gläubigen ist. Vielmehr muss die Gemeinde das geistliche Zion Gottes sein. Und so eine Gemeinde möchten wir heute aufbauen. Komm und sieh!

Wehe der stolzen Krone Ephraims

In den Kapiteln 28 bis 35 von Jesaja spricht Gott fünf „Wehe“ aus gegen Israel und Juda. Ein weiteres „Wehe“, das sechste, richtet sich gegen den Verwüster, nämlich Assyrien. Das erste Wehe gilt Ephraim. Es richtet sich also an die zehn Stämme Israels im Norden. Gott sagt zu ihnen: „Wehe der stolzen Krone der Betrunkenen Ephraims, der welken Blume seines herrlichen Schmucks auf dem Gipfel über dem fetten Tal der vom Wein überwältigten! Siehe, der Herr hat einen Starken und Gewaltigen bereit; wie ein Hagelwetter, wie ein verderbenbringender Sturm, wie ein Wolkenbruch mit mächtiger Wasserflut; er wirft sie zu Boden mit Macht. Mit Füßen wird zertreten die stolze Krone der Betrunkenen Ephraims; und der welken Blume seines herrlichen Schmucks auf dem Gipfel über dem fetten Tal wird es ergehen wie einer Frühfeige vor der Obsternte: Wer sie erblickt, verschlingt sie, sobald er sie in der Hand hält“ (Jesaja 28:1-4).

Gott weist sein Volk zuerst darauf hin, dass es betrunken ist. Wovon? Es ist betrunken von Stolz. Der zweite Teil von Vers vier zeigt uns, dass es eine Zeit gab, in der das Volk Gottes herrlich war. Aber wie schnell ist es passiert, dass es stolz geworden ist! Seid vorsichtig, denn auch wir Christen können schnell stolz und berauscht werden. Wir meinen, wir seien „DIE“ Gemeinde, wir seien so herrlich. Am Ende denken wir, niemand auf der Erde kann so eine herrliche Gemeinde bauen wie wir, selbst in 100 Jahren nicht. So ein Gerede zeigt, wir sind betrunken und nicht mehr nüchtern. Ebenso wird der schöne Schmuck, die herrliche Blume, verwelken. Vielleicht war die Gemeinde einmal ein herrlicher Ausdruck. Doch mit der Zeit steigen langsam Stolz und Hochmut in uns auf. Der Feind Gottes wirkt schleichend, denn sonst würden wir es sofort erkennen. Die listige Schlange wirkt Stück für Stück. Schließlich bewundern die Christen in der Gemeinde nicht mehr den Herrn und geben ihm alle Ehre, sondern sie bewundern sich selbst und die vermeintlich herrliche Gemeinde. Wir denken, dass wir schon so viel in der Bibel gesehen hätten und stellen uns in den Mittelpunkt. Wir erheben uns selbst, und so beginnt das Gift Luzifers in uns zu wirken. Dieses Gift macht uns geistlich krank.

So ist es damals wirklich mit Ephraim und Juda geschehen. Nicht nur die irdischen Weine können uns leicht berauschen, sondern auch Hochmut, Selbstverherrlichung und Positionsdenken. Auch die Pharisäer, Schriftgelehrten und Hohepriester zur Zeit Jesu waren am Anfang ihres Dienstes wahrscheinlich noch nicht in solch einem gefallenen Zustand. Doch mit der Zeit wurden sie betrunken und stolz. Genauso kann es uns heute auch ergehen. Wenn wir beginnen, täglich ein wenig von diesem Wein des Hochmuts zu trinken, werden wir süchtig und kommen nicht mehr davon los. Das Problem bei einem Betrunkenen ist, dass er seinen Zustand nicht mehr wahrnimmt. Gerade über die Leitenden von Gottes Volk sagt Gott: „Aber auch diese taumeln vom Wein und schwanken vom Rauschtrank: Priester und Prophet sind vom Rauschtrank berauscht, vom Wein benebelt, sie taumeln vom Rauschtrank; sie sehen nicht mehr klar, urteilen unsicher“ (Jesaja 28:7). Wie erschreckend ist es, wenn gerade diejenigen, die Gottes Volk anleiten sollen, vom Wein benebelt sind! Sie sehen nicht mehr klar und ihr Urteil ist unsicher. Genau solch eine Situation erkennen wir unter uns Christen in vielen Gemeinden wieder. Der Wein des Stolzes und der Selbstgefälligkeit hat sie berauscht. Das schlimmste ist, dass man es selbst nicht einmal merkt. Es gibt viele Dinge, die uns Christen vergiften und zur Sucht werden können.

