Die Heiligkeit des Priesterdienstes

Insbesondere im 3. Buch Mose wird die Heiligkeit der Priesterschaft hervorgehoben. Alles im Tempel ist gesalbt, geheiligt und heilig: sämtliche Gegenstände und Geräte, wie der Brandopferaltar, das Waschbecken, der Leuchter, der Schaubrottisch und der Räucheraltar, sind heilig und müssen gesalbt werden. Die Stiftshütte ist die heilige Wohnung Gottes. Wenn nun schon die Stiftshütte mit allem, was dazugehört, heilig sein muss, wie viel mehr müssen diejenigen, die an diesem einem Ort dienen, heilig und gesalbt sein.

Wenn wir nicht nach den Anweisungen des Herrn dienen, hat das Konsequenzen. Das sehen wir bei den zwei Söhnen Aarons, Nadab und Abihu. Es war Gottes Gebot, dass das Feuer für den Räucheraltar vom Brandopferalter genommen werden muss. Doch kurz nach dieser Anweisung nahmen Nadab und Abihu ihre Räucherpfannen und brachten dem Herrn fremdes Feuer – ihr eigenes Feuer – dar (vgl. 3.Mo. 10:1). Sie waren ungehorsam. „Da ging Feuer aus von dem HERRN und verzehrte sie, sodass sie starben vor dem HERRN“ (V. 2). Das muss uns allen eine Warnung sein. Natürlich wird heute kein Feuer vom Himmel fallen und uns verzehren, aber ein Gericht wird es sicherlich geben. Gott ist heilig, und wenn wir als Priester im Tempel, im Haus des lebendigen Gottes, dienen, dann müssen auch wir heilig sein. Deshalb sagt er: „darum sollt ihr euch heiligen und sollt heilig sein, denn ich bin heilig“ (3.Mo. 11:44; vgl. 1.Petr. 1:16b).

Heute leben wir im Zeitalter der Gnade. Der Herr wird uns immer wieder eine Gelegenheit zur Buße geben, und doch dürfen wir nicht ungehorsam und leichtfertig sein und so dem Herrn widerstehen. Das sehen wir auch bei Ussa in 2.Samuel 6. Als David die Bundeslade in die Stadt Davids bringen wollte, tat er es nicht auf die vorgeschriebene Weise (V. 3-7): nur die Leviten dürfen die Bundeslade auf ihren Schultern tragen. Jeder andere, der sie berührte, musste sterben. Doch David benutzte leider einen neuen Wagen mit einem Ochsengespann. Als die Ochsen dann ausglitten und Ussa reflexartig seine Hand ausstreckte, um die Lade zu stützen, starb er auf der Stelle. Nach unseren eigenen, natürlichen Wegen sind wir sofort dabei, zu helfen und die Lade vor dem Herunterfallen zu bewahren. Wenn wir mit heiligen Dingen umgehen, müssen wir heilig sein. Es überrascht deshalb nicht, dass bei vielen Dienern des Herrn nach deren Tod alles zusammenbrach. Zu Beginn schien alles so lebendig, aber am Ende war es tot. Wenn wir die Dinge nicht nach Gottes Vorschrift tun, wird das Ergebnis der geistliche Tod sein.

Heiligt Christus als den Herrn in euren Herzen

„… sondern heiligt Christus als den Herrn in euren Herzen“ (1.Petr. 3:15a). Lasst uns Christus in unseren Herzen heiligen! Wir wollen nicht nur irgendwie dienen, sondern auch lernen, gemäß Gottes Anweisungen die heilige Priesterschaft ausführen. Viele Christen lieben Gott und dienen ihm, fragen aber nicht, ob Er Wohlgefallen daran hat. Es ist vermessen, nach unserem eigenen Maßstab und unserer Vorstellung zu dienen. Wir sind der Meinung, dass alles in Ordnung ist, solange wir nichts Böses tun. Es ist möglich, dass wir den Herrn lieben, aber nichts für Ihn tun; oder Ihm in brennender Liebe nach unserer Vorstellung dienen, ohne Ihn vorher zu fragen. Am Ende bereitet unser Dienst sogar Probleme. In der Heiligen Schrift sehen wir, dass keiner der Propheten sehr beliebt war. Sie wurden eingesperrt, abgelehnt, verachtet und getötet – nicht, weil sie etwas falsch getan hätten, sondern weil sie das sagten, was Gott sagen wollte. Leider ist uns nicht bewusst, dass Gott ein heiliger Gott ist. Wenn wir Ihm nach unseren Vorlieben dienen, werden wir sehen, wie das Leben in unserem Dienst abnimmt und der geistliche Tod eintritt.

