Weitere Empörung Gottes über die Priester

„Denn vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang soll mein Name groß werden unter den Heidenvölkern, und überall sollen meinem Namen Räucherwerk und Gaben, und zwar reine Opfergaben, dargebracht werden;“ (Mal. 1:11a). Dies ist ein prophetisches Wort Gottes über die Zeit des Tausendjährigen Reiches, wenn alle Völker nach Jerusalem kommen werden, um dem Vater ein reines Opfer darzubringen. Aber wir, als die Priesterschaft im Tempel des Herrn, sollten heute die ersten sein, Gott, unserem Vater, ein solch reines Opfer darzubringen. Das ist ein Vorrecht, ein Geschenk Gottes an die Priesterschaft. Es ist unser Privileg, Christus zu gewinnen. Denkt nicht: „Oh, es ist der Tisch des Herrn – ich muss wieder etwas bringen. Das ist so mühsam und beschwerlich.“ Wenn das deine Einstellung ist, bringe lieber nichts mit. Komm einfach. Gott wird niemanden zwingen, etwas mitzubringen. Wir bringen eine Gabe, weil wir unseren himmlischen Vater lieben. Er hat so viel für uns getan! Er hat uns gerettet, uns wiedergeboren und uns seinen Heiligen Geist gegeben, der in uns wohnt. Wir wurden alle in Sünde geboren und hatten nichts, was ihm gefallen könnte – genau wie Jakob. Aber der Herr wirkt an uns, um uns zu Israel umzuwandeln. Ich frage den Herrn oft: „Wer bin ich, dass du mich gerettet und erwählt hast und für mich gestorben bist?“ Sind wir so kostbar? Ja, in den Augen Gottes sind wir sehr wertvoll. Deshalb hat er gesagt: „Dennoch habe ich Jakob geliebt“ (Mal. 1:3a) und „… groß soll mein Name unter den Heidenvölkern sein! spricht der Herr der Heerscharen“ (Mal. 1:11b).

„Ihr aber entheiligt ihn [meinen Namen]“ (Mal. 1:12a). Wie kann die Welt an den Herrn Jesus Christus glauben, wenn wir uns als Christen nicht von den Ungläubigen unterscheiden, und genauso leben wie sie? Wir tun dieselben Dinge wie sie, und lieben auch dieselben Dinge, die sie lieben. Sie sind weltlich und wir ebenso. Welchen Anreiz gibt es dann für sie, an den Herrn zu glauben? Die Gemeinde muss ein goldener Leuchter sein, der die Finsternis erleuchtet. Wenn wir, die wir glauben und gerettet sind, nicht scheinen, sondern uns so verhalten wie die Menschen der Welt, und wenn es uns gleichgültig ist, ob sie gerettet werden, warum sollten sie dann an unseren Gott glauben? „Ihr aber entheiligt ihn [meinen Namen] damit, dass ihr sagt: »Der Tisch des Herrn darf verunreinigt werden, und die Speise, die von ihm kommt, ist verachtenswert!« (Mal. 1:12). Das Wort Gottes ist sehr ernsthaft. Wer brachte denn verachtenswerte Speise als Opfer dar? War es Gott, der verunreinigte Speise für uns auf seinen Tisch gelegt hat? Nein, es waren diejenigen, die sagten, der Tisch des Herrn sei verachtenswert, die Priester. Sie waren tief gefallen – und wir sind nicht anders.

„Und ihr sagt: »Siehe, ist es auch der Mühe wert?« Und ihr verachtet ihn …“ (Mal. 1:13a). Wir müssen uns selbst fragen: Ist es mühsam und beschwerlich für uns, ein Opfer für den Vater vorzubereiten und die Feste des Herrn zu halten? Für uns ist es kein Problem, jeden Tag vorbereitet zur Arbeit zu gehen. Wenn du dies aber als mühsam empfindest und deinem Chef sagst, dass es für dich zu anstrengend sei und du es satt hast, zu arbeiten, dann wird er dich voller Entrüstung mit der Kündigung nach Hause schicken. Wenn du nun vor der Festversammlung vor dich hin seufzt und dir die Vorbereitung eines Wortes eine große Bürde ist, und du denkst, dass du es lieber anderen Brüdern überlässt, dann frage ich dich: Wer sind denn die Brüder, auf die du wartest? Du bist derjenige, der verantwortlich ist. Wer sonst soll die Speise zum Fest bringen?

„… und bringt Geraubtes und Lahmes und Krankes herbei und bringt so etwas als Opfergabe dar. Sollte ich das von eurer Hand wohlgefällig annehmen? spricht der HERR“ (Mal. 1:13). Ihr könnt euch nicht vorstellen, wieviel Böses sie dadurch taten, indem sie gestohlene, lahme und kranke Opfergaben darbrachten. Das betrifft auch uns. Ich hoffe, dass wir alle dieses Wort annehmen können und nicht beleidigt sind. Das ist Gottes Frage an jeden von uns. Seid ihr bereit, dieses Wort anzunehmen?

