Gott als den Heiligen Israels kennen

Die Schriftgelehrten, Pharisäer und Hohepriester, die Hüter der jüdischen Religion, waren sehr gut mit der Heiligen Schrift vertraut; dennoch kannten sie den lebendigen Gott nicht. Den lebendigen Gott kennen ist etwas anderes als nur Bibelwissen. Im Alten Bund sah das Volk das Wirken Gottes und viele Wunder, doch Mose kannte Gott. Man kann sich sehr gut in der Bibel auskennen und viele christliche Werke tun, doch entscheidend ist, den lebendigen Gott selbst zu kennen. Möge der Herr helfen, diesen wunderbaren Gott zu kennen!

Das bloße Wissen und die Kenntnis der Heiligen Schrift verändern uns nicht. Obwohl Saulus die Schrift kannte und sogar ein Top-Schüler war (vgl. Apg. 22:3), kannte er Gott vor seiner Reise nach Damaskus nicht. Als der Herr ihm auf dem Weg nach Damaskus erschien und das wahre Licht ihn umleuchtete, fiel er zu Boden und erblindete für einige Zeit. Das veränderte sein Leben vollständig. Wenn Menschen den lebendigen Gott auf solch eine Weise kennenlernen, können sie nicht mehr die gleichen bleiben.

Es ist wichtig, das Verlangen zu haben, Gott zu kennen. Selbst Paulus betete immer noch: „… um Ihn zu erkennen …“ (Phil. 3:10). Er wollte Gott immer noch mehr erkennen. Auch nach vielen Jahren Gemeindeleben mit viel Bibel lesen, Erkenntnissen usw. sollten wir immer noch das Verlangen haben, den kostbaren Herrn selbst noch mehr zu kennen, die Heiligkeit nicht nur als eine Lehre zu verstehen, sondern diesen heiligen Gott zu schauen und zu ergreifen. So werden wir nach und nach in Sein Ebenbild umgewandelt. Eine Lehre kann nicht umwandeln, nur wenn die inneren Augen Ihn von Angesicht zu Angesicht sehen und Er sich offenbart, wird das eigene Leben verändert.

Als Mose den brennenden Dornbusch sah, wusste er zuerst nicht, dass es Gott war. Gott wollte Mose beibringen, dass Er heilig ist. Mose versuchte, sich Gott zu nahen, aber Gott hielt Ihn zurück: „Tritt nicht näher heran! Ziehe deine Schuhe aus von deinen Füssen; denn der Ort, wo du stehst, ist heiliges Land!“ (2.Mo. 3:5). Schuhe zieht man an, weil man die Füße sauber halten will. Um den lebendigen Gott im Allerheiligsten zu begegnen, müssen wir uns zuerst durch das kostbare Blut des Lammes reinigen. Es ist unmöglich, beschmutzt in die Gegenwart Gottes zu kommen.

Bete zum Herrn: „Herr, reinige mich gründlich durch dein kostbares Blut. Ich komme durch Dein Blut in Deine Gegenwart.“ Dieses Gebet ist eine gute Angewohnheit. Nur Christus, das makellose Übertretungsopfer, reinigt. In Johannes 14:6b sagte der Herr: „… niemand kommt zum Vater außer durch mich“. Genauso konnte der Hohepriester am Versöhnungstag nur mit dem Blut in das Allerheiligste hineingehen. Für die anfängliche Errettung können wir ohne Vorleistung zum Herrn Jesus kommen, weil es nicht anders geht und wir erst glauben und gerettet werden müssen. Aber nach der Errettung ist es nicht gut, einfach „so wie man ist“ in Seine Gegenwart zu treten. Nach Hebräer 10:19 können wir mit Freimut in das Allerheiligste gehen und nach Hebräer 4:16 können wir mit Kühnheit zum Thron der Gnade vorwärtskommen.
Dieser Freimut kommt durch das reinigende Blut und mit einem reinen Gewissen können wir in Heiligkeit und Gerechtigkeit dienen (vgl. Lk. 1:75). Wir können nur dann in Gottes Gegenwart treten, wenn wir durch das kostbare Blut gründlich gereinigt und durch das lebendige Wasser des Lebens gewaschen sind.

