Freue dich, du Unfruchtbare!

In Galater 4:21-31 zitiert Paulus den Propheten Jesaja: „Sagt mir, die ihr unter dem Gesetz sein wollt, hört ihr nicht das Gesetz? Denn es steht geschrieben, dass Abraham zwei Söhne hatte, einen von der Magd und einen von der Freien. Aber der von der Magd ist nach dem Fleisch geboren und der von der Freien durch die Verheißung. Das ist als Sinnbild zu verstehen: Denn diese beiden sind zwei Bündnisse, das eine vom Berg Sinai, das in die Sklaverei hineingebiert, welches Hagar ist, und Hagar heißt der Berg Sinai in Arabien; sie entspricht aber dem jetzigen Jerusalem, denn dieses ist mit seinen Kindern in Sklaverei. Das Jerusalem droben aber ist frei und ist unsere Mutter. Denn es steht geschrieben: Freue dich, du Unfruchtbare, die du nicht gebierst, brich in Jubel aus und rufe, die du nicht Geburtsschmerzen leidest, denn die Kinder der Einsamen sind viele, mehr als von der, die den Mann hat. Ihr aber, Brüder, seid wie Isaak Kinder der Verheißung. Jedoch, genau wie damals der nach dem Fleisch Geborene den nach dem Geist Geborenen verfolgte, so ist es auch jetzt. Aber was sagt die Schrift? Wirf die Magd und ihren Sohn hinaus, denn der Sohn der Magd soll keinesfalls erben mit dem Sohn der Freien. Deshalb, Brüder, sind wir nicht Kinder einer Magd, sondern Kinder der Freien.“

Die zitierte Stelle ist in Jesaja 54:1: „Freue dich, du Unfruchtbare, die du nicht geboren hast!“ Sarah, die Frau Abrahams, war unfruchtbar. Nur mit Hilfe des Herrn konnte sie einen Sohn gebären. Durch den Apostel Paulus hat uns der Herr im Galaterbrief einen Einblick gegeben, was dies für uns heute bedeutet. Erst nachdem der Herr Jesus das Erlösungswerk vollbracht hatte, wurde es möglich, dass wir Menschen von Neuem geboren und so Kinder Gottes werden.

Durch den Tod Jesu am Kreuz wurde der Alte Bund beendet (vgl. Hebr. 9:15-17). Der Alte Bund war ein Schatten und diente zur Vorbereitung auf die Wirklichkeit, die durch das Werk des Herrn Jesus entstanden ist. Das Erlösungswerk Christi dient dazu, dass viele Menschen durch den Geist wiedergeboren werden. Jetzt möchte Gott durch das, was Jesus Christus geschaffen hat, viele geistliche Kinder zur Welt bringen, nämlich Kinder, die durch den Geist geboren werden. „Freue dich, du Unfruchtbare“, sagt das Wort. Die Freude ist groß, wenn Gott viele Söhne bekommt durch die Auferstehung Jesu Christi. Sie sind der Same, die Nachkommen Abrahams.

Jesaja 54:1 sagt weiter: „… brich in Jubel aus und jauchze, die du nicht in Wehen lagst. Denn die Einsame wird mehr Kinder haben als die Vermählte, spricht der HERR.“ Das himmlische Jerusalem, Zion, unsere Mutter, ist durch das Werk unseres Herrn Jesus entstanden. Durch seinen Tod und seine Auferstehung, ist Gottes Plan, das himmlische Reich, hervorgekommen. Zuerst wollte der Herr das irdische Israel in das himmlische Israel hineinbringen. Aber sie wollten leider nicht, sie haben es abgelehnt. Jesaja hat auch das schon vorhergesagt: „Aber ihr habt nicht gewollt“ (vgl. Jesaja 30:15b). Weiter spricht der Herr: „Erweitere den Raum deines Zeltes und dehne die Zeltdecken deiner Wohnungen aus; spare nicht, spanne deine Seile weit aus und befestige deine Pflöcke; denn zur Rechten und zur Linken wirst du durchbrechen, und dein Same wird die Nationen besitzen, und sie werden verlassene Städte bevölkern“ (Jesaja 54:2-3).

Seht die vielen Kinder Gottes in allen Zeitaltern an! So viele Nachkommen hat der Herr bereits bekommen. Ist das nicht wunderbar? Der Herr hat weit mehr Kinder Gottes bekommen als das irdische Israel. Unsere himmlische Mutter, Jerusalem, das himmlische Zion, hat schon so viele Kinder – und sie bringt immer wieder neue Kinder hervor. Wir müssen weiterhin fleißig die Trompeten blasen und das Evangelium predigen. Sagt nicht, wir haben keine Last für das Evangelium. Nein! Wir müssen alle die Last des Herrn tragen, um die Verbreitung dieses wunderbaren Lebens voranzubringen. Der Herr wird das himmlische Zion aufbauen und dann zurückkehren. Er wird sein Reich auf diese Erde bringen und als König der Könige und als Herr über alle Nationen herrschen. Lasst uns beten: „Herr, wir wollen alle dabei sein!“ Ist das nicht eine herrliche Zukunft?

Jesaja 54:4 sagt weiter: „Fürchte dich nicht, denn du wirst nicht beschämt werden! Schäme dich nicht, denn du sollst nicht zuschanden werden. Denn du wirst die Schande deiner Jugend vergessen und an die Schmach deiner Witwenschaft wirst du nicht mehr gedenken.“ Wir müssen alle erkennen, was der Herr heute tun möchte. Das Ziel ist nicht nur die Erlösung, damit viele Kinder Gottes hervorgebracht werden, die dann aber nicht wissen, wozu sie da sind. Was ist unsere Aufgabe und was ist unser Ziel? Wo ist das himmlische Jerusalem zu sehen, wo ist Zion? Wir müssen solche Diener sein, die Gottes Vorsatz klar erkennen und dafür einstehen. Bete: „Herr, baue Zion auf! Baue dein unerschütterliches, himmlisches Reich auf.“ Zion ist unsere Mutter, das himmlische Jerusalem. Wir sind die Kinder Gottes. Doch als seine Kinder müssen wir sehen, dass Gott Zion wiederaufbauen will. Wenn Zion, sein himmlisches Jerusalem, fertig gebaut ist, heißt es: „Denn dein Schöpfer ist dein Ehemann, HERR der Heerscharen ist sein Name; und dein Erlöser ist der Heilige Israels. Er wird Gott der ganzen Erde genannt“ (Jesaja 54:5). Dann wird die Hochzeit des Lammes stattfinden und seine Braut – Zion – wird Christus heiraten. Herr, bereite uns vor für diese Hochzeit!