„Nein, verflucht sei der Betrüger, der in seiner Herde ein männliches Tier hat und ein Gelübde tut und dann doch dem Herrn ein verdorbenes opfert! Denn ich bin ein großer König, spricht der HERR der Heerscharen, und mein Name ist gefürchtet unter den Heidenvölkern“ (Mal 1:14). Sie wollten Gott betrügen! Wir brauchen eine göttliche Furcht vor dem Herrn! Am Anfang des Gemeindelebens berichtet uns die Apostelgeschichte, dass die Heiligen ihre Besitztümer verkauften und den Erlös in die Gemeinde brachten. Dort lebte ein Ehepaar, Ananias und Saphira, die einen Teil ihres Besitzes verkauften, aber etwas von dem Erlös für sich selbst behielten (vgl. Apg. 5:1-11). Als Ananias „den ganzen“ Erlös vor Petrus brachte, dachte er, er würde nur Petrus betrügen, aber in Wirklichkeit betrog er den Heiligen Geist. Petrus fragte ihn: „Warum hat der Satan dein Herz erfüllt, dass du den Heiligen Geist belogen hast …“ (Apg. 5:3a). Er sagte nicht: „Warum hast du mich belogen?“, denn er war nur Petrus, ein Mensch. Aber warum hast du den Heiligen Geist belogen? Du kannst dein Eigentum behalten oder weggeben, wie du möchtest; du musst Gott nicht alles geben. Aber warum hast du den Heiligen Geist belogen? Das war sehr töricht, denn vor Gott ist nichts verborgen – er weiß alles! Da fiel Ananias auf der Stelle tot um. Später kam seine Frau und redete auf die gleiche Weise; beide mussten hinausgetragen werden. Es ging nicht darum, dass sie nicht den ganzen Erlös weggegeben haben – man kann dem Herrn geben, was man will – aber man darf ihn nicht belügen. Gott kann man nicht betrügen. Tut das nicht! Gebt ihm die Ehre. Er ist der allmächtige Gott, er hat alles geschaffen, und alles gehört ihm. Nichts ist vor seinen Augen verborgen; er kennt alle Dinge aus der Vergangenheit und von der Zukunft, und er erforscht unsere Herzen.

„… und mein Name ist gefürchtet unter den Heidenvölkern“ (Mal. 1:14b). Wenn sein Name unter den Völkern gefürchtet werden soll, wie viel mehr muss sein Name unter uns, die wir den Herrn kennen, gefürchtet werden. Die Völker fürchten Gott heute nicht. In gewisser Weise kann ich es ihnen nicht verdenken, denn sie kennen Gott nicht und glauben auch nicht an seine Existenz. Aber wir kennen Gott! Deshalb hat Gott zu Beginn gesagt: „… wo ist meine Ehre … wo ist die Furcht vor mir?“ (Mal. 1:6).

Gott weist die untreuen Priester zurecht

Der HERR sagte den Priestern in Maleachi 1, dass sie seinen Namen verächtlich machten: „Aber ihr fragt: »Womit haben wir deinen Namen verächtlich gemacht?« (V. 6). Die Priester waren sich nicht einmal darüber bewusst was sie taten. Das Gleiche gilt für uns heute: „Herr, du sagst, wir verachten deinen Namen, aber jeden Sonntag, wenn wir zusammenkommen, scheint es doch, dass wir deinen Namen ehren.“ Aber das ist nur am Sonntag – und vielleicht ehren wir Gott nicht einmal am Sonntag, weil wir nur aus Gewohnheit zur Versammlung kommen: „Oh, es ist Sonntag, und ich muss zur Versammlung gehen.“ Von Montag bis Samstag tun wir aber, was wir wollen. Ihr meint vielleicht, dass Gott nicht weiß, was ihr tut und dass ihr ihn täuschen könnt. Der Herr Jesus sagte in Matthäus 15:8: „Dies Volk ehrt mich mit den Lippen, doch ihr Herz ist weit entfernt von mir.“

Sie verachten den Tisch des Herrn

Die Priester fragten: „Womit haben wir deinen Namen verächtlich gemacht?“ Der Herr antwortete: „Damit, dass ihr auf meinem Altar verunreinigtes Brot darbringt! Aber ihr fragt: »Womit haben wir dich verunreinigt«? „Damit, dass ihr sagt: „Der Tisch des HERRN ist verachtenswert!“ (Mal. 1:7). In ihren Herzen verachteten sie den Tisch des Herrn. Die Versammlung mag 1–2 Stunden gehen und ihr schaut ständig auf die Uhr. Und wenn die Versammlung dann zwei Stunden dauert, stöhnt ihr: „Oh, wie lange noch?“ Viele Christen tun das und verachten dadurch den Tisch des Herrn. Du nimmst zwar an seinem Tisch teil, aber du weißt nicht einmal, was du da isst und trinkst. Lest noch einmal 1.Korinther 11. Der Herr war sehr zornig über die Gemeinde in Korinth, denn als sie zum Tisch des Herrn kamen, nahmen sie ihre eigene Mahlzeit und den Tisch des Herrn gleichzeitig. Der Herr sagte, dass sie sich selbst zum Gericht aßen und tranken (vgl. 1.Kor. 11:29). Aus diesem Grund waren viele von ihnen krank, und einige starben sogar. Dem Herrn wäre es lieber, jemand würde die Türen zuschließen, damit sie den Tisch des Herrn nicht mehr halten könnten (vgl. Mal. 1:10), denn es ist besser, ihn gar nicht zu halten, als so, wie sie es taten! Bedenkt, dass wir es mit dem großen, lebendigen Gott zu tun haben.

