Die Vision von Zion im Neuen Bund

Zur Zeit des Alten Bundes führte Gott sein Volk heraus aus der Sklaverei in Ägypten, um sie ins Gute Land, nach Israel, zu bringen. Dort sollten sie die Stätte aufsuchen, die Gott erwählt hatte, um seinen Namen dort wohnen zu lassen (vgl. 5.Mose 12). Diese Stätte heißt Zion, die Stadt des großen Königs: „Schön ragt empor der Berg Zion, die Freude der ganzen Erde, der Gottesberg an der Nordseite, die Stadt des großen Königs“ (Psalm 48:3). In Zion wollte Gott seinen Thron auf der Erde aufrichten und von dort aus als König über alle umliegenden Nationen regieren, so wie es in Psalm 110:2 heißt: „Der HERR wird das Zepter deiner Macht ausstrecken aus Zion. Herrsche mitten unter deinen Feinden!“

Aus Hebräer 8:5 wissen wir, dass das Wort des Alten Bundes ein Bild und Schatten ist für die Zeit des Neuen Bundes. Ein Beispiel: Im Alten Bund mussten die Israeliten das Passahlamm schlachten und essen. Im Neuen Bund ist Christus das wahre Passahlamm (vgl. 1.Korinther 5:7). Er wurde für uns am Kreuz geschlachtet, damit wir heute durch den Glauben Anteil an ihm haben können, indem wir ihn essen (vgl. Johannes 6:51). Das damalige Passahlamm hat also eine klare Entsprechung heute: Christus ist die Wirklichkeit des Passahlamms.

Jetzt kommen wir zurück zu Zion. Was ist die Entsprechung von Zion im Neuen Bund? Hebräer 12:22-23 sagt uns: „Vielmehr seid ihr zu dem Berg Zion gekommen und zu der Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem … und zur Gemeinde der Erstgeborenen.“ Zur Zeit des Neues Bundes ist die Gemeinde der Berg Zion, die Stadt des großen Königs. Gott wohnt heute nicht mehr in Jerusalem auf dem irdischen Berg Zion, sondern er möchte in seiner Gemeinde wohnen (vgl. 1.Timotheus 3:15) und von dort aus über alle seine Feinde herrschen. Über welche Feinde möchte Gott herrschen? Epheser 6:11-12 zeigt uns, dass es viele Feinde Gottes gibt, allen voran den Teufel: „Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr den systematischen Angriffen des Teufels widerstehen könnt; denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit den Mächten, mit den Gewalten, mit den Weltbeherrschern dieser Finsternis, mit den bösen Geistern in den Himmeln.“ Diese Feinde möchte Gott heute durch die Gemeinde als sein wahres Zion unterwerfen.

Heute verstehen die meisten Menschen unter dem Wort Gemeinde einfach eine Versammlung von Christen, die regelmäßig zusammenkommen, Lieder zu singen und eine Predigt zu hören. Im Matthäusevangelium zeigt uns der Herr Jesus jedoch, was seine Gemeinde wirklich ist: „Auf diesem Felsen werde ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten des Hades werden sie nicht überwältigen“ (Matthäus 16:18). Der Herr möchte heute eine Gemeinde haben, die vom Feind Gottes und den Mächten und Gewalten nicht überwältigt werden kann, obwohl diese es versuchen. So ein Gemeindeleben ist das geistliche Zion heute, von dem aus Gott über alle diese Feinde regieren kann. Darum möchten wir heute nicht eine Gemeinde bauen, die nur für sich selbst und die Erbauung der Gläubigen ist. Vielmehr muss die Gemeinde das geistliche Zion Gottes sein. Und so eine Gemeinde möchten wir heute aufbauen. Komm und sieh!