Den Tisch des Herrn nicht verachten

Das Volk fragte Gott: „Womit haben wir dich verunreinigt?“ Gott antwortete: „Damit, dass ihr sagt: Der Tisch des Herrn ist verachtenswert“ (Mal. 1:7). Wir feiern den Tisch des Herrn an jedem Tag des Herrn. Mit welcher Haltung erscheinen wir? Wenn ihr zusammenkommt, singt ihr dann einfach eure Lieblingslieder bis die Zeit um ist, sprecht ein paar Gebete, brecht das Brot und geht dann nach Hause? Ist euer Herz wirklich bereit, die Feste des Herrn zu halten, oder kommt ihr ohne Vorbereitung, so wie ihr seid? Verlasst ihr euch darauf, dass andere ein Lied aufrufen oder darauf, dass der „leitende“ Bruder einen Abschnitt aus der Schrift vorbereitet hat, während alle anderen nur abwarten, was als nächstes geschieht? Seid ihr euch dessen bewusst, was ihr da esst oder ist es für euch einfach ein kleines Stückchen Brot? Das ist für alle Beteiligten unbefriedigend. Der Herr sagte zu seinem Volk: „Ihr sagt: Der Tisch des Herrn ist verachtenswert“, weil der Tisch des Herrn für sie zur Routine geworden war – sie waren abgestumpft und empfindungslos geworden. Der Tisch des Herrn wurde zu etwas Gewöhnlichem, wie in 1.Korinther 11, wo sie das Abendmahl zusammen mit ihrem Abendessen einnahmen und den Unterschied zwischen den beiden nicht mehr erkennen konnten. Manche waren sogar betrunken und warteten mit dem Essen nicht auf die anderen. Und was geschah mit ihnen? Viele wurden krank, und etliche von ihnen starben sogar. Sie vermischten den Leib Christi mit ihren Mahlzeiten, und das war sehr tragisch.

Empfinden wir noch Vorfreude, wenn wir zum Tisch des Herrn kommen, oder ist es etwas Gewöhnliches geworden, eine Routine, die wir jeden Sonntagmorgen um 10:00 Uhr abhalten? Haben wir etwas vorbereitet? Haben wir unser Herz vorbereitet? Wir beten: „Ich danke Dir, Herr, dass Du für mich gestorben bist. Dein Leib wurde gebrochen.“ Ihr dankt dem Herrn nicht einmal für den Kelch und trinkt daraus, ohne zu wissen, was ihr da trinkt und ohne das Verlangen, die vielen Segnungen, die dieser Kelch beinhaltet, zu erfahren. Der Kelch ist das Blut des Bundes, das alle Segnungen des neuen Bundes mit sich bringt! Wisst ihr es zu schätzen, dass alle eure Sünden vergeben sind, dass Gott im neuen Bund gesagt hat: „… und ihrer Sünden werde ich gewiss nicht mehr gedenken“ (Hebr. 8:12b). Verspürt ihr den Wunsch, dass Gott seine Gesetze in euer Herz und in euren Denksinn schreiben will? Habt ihr die Zuversicht, dass ihr durch das ungesäuerte Brot den ganzen Sauerteig ausfegen könnt? Und diese Versammlung wiederholt ihr jede Woche. Wird euer Leben durch die Vorbereitung zum Tisch des Herrn nachhaltig verändert? Wenn nicht, wäre das gleichbedeutend mit „den Tisch des Herrn zu verachten“. Es erinnert euch nicht an den Herrn und was er getan hat, damit ihr in der kommenden Woche die Wirklichkeit aller Feste erfahren könntet.

Manche Geschwister waren gekränkt, als ich sagte, dass Singen nicht die wahre Anbetung ist, die sich Gott von uns wünscht. Natürlich ist Singen gut, wobei die Engel wahrscheinlich noch besser singen können. Aber glaubt ihr, dass Gott froh und zufrieden ist, wenn er sich eine Stunde lang unseren Gesang angehört hat? Andererseits, wenn ihr singt, singt ihr es dann für Gott oder singt ihr es, weil euch das Lied gefällt und ihr selbst Freude daran habt? Fragt Gott, was er dazu meint!

