Wehe dir, Ariel, Ariel!

Die Krankheit Ephraims (das sind die 10 Stämme Israels im Norden) breitete sich nach Juda im Süden aus. Sie begann im Norden mit den zehn Stämmen Israels und kam dann nach Jerusalem, zu Ariel, herunter. Ariel bedeutet „der Löwe Gottes“. In einem guten Sinn ist die Gemeinde der Löwe Gottes, der, wie der Herr, siegreich ist. Unser Herr ist ja der Löwe aus dem Stamm Juda. Er ist siegreich gegen den Feind. Genauso sollte es auch heute mit der Gemeinde der Gläubigen sein. Wenn die Gemeinde mit Gott dem Vater versöhnt ist und vor ihm steht, dann ist sie wie ein Löwe. Sie ist siegreich über den Feind Gottes. Satan ist wie ein brüllende Löwe, aber er ist kein echter Löwe. Jakobus sagte: „Seid darum Gott untertan; widersteht aber dem Teufel, so flieht er von euch“ (Jakobus 4:7). Satan ist also wie ein fliehender Löwe ohne Zähne, der wegrennt wie eine Katze oder eine Maus.

Unser Herr ist der König, der Löwe aus Juda. Wir, die Gläubigen, sind die „kleinen“ Löwen, die ihm folgen. Die Gemeinde heisst Ariel, der Löwe Gottes. Ariel ist ein Name. Die Bezeichnung „Gemeinde“ hingegen ist kein Name, es ist nur eine Bezeichnung. Die Gemeinde sollte durch den siegreichen Christus ein Löwe sein, der gegen den Feind angeht. Doch in Jesaja 29:1 sagt Gott: „Wehe dir, Ariel“ – das bezieht sich auf Jerusalem, die Stadt Davids. Das heisst, dieses Wort gilt genauso für uns heute im Neuen Bund. Es gilt für die Gemeinde. Wir müssen dieses „Wehe“ Gottes gegen die Gemeinde also sehr ernst nehmen!

„Wehe dir, Ariel, Ariel, du Stadt, wo David lagerte! Fügt nur Jahr an Jahr und feiert Fest um Fest!“ Das bedeutet, dass sämtliche „Gottesdienste“ der Gemeinde zur Routine geworden sind. Sonntag für Sonntag tun wir Christen dasselbe. Wir wissen schon, wie alles abläuft und sind darin zu Experten geworden. Unsere Versammlungen sind nicht mehr frisch und lebendig – alles ist zur Tradition geworden. Wir kommen zur Versammlung, um zu singen; das ist für uns so wichtig geworden. Würde man uns das Liederbuch wegnehmen, könnten wir Gott nicht mehr anbeten. Wir würden nicht wissen, was wir jetzt machen sollen. Am schlimmsten ist, dass unser Gott in der Gemeinde gar nichts zu seiner Zufriedenstellung bekommt. So tadelt uns Gott: „Fügt nur Jahr an Jahr und feiert Fest um Fest!“ Die Versammlungen sollten wahre Feste voller Freude sein, doch hier läuft alles routinemäßig ab. Solche Gottesdienste haben für Gott gar keine Bedeutung. Paulus selbst ermaht uns, dass unsere Versammlungen wahre Feste sein sollten: „Darum lasst uns das Fest halten, nicht mit altem Sauerteig, auch nicht mit Sauerteig der Schlechtigkeit und Bosheit, sondern mit ungesäuertem Brot der Lauterkeit und der Wahrheit“ (1.Korinther 5:8). Das zeigt uns, alle Feste zur Zeit des Alten Bundes, die in 3.Mose 23 beschrieben sind, finden ihre Erfüllung in Christus im Neuen Bund. Die Gemeinde muss die Wirklichkeit von Christus als alle Feste genießen und erfahren. Doch leider sind die Gemeinden nicht mehr hungrig nach Christus als das wahre Fest und machen einfach mit ihrer Tradition weiter. Sie feiern „Fest um Fest“ aus Routine, ohne den lebendigen Gott. Das kann Gott nicht akzeptieren!

„Dann will ich Ariel bedrängen, dass Traurigkeit und Klage entstehen“ (Jesaja 29:2a). Wenn wir die Feste nicht in der Wirklichkeit Christi halten, werden wir im Gemeindeleben Probleme bekommen. Gott wird sie bedrängen. „…und sie [d.i. die Stadt Gottes, Jerusalem] wird mir zum Herd Gottes werden“ heisst es weiter. Im Hebräischen wird das Wort „Herd Gottes“ genau gleich ausgesprochen wie „Löwe Gottes“. Beides wird „Ariel“ ausgesprochen. Hier benutzt Jesaja ein Wortspiel, um zu zeigen, dass Jerusalem am Ende wie ein Herd brennen wird. Es sollte ein Löwe gegen den Feind sein, doch wegen ihrer Tradition, Routine und vielen anderen Problemen wird dieser Löwe nun zum Herd. Man kann sagen, der Löwe wird gegrillt! Das ist schrecklich. Ariel, der Löwe Gottes, wird zum Grill. Wenn die Gemeinde heute einfach in der Tradition bleibt und nichts Neues mehr vom Herrn ermpfangen kann, wird der Herr am Ende alles verbrennen. Denkt nicht, dass es Gott gefällt, wenn wir Jahr für Jahr, Woche für Woche dieselbe tote Sache veranstalten. Nein, wenn wir heute als Gläubige nicht Buße tun und die Wirklichkeit der Feste halten, wird Gott uns richten. Es gibt ein Gericht für uns Christen! Paulus zeigt uns genau dasselbe: „Wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden leiden; er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer hindurch“ (1.Korinther 3:15). Er spricht hier zu den Gläubingen in der Gemeinde. Wenn wir nicht umkehren und die wahren Feste halten, müssen auch wir eines Tages durchs Feuer hindurch. Mögen wir heute auf dieses „Wehe“ hören und schnell zu unserem Gott umkehren!