„Und wenn ihr ein blindes Tier zum Opfer bringt, ist das nichts Böses“ (Mal. 1:8a). In 2., 3. und 5.Mose verlangt Gott, dass jedes Opfer, das ihm dargebracht wird, makellos sein muss. Du sollst ihm kein Lamm bringen, dem ein Ohr oder ein Fuß fehlt, oder ein krankes Lamm, das du selbst nicht essen oder aufziehen würdest. Der Herr sagte: „Wenn ihr ein blindes Tier zum Opfer bringt“ – selbst wenn es nur auf einem Auge blind ist, ist es fehlerhaft – „ist das nichts Böses?“ In den Augen Gottes ist es böse, weil dieses Tieropfer Christus repräsentiert, und Christus ist vollkommen. Er ist das Lamm ohne Fehler; in ihm gibt es keine Sünde. Unser Herr ist vollkommen, wie kann man also etwas, das nicht vollkommen ist, Gott darbringen? Gott wird es niemals annehmen. Er ist Gott. „Und wenn ihr ein lahmes oder krankes darbringt, ist das auch nichts Böses? Bringe es doch deinem Statthalter! Wird er Wohlgefallen an dir haben oder dich freundlich beachten? spricht der HERR der Heerscharen“ (Mal. 1:8b). Der Herr spricht in unserer Sprache – in einer Sprache, die jeder verstehen kann.

„Und nun besänftigt doch das Angesicht Gottes, damit er uns gnädig sei! Wird er, weil so etwas von eurer Hand geschehen ist, jemand von euch freundlich beachten? spricht der HERR der Heerscharen.“ (Mal. 1:9). Als der Herr auf dieser Erde war, wusste er, dass der Vater auf ihn hört und seine Gebete beantwortet, weil er immer das tat, was dem Vater wohlgefällig war (vgl. Joh. 8:29). Angenommen, du tust immer Dinge, die dem Vater nicht gefallen, und plötzlich brauchst du ihn und bittest ihn: „Herr, hilf mir! Tue das für mich!“ Dann wird er dir antworten: „Ich habe so oft zu dir geredet, aber du hast nicht auf mich gehört! Und jetzt, wo du etwas brauchst, kommst du zu mir?“ Kein Wunder, dass er oft „nein“ sagt, wenn wir ihn um etwas bitten.

Gottes Empörung über das entwürdigende Verhalten der Priester

„Wäre doch nur einer unter euch, der die beiden Torflügel zuschlösse. „Der Herr würde es vorziehen, wenn die Tür der Versammlungshalle – oder seines Tempels zu jener Zeit – geschlossen würde, „… damit ihr nicht umsonst auf meinem Altar Feuer anzündet!“ (Mal. 1:10a). In dieser Situation würde alles, was wir für Gott tun würden, vergeblich sein, weil Gott es nicht annehmen würde. Wenn du dich z.B. verlobst und deiner Verlobten einen gefälschten Diamanten schenken würdest, würde sie die Verlobung auflösen. Wir müssen Gott das geben, was ihm zusteht, etwas Echtes. Bringt ihm nicht einfach irgendetwas „in letzter Minute“; er wird es nicht annehmen.

„Ich habe kein Gefallen an euch, spricht der Herr der Heerscharen“ (Mal. 1:10b). Gott hat nur Gefallen an seinem geliebten Sohn. Gott, der Vater, hat mehrmals gesagt: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe“ (Mt. 3:17; 17:5; 2.Petr 1:17). Wenn wir Gott, unserem Vater, als ein Opfer irgendetwas anderes bringen als seinen Sohn, wird er keine Freude daran haben. Wir müssen wissen, worüber er sich freut. Es ist nicht einfach, die Priesterschaft zu praktizieren. Aber jetzt ist es an der Zeit, dass wir wirklich wissen, was Gott von uns verlangt. Gott sagt sehr deutlich: „und die Opfergabe, die von euren Händen kommt, gefällt mir nicht!“ (Mal. 1:10c). Selbst das Futter für einen Hund muss zubereitet werden; der Hund wird kein in Sojasoße gedipptes Papier fressen wollen, weil es kein richtiges Futter ist. Und wir bringen Gott ein Opfer dar. Meint ihr, Gott weiß nicht, was wir ihm darbringen? Bringt also nicht einfach irgendetwas mit, sondern bereitet es sorgfältig vor! Deshalb nehmt die Empfehlung in Lied 495 ernst: „Möge der Geist uns täglich lehren, die Opfer zu bereiten.“ Für unsere Opfergaben brauchen wir Vorbereitung!

