Maleachi – „Mein Bote“

Das Buch Maleachi ist das letzte Buch des sog. Alten Testaments. Es ist nicht bekannt, ob Maleachi der Name des Propheten war, oder ob der Prophet einen anderen Namen hatte, aber wer auch immer das Buch geschrieben hat, er war der Bote des Herrn. Maleachi bedeutet „ein Bote“, Botschafter oder Gesandter. In der Septuaginta ist es „Angelos“ – Engel – oder Bote. Was ist nun ein Bote? Ein Bote ist jemand, der die vom Absender gegebene Botschaft, und nicht seine eigene, überbringt. Das ist keine leichte Aufgabe, denn ein Bote muss treu sein. Wenn ein Bote die Botschaft liest, aber damit nicht einverstanden ist und sie ändert, dann ist er ein Betrüger und nicht länger ein treuer Bote. Um also ein treuer Bote zu sein, muss er die Botschaft, die der Herr ihm für sein Volk anvertraut, genau wiedergeben. Ein guter Bote muss auch den Absender genau kennen. Wenn ihr den Höchsten und die Botschaft, die er seinem Volk geben will, nicht kennt, welche Botschaft werdet ihr dann seinem Volk überbringen? Ihr müsst wissen, was im Herzen Gottes ist, und was er seinem Volk mitteilen will. Dazu müsst ihr Suchende sein; euer Herz muss rein sein und euer Verstand erneuert. Er muss zu euch sprechen können.

Aus diesem Grund hat der Herr in Offenbarung nicht zu den Gemeinden direkt gesprochen, sondern zu den Boten der sieben Gemeinden. Wenn die Boten treu sind, werden sie verkündigen, was der Herr zu ihnen spricht. Sie sollten Sterne in der rechten Hand des Herrn sein, und unter seiner Autorität stehen. Inmitten der Finsternis sollten die Sterne leuchten und dem Volk Gottes Weg weisen. Wenn die Boten jedoch nicht in der rechten Hand des Herrn sind, ist es leider so, dass sie ihre eigene Sache machen und schließlich selbst zum Herrn werden, genau wie der Papst. Offensichtlich waren die Boten in Offenbarung nicht treu, denn die Gemeinden folgten dem Herrn nicht. Mit der Zeit wurde das Wort „Älteste“ in „verantwortliche Brüder“ oder „leitende Brüder“ geändert. Der Begriff „leitender Bruder“ ist allerdings irreführend, weil die Person, die leitet, denken könnte, sie sei „jemand“, während die anderen „niemand“ sind und dem leitenden Bruder folgen, auch wenn er sie in die Irre führt. Wenn ihr einen „verantwortlichen Bruder“ habt, bedeutet das, dass nur eine Person verantwortlich ist, und alle anderen nicht? Was passiert, wenn der „Verantwortliche“ oder „Leitende“ falsch liegt? In der Gemeinde des Herrn sind wir alle dienende Brüder, weil wir Diener sind. Wir haben nur einen Leiter. Wir folgen dem Lamm, wohin es auch geht. Christus ist unser einziger Leiter, unser Meister: „Einer ist euer Führer“ (Mt. 23:8, 10). Im Gemeindeleben gibt es nur ein Haupt: Christus ist das Haupt über alle Dinge in der Gemeinde (vgl. Eph. 1:22). Du und ich haben nichts zu entscheiden und müssen ihn in allem fragen. Solch treue Boten braucht der Herr.

Wenn wir sein Sprechen empfangen, müssen wir als treue Boten das weitergeben, was er spricht. Füge kein Wort hinzu und nimm auch keines weg, sondern sei ein treuer Bote. Selbst wenn die Menschen nicht zuhören wollen, sollen wir trotzdem treu das Wort Gottes reden. Der Herr gab Hesekiel seine Botschaft für das Volk, obwohl er wusste, dass sein Volk ein halsstarriges Volk war (vgl. Hes. 2:3-5). Gott warnte Hesekiel sogar, dass ihre Sünden auf sein Haupt kommen würden, wenn er die Botschaft nicht weitergibt (vgl. Hes. 3:17-21). Sei also treu und rede, was Gott redet, ob die Menschen es hören wollen und einverstanden sind oder nicht. Normalerweise will niemand hören, was Gott zu sagen hat. Versteht sein Reden und seid treue Boten! Ändert die Botschaft des Herrn nicht, sondern sprecht treu, was er redet.

