Das Salböl und die Kleidung der Priester

Um heilig zu sein, müssen wir nicht nur gereinigt, sondern auch gesalbt werden. Mit der Salbung fügt Gott sich uns selbst hinzu. Deshalb ist das heilige Salböl mehr als nur reines Olivenöl. Es wurden ihm Myrrhe, Zimt, Kalmus und Kassia hinzugefügt. Das bedeutet, dass alles, was Christus in Seiner Fleischwerdung durchlebt hat, Seine Leiden, die feine Menschlichkeit, die Kreuzigung, die Kraft seiner Auferstehung, die den Tod verschlingt, einschließlich seiner Auffahrt, diesem einen Hin reinen Öls hinzugefügt wurden. Wir wollen erkennen, dass es nicht „nur“ der Geist Gottes ist, sondern der Geist Jesu Christi, ja Christus selbst, der in uns wohnt (vgl. Röm. 8:9-10). Das ist wirklich wunderbar. Die Juden kannten Gott, konnten aber ohne Christus und Sein vollbrachtes Werk nicht zu Ihm kommen. Gott kann uns nicht annehmen ohne das Blut, welches das Lamm Gottes für uns vergossen hat.

Der Heilige Geist umfasst das ganze Werk Christi

Johannes 7:37-39: „Aber am letzten Tag, dem großen Tag des Festes, stand Jesus da, rief und sprach: Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, aus dessen Innerem werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Dies sagte er aber von dem Geist, welchen die empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn der Geist war noch nicht, denn Jesus war noch nicht verherrlicht.“ Als der Herr dieses Wort sprach, war der Geist noch nicht „bereit“. Der Herr musste noch durch den Tod gehen und durch Seine Auferstehungskraft die Sünde und den Tod verschlingen. Durch Seine Auffahrt zum Thron beendete der Herr Sein irdisches Werk, das zum Ziel hat, auch uns auf den Thron zu bringen. Durch die Errettung ist für uns ein Platz auf dem Thron vorgesehen. Deshalb musste der Herr alle notwendigen Schritte erfüllen, damit das Salböl vervollständigt werden konnte. Erst dann war der Geist Gottes bereit, ausgegossen zu werden. Das Salböl musste zuvor noch mit der genauen Zusammensetzung an Gewürzen bereitet werden, damit es göttlich wirksam würde, uns zum Ziel zu bringen. Alles, was Christus in seinem Menschsein vollbracht hat, Sein Leiden, Sein Tod am Kreuz, die Kraft seiner Auferstehung und Seine Auffahrt ist vollständig, und es fehlt nichts. Deshalb liegt es an uns, wenn wir es nicht zum Thron schaffen. Es ist alles bereit. Lasst uns es ganz ergreifen. Lobt den Herrn!

Was Christus ist und was Er durch den Heiligen Geist vollbracht hat, kommt durch die Salbung in uns hinein. An Pfingsten wurde dieser kostbare Geist auf die Gläubigen ausgegossen. In der Pfingstbewegung schaut man vielfach nur, dass in Zungen geredet wird und dass viele äußere Heilungen und Wunder geschehen. Aus der Kirchengeschichte erkennen wir, dass diese Dinge uns nicht helfen können, Gottes heilige Natur in uns hinein zu salben. Die Salbung fließt vom Haupt Aarons in seinen Bart und bis zum Saum seines Kleides (vgl. Ps. 133). Sie fließt langsam, denn man kann sie nicht so schnell aufnehmen. Der Herr kann uns nicht über Nacht heiligen. Nachdem die Jünger am Pfingsttag mit dem Heiligen Geist erfüllt wurden (vgl. Apg. 2:4), mussten sie danach immer wieder neu erfüllt werden. Es ist so wie beim Trinken von Wasser. Wir trinken nicht auf einmal drei Liter, sondern wir trinken Glas um Glas, Schluck um Schluck. Der Herr muss an uns arbeiten, damit wir Tag für Tag und fortwährend gesalbt werden. In unserem Alltag sind viele Gelegenheiten, uns an Ihn zu wenden und Ihn zu fragen: Herr, was ist mit dieser Sache? Die Salbung wird uns immer wieder und jeden Tag vieles lehren. Die Salbung ist eine Sache des Lebens, und dieses Leben ist ein heiliges Leben. Der Beweis für das Wachstum des Lebens in uns ist nicht äußerlich: die wirkliche Zunahme an Leben wird an der Heiligkeit gemessen. Einige Evangelisten waren großartige Redner und Lehrer, aber sie haben viele Christen betrogen und landeten schließlich im Gefängnis. Begabte Prediger können auch gleichzeitig sehr unheilig sein. Das ist eine Schande für den Namen des Herrn. Im Gegensatz dazu kam Paulus nicht ins Gefängnis, weil er den Heiligen Geld gestohlen hatte, sondern weil er das Evangelium gepredigt hatte. Das ist Herrlichkeit.

Christus – das heilige Priestergewand

Wir sollen lernen, Christus anzuziehen. (vgl. 2.Mo. Kap. 28). Als Sünder kann man zu Gott kommen, wie man ist, nicht aber als Priester, der Ihm dient. Wir können Ihm nicht auf unheilige Weise dienen. Die Heilige Schrift lehrt uns, heilige Priesterkleider anzuziehen, wenn wir Ihm dienen.

Es gibt zum Beispiel das Brustschild, das Ephod, einen Leibrock aus feinem Leinen, rein, heilig und weiß. In das äußere Gewand sind goldene, blaue, purpurne und scharlachfarbene Fäden eingewebt. Das alles sind die unterschiedlichen Aspekte unseres Herrn Jesus Christus. So wie es auch im Kolosserbrief 2: 9 heißt: „… denn in Ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig.“ Die Herrlichkeit Gottes wurde sichtbar durch Seinen Leib, nämlich durch Sein Verhalten und Seine Handlungen. Paulus hat das erkannt und wollte auch Christus leben. Man kann mit dem Leib nicht allerlei unheilige Dinge tun und gleichzeitig geistlich sein. Das ist unglaubwürdig. Wenn wir Christus im Neuen Bund anziehen, legen wir kein kunstvoll gewobenes Priestergewand an wie im Alten Bund. Vielmehr ist Christus die Wirklichkeit und die Bedeutung der wunderschönen Farben: Seine göttliche und himmlische Natur. Er ist der einzige Mensch, der sagen konnte, dass Er vom Himmel, aus dem Schoß des Vaters, gekommen ist. „Der zweite Mensch ist aus dem Himmel“ (1.Kor. 15:47). Wenn ihr himmlisch sein wollt, dann müsst ihr Christus als den Himmlischen gewinnen.

Wir sind aus Staub gemacht, welches die Lieblingsspeise Satans ist. Staub schmeckt der Schlange besonders gut. Seid deshalb nicht irdisch gesinnt. Um himmlisch zu sein brauchen wir die blaue Farbe, die himmlische Natur Christi und auch die Farbe Purpur, die königliche Farbe, denn Christus ist der König. Das leuchtende Scharlachrot stellt die Errettung dar. Die weiße Leinwand bringt seine feine Menschlichkeit und seine Gerechtigkeit zum Ausdruck.

Wenn uns solch ein wunderbarer Christus vorgestellt wird, erweckt das in uns nicht ein Verlangen, auch so zu sein wie Er? Dann wird uns von Tag zu Tag ein kleines Stück Herrlichkeit hinzugefügt werden. Die Umwandlung mag langsam vorangehen, aber doch fortschreitend. Wir können stetig aufwärtsgehen – es ist die nach oben gerichtete Berufung unseres Herrn (vgl. Phil 3:14). Seid heilig! Wenn wir in 2.Mose 28 von dem wunderbaren Priestergewand des Hohepriesters lesen, können wir erkennen, welch einen herrlichen Christus wir haben. Je mehr wir Ihn sehen und genießen, desto mehr lieben wir auch die Heiligen und können sie auf unseren Schultern tragen. Dann lieben wir auch das heilige, himmlische Jerusalem mit seinen umgewandelten, kostbaren Steinen. Betet für die Umwandlung der Heiligen. Durch den Heiligen Geist führt der Herr Sein Umwandlungswerk an uns aus. Aber es bedarf unserer aktiven Zusammenarbeit mit Ihm, um Seine Priesterschaft zu gewinnen.

Wir sind ermutigt, weil wir erkennen, wie wichtig es ist, als Seine Priester heilig zu sein. Lasst uns auch Tag für Tag der Heiligung nachjagen und sie vollenden in der Furcht Gottes (vgl. 2.Kor. 7:1b). Lasst uns diesen wunderbaren Christus mit all Seinen Tugenden und Eigenschaften, die Er durch Sein menschliches Leben gewonnen hat, anziehen. Dies beinhaltet auch Seine Leidensbereitschaft. Jetzt sind wir an der Reihe. Es geht bei diesen Leiden aber nicht um die Erlösung, sondern um die Leiden für den Aufbau einer heiligen und herrlichen Gemeinde: „Jetzt freue ich mich in den Leiden für euch und ergänze in meinem Fleisch, was noch fehlt an den Drangsalen Christi für seinen Leib, welcher die Gemeinde ist“ (Kol. 1:24). Lasst uns der Heiligkeit nachjagen, wie wir Christus und seinen unausforschlichen Reichtümern und Dimensionen nachjagen.

Die Heiligkeit des Priesterdienstes

Insbesondere im 3. Buch Mose wird die Heiligkeit der Priesterschaft hervorgehoben. Alles im Tempel ist gesalbt, geheiligt und heilig: sämtliche Gegenstände und Geräte, wie der Brandopferaltar, das Waschbecken, der Leuchter, der Schaubrottisch und der Räucheraltar, sind heilig und müssen gesalbt werden. Die Stiftshütte ist die heilige Wohnung Gottes. Wenn nun schon die Stiftshütte mit allem, was dazugehört, heilig sein muss, wie viel mehr müssen diejenigen, die an diesem einem Ort dienen, heilig und gesalbt sein.