Den Tisch des Herrn nicht verachten

Das Volk fragte Gott: „Womit haben wir dich verunreinigt?“ Gott antwortete: „Damit, dass ihr sagt: Der Tisch des Herrn ist verachtenswert“ (Mal. 1:7). Wir feiern den Tisch des Herrn an jedem Tag des Herrn. Mit welcher Haltung erscheinen wir? Wenn ihr zusammenkommt, singt ihr dann einfach eure Lieblingslieder bis die Zeit um ist, sprecht ein paar Gebete, brecht das Brot und geht dann nach Hause? Ist euer Herz wirklich bereit, die Feste des Herrn zu halten, oder kommt ihr ohne Vorbereitung, so wie ihr seid? Verlasst ihr euch darauf, dass andere ein Lied aufrufen oder darauf, dass der „leitende“ Bruder einen Abschnitt aus der Schrift vorbereitet hat, während alle anderen nur abwarten, was als nächstes geschieht? Seid ihr euch dessen bewusst, was ihr da esst oder ist es für euch einfach ein kleines Stückchen Brot? Das ist für alle Beteiligten unbefriedigend. Der Herr sagte zu seinem Volk: „Ihr sagt: Der Tisch des Herrn ist verachtenswert“, weil der Tisch des Herrn für sie zur Routine geworden war – sie waren abgestumpft und empfindungslos geworden. Der Tisch des Herrn wurde zu etwas Gewöhnlichem, wie in 1.Korinther 11, wo sie das Abendmahl zusammen mit ihrem Abendessen einnahmen und den Unterschied zwischen den beiden nicht mehr erkennen konnten. Manche waren sogar betrunken und warteten mit dem Essen nicht auf die anderen. Und was geschah mit ihnen? Viele wurden krank, und etliche von ihnen starben sogar. Sie vermischten den Leib Christi mit ihren Mahlzeiten, und das war sehr tragisch.

Empfinden wir noch Vorfreude, wenn wir zum Tisch des Herrn kommen, oder ist es etwas Gewöhnliches geworden, eine Routine, die wir jeden Sonntagmorgen um 10:00 Uhr abhalten? Haben wir etwas vorbereitet? Haben wir unser Herz vorbereitet? Wir beten: „Ich danke Dir, Herr, dass Du für mich gestorben bist. Dein Leib wurde gebrochen.“ Ihr dankt dem Herrn nicht einmal für den Kelch und trinkt daraus, ohne zu wissen, was ihr da trinkt und ohne das Verlangen, die vielen Segnungen, die dieser Kelch beinhaltet, zu erfahren. Der Kelch ist das Blut des Bundes, das alle Segnungen des neuen Bundes mit sich bringt! Wisst ihr es zu schätzen, dass alle eure Sünden vergeben sind, dass Gott im neuen Bund gesagt hat: „… und ihrer Sünden werde ich gewiss nicht mehr gedenken“ (Hebr. 8:12b). Verspürt ihr den Wunsch, dass Gott seine Gesetze in euer Herz und in euren Denksinn schreiben will? Habt ihr die Zuversicht, dass ihr durch das ungesäuerte Brot den ganzen Sauerteig ausfegen könnt? Und diese Versammlung wiederholt ihr jede Woche. Wird euer Leben durch die Vorbereitung zum Tisch des Herrn nachhaltig verändert? Wenn nicht, wäre das gleichbedeutend mit „den Tisch des Herrn zu verachten“. Es erinnert euch nicht an den Herrn und was er getan hat, damit ihr in der kommenden Woche die Wirklichkeit aller Feste erfahren könntet.

Manche Geschwister waren gekränkt, als ich sagte, dass Singen nicht die wahre Anbetung ist, die sich Gott von uns wünscht. Natürlich ist Singen gut, wobei die Engel wahrscheinlich noch besser singen können. Aber glaubt ihr, dass Gott froh und zufrieden ist, wenn er sich eine Stunde lang unseren Gesang angehört hat? Andererseits, wenn ihr singt, singt ihr es dann für Gott oder singt ihr es, weil euch das Lied gefällt und ihr selbst Freude daran habt? Fragt Gott, was er dazu meint!

Der Tisch des Herrn ist heilig. Es ist ein wunderbarer Tisch, der uns all die Feste zeigt, die von Christus erfüllt wurden, damit wir seinen Reichtum darin erfahren. Wir sollen nicht nur Kenntnis über die Feste haben und uns an sie erinnern, sie dienen vielmehr unserer Erfahrung. Warum halten wir das Passahfest, wenn wir nur oberflächlich sagen: „Lobe den Herrn für das Lamm Gottes“, aber dann in Ägypten bleiben und die Welt lieben? Es gibt so viele weitere Aspekte des Passahfestes, die wir erfahren können: durch das Rote Meer ziehen, in das gute Land hineinkommen, Gottes Plan erfüllen. Das Fest der ungesäuerten Brote heißt auf Chinesisch „Fest des Sauerteigausfegens“. Nun, liebe chinesische Geschwister, seid ihr durch dieses Brot gestärkt, damit ihr in der ganzen kommende Woche den Sauerteig aus euren Herzen ausfegen könnt? Wenn nicht, wozu esst ihr dann dieses Stück ungesäuertes Brot? Mir gefällt der chinesische Ausdruck für dieses Fest, denn es geht nicht nur darum, das ungesäuerte Brot zu essen, sondern hauptsächlich darum, den Sauerteig aus uns auszufegen. Wenn wir das ungesäuerte Brot nicht essen, sind wir nicht stark genug, den Sauerteig auszufegen. Genauso wie man nicht frische Luft einatmen kann, ohne vorher die verbrauchte Luft auszuatmen. Es muss ein ständiger Austausch stattfinden. Der Herr ging sehr streng mit dem Volk Israel um. Er sagte ihnen, dass diese sieben Tage, also eine ganze Woche lang, kein Sauerteig in ihren Häusern gefunden werden dürfe. In wessen Haus man Sauerteig finden würde, der würde aus dem Volk Israel ausgerottet werden (vgl. 2.Mo. 12:18-20). Doch leider nehmen wir dieses Wort nicht ernst. Deshalb gibt es noch so viel Sauerteig in uns: Bosheit, Schlechtigkeit, alle unsere religiösen Vorstellungen, die Begierde des Fleisches, Habsucht und viele weitere Dinge, die in unseren Herzen verborgen und noch nicht ausgefegt sind. Kein Wunder, dass unser Christenleben oft noch voller Schwierigkeiten ist!