In Maleachi 1:1 lesen wir: „Dies ist der Ausspruch [oder: die Last], das Wort des HERRN an Israel, durch die Hand Maleachis.“ Das ist ein wunderbares Wort, nämlich Gottes aktuelles Sprechen zu jener Zeit. Wir müssen glauben, dass Gott in jedem Zeitalter das spricht, was er aktuell ausführen möchte, und nicht das, was er vor 10, 50 oder 500 Jahren getan hat. Was spricht Gott heute, wie lautet seine Botschaft an uns? Das Wort an Maleachi war das letzte Wort, das für eine lange Zeitspanne vor dem ersten Kommen unseres Herrn Jesus Christus gesprochen wurde. Gott hat danach erst wieder durch Johannes den Täufer gesprochen. Deshalb sagte Gott am Ende des Buches Maleachi, dass er seinen Boten senden wird – und bezog sich damit auf Johannes den Täufer (vgl. Mal. 3:1). Als Johannes der Täufer kam, wollten sie nicht auf ihn hören, weil ihr Denken krumm und verkehrt war. Das ist heute nicht anders: Nur selten kann man heutzutage etwas Vernünftiges und Wahrhaftiges hören. In allen Ländern verbreiten die Medien Lügen. Sie sind keine Botschafter der Wahrheit – man sollte sie nicht „Nachrichten“, sondern Lügner nennen. Aber wir Gläubigen sollten die Wahrheit kennen. Wenn wir das Evangelium an andere Menschen oder unsere Verwandten weitergeben, sollen wir die Wahrheit in Liebe sprechen. Das vermeidet Streitereien über richtig oder falsch. Wenn ihr treu seid, und die Wahrheit in Liebe redet, wird der Heilige Geist euch den Rücken stärken. Solches Reden bringt Gottes Kraft zum Ausdruck. Sie ist mächtig. Der Herr sagte in Johannes 8:32: „und ihr werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen“ – frei von Schleiern, Lügen und vielen Bindungen. Solche Boten braucht der Herr heute. Wenn dann die Leute zu euch sagen: „Ich glaube dir nicht … ich habe das anders gehört“, dann antwortet ihnen: „Was du gehört hast, war nicht die Wahrheit, aber was ich dir jetzt sage, ist die Wahrheit.“

Deshalb muss der Herr unsere Lippen heiligen, denn „aus der Fülle des Herzens redet der Mund“ (Mt. 12:33b). Der Herr muss uns ein reines Herz geben, und unser Verstand muss erneuert werden. Wir brauchen Ohren, die hören, was der Geist JETZT spricht, nicht was er vor vierzig oder fünfzig Jahren gesprochen hat. Das ist wichtig, denn wir leben heute in einer außergewöhnlichen Zeit. Seit über fünf Jahren reden wir über die Ausübung des Priesterdienstes, aber viele Menschen lehnen das ab. Wir reden über die wahre Anbetung, die besondere Anbetung, die Gott von seinem Volk erwartet. Es gibt viele andere Arten der Anbetung wie das Niederknien oder das Singen. Manche denken, dass das „Abba Vater“-Rufen, Anbetung sei; doch das ist Sohnschaft. Gott hat uns offenbart, dass die wahre Anbetung im Geist ist, mit der Wirklichkeit der Opfer, die wir dem Vater bringen (vgl. Joh. 4:23-24). Nach dieser Anbetung sehnt sich der Vater. Petrus sagte ganz klar, dass die Gemeinde ein geistliches Haus ist, eine heilige Priesterschaft, um dem Vater geistliche Opfer darzubringen, die ihm wohlgefällig sind durch Jesus Christus (vgl. 1.Petr. 2:5). Dieses Wort hat Gott gesprochen. Auch wenn die Menschen es nicht hören möchten – doch die Priesterschaft ist für Gott etwas ganz Besonderes. Während wir in diesen Tagen das Buch Maleachi durchnehmen, werdet ihr erkennen, dass der Dienst der Priesterschaft ganz anders ist als jedes andere Werk oder jeder andere Dienst für Gott. Seid ermutigt, vor euren Verwandten und Freunden Gottes Botschafter zu sein. Geht nicht nur hin, um euch mit ihnen zu unterhalten, sondern betet zuvor für sie vor dem goldenen Räucheraltar. Ihr seid Gottes Bote!

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