Der Sohn wird „der Heilige“ und „der Allerheiligste“ genannt

Unser wunderbarer, dreieiner Gott ist heilig. Der Vater ist heilig und der Sohn ist heilig. Nachdem wir gerettet und wiedergeboren wurden, kommen wir zu Ihm als zu dem Heiligen. Er wird sogar der Allerheiligste genannt (Dan. 9:24b). Ihn als den Heiligen zu kennen, bedeutet viel mehr als Ihn „nur“ als den Retter zu kennen. In Hebräer 7:26 heißt es: „Ein solcher Hohepriester war genau das, was wir nötig hatten, der heilig ist, frei vom Bösen, unbefleckt, von den Sündern abgesondert und höher als die Himmel geworden“. Wir sind nicht unbefleckt. Wir meinen, wir könnten den Menschen helfen, aber oft verderben wir alles durch unsere sogenannte „Hilfe“. Es fehlt uns das innere Bewusstsein, was für ein wunderbarer Hohepriester Er ist. Wir müssen uns Ihm nahen. Wir kennen Seinen Namen und wissen, wer Er ist, aber wenn es dann darum geht, Ihn als Person zu beschreiben, können wir es nicht. Paulus war sich bewusst, dass er den Herrn noch nicht völlig ergriffen hatte, deshalb wollte er Ihn immer noch mehr erkennen. Um Ihn mehr zu erfahren und kennenzulernen, müssen wir mit dem Wunsch zu Ihm kommen: „Herr, zeige dich mir!“ Das erste, was Mose über Gott lernte war, dass Er heilig ist. Als das Volk zum Berg Sinai gekommen war, sagte ihnen Gott als erstes, dass Er ein Heiliger Gott ist. Niemand, weder Mensch noch Tier, durfte den Berg besteigen oder sich Ihm nahen, ohne getötet zu werden (2.Mo. 19:12-13). Gott ist heilig.

Vom Heiligen Geist gezeugt

Die Zeugung Jesu war etwas ganz Besonderes. Er wurde vom Heiligen Geist gezeugt und von einer Jungfrau geboren. Warum wurde Er von einer Jungfrau geboren? Weil die Sünde aus dem Samen des Mannes übertragen wird. Beginnend bei Adam wurde die Sünde von Generation zu Generation weitergegeben. Die Zeugung des Herrn Jesus war jedoch nicht aus dem Samen eines Mannes, sondern vom Heiligen Geist in einer Jungfrau. Seine Empfängnis erfolgte nicht durch einen gefallenen Menschen, und deshalb wurde die Sünde nicht auf Ihn übertragen. Deshalb wurde Er schon, als Er noch im Schoß der Jungfrau war, als „das Heilige“ bezeichnet: „Und der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden“ (Lk. 1:35).

Er ist ohne Sünde

In 1.Johannes 3:5b steht: “ … und Sünde ist nicht in ihm.“ Er ist der einzige Mensch auf dieser Erde, der ohne Sünde ist. Im Gegensatz dazu wurden wir alle in Sünde geboren. David sagte in Psalm 51:7: „… in Schuld bin ich geboren, und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen.“ Schon vor unserer Geburt waren wir bereits sündig. Paulus sagte: „So vollbringe nun nicht mehr ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt. Denn ich weiß, dass in mir, das ist in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; denn das Wollen ist bei mir vorhanden, nicht aber das Vollbringen des Guten“ (Röm. 7:17-18). Deshalb wird unser Leib „der Leib der Sünde“ genannt (Röm. 6:6). Wir alle haben Schwierigkeiten mit dem Leib der Sünde (Fleisch) und sind so anfällig für Versuchungen und können ihnen nur schwer widerstehen. Doch in Christus Jesus gibt es keine Sünde.

Auch 2.Korinther 5:21 sagt, dass Er von keiner Sünde wusste: es bedeutet, dass Er Sünde nie erfahren hat und rein war. Deshalb konnte Gott Christus für uns zur Sünde machen. Nur Er ist qualifiziert, unser Sündopfer zu sein. Nur Er konnte alle Sünden dieser Welt an Seinem eigenen Leib auf das Kreuz tragen. Wir halten das für selbstverständlich und wissen oft nicht zu schätzen, wie kostbar die Reinigung ist. Oft wenden wir sein Blut oberflächlich an, so, als ob wir duschen würden. Er hat in den 33 1/2 Jahren Seines Lebens so viel Leid, Schläge und Herausforderungen durch die Sünder erlitten und war am Ende sündlos und unbefleckt. Wir dagegen tragen einen Berg von Sünde mit uns herum, der, je älter wir werden, umso größer wird. Aber in den Herrn konnte die Sünde nicht hineinkommen. Er war siegreich. Solch einen heiligen Retter haben wir!