Wenn wir nicht nach den Anweisungen des Herrn dienen, hat das Konsequenzen. Das sehen wir bei den zwei Söhnen Aarons, Nadab und Abihu. Es war Gottes Gebot, dass das Feuer für den Räucheraltar vom Brandopferalter genommen werden muss. Doch kurz nach dieser Anweisung nahmen Nadab und Abihu ihre Räucherpfannen und brachten dem Herrn fremdes Feuer – ihr eigenes Feuer – dar (vgl. 3.Mo. 10:1). Sie waren ungehorsam. „Da ging Feuer aus von dem HERRN und verzehrte sie, sodass sie starben vor dem HERRN“ (V. 2). Das muss uns allen eine Warnung sein. Natürlich wird heute kein Feuer vom Himmel fallen und uns verzehren, aber ein Gericht wird es sicherlich geben. Gott ist heilig, und wenn wir als Priester im Tempel, im Haus des lebendigen Gottes, dienen, dann müssen auch wir heilig sein. Deshalb sagt er: „darum sollt ihr euch heiligen und sollt heilig sein, denn ich bin heilig“ (3.Mo. 11:44; vgl. 1.Petr. 1:16b).

Heute leben wir im Zeitalter der Gnade. Der Herr wird uns immer wieder eine Gelegenheit zur Buße geben, und doch dürfen wir nicht ungehorsam und leichtfertig sein und so dem Herrn widerstehen. Das sehen wir auch bei Ussa in 2.Samuel 6. Als David die Bundeslade in die Stadt Davids bringen wollte, tat er es nicht auf die vorgeschriebene Weise (V. 3-7): nur die Leviten dürfen die Bundeslade auf ihren Schultern tragen. Jeder andere, der sie berührte, musste sterben. Doch David benutzte leider einen neuen Wagen mit einem Ochsengespann. Als die Ochsen dann ausglitten und Ussa reflexartig seine Hand ausstreckte, um die Lade zu stützen, starb er auf der Stelle. Nach unseren eigenen, natürlichen Wegen sind wir sofort dabei, zu helfen und die Lade vor dem Herunterfallen zu bewahren. Wenn wir mit heiligen Dingen umgehen, müssen wir heilig sein. Es überrascht deshalb nicht, dass bei vielen Dienern des Herrn nach deren Tod alles zusammenbrach. Zu Beginn schien alles so lebendig, aber am Ende war es tot. Wenn wir die Dinge nicht nach Gottes Vorschrift tun, wird das Ergebnis der geistliche Tod sein.

Heiligt Christus als den Herrn in euren Herzen

„… sondern heiligt Christus als den Herrn in euren Herzen“ (1.Petr. 3:15a). Lasst uns Christus in unseren Herzen heiligen! Wir wollen nicht nur irgendwie dienen, sondern auch lernen, gemäß Gottes Anweisungen die heilige Priesterschaft ausführen. Viele Christen lieben Gott und dienen ihm, fragen aber nicht, ob Er Wohlgefallen daran hat. Es ist vermessen, nach unserem eigenen Maßstab und unserer Vorstellung zu dienen. Wir sind der Meinung, dass alles in Ordnung ist, solange wir nichts Böses tun. Es ist möglich, dass wir den Herrn lieben, aber nichts für Ihn tun; oder Ihm in brennender Liebe nach unserer Vorstellung dienen, ohne Ihn vorher zu fragen. Am Ende bereitet unser Dienst sogar Probleme. In der Heiligen Schrift sehen wir, dass keiner der Propheten sehr beliebt war. Sie wurden eingesperrt, abgelehnt, verachtet und getötet – nicht, weil sie etwas falsch getan hätten, sondern weil sie das sagten, was Gott sagen wollte. Leider ist uns nicht bewusst, dass Gott ein heiliger Gott ist. Wenn wir Ihm nach unseren Vorlieben dienen, werden wir sehen, wie das Leben in unserem Dienst abnimmt und der geistliche Tod eintritt.

Heilig zu sein bedeutet, alles nach Gottes Willen zu tun. Wenn du kein Priester bist, lässt Gott dich tun, was du willst. Aber wenn du ein Priester sein willst, dann musst du tun, was Er will. Darum bereiten wir Ihm geistliche Opfer vor und versuchen, in unserem Priesterdienst heilig zu sein. Es gibt nichts Besseres, als gleich nach dem Aufwachen mit einem verlangenden Herzen zu beten: Vater, heilige mich heute, ich möchte heilig sein, weil du heilig bist und Gott beantwortet diesen Herzenswunsch. In unseren Herzen wird eine Bitte erweckt: Vater, reinige und heilige uns, denn wir wollen über Dein Haus, Deinen Tempel sprechen.

Im Buch Hesekiel hat die Herrlichkeit des Herrn den Tempel verlassen (siehe Hes. 8:6 und Kap. 10). Zur Zeit des Priester Eli dienten seine beiden Söhne als Priester. Die Priesterschaft war so verdorben und tief gefallen, dass die Herrlichkeit des Herrn den Tempel verlassen musste. Als die Israeliten gegen die Philister kämpften und die Bundeslade mit in die Schlacht nahmen, hat der Herr ihnen den Sieg nicht gegeben. Sie erlitten eine große Niederlage und die Bundeslade fiel in die Hände der Philister (vgl. 1.Sam. 4). Sie fiel einfach in ihre Hände, denn sie kann nicht erobert werden. Als sie die Bundeslade als Trophäe nach Hause brachten, verursachte ihnen diese viele Schwierigkeiten. Deshalb brachten sie sie schnell den Israeliten zurück. Es waren nicht die Philister, die die Bundeslade erobert hatten, sondern der Herr hatte Israel wegen ihres gefallenen Zustandes verlassen. Als die Nachricht vom Tod der beiden Söhne Elis kam, starb auch er. Danach gebar eine seiner Schwiegertöchter einen Sohn und nannte ihn Ikabod, was bedeutet: „Die Herrlichkeit ist von Israel gewichen“ (1.Sam. 4:16-22). Sobald die Priesterschaft nicht mehr heilig ist, wird Gott sie verlassen. Aus den Beispielen im Wort Gottes lernen wir, dass wir nur eine Gemeinde sein können, wenn wir alle heilig sind.

Heiligkeit – sich von allem Schmutz reinigen

Wir befinden uns jetzt in der Zeit der Vollendung: die Vollendung des Glaubens. Wie wir in 2.Korinther 7:1 lesen: „… die Heiligung vollenden in der Furcht Gottes“. Der Herr hilft uns, uns von aller Befleckung zu reinigen. Das Fest der ungesäuerten Brote ist eine große Hilfe, um allen Sauerteig auszufegen. So können wir Christus als unser Speisopfer gewinnen und ihn dem Vater in der Festversammlung zu seiner Anbetung darbringen. Die Anbetung, die Gott der Vater sucht, ist die Wirklichkeit Christi in der Erfahrung all der wunderbaren Opfer, die der Vater uns gegeben hat, und die uns zur Vollendung und zur geistlichen Reife bringen. Doch wenn unsere Opfer nicht heilig sind, wird der Vater sie nicht annehmen. Die ganze Gemeinde wird krank, wenn die geistliche Speise mit unheiligen, schmutzigen und natürlichen Händen zubereitet wird. Wir dienen im Haus des heiligen Gottes, dem Heiligen Israels, und müssen Ihm heilige Opfer darbringen. Wenn wir Ihm mit unheiligen Händen, die so viele schmutzige, unheilige Dinge berührt haben, Speise darreichen wollen, wird Er sie gewiss nicht annehmen. Daher müssen wir uns vom Herrn gründlich reinigen lassen.

In Römer 12:1 heißt es: „Ich ermahne euch nun, Brüder, durch das Erbarmen Gottes, dass ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges und heiliges Opfer, Gott wohlgefällig; das sei euer vernünftiger Dienst (für Gott)“. Dient dem Herrn nicht auf natürliche, fleischliche Weise, sondern eure Leiber sollen lebendig sein, denn alles Tote ist unheilig. Für den Vater ist der Tod schlimmer als die Sünde. Wenn man kein Empfinden für Heiligkeit hat, dann mag man zwar gute Absichten haben, aber diese werden sich wie Sauerteig verbreiten, und alle werden davon krank werden. Und das nicht, weil die Speise selbst verdorben ist, sondern weil derjenige, der sie zubereitet hat, unrein war.

Viele geistliche Gesetze und Regeln sind für uns Menschen ganz selbstverständlich, denn Gott hat uns in seinem Bild geschaffen. So achten wir beim Essen auf Hygiene, um gesund zu bleiben. Dass man sich die Hände wäscht, ist auch normal. So sehr uns Gott auch liebt und möchte, dass wir uns Ihm nahen, besteht trotzdem die Notwendigkeit, geheiligt zu sein. Wenn wir die Gegenwart des Herrn und Sein Leben in uns nicht erfahren, liegt es daran, dass unser Sein nicht heilig ist. Der Herr schützt seine Heiligkeit. Deshalb rufen die vier lebendigen Wesen Tag und Nacht: Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr, der Allmächtige, der war und der ist und der kommt“ (Offb. 4:8b). Und Jesaja sah den Herrn auf einem hohen und erhabenen Thron sitzen und die Seraphim einander zurufen: „Heilig, heilig, heilig ist der HERR der Heerscharen; die ganze Erde ist erfüllt von seiner Herrlichkeit“! (Jes. 6:1-3). Nach dieser Vision sagte Jesaja nicht: Lobe den Herrn, ich habe den Thron Gottes gesehen. Nein, er sprach: „Wehe mir, ich vergehe! Denn ich bin ein Mann mit unreinen Lippen und wohne unter einem Volk, das unreine Lippen hat“ (V. 5a). Erst nachdem er diese Vision gesehen hatte, war er sich seines und des Volkes unheiligen Zustands bewusst. Das bedeutet, dass jeder von uns unheilig ist. Aber, lobt den Herrn, wir können durch die glühende Kohle vom Altar geheiligt werden, d. h. durch den wunderbaren Tod unseres Herrn Jesus Christus, der Sein kostbares Blut am Kreuz für uns vergossen hat. Er trug unser Gericht – das ist das Feuer, die glühende Kohle. Das Kreuz des Herrn ist auch heute noch wirksam. Das Feuer Seines Altars erlischt niemals (vgl. 3.Mo. 6:2). Jedes Mal, wenn wir zum Kreuz kommen, ist es sehr wirksam, nicht nur um uns zu vergeben, sondern auch um uns zu reinigen, zu heiligen und unsere Lippen zu berühren. Wir müssen erkennen, dass wir einem Gott dienen, der nicht nur heilig ist; er ist der Allerheiligste. Er ist der Einzige in diesem ganzen Universum, der heilig ist. Niemand ist Ihm gleich!

