„Jakob habe ich geliebt“

War Jakob ein guter Mensch? Der Name Jakob bedeutet „Überlister“. Er war jemand, der ständig auf seinen eigenen Vorteil bedacht war. Er war ein „Schlitzohr“ und immer darauf aus, bestimmte Dinge zu ergattern. Er war nicht wirklich böse, aber er war auch nicht gut. Er war raffiniert. Aber warum hat Gott ihn dann erwählt und geliebt? Weil es Gottes Vorsatz war, ihn umzuwandeln. Auch wir sind alle gefallene Menschen. Aber Gott sieht, dass er etwas in uns investieren kann – und dadurch, dass er uns umwandelt, macht er Gewinn. Unser ganzes Leben ist ein Leben der Läuterung. Wir müssen umgewandelt werden. Leider gibt es gibt viele Christen, die sich nach langer Zeit nicht verändert haben. Ja, wir waren zu Beginn schrecklich, aber lobt den Herrn, Gott wandelt uns um. Seid ihr dazu bereit? Gott liebt uns und möchte uns in das Bild Christi umwandeln. Wenn du schon viele Jahre Christ bist, aber immer noch deine alten Gewohnheiten, dein Selbst und deinen Charakter auslebst – wenn du also immer nur derselbe Jakob bleibst – dann ist das nicht gut.

Das Gute an Jakob ist, dass er jemand war, der Gott suchte. Er war eine starke Persönlichkeit. Er rang und verhandelte mit Gott, und Gott ging darauf ein. Er feilschte geradezu: „Wenn du dies für mich tust, werde ich das für dich tun“. Diese Haltung gefiel Gott. Doch Jakob muss umgewandelt werden. So benutzte Gott sehr viele Situationen, um ihn umzuwandeln. Jakob dachte, er sei sehr schlau, aber Gott brachte ihn mit einem noch schlaueren Onkel zusammen, der ihn oftmals betrog, damit Jakob verändert würde. Denkt nicht, dass ihr so schlau seid. Gott wird euch mit Menschen zusammenbringen, die schlauer sind als ihr. Gott hat viele Möglichkeiten, uns umzuwandeln. Er kann alles benutzen – also beschwert euch nicht, sondern lernt aus jeder Situation. Reagiert nicht aufgebracht und murrt nicht. Paulus sagte in Philipper 2:14: „Tut alles ohne Murren und ohne Einwände“. Wenn wir die Lektionen nicht gelernt haben, müssen wir sie wiederholen, bis wir sie bestehen – genau wie in der Schule. Das ist Gottes Weg. Deshalb liebte Gott Jakob, weil er bereit und fähig war, sich verändern zu lassen.

Durch den Prozess der Umwandlung wurde Jakob zu Israel, ganz besonders, nachdem er mit dem Engel des Herrn – Gott selbst – gerungen hatte. Nachdem er bis zum Morgengrauen gerungen hatte, berührte Gott Jakobs Hüftgelenk, was sehr schmerzhaft gewesen sein muss. Dann sagte er zu Jakob: „… Lass mich gehen, denn die Morgenröte bricht an!“ (1.Mo. 32:27a). Aber Jakob sagte: „Ich lasse dich nicht, es sei denn, du segnest mich!“ (1. Mo. 32:27b). Das ist eine sehr gute Haltung. Lasst Gott nicht so schnell gehen. Und Gott sagte: „Dein Name soll nicht mehr Jakob sein, sondern Israel“ (V. 29a), was „Fürst Gottes“ bedeutet. Gott änderte seinen Namen. In der Bibel deutet das Ändern des Namens auf Umwandlung hin. Das geschah auch mit Petrus, nachdem er die Offenbarung von Jesus als dem Christus bekommen hatte. Der Herr sagte ihm, dass er nicht länger Simon heißen solle: „Und ich sage dir auch, du bist Petrus…“, ein Stein für das Haus Gottes (Mt. 16:18a). Es ist wunderbar, wenn unser Name von Gott geändert wird.

Der ganze Prozess der Umwandlung ist ein Beweis dafür, dass Gott Jakob geliebt hat, „… Jakob habe ich geliebt“. Aber das bedeutet nicht, dass Gott ihm alles frei gegeben hat, und Jakob keine Probleme mehr hatte. Gleich nachdem Jakob das Erstgeburtsrecht erlangt hatte, musste er von zu Hause fliehen, weil Esau ihn töten wollte, da er dessen Erstgeburtsrecht und Segen gestohlen hatte. Eigentlich war es gar nicht Jakobs Fehler, denn Jakob hatte das Erstgeburtsrecht von Esau gekauft. Wenn wir den Segen haben, bedeutet das also nicht, dass es keine Schwierigkeiten mehr geben wird. In meinem Christenleben bin ich durch viele Schwierigkeiten gegangen. Früher hatte ich gehofft, dass das einmal aufhören würde, aber es gab immer wieder neue Schwierigkeiten. Jetzt sage ich dem Herrn „Es ist in deiner Hand – mache es, wie du es willst.“ Jakob hatte sehr viele Probleme. Neben seinem Onkel Laban bereiteten ihm später auch seine zwölf Söhne und die Tochter viel Schwierigkeiten. Seine Söhne verkauften sogar seinen Lieblingssohn nach Ägypten und erzählten ihm dann, dass er getötet worden sei. Aber ganz am Ende seines Lebens fand er Segensworte für alle seine Kinder, aus denen die 12 Stämme Israels hervorgingen (vgl. 1. Mo. 49:1-28). Auf diese Weise hat Gott sein Volk gewonnen. Genau darin können wir die Liebe Gottes sehen.

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