Ferner gibt es noch das Erstlingsfest – weckt es in euch den Wunsch, eine Erstlingsfrucht zu werden, die Kraft seiner Auferstehung zu erfahren, den Tod zu überwinden und aus dem Grab herauszukommen? Wenn wir den Tisch des Herrn vorbereiten, muss jeder Priester in der Priesterschaft ein Bewusstsein für jedes dieser wunderbaren Feste haben.

In der Übergangszeit vor dem Kommen des Herrn möchten wir allen Heiligen helfen, zu erkennen, wie notwendig für das Halten aller sieben Feste ist – vom Passahfest bis zum Laubhüttenfest. Wenn ihr euch auf das Kommen des Herrn vorbereitet, lebt ihr dann in Hütten? Das bedeutet nicht, dass ihr ein Zelt neben der Straße aufschlagen sollt. Bitte tut das nicht. Aber in eurem Herzen müsst ihr so leben, als würdet ihr in einem Zelt oder in Laubhütten wohnen, so wie Paulus es in 1.Kor. 7:29-31 sinngemäß schrieb: Wer hat, lebe so, als hätte er nichts; wer verheiratet ist, lebe so, als wäre er nicht verheiratet. Das heißt nicht, dass ihr denken sollt: „Ich will nicht mehr verheiratet sein“. Ihr könnt verheiratet sein, aber eurer Herz ist rein und für den Herrn. Ihr seid durch nichts gebunden. Ihr habt vielleicht ein schönes Zuhause, aber in euren Herzen bindet euch dort nichts. Ihr lebt wie ein Mensch, der in Hütten wohnt – aber vollauf zufrieden. Auf diese Weise haltet ihr das Laubhüttenfest vor dem Kommen des Herrn. Andernfalls werdet ihr bei seiner Wiederkunft wie Lots Frau sein, deren Herz immer noch an der brennenden Stadt hing. Dann wird der Herr sagen: „Ihr könnt genauso gut zurückgehen und versuchen, das Feuer zu löschen und zu retten, was ihr könnt.“ Haltet das Laubhüttenfest!

Der Tisch des Herrn und alles, was mit ihm zu tun hat, ist heilig. Was der Herr uns gegeben hat ist kostbar. Der ganze wunderbare Reichtum Christi ist in diesem Tisch enthalten, genau wie Melchisedek Abraham mit Brot und Wein erschien. Denkt nicht: „Ist das alles, was wir haben – ein kleines Stück Brot und ein kleiner Kelch?“ Ja, das ist alles! Das ist alles, was wir brauchen. Wenn der Herr euch die Augen für die Bedeutung und die Wirklichkeit dieses Brotes öffnet, werdet ihr erkennen, wie reich dieser Tisch ist und überfließen vor Dankbarkeit. Im Haus Gottes brauchen wir nichts anderes als die Wirklichkeit dieses Brotes und den Kelch der Segnungen.

Zusammen mit den Festen am Tisch des Herrn bringen wir dem Vater die Opfer aus Liebe und Dankbarkeit. Die Feste sind durch Jesus Christus von Gott für uns bereitet zu unserer Erfahrung und zu unserem Genuss. Die Opfer bestehen aus dem Reichtum Christi, den wir erfahren haben, um ihn Gott zu seinem Genuss und zu seiner Zufriedenheit darzubringen. Das ist ein wunderbarer Kreislauf – etwas kommt von Gott durch Christus zu uns herab, und etwas geht von uns durch Christus zum Vater hinauf. Wir können nicht erwarten, dass immer nur etwas von oben herabkommt, während nichts hinaufgeht. Gott ist sehr vernünftig.

Gott Respekt und Ehre geben

Gott sprach zu den Priestern: „Ein Sohn soll seinen Vater ehren und ein Knecht seinen Herrn! Bin ich nun Vater, wo ist meine Ehre?“ (Mal. 1:6a). Es ist normal, dass ein Sohn seinen Vater ehrt und ein Knecht seinen Herrn. Sogar ein Hund gehorcht seinem Herrn, und ein Esel kennt seinen Herrn. Aber sein Volk kennt ihn nicht (vgl. Jes. 1:3). Wie gut kennst du den Herrn? Du könntest jetzt antworten: „Ich kenne die Bibel … Der Herr ist mein Hirte …“, aber kennst du ihn wirklich? Wenn du ihn nicht als deinen Vater kennst, wirst du nicht wissen, wie du ihn verehren kannst. Gott fragt: „Wo ist meine Ehre?“ Ehrst du Gott als deinen Vater? Antworte nicht zu schnell mit „Ja“, denn die nächste Frage lautet: „Wie ehrst du Gott als deinen Vater?“ Wenn der Vater zu dir sagt: „Tue das nicht“, antwortest du: „Warum nicht? Es gefällt mir.“ Wenn du Gott ehrst, erweist du ihm Achtung und demütigst dich vor ihm. Wie oft kniest du vor ihm nieder mit aufrichtigem Herzen voller Demut und erniedrigst dich? Das bedeutet nicht, dass wir jedes Mal niederknien müssen, aber es steht geschrieben: „… mir soll sich jedes Knie beugen, und jede Zunge soll Gott bekennen …“ (Röm. 14:11). Wie oft beugst du deine Knie, um unserem Vater die Ehre zu geben? Er ist Gott und nicht nur unser Vater! Und unser Vater ist der Schöpfer, der allmächtige Gott, der alles geschaffen hat, der auch uns gemacht, gerettet wiedergeboren und uns sein Leben gegeben hat und alles, was wir brauchen! Solch ein großer Gott ist er! Aber wie viel Respekt erzeigen wir ihm?