Die Heiligung vollenden in der Furcht Gottes

„Kommt nicht unter ein ungleiches Joch mit den Ungläubigen. Denn welche Partnerschaft hat die Gerechtigkeit mit der Gesetzlosigkeit, oder welche Gemeinschaft hat das Licht mit der Finsternis?“ (2.Kor. 6:14). Dieses Wort muss in unser Herz geschrieben werden. Es ist nicht in Ordnung, unter einem ungleichen Joch zu sein. Als Menschen sind wir sehr leicht beeinflussbar, und unser Umfeld färbt ab, aber wir können uns schützen, indem wir Christus anziehen. Vers 15: „Welche Harmonie hat Christus mit Belial, oder was für ein Teil hat der Gläubige mit dem Ungläubigen?“ Wir sollten schon mit unseren Freunden und Kollegen freundlich und herzlich sein, aber wir müssen vorsichtig sein und ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass wir Heilige sind und dem Herrn gehören. Ungläubige sollten das durch unser Reden erkennen können.

Vers 16-17: „Und was hat der Tempel Gottes mit den Götzen gemein? Denn wir sind der Tempel des lebendigen Gottes: wie Gott gesagt hat: Ich will unter ihnen wohnen und wandeln, und ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein. Darum geht aus von ihrer Mitte und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt kein Unreines an, so werde ich euch
annehmen“. Die grundlegende Bedeutung von Heiligkeit ist Absonderung. Gott möchte, dass wir aus allem herauskommen, heilig und abgesondert sind. Selbst wenn wir nur etwas Unreines berühren, wird es uns beschmutzen. Unser Fleisch reagiert wie ein Magnet auf die Welt. Wenn wir diesen Dingen zu nahekommen, werden sie uns sofort anhaften. Vers 18: „und ich werde euer Vater sein, und ihr werdet meine Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige“. Wir sind nicht nur Sein Volk, sondern auch Seine Söhne und Töchter.

2.Korinther 7:1: „Weil wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, so lasst uns von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes uns reinigen und die Heiligung vollenden in der Furcht Gottes“. Viele Christen haben keine vertraute Beziehung zu Gott, weil Er sich wegen eines unheiligen Wandels distanziert hat. Es bedeutet nicht, dass Er uns ignorieren möchte oder uns nicht mag. Auch wir distanzieren uns von jemandem, der übel riecht. Wenn schon die Menschen auf diese Weise reagieren, warum erwarten wir dann von Gott, dass Er sich uns naht, wenn wir so unheilig und fleischlich sind und unheilige Dinge berühren? Wenn wir versuchen, uns in diesem Zustand Ihm zu nahen wird der Herr zu uns sagen: Gehe und wasche dich zuerst. Deshalb ermahnt uns der Hebräerbriefschreiber: „Jagt dem Frieden nach mit jedermann und der Heiligkeit; ohne die niemand den Herrn sehen wird“ (12:14). Gott hat nicht die Absicht, sich vor uns zu verbergen, aber wir sollen heilig sein und uns von aller Unreinheit des Fleisches und des Geistes reinigen; und dies umso mehr, weil wir seine Priester und seine heilige Priesterschaft sind. Lobt den Herrn!

Der Heiligkeit nachjagen: Unsere Vorbilder

Wir wollen der Heiligkeit nachjagen. In Hebräer 12:14 heißt es: „Jagt dem Frieden nach mit jedermann und der Heiligkeit, ohne die niemand den Herrn sehen wird“. Das an dieser Stelle verwendete griechische Wort für „nachjagen“ (διώκω – dioko) bedeutet auch: verfolgen, vorwärtsstreben, wie ein Jäger die Beute jagen. Wenn wir nicht mit Ihm zusammenarbeiten, werden wir es nicht schaffen.

Das Vorbild des Herrn Jesus

Um Heiligkeit zu lernen, brauchen wir ein Vorbild: Den Herrn Jesus Christus selbst. Es genügt nicht, die Bibelverse über Heiligkeit zu lesen und zu verstehen. Es ist wichtig, den Herrn selbst zu kennen und zu betrachten. So sollen auch die älteren Heiligen im Gemeindeleben Vorbilder sein: nur Anweisungen zu geben nützt wenig. Auch in der Familie müssen die Eltern den Kindern ein Vorbild sein. Kinder lernen durch das, was sie an ihren Eltern sehen, mehr als durch das, was sie von ihnen hören. Lasst uns lernen, der Heiligkeit nachzujagen, indem wir den Herrn anschauen und Seinem Vorbild nachfolgen.

Wenn wir nach Heiligkeit streben, werden wir es bis zum Ziel schaffen. Wir sind noch nicht am Ziel angelangt. Wer ist bereits vollkommen? Niemand. Die Probleme im Gemeindeleben helfen uns jedoch, vieles zu lernen und voneinander zu lernen. Paulus sagte: „Und wir wissen, dass Gott alle Dinge zum Guten zusammenwirken lässt denen, die Gott lieben, die nach dem Vorsatz berufen sind“ (Röm. 8:28). Wir können durch alles, was uns widerfährt, etwas lernen. Möge der Herr uns alle sowohl in guten als auch in weniger guten Situationen ermutigen, der Heiligkeit nachzujagen.

Die Apostel glaubten, dass der Herr zu ihren Lebzeiten zurückkehren würde. Das ist die richtige Haltung. So sagt auch Hebräer 10:37: „Denn noch eine ganz kleine Weile, so wird der kommen, der kommen soll, und wird nicht lange ausbleiben“. Warum sprach Paulus über eine kleine Weile, und warum sprechen wir jetzt über die Zeit Seiner Rückkehr? Wir leben am Ende dieses Zeitalters und sehen, wie sich am Ende dieses Zeitalters alle Prophezeiungen erfüllen. Jetzt erwarten wir nur noch die Erfüllung einer letzten Prophetie. Daher müssen wir jederzeit bereit sein. Jeder Tag bietet uns eine gute Gelegenheit, der Heiligung nachzujagen. Für das eigene geistliche Leben gibt es keine Hochschule, sondern nur das tägliche Leben: unser Familien- und Arbeitsleben ist unser Übungsfeld. Gott bereitet jede Situation vor, um uns zu trainieren. Nicht nur im Gemeindeleben, sondern auch in unserem täglichen Leben, selbst wenn wir alleine sind. Jede Gelegenheit ist gut, um die Zeit auszukaufen.

Gott ist heilig in Seinem ganzen Wesen. In allem was Er tut, kann man seine Heiligkeit erkennen. Alles, was Gott tut, ist rein, frei vom Bösen, unvermischt, unverdorben und gerecht. Dieser wunderbare Gott ist vollkommen. Die folgenden drei Aspekte beschreiben unseren wunderbaren Gott: ER ist heilig in Seinem Wesen, gerecht in Seinem Handeln und herrlich in Seinem Ausdruck. Das sollte auch unser Ausdruck sein. Die Briefe von Paulus bringen das Wesen Christi zum Ausdruck: Wo immer er hinging, übte er sich, ein gutes Gewissen vor Gott und den Menschen zu haben. Er übte sich in der Heiligkeit.

Das Vorbild des Paulus

In 1.Thessalonicher 2:4 lesen wir: „… sondern wie wir von Gott bewährt erfunden worden sind, mit dem Evangelium betraut zu werden, so reden wir, nicht um Menschen zu gefallen, sondern Gott, der unsre Herzen prüft.“ Paulus wollte ein Diener Gottes sein. Wir dagegen predigen, um einen Punkt herauszubringen, oder eine Botschaft zu geben. Dabei haben wir kein Empfinden für Gottes Anliegen und was Er durch uns sagen will. Wir versuchen mit unserem Reden Menschen zu gefallen und benutzen beeindruckende Illustrationen. Doch Paulus, Petrus und Johannes haben das Wort Gottes nüchtern verkündet.

1.Thessalonicher 2:5: „Denn weder mit Schmeichelworten sind wir je umgegangen, wie ihr wisst, noch mit einem Vorwand für Habsucht – Gott ist Zeuge -.“ Paulus benutzte keine Schmeichelworte. Seine Absicht war es nicht, Menschen zu gefallen, sondern treu das zu sagen, was Gott sprechen wollte. Er redete auch nicht aus einem „Vorwand für Habsucht“, um irgendeine Art von Gewinn zu erzielen wie zum Beispiel die Zustimmung von Menschen, eine Position oder Anerkennung. Vers 6: „… noch haben wir Ehre von Menschen gesucht, weder von euch noch von andern.“ Der Herr stellte häufig das Verhalten der Pharisäer und Schriftgelehrten bloß, die Ruhm und Ehre von Menschen suchten.

Vers 7: „… auch wenn wir als Christi Apostel hätten Autorität beanspruchen können; aber wir sind in eurer Mitte mild gewesen, wie eine stillende Mutter ihre eigenen Kinder pflegt.“ Paulus kümmerte sich nicht wie ein Lehrmeister um die Thessalonicher. Es ging ihm nicht darum, sie mit Informationen zu versorgen oder ihnen etwas zu erklären. Jakobus sagt: „Werdet nicht viele Lehrer“ (3:1). Durch unsere Mitteilungen sollten wir die Heiligen nähren und pflegen und nicht versuchen, ihnen Bibelwissen zu vermitteln. Paulus Anliegen war es, die Heiligen zu ernähren. In seinem ersten Brief an die Heiligen in Korinth schreibt er: „Milch habe ich euch zu trinken gegeben und nicht feste Speise; denn ihr konntet es damals noch nicht vertragen. Auch jetzt könnt ihr es noch nicht“ (3:2). Er kümmerte sich um das Wachstum, die Speise und die Stärkung der Heiligen. Paulus ging es nicht darum, den Menschen nur Erkenntnis zu vermitteln. Er wollte sie so nähren, wie eine stillende Mutter ihr Kind. Was für ein wunderbarer Diener!