Unser Herr Jesus durchlief alle nur möglichen Prüfungen und blieb heilig, rein und siegreich. „Denn wir haben nicht einen Hohepriester, der nicht mit unseren Schwachheiten mitfühlen könnte, sondern einen, der in allem in gleicher Weise versucht worden ist, doch ohne Sünde“ (Hebr. 4:15). Sein menschliches Leben war sündlos und siegreich! Deshalb kann Er uns helfen. „Ein solcher Hohepriester war genau das, was wir nötig hatten, der heilig ist, frei vom Bösen, unbefleckt, von den Sündern abgesondert und höher als die Himmel geworden“ (Hebr. 7:26). Welch einen heiligen Retter haben wir! Wir kennen den wunderbaren Vater, und jetzt wollen wir auch den wunderbaren, heiligen Erlöser kennen. Nur Er kann unser Sündopfer sein!

Er wurde durch Leiden vollendet

Jesaja 53 beschreibt detailliert die verschiedenen Leiden Christi. Wir murren und klagen schon bei kleinen Schwierigkeiten und können Zurechtweisung nicht ertragen. Aber der Herr hat unzählige Leiden durchgemacht. Wir singen zwar das Lied „Dir völlig gleich sein, herrlicher Retter“, aber die Umwandlung braucht Zeit und wir müssen in unseren Herzen den dringenden Wunsch haben, so zu werden wie er.

Die Gemeinschaft und die Offenbarung im Wort rüsten uns für den Dienst des Wortes zu. Weil der Heilige in uns wohnt, können wir Ihn in allem besser kennenlernen. „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters“ (Mt. 28:20b). Selbst wenn wir fallen, wird Er uns niemals verlassen. Der Herr weiß, dass wir oft fallen und Er richtet uns wieder auf. Aber nur, wenn wir willig sind und umkehren (vgl. Mt. 18:21-22). Wenn wir aber nicht willens sind, wird Er warten. Unser Herz muss den Wunsch haben weiterzumachen. Wir haben den Wunsch, Christus zu gewinnen, Ihm nachzufolgen und nach Heiligkeit zu streben. Und wir wollen das anwenden und praktizieren, was der Herr uns zeigt. Lobe den Herrn für solch einen wunderbaren Christus, der selbst durch alle Schwierigkeiten hindurchgegangen ist! Er war allezeit bereit zu leiden. Das soll auch jetzt unsere Übung sein.

Als Jesus vom Heiligen Geist in die Wüste geführt wurde, um vom Teufel versucht zu werden, fastete Er vierzig Tage und Nächte und stellte sich dann dem Teufel (vgl. Mt. 4:1-11). Satan tat sein Bestes, um den Herrn zu besiegen, aber der Herr überwand jede Versuchung siegreich. Wir können nicht einmal einer kleinen Versuchung standhalten. Doch der Herr fastete vierzig Tage lang. Selbst als Satan Ihn damit versuchte, einen Stein in Brot zu verwandeln, widerstand der Herr. Es wäre für Ihn so einfach gewesen, das zu tun, aber Er tat es nicht. Nicht einer einzigen Versuchung hat Er nachgegeben. Auch alle Reichtümer dieser Welt achtete Er für nichts.
Weil wir den Versuchungen nicht widerstehen können, ist es notwendig, dass wir Christus erfahren, damit wir sein können wie Er.

Der Herr sagte zu Seinen Jüngern: „In der Welt habt ihr Drangsal; aber seid mutig, ich habe die Welt überwunden“ (Joh. 16:33b). Der Herr ertrug fortwährenden Widerstand: Die Menschen logen, heuchelten und versuchten sogar, Ihn zu töten. Doch Er überwand in allen diesen Prüfungen, weil Er der Heilige ist. Bevor Er unser Erlöser sein konnte, musste der Herr als Mensch alle diese Leiden, die vor Ihm kein anderer Mensch auf Erden ertragen hat, durchmachen. Erst dann war Er qualifiziert, alle unsere Sünden ans Kreuz zu tragen; und erst dann konnte der Vater, der heilig ist, dieses Opfer annehmen.

„Obwohl Er der Sohn war, hat Er an dem, was Er litt, Gehorsam gelernt, und nachdem Er zur Vollendung gebracht worden war, ist Er allen, die Ihm gehorchen, der Urheber ewiger Errettung geworden“ (Hebr. 5:8-9). Die Leiden sind nötig für uns, denn wir sind gefallene, sündige Menschen und haben das Fleisch, das Selbst und den Egoismus. Ohne Leiden können wir nicht bis zum Äußersten gerettet und vollendet werden. Wir sollten uns nicht vor Leiden scheuen. Um vollendet zu werden, müssen wir zuvor diszipliniert, bestraft und gezüchtigt werden. „Wer seine Rute spart, der hasst seinen Sohn, wer Ihn aber liebhat, der züchtigt Ihn beizeiten“ (Spr. 13:24). Wir müssen die Leiden schätzen und Gott dafür danken. Sie tun jedem von uns gut, sei es im Eheleben, im Familienleben, bei der Arbeit oder in der Schule, sogar in Krankheit: sie sind eine Gelegenheit, Christus zu gewinnen. Möge der Herr unsere Augen öffnen, damit wir sehen, was für einen heiligen Retter wir haben.