Wie kommt ihr zur Versammlung? Seid ihr barfuß, oder kommt ihr im Schlafanzug zur Zoom-Versammlung und schaltet eure Kamera einfach aus? Ist das Ehrfurcht vor Gott? Macht es einen Unterschied, ob ihr persönlich zum Tisch des Herrn kommt oder über Zoom teilnehmt? Ganz gleich zu welcher Versammlung wir kommen, aus Ehrfurcht vor Gott sollten wir immer so kommen, als würden wir vor Gott und vor den Heiligen erscheinen. Dadurch ehren wir Gott. Ich sitze nicht einfach nur vor der Kamera, sondern ich habe Gemeinschaft mit den Heiligen vor dem lebendigen Gott! Wenn der fünfundvierzigste Präsident der USA uns ins Weiße Haus einladen würde, würden wir wahrscheinlich unseren besten Anzug anziehen und womöglich noch eine neue Krawatte kaufen. Mit Sicherheit würden wir nicht in unseren bequemen Pantoffeln und in einem löchrigen T-Shirt vor den anwesenden Ehrengästen erscheinen. Wie viel weniger können wir vor Gott so auftreten, denn er ist der große König! Wir wollen ihm Ehre entgegenbringen, nicht nur in unserem Sprechen, sondern auch im praktischen Ausdruck.

Auf den Philippinen hat ein Pastor, der oft Scherze macht, vor seiner Kirchengemeinde geprahlt, dass man als Christ versagt habe, wenn man nicht schon mit 40 Jahren Millionär ist und seine Frau rund um die Welt geführt habe. Alle haben gelacht, aber was meint ihr, wie Gott sich dabei gefühlt hat? Das ist keine Ehre, sondern eine Schande für Gott, unseren Vater. Oftmals ehren wir in den Gemeinden mehr die Menschen, als Gott. Am Ende ersetzt der „Prediger“ Christus, und niemand kümmert sich darum, was der Herr sagt – sondern nur um das, was diese Person sagt. „… Bin ich nun Vater, wo ist meine Ehre? Bin ich Herr, wo ist die Furcht vor mir? spricht der HERR der Heerscharen zu euch Priestern, die ihr meinen Namen verächtlich macht. Aber ihr fragt: „Womit haben wir deinen Namen verächtlich gemacht?“ (Mal. 1:6). Sie gaben Gott keine Ehre und fürchteten auch seinen Namen nicht. Deshalb tadelte Gott sie mit Nachdruck.

Der Herr sagte weiter: „… Ihr bringt verunreinigtes Brot auf meinem Altar dar“ (vgl. Mal. 1:7a). Wenn Geschwister zu euch nach Hause kommen, bereitet ihr lecker schmeckende Speisen zu und nicht den alten Kuchen von vor einem Monat und kalten Kaffee, denn ihr habt eure Geschwister lieb. Wenn sich der Präsident zu einem Besuch in eurem Haus ansagen würde, würdet ihr jeden Tag darüber nachdenken, was ihr alles tun müsst, um euch auf seinen Besuch vorzubereiten und vielleicht sogar ein neues Geschirr mit Goldrand kaufen. Ihr würdet nicht altes Geschirr mit Macken und Sprüngen und Reste vom Brathähnchen auf den Tisch stellen, sondern euch Zeit nehmen, das beste Essen zu kochen!

Welcher Art sind die Opfergaben, die wir als Priester vor Gott bringen? Ist es eine Vorbereitung in letzter Minute am Samstagabend, wenn wir nur noch etwas Übriggebliebenes, Reste, für den Vater finden. Dadurch zeigen wir, dass wir kein Herz für ihn haben. Für Gott bedeutet das: „Du verachtest mich. Du erzeigst mir keine Ehrfurcht. Ich bin ein großer Gott, ein großer König, der, der ist, der war und der kommt, der Allmächtige, der Herr der Heerscharen! Ich bin der Schöpfer des Himmels und der Erde, alles gehört mir!“ Lasst uns ihm nicht einfach irgendetwas bringen, sondern bereiten wir das Allerbeste mit Sorgfalt für ihn vor!