Der Tisch des Herrn ist heilig. Es ist ein wunderbarer Tisch, der uns all die Feste zeigt, die von Christus erfüllt wurden, damit wir seinen Reichtum darin erfahren. Wir sollen nicht nur Kenntnis über die Feste haben und uns an sie erinnern, sie dienen vielmehr unserer Erfahrung. Warum halten wir das Passahfest, wenn wir nur oberflächlich sagen: „Lobe den Herrn für das Lamm Gottes“, aber dann in Ägypten bleiben und die Welt lieben? Es gibt so viele weitere Aspekte des Passahfestes, die wir erfahren können: durch das Rote Meer ziehen, in das gute Land hineinkommen, Gottes Plan erfüllen. Das Fest der ungesäuerten Brote heißt auf Chinesisch „Fest des Sauerteigausfegens“. Nun, liebe chinesische Geschwister, seid ihr durch dieses Brot gestärkt, damit ihr in der ganzen kommende Woche den Sauerteig aus euren Herzen ausfegen könnt? Wenn nicht, wozu esst ihr dann dieses Stück ungesäuertes Brot? Mir gefällt der chinesische Ausdruck für dieses Fest, denn es geht nicht nur darum, das ungesäuerte Brot zu essen, sondern hauptsächlich darum, den Sauerteig aus uns auszufegen. Wenn wir das ungesäuerte Brot nicht essen, sind wir nicht stark genug, den Sauerteig auszufegen. Genauso wie man nicht frische Luft einatmen kann, ohne vorher die verbrauchte Luft auszuatmen. Es muss ein ständiger Austausch stattfinden. Der Herr ging sehr streng mit dem Volk Israel um. Er sagte ihnen, dass diese sieben Tage, also eine ganze Woche lang, kein Sauerteig in ihren Häusern gefunden werden dürfe. In wessen Haus man Sauerteig finden würde, der würde aus dem Volk Israel ausgerottet werden (vgl. 2.Mo. 12:18-20). Doch leider nehmen wir dieses Wort nicht ernst. Deshalb gibt es noch so viel Sauerteig in uns: Bosheit, Schlechtigkeit, alle unsere religiösen Vorstellungen, die Begierde des Fleisches, Habsucht und viele weitere Dinge, die in unseren Herzen verborgen und noch nicht ausgefegt sind. Kein Wunder, dass unser Christenleben oft noch voller Schwierigkeiten ist!

Ferner gibt es noch das Erstlingsfest – weckt es in euch den Wunsch, eine Erstlingsfrucht zu werden, die Kraft seiner Auferstehung zu erfahren, den Tod zu überwinden und aus dem Grab herauszukommen? Wenn wir den Tisch des Herrn vorbereiten, muss jeder Priester in der Priesterschaft ein Bewusstsein für jedes dieser wunderbaren Feste haben.

In der Übergangszeit vor dem Kommen des Herrn möchten wir allen Heiligen helfen, zu erkennen, wie notwendig für das Halten aller sieben Feste ist – vom Passahfest bis zum Laubhüttenfest. Wenn ihr euch auf das Kommen des Herrn vorbereitet, lebt ihr dann in Hütten? Das bedeutet nicht, dass ihr ein Zelt neben der Straße aufschlagen sollt. Bitte tut das nicht. Aber in eurem Herzen müsst ihr so leben, als würdet ihr in einem Zelt oder in Laubhütten wohnen, so wie Paulus es in 1.Kor. 7:29-31 sinngemäß schrieb: Wer hat, lebe so, als hätte er nichts; wer verheiratet ist, lebe so, als wäre er nicht verheiratet. Das heißt nicht, dass ihr denken sollt: „Ich will nicht mehr verheiratet sein“. Ihr könnt verheiratet sein, aber eurer Herz ist rein und für den Herrn. Ihr seid durch nichts gebunden. Ihr habt vielleicht ein schönes Zuhause, aber in euren Herzen bindet euch dort nichts. Ihr lebt wie ein Mensch, der in Hütten wohnt – aber vollauf zufrieden. Auf diese Weise haltet ihr das Laubhüttenfest vor dem Kommen des Herrn. Andernfalls werdet ihr bei seiner Wiederkunft wie Lots Frau sein, deren Herz immer noch an der brennenden Stadt hing. Dann wird der Herr sagen: „Ihr könnt genauso gut zurückgehen und versuchen, das Feuer zu löschen und zu retten, was ihr könnt.“ Haltet das Laubhüttenfest!

Der Tisch des Herrn und alles, was mit ihm zu tun hat, ist heilig. Was der Herr uns gegeben hat ist kostbar. Der ganze wunderbare Reichtum Christi ist in diesem Tisch enthalten, genau wie Melchisedek Abraham mit Brot und Wein erschien. Denkt nicht: „Ist das alles, was wir haben – ein kleines Stück Brot und ein kleiner Kelch?“ Ja, das ist alles! Das ist alles, was wir brauchen. Wenn der Herr euch die Augen für die Bedeutung und die Wirklichkeit dieses Brotes öffnet, werdet ihr erkennen, wie reich dieser Tisch ist und überfließen vor Dankbarkeit. Im Haus Gottes brauchen wir nichts anderes als die Wirklichkeit dieses Brotes und den Kelch der Segnungen.

Zusammen mit den Festen am Tisch des Herrn bringen wir dem Vater die Opfer aus Liebe und Dankbarkeit. Die Feste sind durch Jesus Christus von Gott für uns bereitet zu unserer Erfahrung und zu unserem Genuss. Die Opfer bestehen aus dem Reichtum Christi, den wir erfahren haben, um ihn Gott zu seinem Genuss und zu seiner Zufriedenheit darzubringen. Das ist ein wunderbarer Kreislauf – etwas kommt von Gott durch Christus zu uns herab, und etwas geht von uns durch Christus zum Vater hinauf. Wir können nicht erwarten, dass immer nur etwas von oben herabkommt, während nichts hinaufgeht. Gott ist sehr vernünftig.

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