Heilig zu sein bedeutet, alles nach Gottes Willen zu tun. Wenn du kein Priester bist, lässt Gott dich tun, was du willst. Aber wenn du ein Priester sein willst, dann musst du tun, was Er will. Darum bereiten wir Ihm geistliche Opfer vor und versuchen, in unserem Priesterdienst heilig zu sein. Es gibt nichts Besseres, als gleich nach dem Aufwachen mit einem verlangenden Herzen zu beten: Vater, heilige mich heute, ich möchte heilig sein, weil du heilig bist und Gott beantwortet diesen Herzenswunsch. In unseren Herzen wird eine Bitte erweckt: Vater, reinige und heilige uns, denn wir wollen über Dein Haus, Deinen Tempel sprechen.

Im Buch Hesekiel hat die Herrlichkeit des Herrn den Tempel verlassen (siehe Hes. 8:6 und Kap. 10). Zur Zeit des Priester Eli dienten seine beiden Söhne als Priester. Die Priesterschaft war so verdorben und tief gefallen, dass die Herrlichkeit des Herrn den Tempel verlassen musste. Als die Israeliten gegen die Philister kämpften und die Bundeslade mit in die Schlacht nahmen, hat der Herr ihnen den Sieg nicht gegeben. Sie erlitten eine große Niederlage und die Bundeslade fiel in die Hände der Philister (vgl. 1.Sam. 4). Sie fiel einfach in ihre Hände, denn sie kann nicht erobert werden. Als sie die Bundeslade als Trophäe nach Hause brachten, verursachte ihnen diese viele Schwierigkeiten. Deshalb brachten sie sie schnell den Israeliten zurück. Es waren nicht die Philister, die die Bundeslade erobert hatten, sondern der Herr hatte Israel wegen ihres gefallenen Zustandes verlassen. Als die Nachricht vom Tod der beiden Söhne Elis kam, starb auch er. Danach gebar eine seiner Schwiegertöchter einen Sohn und nannte ihn Ikabod, was bedeutet: „Die Herrlichkeit ist von Israel gewichen“ (1.Sam. 4:16-22). Sobald die Priesterschaft nicht mehr heilig ist, wird Gott sie verlassen. Aus den Beispielen im Wort Gottes lernen wir, dass wir nur eine Gemeinde sein können, wenn wir alle heilig sind.

Heiligkeit – sich von allem Schmutz reinigen

Wir befinden uns jetzt in der Zeit der Vollendung: die Vollendung des Glaubens. Wie wir in 2.Korinther 7:1 lesen: „… die Heiligung vollenden in der Furcht Gottes“. Der Herr hilft uns, uns von aller Befleckung zu reinigen. Das Fest der ungesäuerten Brote ist eine große Hilfe, um allen Sauerteig auszufegen. So können wir Christus als unser Speisopfer gewinnen und ihn dem Vater in der Festversammlung zu seiner Anbetung darbringen. Die Anbetung, die Gott der Vater sucht, ist die Wirklichkeit Christi in der Erfahrung all der wunderbaren Opfer, die der Vater uns gegeben hat, und die uns zur Vollendung und zur geistlichen Reife bringen. Doch wenn unsere Opfer nicht heilig sind, wird der Vater sie nicht annehmen. Die ganze Gemeinde wird krank, wenn die geistliche Speise mit unheiligen, schmutzigen und natürlichen Händen zubereitet wird. Wir dienen im Haus des heiligen Gottes, dem Heiligen Israels, und müssen Ihm heilige Opfer darbringen. Wenn wir Ihm mit unheiligen Händen, die so viele schmutzige, unheilige Dinge berührt haben, Speise darreichen wollen, wird Er sie gewiss nicht annehmen. Daher müssen wir uns vom Herrn gründlich reinigen lassen.

In Römer 12:1 heißt es: „Ich ermahne euch nun, Brüder, durch das Erbarmen Gottes, dass ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges und heiliges Opfer, Gott wohlgefällig; das sei euer vernünftiger Dienst (für Gott)“. Dient dem Herrn nicht auf natürliche, fleischliche Weise, sondern eure Leiber sollen lebendig sein, denn alles Tote ist unheilig. Für den Vater ist der Tod schlimmer als die Sünde. Wenn man kein Empfinden für Heiligkeit hat, dann mag man zwar gute Absichten haben, aber diese werden sich wie Sauerteig verbreiten, und alle werden davon krank werden. Und das nicht, weil die Speise selbst verdorben ist, sondern weil derjenige, der sie zubereitet hat, unrein war.