Dein Bestes mag vielleicht nicht so großartig sein, vielleicht nur eine Turteltaube, doch das ist ausreichend. Wenn es das Beste ist, was du hast, und du es mit Liebe vorbereitet hast, wird Gott es schätzen. Du verachtest den Namen des Herrn nicht, wenn du eine echte, gute, geistliche Turteltaube mitbringst. Erinnert ihr euch an die Witwe, die ihre letzten zwei Münzen in den Schatzkasten legte? Das scheint nicht viel zu sein. Wenn du eine Million Dollar in der Tasche hast und nur 1000 Dollar einlegst, sind diese 1000 Dollar nicht viel. Aber diese Witwe gab Gott alles, alles was sie noch hatte, und der Herr schätzte das sehr (vgl. Mk. 12:42-44). Es geht nicht darum, Gott etwas Großartiges zu bringen, sondern darum, ihm mein Allerbestes zu geben. Dein Bestes mag sich von dem eines anderen unterscheiden, aber du bringst das Beste, was du hast. Lernt, euch darauf vorzubereiten. Schüttelt nicht einfach etwas aus dem Ärmel wie ein Zauberer, denn wenn ihr so mit Gott umgeht, verachtet ihr seinen Namen.

Gott sagte: „Ihr bringt verunreinigte Speisen auf meinem Altar dar, aber ihr fragt: womit haben wir dich verunreinigt?“ (vgl. Mal. 1:7). Wir sind uns der Verunreinigung nicht einmal bewusst, weil wir uns schon daran gewöhnt haben. Leider sind wir faul und nehmen uns keine Zeit, Christus zu erfahren. Und wenn wir ihn schnell ein wenig erfahren haben, denken wir: „Das bringe ich jetzt Gott.“ Dabei gäbe es viele andere und bessere Möglichkeiten, Christus zu erfahren, aber das ist uns nicht so wichtig. Hauptsache wir haben irgendetwas, das wir Gott bringen können. Aber für Gott ist das keineswegs akzeptabel.

Es gibt für uns Christen viele Möglichkeiten, um Gott zu dienen, aber ihr müsst dafür nicht unbedingt heilig sein. Ihr könnt zum Beispiel weit weg in die Mission gehen, um das Evangelium zu predigen. Alles, was ihr dafür benötigt, ist das Evangelium und euren Mund, um den Menschen die frohe Botschaft zu verkündigen. Dies setzt nicht voraus, dass ihr heilig seid. Viele große Prediger kamen sogar ins Gefängnis, weil sie betrogen, Geld gestohlen und andere ungerechte Dinge getan haben. Paulus berichtete, dass einige aus Neid und Streit das Evangelium gepredigt und mit ihm konkurriert haben um ihn damit zu betrüben. Doch sein Herz war so weit und tolerant, dass er sich sogar freute, solange sie nur Christus predigten (vgl. Phil 1:15-18). Ihr könnt vielleicht schöne Lieder für Gott singen. Dazu braucht ihr nur eine gute Stimme und ein Liederbuch – auch das erfordert keine Heiligkeit. Wir können also viele Dinge für Gott tun, ohne heilig zu sein. Aber bei unserem priesterlichen Dienst ist das unmöglich, sonst verunreinigen wir das Heiligtum. Gott wird sagen: „Das ist nicht akzeptabel, es tut mir leid.“

Ohne unsere Heiligung kann der Priesterdienst unmöglich ausgeführt werden. Gott erwartet von den Priestern, dass sie heilig sind und alles gemäß seinem Willen tun. Erinnert euch an Nadab und Abihu, die beiden Söhne Aarons, die an heiliger Stätte Räucherwerk verbrannten (vgl. 3.Mo. 10:1-3). Sie dienten nicht nach Gottes Anweisung, darum kam Feuer von Gott herab und verzehrte sie. Heute werden wir nicht sofort von Feuer verzehrt, aber wir sterben geistlich. Aaron durfte nicht einmal um seine beiden älteren Söhne trauern, denn erstens gab Gott ihnen keinen Auftrag zum Räuchern, und zweitens benutzten sie fremdes Feuer. Wenn wir Gott als Priester dienen wollen, dürfen wir dies nicht nach eigenen Vorstellungen tun. Als David versuchte, die Bundeslade in die Stadt Davids zu bringen, tat er es nicht Gott gemäß – anstatt die Priester die Lade tragen zu lassen, benutzte er einen neuen Wagen, der von Rindern gezogen wurde. Als die Rinder plötzlich ausglitten, hielt Ussa die Lade mit der Hand fest, damit sie nicht herunterfällt. Deshalb schlug Gott ihn dort, und er starb auf der Stelle (vgl. 2.Sam 6:1-7). Wir sehen hier eindrücklich, dass alles, was mit dem Dienst der Priesterschaft zu tun hat, heilig sein muss.

In Hesekiel 44 lesen wir, welche Anforderungen an die Priester gestellt werden. Bevor sie für ihren Dienst das Heiligtum betreten, müssen sie die heiligen Kleider anziehen. Heiligkeit ist die zwingende Voraussetzung für die Priesterschaft. Für viele anderen Dinge muss man nicht heilig sein – was nicht bedeutet, dass wir nicht heilig sein sollten. Natürlich ist es am besten, immer heilig zu sein, aber die Anforderungen sind nicht so streng wie beim Priestertum. Deshalb schreibt Petrus, dass wir zu einem geistlichen Haus und einer heiligen und königlichen Priesterschaft aufgebaut werden (vgl. 1.Petr. 2:5, 9). Es ist also sehr wichtig, auf die Heiligkeit zu achten!

