Die Opfer bei der Priesterweihe

Aus 2.Mose 29 bekommen wir einen tiefen Eindruck über die Priesterweihe. Um sich dem Herrn zu weihen, genügt es nicht, einfach zu sagen: „Herr, ich gebe mich dir völlig hin.“ Es ist nicht angemessen, unser unheiliges, immer noch von der Welt und sündigen Dingen beeinflusstes Selbst dem Herrn zu geben. Leider ist vieles, was wir aus Hingabe an den Herrn tun, Ihm nicht wohlgefällig, wenn wir nach unseren eigenen Vorstellungen und Wegen dienen. Oft sind wir nicht willig das zu tun, was für Gottes Vorsatz nötig ist. Deshalb ist eine solche Weihe meist von kurzer Dauer. Natürlich sollen wir uns dem Herrn weihen, doch wir müssen wissen, wie wir das tun sollen. Sonst wird das zu viel Verwirrung, Schwierigkeiten und Schaden führen. Aber das Schlimmste ist, dass es dem Herrn Schande bereiten wird. Wenn wir auf unser eigenes Leben zurückschauen erkennen wir, dass wir im Dienst für den Herrn viele Dinge getan haben, die nicht richtig waren. So sollen wir alle Buße tun, umkehren und lernen, durch Ihn zu dienen. Wir können nicht einfach so weitermachen, wie wir es früher getan haben. Nicht alles war schlecht, es gab auch viel Gutes. Lasst uns üben, das Gute zu behalten und uns vom Bösen fernzuhalten, wie dies Paulus in 1.Thess. 5:21-22 gesagt hat. Lasst uns vorangehen und lernen, Gott auf angemessene Weise zu dienen, damit wir alle das Ziel erreichen!

Wir dienen Gott als Seine heilige Priesterschaft. Der Herr hat offenbart, wie man die geistlichen Opfer bringen soll, denn ohne sie ist es unmöglich, sich Gott zu weihen. Für die Weihe wird ein Stier als Sündopfer benötigt, ein Widder als Brandopfer und ein zweiter Widder als Einsetzungsopfer, dazu auch das Speisopfer, das Salböl und der Wein als Trankopfer. Alle diese Opfer sind die Grundlage der Weihe. Es ist die Weisheit des Herrn, dass Er uns zuerst mit den geistlichen Opfern vertraut gemacht hat, bevor Er uns die Weihe geoffenbart hat. Bestimmt wären wir ganz verwirrt, wenn uns die Bedeutung des Sündopfers, des Bandopfers, des ungesäuerten Brotes, Kuchens und Fladens unbekannt gewesen wäre. Aber jetzt, nachdem wir mehr und mehr mit den geistlichen Opfern vertraut sind und auch gelernt haben, dem Vater immer reichere Opfer zu bringen, können wir zu dem wunderbaren Kapitel 29 von 2.Mose kommen.

Es geht darum, den ganzen Prozess der Weihe zu erfassen. Wir wollen nicht einfach Christen sein, die etwas für Gott tun. Das Evangelium predigen ist gewiss eine wunderbare Sache, und auch vieles andere, das wir für Gott tun können, ist sehr gut. Aber der priesterliche Dienst ist ein ganz besonderer Dienst, der für Gott sehr kostbar ist. Kapitel 29 sollten wir sieben Tage lang mehrmals durchlesen: „Und du sollst mit Aaron und seinen Söhnen so verfahren, wie ich es dir geboten habe. Sieben Tage sollst du ihre Hände füllen“ (V. 35). So wird das Verständnis und die Anwendung der Priesterweihe von Tag zu Tag zunehmen.

Wir sehen, dass der Widder der Einsetzung dem Friedensopfer ähnlich ist. Ohne Frieden können wir Gott nicht dienen. Je mehr wir gemeinsam dienen, desto eher kann es zu Auseinandersetzungen kommen, und der Friede ist dahin. Daher brauchen wir Christus so dringend als unser Friedensopfer! Wenn Gott uns heiligt, schimpft Er nicht mit uns und sagt: „Du bist unheilig, lass das! Ich habe dir schon so oft gesagt, dass du dich wenden sollst. Warum bist du immer noch so unheilig?“ Auf diese Weise wird uns Gott nicht heiligen. Vielmehr sagt das Wort: „Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch, und euer Geist, eure Seele und euer Leib mögen vollständig, ohne Tadel bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus“ (1.Thess. 5:23).

Sieben Tage lang sollen die Priester geweiht werden. Das bedeutet, dass wir durch den ganzen Prozess der Heiligung gehen müssen. Nicht nur ein oder zwei Mal, sondern sieben Mal. Die Zahl sieben bezeichnet einen abgeschlossenen, vollkommenen Prozess. Für die Wiederherstellung der Erde samt dem Ruhetag hat Gott sieben Tage benötigt. Sieben ist sechs plus eins. Am letzten Tag gab es Frieden und Ruhe. Nach einer solch vollständigen Weihe als Priester können wir Gott im Frieden dienen.

Nachdem wir gesehen haben, wie die Priesterweihe in 2.Mose 29:1-35 durchgeführt wird, erkennen wir, dass sich niemand ohne Christus Gott weihen kann. Wir müssen unsere Hände mit Christus füllen lassen (V. 29, 35). Es bedarf eines großen Stiers als Sündopfer, eines Widders als Brandopfer, eines Widders der Einsetzung als Friedensopfer, sowie ein Speisopfer, bestehend aus ungesäuertem Brot, ungesäuertem Kuchen, mit Öl gemischt, und ungesäuerten Fladen, mit Öl gesalbt. Das ist die Grundlage unserer Hingabe an den Herrn. Wir müssen das Fleisch des Einsetzungswidders und das ungesäuerte Brot essen. Wenn wir diese Opfer erfahren und vom Herrn gesalbt sind, durch das reine Wasser des Lebens gewaschen wurden und Christus als unser Kleid angezogen haben, wird unser Dienst Gott wohlgefällig und in Seinen Augen annehmbar sein. Auf diese Weise werden wir in der Lage sein, Gottes Plan und Absicht zu erfüllen.

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