Das ist der priesterliche Dienst. Paulus bereitete nicht nur Speise für Gott, sondern auch für die Heiligen zu. Der Herr sagte: „Wer ist denn der treue und kluge Sklave, den der Herr über Seinen Haushalt gesetzt hat, ihnen zur rechten Zeit die Speise zu geben?“ (Mt. 24:45). In unserer Vorstellung ist ein treuer Diener jemand, der eine gute Botschaft vorbereitet. Wir sollten lernen, in unserem Herzen zu beten: Herr, welche Speise möchtest du deinem Haushalt darreichen, um sie zu ernähren? Der Dienst im Haus Gottes besteht nicht nur im Lehren. Selbst wenn der Herr das Volk lehrte, erkannten sie, dass er sie nicht wie die Pharisäer und Schriftgelehrten lehrte. Aus seinem Mund kam etwas heraus, das sie innerlich füllte. Er gab ihnen echte Speise. „Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben“ (Joh. 6:63b).

1.Thessalonicher 2:8: „So, in Liebe zu euch hingezogen, hatten wir Wohlgefallen daran, euch nicht allein das Evangelium Gottes, sondern auch unsre eigene Seele mitzuteilen, weil ihr uns lieb geworden wart.“ Das ist erstaunlich. Von wem hat Paulus das gelernt? Das konnte er nur vom Herrn selbst gelernt haben. Der Herr ist nicht nur gekommen, um uns die Wahrheit zu verkünden, sondern um uns Sein eigenes Leben auszuteilen. Paulus lebte Christus, hatte Christus angezogen und sagte von sich: „Ich lebe, aber nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir“ (Gal. 2:20a). So diente der Priester Paulus.

Vers 9: „Denn ihr erinnert euch, Brüder, an unsre Mühe und Anstrengung: Nacht und Tag arbeiteten wir, um niemand unter euch beschwerlich zu sein, und verkündigten so unter euch das Evangelium Gottes.“ Wir brauchen mehr solche Diener. Vers 10: „Ihr seid Zeugen und Gott, wie heilig und gerecht und unsträflich wir uns bei euch, die ihr glaubt, verhalten haben.“ Das entspricht genau dem Zeugnis unseres Herrn Jesus Christus. Pontius Pilatus sagte von Ihm: „Ich finde gar keine Schuld an diesem Menschen“ (Lk. 23:4b).

Vers 11: „… wie ihr ja wisst, dass wir einen jeden von euch, wie ein Vater seine Kinder, ermahnt und getröstet und euch bezeugt haben.“ Paulus lehrte sie nicht nur, sondern ermahnte und tröstete und ermutigte jeden von ihnen. Er war für sie beides: eine stillende Mutter und ein Vater, der sie ermahnte, um sie voranzubringen. Hier sehen wir die Frucht eines heiligen Wandels. Er diente so, wie der Herr selbst diente. Lasst uns alle lernen, in jedem Bereich des Gemeindelebens auf diese Weise zu dienen. Paulus wurde zu einem wunderbaren Vorbild für die heidnischen Gemeinden. Er sagte: „Werdet meine Nachahmer, gleichwie ich Christi“ (1.Kor. 11:1). Paulus war ein Nachahmer Christi, er wollte so werden wie Er. Das sollte auch unser Verlangen in unserem Dienst sein: So heilig zu sein, wie Er heilig ist. Der beste Weg dorthin ist, Ihn anzuschauen. Bete zum Herrn: „Herr, erscheine mir. Ich möchte dich sehen. Erleuchte die inneren Augen meines Herzens; erleuchte meinen Verstand.“ Wenn wir das lebendige Wort lesen, sollte es unser Wunsch sein, Ihn zu betrachten und nicht nur etwas zu verstehen. Wenn ich versuche, das Wort zu interpretieren, kann ich falsch liegen; wenn ich aber Ihn schaue, spreche ich die Wahrheit.

Vers 12 zeigt das ziel des Paulus für die Heiligen ist: „… dass ihr Gottes würdig wandeln sollt, der euch beruft in Sein Reich und in Seine Herrlichkeit.“ Die Gläubigen sollten die Heiligkeit in den reifen Brüdern und Schwestern sehen können und nicht nur die Lehre über Heiligkeit hören. Vers 14: „Denn ihr, Brüder, seid Nachahmer der Gemeinden Gottes geworden, die in Judäa in Christus Jesus sind; denn ihr habt von euren eigenen Landsleuten dasselbe erlitten wie auch sie von den Juden.“ Paulus schrieb nicht an die Gemeinden in Judäa, sondern an die Gemeinden „die in Judäa in Christus Jesus sind“. Er war sich dessen so bewusst, in Christus Jesus zu sein. Wenn wir nur „eine Gemeinde“ sind, dann kann es jede Art von Gemeinde sein. Wir sollten aber eine „Gemeinde in Christus Jesus“ sein.

Vers 17: „Wir aber, Brüder, verwaist von euch für eine kurze Zeit nach dem Angesicht, nicht nach dem Herzen, waren umso eifriger bestrebt, euer Angesicht zu sehen, mit großem Verlangen.“ Das ist sehr wichtig. Paulus war in Korinth nicht vor Ort, um sich mit ihren Problemen zu befassen, aber dem Geist nach war er anwesend (vgl. 1.Kor. 5:3), wie bei den Thessalonichern – sein Herz war dort.

Vers 18: „Darum wollten wir zu euch kommen, wirklich – ich, Paulus –, einmal und noch einmal, und Satan hat uns gehindert.“ Es gab nur einen Grund, weshalb Paulus nicht hinging: Satan hinderte ihn daran. Wir jedoch haben viele Ausreden, um nicht hinzugehen. Paulus hatte nur einen Grund, nicht zu gehen: Der Feind hinderte ihn daran. Wir verstehen oft nicht, was sich im geistlichen Bereich abspielt und erkennen nicht den geistlichen Kampf.

Verse 19-20: „Denn wer ist unsere Hoffnung oder Freude oder unser Ruhmeskranz? Seid nicht auch ihr es vor unserm Herrn Jesus bei Seiner Ankunft? Denn ihr seid unsre Herrlichkeit und Freude.“ Damit es beim Kommen unseres Herrn Jesus Christus viel Freude und eine Belohnung gibt, soll unser Dienst nicht nur darin bestehen, etwas für Gott zu tun, sondern wir dienen durch Christus, im Heiligen Geist, indem wir Christus anziehen und Christus leben. Paulus sagte: „… sondern, dass mit allem Freimut, wie immer, so auch jetzt, Christus groß gemacht wird an meinem Leib, es sei durch Leben oder durch Tod; denn zu leben ist für mich Christus“ (Phil. 1:20-21). Seine Priorität war es, Christus groß zu machen. Wichtiger als viel Erkenntnis zu vermitteln ist es, Christus groß zu machen und dass man die Schönheit der Heiligkeit an uns sehen kann. Das ist viel besser als nur ein klares Wort: Wir wollen diesen wunderbaren Christus zum Ausdruck bringen, das ist der eigentliche Dienst. Deshalb muss die Priesterschaft solche Kleider anziehen, damit die Menschen die Schönheit und Herrlichkeit der Heiligkeit erkennen und nicht nur eine richtige Auslegung des Wortes Gottes hören.

Als Johannes und die anderen Jünger den Herrn Jesus sahen, sagten sie: „… wir sahen Seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Einziggeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit“ (Joh. 1:14b). Niemand hat Gott jemals gesehen außer dem Einziggeborenen des Vaters. Durch Ihn kam die Herrlichkeit des Vaters zum Ausdruck. Jesus sagte: „Wer mich sieht, der sieht den, der mich gesandt hat“ (Joh. 12:45). „Ich und der Vater sind eins“ (Joh. 10:30). Jesus sprach nur das, was Er vom Vater gehört hatte. (vgl. Joh. 12:50). Und wenn Er etwas tat, konnte Er sagen, dass es der Vater in Ihm war, der es getan hat. Die Apostel Paulus, Petrus und Johannes haben das ebenso getan. Paulus arbeitete mehr als alle, aber er sagte: „… nicht aber ich, sondern Gottes Gnade zusammen mit mir“ (1.Kor. 15:10). Für ihn ist die Gnade eine lebendige Person. Wir tun die Dinge oft gewohnheitsmäßig, aber wir haben noch nicht den Glauben zu sagen: Herr, du musst der Sprechende in mir sein. (vgl. 2.Kor. 13:3).

Der Apostel Paulus sprach durch Christus. Darum war sein Sprechen in denen, die ihn hörten, mächtig und bewirkte eine Veränderung durch die Kraft des Heiligen Geistes. Er kam zu den Korinthern „in Schwachheit und in Furcht und mit großem Zittern; und meine Rede und meine Predigt geschah nicht mit überredenden Worten der Weisheit, sondern mit Erweisung des Geistes und der Kraft, damit euer Glaube nicht auf Menschenweisheit beruhe, sondern auf Gottes Kraft“ (1. Kor. 2:3-5). So zu dienen wie Paulus, ist nur möglich, wenn Christus in uns dient und wir dann durch Christus. Es ist eine Ehre für Gott auf diese Weise zu dienen. Das ist der Dienst eines heiligen Priesters, der bekleidet ist mit den heiligen Kleidern und die Last der Heiligen trägt.

Gott als den Heiligen Israels kennen

Die Schriftgelehrten, Pharisäer und Hohepriester, die Hüter der jüdischen Religion, waren sehr gut mit der Heiligen Schrift vertraut; dennoch kannten sie den lebendigen Gott nicht. Den lebendigen Gott kennen ist etwas anderes als nur Bibelwissen. Im Alten Bund sah das Volk das Wirken Gottes und viele Wunder, doch Mose kannte Gott. Man kann sich sehr gut in der Bibel auskennen und viele christliche Werke tun, doch entscheidend ist, den lebendigen Gott selbst zu kennen. Möge der Herr helfen, diesen wunderbaren Gott zu kennen!