Gerade jetzt, kurz vor der Wiederkunft des Herrn, müssen wir wachen und nüchtern werden. Paulus sagt: „Ihr aber, Brüder, seid nicht in der Finsternis, dass euch der Tag wie ein Dieb überfallen könnte; ihr alle seid Söhne des Lichts und Söhne des Tages. Wir gehören nicht der Nacht an noch der Finsternis. So lasst uns auch nicht schlafen wie die anderen, sondern lasst uns wachen und nüchtern sein! Denn die Schlafenden schlafen bei Nacht, und die Betrunkenen sind bei Nacht betrunken; wir aber, die wir dem Tag angehören, wollen nüchtern sein, angetan mit dem Brustpanzer des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung der Errettung. Denn Gott hat uns nicht zum Zorn bestimmt, sondern zum Erlangen der Errettung durch unseren Herrn Jesus Christus, der für uns gestorben ist, damit wir, ob wir wachen oder schlafen, zusammen mit ihm leben sollen“ (1.Thessalonicher 5:4-10).

Mögen wir wachen und nüchtern sein, damit die Wiederkunft des Herrn nicht wie ein Dieb in der Nacht über uns kommt!

Christus, der Pflock an einem festen Ort

In Jesaja 22 spricht Gott zu seinem Verwalter über sein Haus: „So hat der Herrscher, der Herr der Heerscharen, gesprochen: Geh hinein zu diesem Verwalter“ (V. 15a). Der Verwalter über Gottes Haus hatte offensichtlich ein Problem. Wie Jesaja schon in den Kapiteln 1 bis 12 gesagt hat, fangen viele Probleme im Haus Gottes beim Haupt, bei den Verwaltern, an. Er sagt: „Das ganze Haupt ist krank, … Von der Fußsohle bis zum Scheitel ist nichts Unversehrtes an ihm …“ (1:5b-6). Wer ist dieses Haupt? Wer sind diese Verwalter? Gott sagt: „Der Älteste und Angesehene ist der Kopf, und der Prophet, der Lügen lehrt, ist der Schwanz“ (9:14). „Mein Volk, deine Leiter verführen dich“ (3:12b). Diese Stelle zeigt uns, dass alle schwerwiegenden Probleme unter Gottes Volk bei den Ältesten, Lehrern und Pastoren beginnen. So war es auch bei dem Verwalter Schebna. Gott sagt: „Geh hinein zu diesem Verwalter, zu Schebna, der über den Palast gesetzt ist und sprich: Was hast du hier, und wen hast du hier, dass du dir hier ein Grab aushaust?“ (22:15b-16a).

Es ist wirklich erschreckend: Der Verwalter Schebna haut sich ein Grab aus im Haus Gottes. Wer in der Gemeinde irgendeine Position oder irgendeinen Gewinn haben möchte, wer geachtet werden möchtest und denkt, er sei etwas, haut sich selbst sein eigenes Grab aus und erkennt es selbst nicht. Schebna dachte nur an sich selbst und baute sich ein Grab. Geistlich gesprochen heißt das: Er bereitet sich schon auf seinen Tod vor. Doch Gott wird Schebna richten: „Siehe, der Herr wird dich weit wegschleudern, Mann!“ (22:17a). Der Verwalter denkt, er werde nicht abgesetzt. Doch er irrt sich, Schebna wird abgesetzt. Wer untreu ist, wird vom Herrn abgesetzt.

Gott zeigt uns durch den Einschub in Kapitel 22 nochmals den Grund für sein Handeln: Die Leiter des Volkes waren untreu. Schebna war untreu. Was wird von einem Verwalter erwartet? Soll er begabt sein? Was erwartet Gott von einem Haushalter? Er soll treu sein (vgl. 1.Korinther 4:2). Leider findet er nur wenige, die treu sind. Auch Paulus sagte, dass er keinen fand, der ihm so gleichgesinnt war wie Timotheus. Alle, die Gottes Haus untreu verwalten, werden von Gott gerichtet wie Schebna. Gott wird solche Verwalter aus dem Amt stoßen: „Ich will dich aus deinem Amt stoßen, und man wird dich von deiner Stellung herabstürzen“ (V. 19). Dieses Sprechen des Herrn steht im Gegensatz zu dem, was viele leitende Personen in den Gemeinden sagen, indem sie darauf bestehen, von Gott eingesetzt zu sein und daran festhalten. Aber wenn du nicht treu bist, wird der Herr sein Wort an dir erfüllen. Es ist Gottes Wort und das soll uns warnen, treu zu bleiben. Diese Treue ist nicht eine Treue gegenüber Menschen, sondern gegenüber Gott. Wir haben oft vergessen, dass wir es in der Gemeinde mit Gottes Haus zu tun haben. Die Gemeinde ist nicht unser Eigentum.