Viele geistliche Gesetze und Regeln sind für uns Menschen ganz selbstverständlich, denn Gott hat uns in seinem Bild geschaffen. So achten wir beim Essen auf Hygiene, um gesund zu bleiben. Dass man sich die Hände wäscht, ist auch normal. So sehr uns Gott auch liebt und möchte, dass wir uns Ihm nahen, besteht trotzdem die Notwendigkeit, geheiligt zu sein. Wenn wir die Gegenwart des Herrn und Sein Leben in uns nicht erfahren, liegt es daran, dass unser Sein nicht heilig ist. Der Herr schützt seine Heiligkeit. Deshalb rufen die vier lebendigen Wesen Tag und Nacht: Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr, der Allmächtige, der war und der ist und der kommt“ (Offb. 4:8b). Und Jesaja sah den Herrn auf einem hohen und erhabenen Thron sitzen und die Seraphim einander zurufen: „Heilig, heilig, heilig ist der HERR der Heerscharen; die ganze Erde ist erfüllt von seiner Herrlichkeit“! (Jes. 6:1-3). Nach dieser Vision sagte Jesaja nicht: Lobe den Herrn, ich habe den Thron Gottes gesehen. Nein, er sprach: „Wehe mir, ich vergehe! Denn ich bin ein Mann mit unreinen Lippen und wohne unter einem Volk, das unreine Lippen hat“ (V. 5a). Erst nachdem er diese Vision gesehen hatte, war er sich seines und des Volkes unheiligen Zustands bewusst. Das bedeutet, dass jeder von uns unheilig ist. Aber, lobt den Herrn, wir können durch die glühende Kohle vom Altar geheiligt werden, d. h. durch den wunderbaren Tod unseres Herrn Jesus Christus, der Sein kostbares Blut am Kreuz für uns vergossen hat. Er trug unser Gericht – das ist das Feuer, die glühende Kohle. Das Kreuz des Herrn ist auch heute noch wirksam. Das Feuer Seines Altars erlischt niemals (vgl. 3.Mo. 6:2). Jedes Mal, wenn wir zum Kreuz kommen, ist es sehr wirksam, nicht nur um uns zu vergeben, sondern auch um uns zu reinigen, zu heiligen und unsere Lippen zu berühren. Wir müssen erkennen, dass wir einem Gott dienen, der nicht nur heilig ist; er ist der Allerheiligste. Er ist der Einzige in diesem ganzen Universum, der heilig ist. Niemand ist Ihm gleich!

Die Heiligung vollenden in der Furcht Gottes

„Kommt nicht unter ein ungleiches Joch mit den Ungläubigen. Denn welche Partnerschaft hat die Gerechtigkeit mit der Gesetzlosigkeit, oder welche Gemeinschaft hat das Licht mit der Finsternis?“ (2.Kor. 6:14). Dieses Wort muss in unser Herz geschrieben werden. Es ist nicht in Ordnung, unter einem ungleichen Joch zu sein. Als Menschen sind wir sehr leicht beeinflussbar, und unser Umfeld färbt ab, aber wir können uns schützen, indem wir Christus anziehen. Vers 15: „Welche Harmonie hat Christus mit Belial, oder was für ein Teil hat der Gläubige mit dem Ungläubigen?“ Wir sollten schon mit unseren Freunden und Kollegen freundlich und herzlich sein, aber wir müssen vorsichtig sein und ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass wir Heilige sind und dem Herrn gehören. Ungläubige sollten das durch unser Reden erkennen können.

Vers 16-17: „Und was hat der Tempel Gottes mit den Götzen gemein? Denn wir sind der Tempel des lebendigen Gottes: wie Gott gesagt hat: Ich will unter ihnen wohnen und wandeln, und ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein. Darum geht aus von ihrer Mitte und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt kein Unreines an, so werde ich euch
annehmen“. Die grundlegende Bedeutung von Heiligkeit ist Absonderung. Gott möchte, dass wir aus allem herauskommen, heilig und abgesondert sind. Selbst wenn wir nur etwas Unreines berühren, wird es uns beschmutzen. Unser Fleisch reagiert wie ein Magnet auf die Welt. Wenn wir diesen Dingen zu nahekommen, werden sie uns sofort anhaften. Vers 18: „und ich werde euer Vater sein, und ihr werdet meine Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige“. Wir sind nicht nur Sein Volk, sondern auch Seine Söhne und Töchter.

2.Korinther 7:1: „Weil wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, so lasst uns von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes uns reinigen und die Heiligung vollenden in der Furcht Gottes“. Viele Christen haben keine vertraute Beziehung zu Gott, weil Er sich wegen eines unheiligen Wandels distanziert hat. Es bedeutet nicht, dass Er uns ignorieren möchte oder uns nicht mag. Auch wir distanzieren uns von jemandem, der übel riecht. Wenn schon die Menschen auf diese Weise reagieren, warum erwarten wir dann von Gott, dass Er sich uns naht, wenn wir so unheilig und fleischlich sind und unheilige Dinge berühren? Wenn wir versuchen, uns in diesem Zustand Ihm zu nahen wird der Herr zu uns sagen: Gehe und wasche dich zuerst. Deshalb ermahnt uns der Hebräerbriefschreiber: „Jagt dem Frieden nach mit jedermann und der Heiligkeit; ohne die niemand den Herrn sehen wird“ (12:14). Gott hat nicht die Absicht, sich vor uns zu verbergen, aber wir sollen heilig sein und uns von aller Unreinheit des Fleisches und des Geistes reinigen; und dies umso mehr, weil wir seine Priester und seine heilige Priesterschaft sind. Lobt den Herrn!

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