Das bloße Wissen und die Kenntnis der Heiligen Schrift verändern uns nicht. Obwohl Saulus die Schrift kannte und sogar ein Top-Schüler war (vgl. Apg. 22:3), kannte er Gott vor seiner Reise nach Damaskus nicht. Als der Herr ihm auf dem Weg nach Damaskus erschien und das wahre Licht ihn umleuchtete, fiel er zu Boden und erblindete für einige Zeit. Das veränderte sein Leben vollständig. Wenn Menschen den lebendigen Gott auf solch eine Weise kennenlernen, können sie nicht mehr die gleichen bleiben.

Es ist wichtig, das Verlangen zu haben, Gott zu kennen. Selbst Paulus betete immer noch: „… um Ihn zu erkennen …“ (Phil. 3:10). Er wollte Gott immer noch mehr erkennen. Auch nach vielen Jahren Gemeindeleben mit viel Bibel lesen, Erkenntnissen usw. sollten wir immer noch das Verlangen haben, den kostbaren Herrn selbst noch mehr zu kennen, die Heiligkeit nicht nur als eine Lehre zu verstehen, sondern diesen heiligen Gott zu schauen und zu ergreifen. So werden wir nach und nach in Sein Ebenbild umgewandelt. Eine Lehre kann nicht umwandeln, nur wenn die inneren Augen Ihn von Angesicht zu Angesicht sehen und Er sich offenbart, wird das eigene Leben verändert.

Als Mose den brennenden Dornbusch sah, wusste er zuerst nicht, dass es Gott war. Gott wollte Mose beibringen, dass Er heilig ist. Mose versuchte, sich Gott zu nahen, aber Gott hielt Ihn zurück: „Tritt nicht näher heran! Ziehe deine Schuhe aus von deinen Füssen; denn der Ort, wo du stehst, ist heiliges Land!“ (2.Mo. 3:5). Schuhe zieht man an, weil man die Füße sauber halten will. Um den lebendigen Gott im Allerheiligsten zu begegnen, müssen wir uns zuerst durch das kostbare Blut des Lammes reinigen. Es ist unmöglich, beschmutzt in die Gegenwart Gottes zu kommen.

Bete zum Herrn: „Herr, reinige mich gründlich durch dein kostbares Blut. Ich komme durch Dein Blut in Deine Gegenwart.“ Dieses Gebet ist eine gute Angewohnheit. Nur Christus, das makellose Übertretungsopfer, reinigt. In Johannes 14:6b sagte der Herr: „… niemand kommt zum Vater außer durch mich“. Genauso konnte der Hohepriester am Versöhnungstag nur mit dem Blut in das Allerheiligste hineingehen. Für die anfängliche Errettung können wir ohne Vorleistung zum Herrn Jesus kommen, weil es nicht anders geht und wir erst glauben und gerettet werden müssen. Aber nach der Errettung ist es nicht gut, einfach „so wie man ist“ in Seine Gegenwart zu treten. Nach Hebräer 10:19 können wir mit Freimut in das Allerheiligste gehen und nach Hebräer 4:16 können wir mit Kühnheit zum Thron der Gnade vorwärtskommen.
Dieser Freimut kommt durch das reinigende Blut und mit einem reinen Gewissen können wir in Heiligkeit und Gerechtigkeit dienen (vgl. Lk. 1:75). Wir können nur dann in Gottes Gegenwart treten, wenn wir durch das kostbare Blut gründlich gereinigt und durch das lebendige Wasser des Lebens gewaschen sind.

Der Sohn wird „der Heilige“ und „der Allerheiligste“ genannt

Unser wunderbarer, dreieiner Gott ist heilig. Der Vater ist heilig und der Sohn ist heilig. Nachdem wir gerettet und wiedergeboren wurden, kommen wir zu Ihm als zu dem Heiligen. Er wird sogar der Allerheiligste genannt (Dan. 9:24b). Ihn als den Heiligen zu kennen, bedeutet viel mehr als Ihn „nur“ als den Retter zu kennen. In Hebräer 7:26 heißt es: „Ein solcher Hohepriester war genau das, was wir nötig hatten, der heilig ist, frei vom Bösen, unbefleckt, von den Sündern abgesondert und höher als die Himmel geworden“. Wir sind nicht unbefleckt. Wir meinen, wir könnten den Menschen helfen, aber oft verderben wir alles durch unsere sogenannte „Hilfe“. Es fehlt uns das innere Bewusstsein, was für ein wunderbarer Hohepriester Er ist. Wir müssen uns Ihm nahen. Wir kennen Seinen Namen und wissen, wer Er ist, aber wenn es dann darum geht, Ihn als Person zu beschreiben, können wir es nicht. Paulus war sich bewusst, dass er den Herrn noch nicht völlig ergriffen hatte, deshalb wollte er Ihn immer noch mehr erkennen. Um Ihn mehr zu erfahren und kennenzulernen, müssen wir mit dem Wunsch zu Ihm kommen: „Herr, zeige dich mir!“ Das erste, was Mose über Gott lernte war, dass Er heilig ist. Als das Volk zum Berg Sinai gekommen war, sagte ihnen Gott als erstes, dass Er ein Heiliger Gott ist. Niemand, weder Mensch noch Tier, durfte den Berg besteigen oder sich Ihm nahen, ohne getötet zu werden (2.Mo. 19:12-13). Gott ist heilig.

Vom Heiligen Geist gezeugt

Die Zeugung Jesu war etwas ganz Besonderes. Er wurde vom Heiligen Geist gezeugt und von einer Jungfrau geboren. Warum wurde Er von einer Jungfrau geboren? Weil die Sünde aus dem Samen des Mannes übertragen wird. Beginnend bei Adam wurde die Sünde von Generation zu Generation weitergegeben. Die Zeugung des Herrn Jesus war jedoch nicht aus dem Samen eines Mannes, sondern vom Heiligen Geist in einer Jungfrau. Seine Empfängnis erfolgte nicht durch einen gefallenen Menschen, und deshalb wurde die Sünde nicht auf Ihn übertragen. Deshalb wurde Er schon, als Er noch im Schoß der Jungfrau war, als „das Heilige“ bezeichnet: „Und der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden“ (Lk. 1:35).

Er ist ohne Sünde

In 1.Johannes 3:5b steht: “ … und Sünde ist nicht in ihm.“ Er ist der einzige Mensch auf dieser Erde, der ohne Sünde ist. Im Gegensatz dazu wurden wir alle in Sünde geboren. David sagte in Psalm 51:7: „… in Schuld bin ich geboren, und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen.“ Schon vor unserer Geburt waren wir bereits sündig. Paulus sagte: „So vollbringe nun nicht mehr ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt. Denn ich weiß, dass in mir, das ist in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; denn das Wollen ist bei mir vorhanden, nicht aber das Vollbringen des Guten“ (Röm. 7:17-18). Deshalb wird unser Leib „der Leib der Sünde“ genannt (Röm. 6:6). Wir alle haben Schwierigkeiten mit dem Leib der Sünde (Fleisch) und sind so anfällig für Versuchungen und können ihnen nur schwer widerstehen. Doch in Christus Jesus gibt es keine Sünde.

Auch 2.Korinther 5:21 sagt, dass Er von keiner Sünde wusste: es bedeutet, dass Er Sünde nie erfahren hat und rein war. Deshalb konnte Gott Christus für uns zur Sünde machen. Nur Er ist qualifiziert, unser Sündopfer zu sein. Nur Er konnte alle Sünden dieser Welt an Seinem eigenen Leib auf das Kreuz tragen. Wir halten das für selbstverständlich und wissen oft nicht zu schätzen, wie kostbar die Reinigung ist. Oft wenden wir sein Blut oberflächlich an, so, als ob wir duschen würden. Er hat in den 33 1/2 Jahren Seines Lebens so viel Leid, Schläge und Herausforderungen durch die Sünder erlitten und war am Ende sündlos und unbefleckt. Wir dagegen tragen einen Berg von Sünde mit uns herum, der, je älter wir werden, umso größer wird. Aber in den Herrn konnte die Sünde nicht hineinkommen. Er war siegreich. Solch einen heiligen Retter haben wir!

Unser Herr Jesus durchlief alle nur möglichen Prüfungen und blieb heilig, rein und siegreich. „Denn wir haben nicht einen Hohepriester, der nicht mit unseren Schwachheiten mitfühlen könnte, sondern einen, der in allem in gleicher Weise versucht worden ist, doch ohne Sünde“ (Hebr. 4:15). Sein menschliches Leben war sündlos und siegreich! Deshalb kann Er uns helfen. „Ein solcher Hohepriester war genau das, was wir nötig hatten, der heilig ist, frei vom Bösen, unbefleckt, von den Sündern abgesondert und höher als die Himmel geworden“ (Hebr. 7:26). Welch einen heiligen Retter haben wir! Wir kennen den wunderbaren Vater, und jetzt wollen wir auch den wunderbaren, heiligen Erlöser kennen. Nur Er kann unser Sündopfer sein!

Er wurde durch Leiden vollendet

Jesaja 53 beschreibt detailliert die verschiedenen Leiden Christi. Wir murren und klagen schon bei kleinen Schwierigkeiten und können Zurechtweisung nicht ertragen. Aber der Herr hat unzählige Leiden durchgemacht. Wir singen zwar das Lied „Dir völlig gleich sein, herrlicher Retter“, aber die Umwandlung braucht Zeit und wir müssen in unseren Herzen den dringenden Wunsch haben, so zu werden wie er.

Die Gemeinschaft und die Offenbarung im Wort rüsten uns für den Dienst des Wortes zu. Weil der Heilige in uns wohnt, können wir Ihn in allem besser kennenlernen. „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters“ (Mt. 28:20b). Selbst wenn wir fallen, wird Er uns niemals verlassen. Der Herr weiß, dass wir oft fallen und Er richtet uns wieder auf. Aber nur, wenn wir willig sind und umkehren (vgl. Mt. 18:21-22). Wenn wir aber nicht willens sind, wird Er warten. Unser Herz muss den Wunsch haben weiterzumachen. Wir haben den Wunsch, Christus zu gewinnen, Ihm nachzufolgen und nach Heiligkeit zu streben. Und wir wollen das anwenden und praktizieren, was der Herr uns zeigt. Lobe den Herrn für solch einen wunderbaren Christus, der selbst durch alle Schwierigkeiten hindurchgegangen ist! Er war allezeit bereit zu leiden. Das soll auch jetzt unsere Übung sein.

