Die Stimme eines Rufenden: In der Wüste bereitet den Weg des HERRN!

In Jesaja Kapitel 40:3 lesen wir: „Die Stimme eines Rufenden: In der Wüste bereitet den Weg des HERRN, ebnet in der Steppe eine Straße unserem Gott!“ Das ist sehr bedeutungsvoll. Auch wir sind heute nur Stimmen, sonst nichts. Manche Prediger denken vielleicht, sie seien redebegabt und könnten gute Botschaften geben. Doch schon Jesaja hat gesagt, dass wir nur eine Stimme sind. Der Herr benützt nur unsere Stimme, um sein Wort auszusprechen. Alles andere muss vom Herrn selbst kommen. Seid ihr bereit, nur eine Stimme zu sein? Auch Johannes der Täufer musste immer wieder sagen: „Ich bin nicht der Christus.“ Viele kamen zu ihm und haben ihn gefragt: „Wer bist du denn? Bist du der Messias?“ Er erwiderte: „Nein, ich bin nur eine Stimme.“ Solch einen Vorläufer wie Johannes den Täufer findet man heute selten. Später sagte er noch: „Er [Christus] muss zunehmen, ich aber muss abnehmen“ (Johannes 3:30). Leider ist es bei uns umgekehrt. Je mehr wir reden, desto mehr nehmen wir zu. Wir denken, wir seien etwas besonderes. Vor allem, wenn wir gut reden können, nimmt der Herr ab und wir zu. Das ist schon oft geschehen. Aber diese Stimme ist die Stimme eines Rufenden in der Wüste, nicht in einer Versammlungshalle oder Kirche. Die Umgebung war eine Wüste. Dort ist es trocken, öde und dürr. Im Gegensatz dazu haben wir heute Luxus. Wir verwenden moderne Mikrofone, bequeme Stühle und eine Klimaanlage, sonst jammern gleich alle. Auch das Essen muss gut schmecken, sonst kommen wir nicht mehr zur Versammlung oder zum Gottesdienst. Wie lau sind wir Christen doch geworden! Was ist mit der Stimme in der Wüste? Gibt es sie heute noch unter uns?

Doch wenn wir geistliche Augen haben, sehen wir, dass wir uns heute in einer geistlichen Wüste befinden. Es gibt keine gerade Straße, alles ist krumm, jeder macht seine eigene Sache und geht seinen eigenen Weg – und zwar gerade unter dem Volk Gottes. Diese Situation entstpricht genau der Situation damals, als Jesus auf diese Erde kam. Alles war krumm. Das ganze religiöse System war krumm. Deshalb musste damals Johannes der Täufer kommen, um den Weg des Herrn Jesus zu bereiten.

Wir leben heute kurz vor der Wiederkunft Jesu. Wer bereitet heute den Pfad für seine Wiederkunft? Meint ihr, der Herr kommt einfach so, ohne dass jemand seinen Weg bereitet? Bei seinem ersten Kommen benützte er Johannes den Täufer als die Stimme eines Rufenden, um seinen Weg zu ebnen. Heute muss es seine Gemeinde sein, die sein zweites Kommen vorbereitet. Wenn es heute keine Überwinder gibt, keine Erstlinge, keine Menschen, die zur Buße aufrufen, wird der Herr nicht zurückkommen können. Es ist unvorstellbar, dass der Bräutigam kommt, wenn sich die Braut nicht bereitet hat. Das wird nicht passieren. Wir hoffen, dass der Herr wiederkommt, doch wie bereiten wir dieses Ereignis vor? Denkt nicht, dass der Herr zu einer streitsüchtigen Gemeinde zurückkommt, in der jeder seine eigene Sache macht! Nein! Es wäre sogar eine große Schande, wenn der Bräutigam kommt und die Braut nicht vorbereitet ist.

Jesaja 40 zeigt, dass der Messias durch einen Vorläufer angekündigt wird. Johannes der Täufer war ein geradliniger Mensch; er kam im Geist Elias. Elia war ein tapferer Mann, der gegen Isebel kämpfte und sie herausforderte (vgl. 1.Könige 18). Genau in diesem Geist kam Johannes der Täufer. Auch heute braucht der Herr solche Vorläufer. Wer ist dazu bereit? Wie Gott zu Jesajas Zeit gesagt hat: „Wen soll ich senden?“ Gott zwingt niemanden. Was sollen wir tun? Reicht es, wenn wir nur eine schöne, christliche Arbeit tun, ein paar Erfahrungen mit Christus machen und dann doch in unserem Selbst leben? Meint ihr, dass das angemessen ist? Nein! Lobt den Herrn für einen Johannes den Täufer. Gott sagt: „Jedes Tal soll erhöht und jeder Berg und Hügel erniedrigt werden“ (Jesaja 40:4a). Meint ihr, dass es einfach sei, den Weg für die Wiederkunft des Herrn heute zu ebnen? Wer wird euch hören? Wenn ihr heute in dieser liberalen Zeit so geradlinig seid, werdet ihr nicht populär, sondern abgelehnt werden. Aber dann wird die Herrlichkeit des Herrn sich offenbaren. Das wollen wir gerne sehen!