Wenn Schebna abgesetzt wird, wer wird dann eingesetzt? Jesaja sagt weiter: „Und es wird geschehen an jenem Tag, da werde ich meinen Knecht Eljakim, den Sohn Hilkijas berufen, und ich werde ihn mit deinem Gewand bekleiden und mit deinem Gürtel fest umgürten und deine Vollmacht in seine Hand legen. Er wird den Bürgern von Jerusalem und dem Haus Juda ein Vater sein. Ich will ihm auch den Schlüssel des Hauses Davids auf seine Schulter legen, so dass, wenn er öffnet, niemand zuschließen kann, und wenn er zuschließt, niemand öffnen kann. Und ich will ihn als Pflock einschlagen an einem festen Ort, und er soll ein Ehrenthron für das Haus seines Vaters werden, so dass die ganze Herrlichkeit seines Vaterhauses sich an ihn hängen wird, die Sprösslinge und die Abkömmlinge, alle kleinen Gefäße, von den Tonschalen bis zu allen Krügen“ (V. 20-24).

Wer ist dieser Eljakim? Es ist Jesus Christus. Gott setzt die untreuen Verwalter ab und setzt seinen Sohn Jesus Christus ein. Das müssen wir verstehen. Wehe, wenn wir einen Menschen absetzen und einen anderen Menschen einsetzten, der genauso verdorben und fleischlich ist. Wer ist denn heute qualifiziert, in der Gemeinde der Eljakim zu sein? Wenn Gott Menschen wie Schebna absetzt, dann möchte er sie durch Christus selbst ersetzen! Heute gibt es in den Gemeinden immer Menschen, die leiten wollen, an denen alles hängt. Dies ist das Kernproblem von so vielen Gemeinden heute. Anstatt dass Christus das Haupt der Gemeinde ist, sind Älteste, Pastoren und Pfarrer das Haupt! An diesen Menschen hängt alles in der Gemeinde und ohne sie passiert nichts. Doch was sagt uns Jesaja? Nur Christus, der wahre Eljakim, ist der Pflock, der an einem festen Ort eingeschlagen ist und alles trägt.

Wenn aber dieser Pflock durch Menschen ersetzt wird, bricht er zusammen und wird von Gott gerichtet. Niemand kann den Herrn ersetzen und niemand ist sein Stellvertreter. Niemand vertritt die Autorität Christi. Am Ende ist die Ältestenschaft der Gemeinde wichtiger als Christus und alle müssen auf sie hören, selbst dann noch, wenn sie schon gegen den Herrn reden und dabei sind, das ganze Haus zum Einsturz zu bringen. Der Herr muss uns das zeigen und wir müssen Buße tun. Vielleicht können wir ein wenig tragen, doch wie schnell meinen wir dann, wir seien so wunderbar! Am Ende müssen wir uns selbst einreden, unsere Gemeinde sei die herrlichste und wunderbarste Gemeinde, während sie doch von einem „Schebna“ verwaltet wird. Nein, wir müssen Christus als den wahren Eljakim kennen und ihn das alleinige Haupt der Gemeinde sein lassen.

In Vers 25 spricht der Herr wieder zu Schebna: „An jenem Tag, spricht der Herr der Heerscharen, wird der Pflock, der an einem festen Ort eingeschlagen war, weichen; ja, er wird abgehauen werden und fallen, und die Last, die daran hängt, wird zugrunde gehen; denn der Herr hat es geredet.“ Da dieser Pflock Schebna und nicht der Herr ist, wird die Last, die daran hängt, zugrunde gehen. Dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis dies geschieht. Wollen wir so weitermachen oder wollen wir es den Herrn tun lassen? Lasst uns zum Herrn sagen: „Herr, ich kann die Last nicht tragen, ich bin unfähig, du musst es tun. Ich bin ein unnützer Knecht, genauso wie du es gesagt hast: „… getrennt von mir könnt ihr nichts tun“ (Johannes 15:5b). Wir müssen lernen, nicht auf uns selbst oder auf andere Menschen zu vertrauen. Möge der Herr uns durch dieses Wort helfen.

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