Als Jesus vom Heiligen Geist in die Wüste geführt wurde, um vom Teufel versucht zu werden, fastete Er vierzig Tage und Nächte und stellte sich dann dem Teufel (vgl. Mt. 4:1-11). Satan tat sein Bestes, um den Herrn zu besiegen, aber der Herr überwand jede Versuchung siegreich. Wir können nicht einmal einer kleinen Versuchung standhalten. Doch der Herr fastete vierzig Tage lang. Selbst als Satan Ihn damit versuchte, einen Stein in Brot zu verwandeln, widerstand der Herr. Es wäre für Ihn so einfach gewesen, das zu tun, aber Er tat es nicht. Nicht einer einzigen Versuchung hat Er nachgegeben. Auch alle Reichtümer dieser Welt achtete Er für nichts.
Weil wir den Versuchungen nicht widerstehen können, ist es notwendig, dass wir Christus erfahren, damit wir sein können wie Er.

Der Herr sagte zu Seinen Jüngern: „In der Welt habt ihr Drangsal; aber seid mutig, ich habe die Welt überwunden“ (Joh. 16:33b). Der Herr ertrug fortwährenden Widerstand: Die Menschen logen, heuchelten und versuchten sogar, Ihn zu töten. Doch Er überwand in allen diesen Prüfungen, weil Er der Heilige ist. Bevor Er unser Erlöser sein konnte, musste der Herr als Mensch alle diese Leiden, die vor Ihm kein anderer Mensch auf Erden ertragen hat, durchmachen. Erst dann war Er qualifiziert, alle unsere Sünden ans Kreuz zu tragen; und erst dann konnte der Vater, der heilig ist, dieses Opfer annehmen.

„Obwohl Er der Sohn war, hat Er an dem, was Er litt, Gehorsam gelernt, und nachdem Er zur Vollendung gebracht worden war, ist Er allen, die Ihm gehorchen, der Urheber ewiger Errettung geworden“ (Hebr. 5:8-9). Die Leiden sind nötig für uns, denn wir sind gefallene, sündige Menschen und haben das Fleisch, das Selbst und den Egoismus. Ohne Leiden können wir nicht bis zum Äußersten gerettet und vollendet werden. Wir sollten uns nicht vor Leiden scheuen. Um vollendet zu werden, müssen wir zuvor diszipliniert, bestraft und gezüchtigt werden. „Wer seine Rute spart, der hasst seinen Sohn, wer Ihn aber liebhat, der züchtigt Ihn beizeiten“ (Spr. 13:24). Wir müssen die Leiden schätzen und Gott dafür danken. Sie tun jedem von uns gut, sei es im Eheleben, im Familienleben, bei der Arbeit oder in der Schule, sogar in Krankheit: sie sind eine Gelegenheit, Christus zu gewinnen. Möge der Herr unsere Augen öffnen, damit wir sehen, was für einen heiligen Retter wir haben.

Gott hat uns Seinen Sohn als den Heiligen gegeben. Er hat Ihn uns nicht nur als den Einziggeborenen gegeben, der Er in der vergangenen Ewigkeit war, sondern vielmehr als den Sohn, der Mensch wurde und siegreich durch alle menschlichen Erfahrungen, Tod, Auferstehung und Auffahrt zum Thron gegangen ist. Er wurde auch unser großer Hohepriester, der heilig, unschuldig, unbefleckt, von den Sündern abgesondert und höher als die Himmel geworden ist (vgl. Hebr. 7:26). Mit solch einem Christus als unserem Erlöser und großen himmlischen Hohepriester, der ständig für uns einsteht und in uns wohnt, können wir das Ziel erreichen.

Wir werden Ihn sehen, wie Er ist

Wenn wir das Wort lesen, sollen wir den Heiligen betrachten. Je mehr wir sehen, wie Er ist, desto mehr werden wir Ihm gleich werden. Johannes sagt: „Wir wissen, dass wir Ihm gleich sein werden, wenn Er offenbar wird, denn wir werden Ihn sehen, wie Er ist“ (1.Joh. 3:2b). Weil wir Ihn noch nicht völlig erkannt haben, sind wir Ihm auch nicht gleichgestaltet. Wir können Ihn nur Stück für Stück erkennen – genauso wie auch unsere Umwandlung nur nach und nach geschieht. „… von Herrlichkeit zu Herrlichkeit…“ (2.Kor. 3:18). Je mehr wir Ihn sehen, desto mehr werden wir in Sein Ebenbild umgewandelt und desto mehr werden wir heilig sein, so wie Er heilig ist. Ihn zu kennen ist wertvoller als irgendetwas anderes. „Wen habe ich im Himmel außer dir? Und außer dir habe ich an nichts Gefallen auf der Erde“ (Ps. 73:25). Vom Haus Gottes spricht der Psalmist: „Eines bitte ich vom HERRN, das hätte ich gern: dass ich im Haus des HERRN bleiben könne mein Leben lang, zu schauen die Schönheit des HERRN und zu beten in Seinem Tempel“ (Ps. 27:4). Je mehr wir Ihn in Seiner Heiligkeit, Seinem Ausdruck und Seinem Wesen betrachten, desto mehr werden wir durch den innewohnenden Heiligen Geist in Sein Ebenbild umgewandelt. Wenn wir die Heilige Schrift lesen, muss unser Angesicht aufgedeckt sein. Wenn wir Ihn mit aufgedecktem Angesicht schauen und widerspiegeln, wird der Geist uns von Herrlichkeit zu Herrlichkeit in Sein Bild umwandeln: „Wir alle, die wir mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn schauen und widerspiegeln, werden umgewandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit als von dem Herrn, dem Geist“ (2.Kor. 3:18).

Lasst uns diesen wunderbaren Christus betrachten und über Ihn nachsinnen. Wenn das Licht scheint, wird sich unser Leben ändern. Lobt den Herrn! Möge Er unsere Augen öffnen und unsere Schleier wegnehmen, damit wir Ihn sehen. Wir lieben Gottes Wort, weil wir darin Christus erkennen können.

Als der Herr mit den beiden Jüngern auf dem Weg nach Emmaus redete, zeigte Er ihnen, dass die Schriften von Ihm sprachen (vgl. Lk. 24:27, 44). Wenn wir Mose und das Gesetz lesen, sehen wir darin in allem den Christus. Jesus ist der wahre Mensch, der einzige, der rein, heilig und vollkommen ist. Der Herr führte Sein Volk aus Ägypten heraus und trug es auf Adlerflügeln (vgl. 2.Mo. 19:4). Der Herr ist der Baum des Lebens. Er ist das wahre Licht (vgl. Joh. 1:9). Der Mensch wurde im Bild Gottes geschaffen, welches Christus ist. Christus ist das Ebenbild Gottes (vgl. Kol. 1:15 und 2.Kor. 4:4).

Der heilige Weg – dem Lamm folgen

Wir alle sollten solche sein, deren Mittelpunkt das Lamm ist, solche, die ihm folgen und Ihn beständig suchen. Im Hohelied ist der Herr weggegangen und wollte sehen, ob die Geliebte es bemerkt. Jemand, der den Herrn wirklich liebt, wird bemerken, dass Er gegangen ist und fragen: Wo ist Er? In unserem Alltag hat Er sich oft entfernt, und wir haben es gar nicht bemerkt. Das sollte nicht so sein. Der Herr möchte, dass alle, die Ihm folgen auf Ihn achthaben. Viele Menschen bleiben auf dem Grund ihrer Tradition oder ihrer Vorstellungen in einer bestimmten Versammlung. Das mag heute der richtige Ort sein, aber morgen vielleicht nicht mehr.

Wir wollen dem Lamm folgen, bis wir am Ende mit Ihm auf dem himmlischen Berg Zion stehen. Deshalb sagte der Herr seinen Jüngern, als Er sie berufen hat: Kommt, folgt mir nach, und nicht: Glaubt an mich. An Ihn zu glauben, ist eine Sache, aber Ihm zu folgen eine andere. Ihm nachzufolgen bedeutet, dass wir eine Absonderung nach der anderen erfahren. Du magst aus Ägypten herauskommen, aber du musst Ihm auch durch das Rote Meer hindurch folgen. Und dann musst du Ihm weiter in das gute Land folgen. Viele kamen aus Ägypten heraus und durchquerten das Rote Meer, starben aber in der Wüste. Sie haben das Ziel nicht erreicht. Das soll für uns alle eine Warnung sein. Als Mose bei Gott auf dem Berg Sinai war, konnten die Kinder Israel nicht einmal 40 Tage auf Ihn warten. Sie hatten so viele gewaltige Taten Gottes gesehen, konnten aber nicht warten. Schließlich beteten sie ein goldenes Kalb an. Hebräer. 2:9 sagt: „wir sehen aber Jesus“. Lasst uns auf ihn ausgerichtet sein, bis wir in der Heiligung vollendet und bei seiner Wiederkunft makellos vor ihm erscheinen können. Es wäre tragisch, wenn wir den Lauf bis hierher laufen und dann aufgeben bevor Er kommt. Absonderung bedeutet häufig, dass man weitergehen muss, auch wenn andere nicht mehr mitgehen. Wenn deine Lieben, deine Freunde und Bekannten oder die, mit denen du jahrelang gedient hast, dem Lamm nicht mehr folgen, folge ihnen nicht, sondern folge dem Lamm (vgl. Offb. 14:4). Erstlinge sind Jungfrauen, die dem Lamm nachfolgen, wohin es auch geht, in deren Mund keine Falschheit oder Lüge gefunden wird (vgl. Offb. 14:5), die die Wahrheit lieben und ihr folgen.

In Offenbarung 17 geht es um Babylon, und in Offenbarung 18 sagt Gott: „Kommt aus ihr heraus, mein Volk …“ (V. 4). Wenn du nicht herauskommst, kannst du dem Lamm nicht folgen. Wie Gott Abraham befahl, aus seinem Vaterland herauszukommen, so müssen auch wir aus unserem Vaterhaus, aus unserer Verwandtschaft herauskommen, bis wir das Ziel erreicht haben. Der Herr sagte, dass der Weg schmal ist, der zum Leben führt. Des Herrn Weg ist ein hoher, enger Weg; der einzige Weg, der zum Leben führt: der Weg der Heiligung. Darum sagte der Herr: „Wenn jemand mir nachfolgen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir“ (Mt. 16:24). Trotz unserer Lebensumstände das Kreuz aufnehmen und wegschauen auf Jesus (vgl. Hebr. 12:1-2), und zwar auf Seinen Tod am Kreuz: das ist der Weg der Heiligung und der Vollendung. Auf dem richtigen Weg zu sein ermutigt uns, schneller voranzugehen, denn der Herr hat nur noch eine kurze Zeitspanne gegeben, um das Ziel zu erreichen.