Gottes Wahl ist unwiderruflich

Epheser 2:1-4 sagt: „Auch euch, die ihr tot wart in euren Übertretungen und Sünden, in denen ihr einst gewandelt seid nach dem Zeitalter dieser Welt, nach dem Herrscher der Gewalt der Luft, dem Geist, der nun in den Söhnen des Ungehorsams wirkt, unter denen auch wir alle einst ein Leben führten in den Lüsten unseres Fleisches, indem wir den Willen des Fleisches und der Gedanken taten und von Natur Kinder des Zornes waren wie auch die anderen, hat Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, dennoch um seiner großen Liebe willen, mit der er uns geliebt hat, …“ . Gott, der reich an Barmherzigkeit ist und uns liebt, machte uns, die wir tot waren in Übertretungen und Sünden, lebendig. War Gott blind oder hat er die falschen Menschen auserwählt? Nein, wenn Gott jemanden liebt, bedeutet das nicht, dass diese Person bereits wunderbar, gehorsam und perfekt ist. Könnt ihr euch einer hervorragenden Tugend rühmen, um derentwillen Gott euch erwählen könnte? Niemand von uns kann sagen: „Ich bin in diesem Punkt so hervorragend – deshalb hat Gott mich erwählt.“

Gott erwählte Jakob, aber nicht weil er ein viel besserer Mensch als Esau war. Jakob war vielleicht ein wenig schlauer, weil er Esau austrickste, damit dieser ihm sein Erstgeburtsrecht verkaufte. Jakob war sehr raffiniert, so wie viele von uns auch. Wir wissen nicht, warum der Herr uns erwählt hat, aber, lobe den Herrn, er hat es getan! Seine Wahl ist unwiderruflich. Seine Wahl ist niemals falsch, denn er sieht nicht nur, wie unser Zustand jetzt ist, sondern auch, wie er in 80 Jahren und sogar nach dem Tausendjährigen Reich sein wird. In seiner Weisheit sieht er bereits die Umwandlung unserer Person. Wir fragen uns vielleicht, ob Gott mit uns die richtige Wahl getroffen hat. Aber das hat er sicherlich getan, denn Gott ist nicht wie wir, die sogar innerhalb von 5 Minuten ihre Meinung ändern. Lobt den Herrn, er hat Jakob, das „Schlitzohr“, zu einem Fürsten Gottes gemacht! Er hat uns gefallene Menschen erwählt, um uns bis zum Äußersten zu retten und uns zu Königen und Priestern für sich zu machen. Das ist gewiss keine einfache Aufgabe. Aber für Gott ist nichts zu schwer oder zu schwierig.

Dass Gott uns erwählt hat, zeigt, dass er uns liebt und uns umwandeln kann! Je früher damit begonnen wird und je größer unsere Bereitschaft zur Zusammenarbeit ist, desto besser. Philipper 2:12-13: „Daher, meine Lieben, wie ihr ja allezeit gehorsam gewesen seid, bewirkt eure eigene Errettung mit Furcht und Zittern bis zur Vollendung, nicht nur wie in meiner Anwesenheit, sondern nun viel mehr in meiner Abwesenheit, denn Gott ist es, der in euch beides wirkt, das Wollen und das Wirken, für sein Wohlgefallen.“ Wir meinen vielleicht, dass wir diejenigen sind, die wirken, aber es ist Gott, der wirkt, weil er uns liebt. Er möchte uns zur Vollendung bringen. Gott möchte ein Volk, das eine heilige Nation und ein Königreich von Priestern ist. Für viele christliche Werke brauchen wir nicht vollkommen sein; aber die Priesterschaft benötigt ein besonderes Training, da sie eine besondere Aufgabe zu erfüllen hat.

Leider sind viele von uns nicht willig, mit Gott zusammenzuarbeiten. Wir sind genau wie die Nation Israel, ein halsstarriges Volk. Wenn man einen steifen Nacken hat, kann man sich nicht wenden. Der Herr mag sagen: „Ich stehe hinter dir. Ich spreche mit dir!“ Aber wir können unseren Kopf nicht wenden, d. h. wir können nicht Buße tun. Als Gott im Buch Offenbarung zu Johannes sprach, wandte er sich sofort um. Aber mit einem steifen Nacken können wir uns nicht wenden, weil wir in unserem Herzen verhärtet sind. Kein Wunder, dass im Hebräerbrief geschrieben steht: „Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verhärtet eure Herzen nicht“ (Hebr. 3:7-8, 15; 4:7). Wenn unser Herz einmal beginnt, sich zu verhärten, bleibt es nicht aus, dass es sich weiter verhärtet, und am Ende können wir nicht mehr umkehren. Aber lobt den Herrn, wir sind wie Jakob und er will uns so verändern, dass wir zu einer heiligen und königlichen Priesterschaft werden. Das ist ein wunderbares Ziel. Daher redete er am Ende im Buch Maleachi nicht nur allgemein zum Volk, sondern besonders zu der Priesterschaft.

Gottes Volk wurde taub gegenüber seiner Liebe. Als er zu seinem Volk sagte: „Ich habe euch geliebt“, reagierten sie so empfindungslos gegenüber seiner Liebe, dass sie ihn fragten: „Worin hast Du uns geliebt?“ (Mal. 1:2). Sie fühlten oder erkannten seine Liebe nicht – sie müssen sehr verhärtet gewesen sein. Möge der Herr uns heute barmherzig sein, dass wir auf sein Sprechen hören!

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