Gott hat uns Seinen Sohn als den Heiligen gegeben. Er hat Ihn uns nicht nur als den Einziggeborenen gegeben, der Er in der vergangenen Ewigkeit war, sondern vielmehr als den Sohn, der Mensch wurde und siegreich durch alle menschlichen Erfahrungen, Tod, Auferstehung und Auffahrt zum Thron gegangen ist. Er wurde auch unser großer Hohepriester, der heilig, unschuldig, unbefleckt, von den Sündern abgesondert und höher als die Himmel geworden ist (vgl. Hebr. 7:26). Mit solch einem Christus als unserem Erlöser und großen himmlischen Hohepriester, der ständig für uns einsteht und in uns wohnt, können wir das Ziel erreichen.

Wir werden Ihn sehen, wie Er ist

Wenn wir das Wort lesen, sollen wir den Heiligen betrachten. Je mehr wir sehen, wie Er ist, desto mehr werden wir Ihm gleich werden. Johannes sagt: „Wir wissen, dass wir Ihm gleich sein werden, wenn Er offenbar wird, denn wir werden Ihn sehen, wie Er ist“ (1.Joh. 3:2b). Weil wir Ihn noch nicht völlig erkannt haben, sind wir Ihm auch nicht gleichgestaltet. Wir können Ihn nur Stück für Stück erkennen – genauso wie auch unsere Umwandlung nur nach und nach geschieht. „… von Herrlichkeit zu Herrlichkeit…“ (2.Kor. 3:18). Je mehr wir Ihn sehen, desto mehr werden wir in Sein Ebenbild umgewandelt und desto mehr werden wir heilig sein, so wie Er heilig ist. Ihn zu kennen ist wertvoller als irgendetwas anderes. „Wen habe ich im Himmel außer dir? Und außer dir habe ich an nichts Gefallen auf der Erde“ (Ps. 73:25). Vom Haus Gottes spricht der Psalmist: „Eines bitte ich vom HERRN, das hätte ich gern: dass ich im Haus des HERRN bleiben könne mein Leben lang, zu schauen die Schönheit des HERRN und zu beten in Seinem Tempel“ (Ps. 27:4). Je mehr wir Ihn in Seiner Heiligkeit, Seinem Ausdruck und Seinem Wesen betrachten, desto mehr werden wir durch den innewohnenden Heiligen Geist in Sein Ebenbild umgewandelt. Wenn wir die Heilige Schrift lesen, muss unser Angesicht aufgedeckt sein. Wenn wir Ihn mit aufgedecktem Angesicht schauen und widerspiegeln, wird der Geist uns von Herrlichkeit zu Herrlichkeit in Sein Bild umwandeln: „Wir alle, die wir mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn schauen und widerspiegeln, werden umgewandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit als von dem Herrn, dem Geist“ (2.Kor. 3:18).

Lasst uns diesen wunderbaren Christus betrachten und über Ihn nachsinnen. Wenn das Licht scheint, wird sich unser Leben ändern. Lobt den Herrn! Möge Er unsere Augen öffnen und unsere Schleier wegnehmen, damit wir Ihn sehen. Wir lieben Gottes Wort, weil wir darin Christus erkennen können.

Als der Herr mit den beiden Jüngern auf dem Weg nach Emmaus redete, zeigte Er ihnen, dass die Schriften von Ihm sprachen (vgl. Lk. 24:27, 44). Wenn wir Mose und das Gesetz lesen, sehen wir darin in allem den Christus. Jesus ist der wahre Mensch, der einzige, der rein, heilig und vollkommen ist. Der Herr führte Sein Volk aus Ägypten heraus und trug es auf Adlerflügeln (vgl. 2.Mo. 19:4). Der Herr ist der Baum des Lebens. Er ist das wahre Licht (vgl. Joh. 1:9). Der Mensch wurde im Bild Gottes geschaffen, welches Christus ist. Christus ist das Ebenbild Gottes (vgl. Kol. 1:15 und 2.Kor. 4:4).

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