Die Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus und die Heiligkeit

Heilig zu sein hat mit dem Kommen des Herrn zu tun. Paulus hebt in seinem Brief an die Gemeinde in Thessalonich diese beiden Dinge hervor:

  1. Der Ruf zur Heiligkeit
  2. Sie sollen ihr Gefäß in Heiligkeit bewahren

Darüber hat Paulus mit jungen Gläubigen gesprochen. Auch heute soll den jungen Gläubigen mit Freimut gesagt werden, dass dies ein heiliger Ort ist. Denkt nicht, dass sie daraufhin nicht mehr zur Versammlung kommen werden. Die Heiligkeit ist das Ziel, und sie sollen immer heiliger werden, je länger sie sich mit uns am heiligen Ort in Zion treffen. Wir alle wollen lernen, unser Gefäß in Heiligkeit zu bewahren und uns darauf vorbereiten, bei der Erscheinung unseres Herrn Jesus Christus heilig und makellos zu sein. Alle neuen Gläubigen, die in diesen Tagen zur Gemeinde kommen, müssen dieses Wort hören, weil der erste und zweite Thessalonicherbrief speziell für neue Gläubige geschrieben wurde.

In 1.Thessalonicher 5:23 lesen wir: „Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch, und euer Geist, eure Seele und euer Leib mögen vollständig, ohne Tadel bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus“. Die Heiligkeit und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus sind sehr eng miteinander verbunden. Der Herr wird dich bei Seinem Kommen nicht nach auswendig gelernten Bibelversen abfragen. Für Ihn ist es wichtig, dass du heilig bist, und dass du mit Öl, dem Heiligen Geist, gefüllt bist. Nur ein klein wenig ist nicht ausreichend. Heilig zu sein ist die Voraussetzung für das Königreich.

Heiligkeit ist jedoch nicht etwas, mit dessen Hilfe wir einen heiligen Anschein erwecken können. Aus diesem Grund ist die Heiligungsbewegung gescheitert, weil Heiligung keine „Bewegung“ ist. Heiligung bedarf vieler Voraussetzungen. Als erstes: die Weihe der Priesterschaft, wobei ein Priester sich ohne Opfer nicht dem Herrn weihen kann. Die Weihe ist anspruchsvoll, wenn sie heilig und gemäß Seiner heiligen Forderung ausgeführt wird (vgl. 2.Mo. 29). Ohne Sündopfer, Brandopfer, Speisopfer, Trankopfer, Friedens- und Weihopfer kann niemand zum Priester geweiht werden. Die Menschen mögen sagen: Das ist alttestamentlich. Aber für uns geht es nicht um Kühe, Schafe, Ziegen und Tauben, sondern um Christus. Heute im Neuen Bund ist Christus die Substanz jedes dieser wunderbaren Opfer. Nur so können wir – in den Augen Gottes – für den priesterlichen Dienst geweiht und gesalbt werden.

Die Salbung macht uns heilig: Sie heiligt den ganzen Tempel, jedes Gerät und die ganze Priesterschaft. Die Salbung lehrt uns, heilig zu leben und wirkt Christi Natur mehr und mehr in unser Wesen ein. Der inwendige Mensch soll mit Wertvollem gefüllt werden. Das ist der Prozess der Heiligung: Zuerst die Absonderung, danach die Salbung, der wunderbare Geist, der jeden Teil des menschlichen Wesens erfüllt und heilig macht. Wir wollen es sehr schätzen, dass wir den priesterlichen Dienst gerade jetzt, in dieser Zeit erkennen und praktizieren dürfen! Durch die Prophezeiung in Daniel 9 und die Zeichen der Zeit sehen wir, dass der Herr bald zurückkommen wird. Alles, was der Herr uns heute zu erkennen gibt, auch über das Königreich, Zion, dient unserer Vorbereitung.

Die Voraussetzung, Gott als den Heiligen Israels zu kennen

Es ist unerlässlich, den Gott, an den wir glauben, immer genauer zu kennen. Unser Gott hat so viele wunderbare und schöne Dinge geschaffen. Er ist mächtig, allmächtig; Er ist der Herr der Heerscharen. Er ist auch der einzig weise Gott als unser Ratgeber. Aber Israel musste Ihn auch als den Heiligen kennen: Ich bin der Herr, der Heilige Israels (vgl. Hes. 39:7). Warum? Weil Israel eine heilige Nation, und das Volk ein heiliges Volk sein muss. Die Stadt, der Tempel, der Berg Zion – alles, was mit Ihm zu tun hat, muss heilig sein.

Alles außerhalb Seiner Nation ist unheilig. Gott nannte die heidnischen Völker vierfüßige Tiere. In Daniel 7 sehen wir die Geschichte der Königreiche dieser Welt in Form von vier Tieren. Das babylonische Königreich ist zum Beispiel einem Löwen gleich. Nur die Nation Israel ist Gottes Königreich, ein heiliges Volk, weil Gott heilig ist. Für die Welt ist Gott nicht heilig, weil sie nicht einmal an Ihn glauben. Aber die Nation Israel muss Ihn als den Heiligen Israels kennen. Wann immer Israel dies vergessen oder ignoriert hat, wurde es sehr schnell zu einer unheiligen Nation wie die Tiere, zu Götzendienern, schlimmer als die Nationen. Der Tempel Gottes wurde zu einer Räuberhöhle, einem Marktplatz, einem Ort der Götzenanbetung, an dem die Menschen Gewinn für sich selbst erzielten.

Heute sind wir Gottes Volk, und Gott möchte uns nicht nur vor der ewigen Verdammnis erretten, sondern zur Reife bringe und aufs Völligste erretten. Dass die Errettung zur vollen Reife gekommen ist, erkennen wir an der Heiligkeit. Heilig zu sein ist mehr als nur ein guter Mensch zu sein. Und sollten wir versuchen, gut zu sein, bemerken wir sehr schnell, dass das Böse gegenwärtig ist. Paulus versuchte, gemäß dem Gesetz gut und rechtschaffen zu sein. Aber er konnte es nicht. Wenn immer er etwas Gutes tun wollte, war das Böse vorhanden (vgl. Römer 7). Deshalb ist alles, was der Mensch auf dieser Erde geschaffen hat, gleichzeitig gut und böse. Fast bei allem kann etwas Gutes für etwas Böses benutzt werden. Seht auf das Ende vieler christlicher Gruppen, die korrupt und ohne Herrlichkeit dem Herrn Schande bereiten. Durch die Barmherzigkeit des Herrn soll unser Ende die Heiligkeit sein, und dafür müssen wir unseren Gott kennen, denn Er ist heilig. In Johannes 17 wandte sich der Herr Jesus in seinem Gebet an Gott als dem Heiligen Vater (vgl. V. 11). Er bezeichnete ihn nicht nur als den liebenden Vater. Wenn wir lernen zu sagen: O Heiliger Vater, bedeutet das, dass wir uns bewusst machen, dass wir heilig sein müssen. Wenn wir lernen, unseren Gott, der sowohl heilig als auch wahrhaftig ist, als gerechten Vater anzusprechen, so wie es der Herr getan hat (vgl. V. 23), dann bedeutet das, dass alles, was wir tun gerecht und unsere Natur heilig sein muss.

Heute sprechen wir uns im Gemeindeleben als „liebe Heilige“ an. Aber nun müssen wir noch durch einen Prozess gehen, um in unserem Geist, unserer Seele und unserem Leib völlig für unseren Vater geheiligt zu werden. Lasst uns beten: Heiliger Vater, vollende Dein Werk in mir. Ich möchte sein wie Du. Du bist der Heilige der Gemeinde, der Heilige Israels – denn wir sind in der Tat das wahre Israel. Gott hat sich selbst als der Heilige Israels vorgestellt. Er ist nicht der Heilige der Nationen, noch ist er der Heilige der Welt; die Welt liegt in der Hand des Bösen. Aber für sein Volk ist Er der Heilige Israels. Jesaja 47:4: „Unser Erlöser – sein Name ist HERR der Heerscharen, der Heilige Israels!“ Wir nennen den Herrn Jesus stets unseren Retter und Erlöser. Wir wollen IHN auch den Heiligen Israels nennen. Jesaja 43:3a: „Denn ich bin der HERR, dein Gott, der Heilige Israels, dein Erretter!“ Jesaja 43:14a: „So spricht der Herr, euer Erlöser, der Heilige Israels.“ Jesaja 43:15: „Ich, der HERR, bin euer Heiliger, der Schöpfer Israels, euer König.“

Sehr wunderbar! Wir dürfen jetzt lernen, Ihn folgendermaßen anzurufen: O Heiliger Vater, O Heiliger Israels. Wir wollen dich als den Heiligen kennenlernen. Jesaja 40:25: „Mit wem wollt ihr mich denn vergleichen, dem ich gleich sein soll? spricht der Heilige“. Unser Gott ist der Allmächtige. Niemand kann sich mit Seiner Macht und Weisheit messen. Natürlich kann sich auch keiner im Entferntesten mit Seiner Heiligkeit vergleichen. ER ist der einzig Heilige; es gibt nichts Gleichwertiges. Macht ist nichts im Vergleich zu Seiner Heiligkeit. Wenn wir mächtig sind, sind wir vielleicht nicht sehr heilig. Aber wenn wir heilig sind, schätzt Gott das sehr.

Jesaja 12:6: „Jauchze und juble, du Bewohnerin von Zion! Denn groß ist der Heilige Israels in deiner Mitte!“ Wenn die Gemeinde heilig ist, ist das wunderbar. Und wenn wir dadurch den Heiligen Israels zum Ausdruck bringen, kann der Feind uns nicht angreifen. Die Gemeinde wird alle Feinde vertreiben. In Psalm 110 ist die ganze Armee mit der Schönheit der Heiligkeit gekleidet (nicht der Schönheit der Macht). Der Prophet Elisa kannte die himmlischen Heerscharen, die alle in Weiß gekleidet waren, Gottes heilige Armee. Kein Feind würde es wagen, Gottes heilige Armee anzutasten. Deshalb war Elisa so zuversichtlich. Der Heilige Israels macht Zion groß, weil Er selbst groß ist.

Heiligkeit ist die Natur Gottes – die Schönheit des Herrn

Nichts ist in den Augen Gottes schöner als Heiligkeit. Im Gemeindeleben schätzen wir ein gutes Zeugnis oder ein gutes Opfer, eine gute Botschaft oder eine gute Bibelauslegung. Diese Dinge sind gut, hilfreich, schön und notwendig. Es ist auch gut, die Wahrheit zu kennen und zu verstehen. Aber wenn wir diese Dinge schätzen, stehen wir in der Gefahr, den Redner zu bewundern, anstatt das, was gesprochen wurde – das ist die gefallene Natur des Menschen. Es ist leicht, in diese Falle hineinzugeraten. Doch die Schönheit liegt in der Heiligkeit. Als Paulus Thessalonich und Korinth besuchte, kam er nicht mit hoher Rede oder Weisheit, um eine wunderbare, kraftvolle Botschaft zu geben. Er kam in Furcht und Zittern, rein und heilig in seinem Verhalten, er lud niemandem irgendeine Last auf und wollte auch von niemandem etwas für sich gewinnen. Sein Verhalten war heilig. In seinem Wandel konnte man nicht den Menschen Paulus sehen, sondern man konnte Christus sehen, den Ausdruck des Heiligen Israels. Wenn wir das Evangelium predigen, und die Menschen das Empfinden haben, dass wir stolz sind und alles besser wissen als sie, wird Gott das traurig machen. Es ist erstaunlich, dass Paulus nicht als der von Gott gesandte Superapostel kam, sondern demütig – genau wie der Herr, der als ein Sklave vom Himmel herabkam. Lobt den Herrn, das ist die Schönheit der Heiligkeit. Schaut nicht darauf, wie begabt, fähig oder gebildet ein Mensch ist. Was wir schätzen müssen, ist der Ausdruck der Heiligkeit. Gott hat den Menschen in seinem Bild geschaffen, nach seiner Gleichheit. Wenn die Menschen an jedem Ort, wo ihr hingeht, Christus in euch sehen können, ist das besser als zehn wunderbare Botschaften.

Gottes Wohnung ist heilig

Weil Gott heilig ist, muss auch Seine Wohnung heilig sein. Deine Wohnung bringt das zum Ausdruck, was du bist. Gott ist heilig und wir sind Seine Wohnung: „Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist, den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört?“ (1.Kor. 6:19). Seine Wohnung ist heute kein Gebäude wie der physische Tempel in Jerusalem. Im neuen Bund sind wir heute, jeder für sich, der Tempel des Heiligen Geistes, und gemeinsam sind wir die Gemeinde, das Haus des lebendigen Gottes. Petrus sagt, dass jeder ein lebendiger Stein ist, der zum geistlichen Haus aufgebaut wird (vgl. 1.Petr 2:5). Individuell und korporativ soll Seine Wohnung schön sein in Heiligkeit.

Gott wohnt im Allerheiligsten. Dies deutet darauf hin, dass es verschiedene Stufen der Heiligkeit gibt: Es gibt den äußeren Hof, das Heiligtum und das Allerheiligste. Gott wohnt im Allerheiligsten. In Hebräer 10:19 lesen wir: „Weil wir denn nun, Brüder, durch das Blut Jesu den Freimut haben zum Eingang in das Allerheiligste“. Wenn wir einfach hineinrennen, werden wir tot wieder herausgetragen werden, weil wir vergessen haben weiterzulesen: „… die Herzen durch Besprengung vom bösen Gewissen gereinigt und am Leib gewaschen mit reinem Wasser“ (V. 22). Dann ist das kostbare Blut der Sühnung vom Altar wirksam. Nachdem man das Waschbecken des Gerichtes passiert hat, geht man hinein und wird lebendig gemacht. Wie ernsthaft die Sache ist, zeigt uns das Beispiel von Nadab und Abihu. Gottes Wohnung ist heilig.

Gott spricht in Seiner Heiligkeit

Oftmals ist unser Sprechen nicht sehr heilig. Paulus sagte, dass unanständiges Reden, albernes Geschwätz oder selbst weltgewandtes Plaudern für Gläubige nicht angemessen ist und nicht über unsere Lippen kommen sollte (vgl. Eph. 5:4). Es gibt so viele unnütze Dinge, die über unsere Lippen kommen. Es fehlt uns die heilige Kontrolle über unser Sprechen. Gottes Sprechen ist in Heiligkeit, und wir sollen Seine Nachahmer sein. Auch unser Beten soll in Heiligkeit geschehen. Gott spricht in Seiner Heiligkeit. Wenn wir das Wort Gottes sprechen, sollten wir es respektvoll tun, wie jene in Jesaja 66:2, die vor seinem Wort zitterten. Natürlich erfreuen wir uns auch an seinem Wort, aber mit Furcht und Zittern, damit wir es nicht leichtfertig aufnehmen und bald vergessen. (vgl. Ps. 105:42).

Gott schwört bei Seiner Heiligkeit

Gott verheißt bzw. verspricht nicht nur irgendetwas. Wenn Er etwas verheißt, dann schwört Er bei Seiner Heiligkeit. Er sagt es und tut es auf jeden Fall. Er ist treu. Deshalb glauben wir dem Wort Gottes. Es ist glaubwürdig und verlässlich.

Er regiert auf dem Thron Seiner Heiligkeit

Selbst sein Thron ist heilig. Wenn wir in der Gemeinde eine gewisse Verantwortung tragen, entscheiden wir oft Dinge nicht auf heilige Weise. Man denkt, man sei jemand, obwohl man niemand ist. Nicht so der Thron des Herrn. Sein Thron ist ein Thron der Heiligkeit und Gerechtigkeit. Aus diesem Grund ist es notwendig, dass wir den Heiligen Israels kennen. Alles, was von Gott getan wird, trägt das Zeichen der Heiligkeit. Es tut uns gut, das zu lernen, weil der Herr dabei ist, uns zu der heiligen und königlichen Priesterschaft auszubilden.

Unser Geist, unsere Seele und unser Leib müssen vollständig geheiligt werden

In der Vergangenheit haben wir in Bezug auf die Heiligung immer den Geist, und die Umwandlung unserer Seele betont. „Wandelt durch den Geist“ (Gal. 5:16). Und dabei haben wir unseren Leib vernachlässigt. Die vollständige Heiligung umfasst jedoch auch unseren Leib. Wenn wir unseren Leib nicht beherrschen können, werden wir in Schwierigkeiten geraten.

Alles, was unseren Leib betrifft, ist sehr praktisch. Unser Leib ist wichtig, besonders, wenn es darum geht, dem Herrn zu dienen. In Römer 12:1 spricht Paulus über unseren vernünftigen Dienst für Gott. Wenn dein Leib nicht in der Lage ist zu dienen, obwohl du vielleicht stark im Geist bist, ist dein Dienst eingeschränkt. Wir brauchen unseren Geist, unsere Seele und unseren Leib.

Jetzt wollen wir lernen, „unsere Leiber als ein lebendiges und heiliges Opfer Gott wohlgefällig darzubringen“ (Röm. 12:1). Dazu muss unser Leib lebendig gemacht werden. In Römer 7:24 ist unser Leib ein Leib des Todes, weil Sünde und Tod in ihm wohnen. Aber in Römer 8:2 sollen wir das Gesetz der Sünde und des Todes überwinden, das in unserem Leib wirkt. Wir können die Handlungen des Leibes töten (vgl. Röm. 8:13). Paulus züchtigte seinen Leib und behandelte ihn wie einen Sklaven (vgl. 1.Kor. 9:27), damit er für den Dienst des Herrn nützlich war. Paulus war immer darauf bedacht, Christus durch seinen Leib (nicht nur durch seinen Geist) zu vergrößern, es sei durch Leben oder durch Tod (vgl. Phil 1:20). Um Christus zu verherrlichen, zu vergrößern, ist unser Leib, ähnlich einem Vergrößerungsglas, hervorragend geeignet.

Aus diesem Grund mahnte Paulus, den Leib für den Herrn zu bewahren (vgl. 1.Kor. 6) und die Gefäße für Ihn zu heiligen (vgl. 1.Thess. 4:4). Wenn unser Leib nicht geheiligt ist, kann der Herr ihn nicht benutzen. Es reicht nicht aus, in der Seele umgewandelt und im inneren Menschen erneuert und gestärkt zu sein. Wenn unser Leib nicht willig ist mitzuarbeiten, wird es für uns schwierig sein, Gott zu dienen. Wenn unser Leib nicht geheiligt ist, wird er sogar den Geist negativ beeinflussen. Deshalb schrieb Paulus: „… so lasst uns von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes uns reinigen und die Heiligung vollenden in der Furcht Gottes“ (2.Kor 7:1). Wenn ein Teil unseres Seins befleckt ist, wird dies unser ganzes Sein in Mitleidenschaft bringen. Wenn du deinem Verstand freien Lauf lässt, wird das sofort deinen Leib beeinflussen und umgekehrt.

Der Heiligungsprozess beginnt mit unserem Geist, breitet sich in die Seele hinein aus und beeinflusst dann auch unseren Leib. Deshalb wird in Galater 5:22-23, wo wir die Frucht des Geistes sehen, Selbstbeherrschung erst am Schluss aufgeführt, um nicht nur unsere Veranlagung, sondern auch unseren Leib unter die Kontrolle des Geistes zu bringen. Auch Petrus schreibt uns zu diesem wichtigen Thema: „Und setzt allen Fleiß daran … und reicht in der Erkenntnis Selbstbeherrschung dar …“ (2.Petr. 1:5-6). Der Prozess der Heiligung ist sehr praktisch. Nehmt euch Zeit, um zu lernen und zu üben!

image_pdfimage_print
1 2 3 10