Das Übertretungsopfer

Nun kommen wir zum fünften Opfer im dritten Buch Mose, dem Übertretungsopfer. Dieses Opfer behandelt die vielen Übertretungen, die wir begangen haben, wie Lügen, Hass, Eifersucht, Neid, Streit und jedes Werk des Fleisches (Galater 5:19-21). Da wir uns im Prozess hin zur geistlichen Reife befinden und noch nicht zur Vollkommenheit gelangt sind, begehen wir immer noch Sünden. Aus diesem Grund hat Gott uns das Übertretungsopfer bereitgestellt. 1.Johannes 2:1-2 sagt: „Meine Kindlein, diese Dinge schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten. Und er ist die Sühnung für unsere Sünden, und nicht allein für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.“ Mit seinem Tod am Kreuz zahlte Christus das Lösegeld für jede unserer Sünden.

Jesaja 53 ist ein ausgezeichnetes Kapitel in der Bibel, das schon 700 Jahre vor Christus das Erlösungswerk Jesu Christi am Kreuz prophezeit hat. Petrus beschrieb es in einem Vers: „der unsere Sünden selbst an seinem Leib hinaufgetragen hat auf das Holz, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch dessen Wunden ihr geheilt worden seid“ (1.Petr. 2:24). Jede Woche werden wir am Tisch des Herrn an seinen Leib erinnert, der für uns am Kreuz geopfert wurde, und an sein Blut, das zur Vergebung unserer Sünden vergossen wurde. Das Übertretungsopfer betont die Vergebung und die Reinigung von unseren Sünden durch das kostbare Blut unseres Herrn Jesus Christus.

Vergebung und Reinigung durch das kostbare Blut Jesu Christi

Die erste Botschaft des Johannes in seinem Brief ist: „… Gott ist Licht und in ihm ist gar keine Finsternis. Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit“ (1.Joh. 1:5b-6). Wir Christen sollten nicht in der Finsternis wandeln; diejenigen, die in der Finsternis wandeln, versuchen, ihre Sünden zu verbergen, und blockieren dadurch die Gemeinschaft mit dem Vater. Doch wir sind Kinder des Lichts und sollten solche sein, die im Licht wandeln. Wenn wir im Licht sind, werden unsere Sünden offenbar, und das ist unsere Errettung. Johannes sagte: „Wenn wir im Licht wandeln, wie er im Licht ist, haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde“ (V. 7). Es gibt keine Sünde, die nicht durch das Blut unseres Herrn Jesus Christus weggewaschen werden kann.

Johannes sagt weiter: „Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns“ (V. 8), aber: „Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns von aller Ungerechtigkeit reinigt“ (V. 9). Um das Übertretungsopfer für die Vergebung und die Reinigung zu erfahren, müssen wir unsere Sünden Gott, unserem Vater, bekennen. Es ist nicht ratsam, sie vor ihm zu verbergen, denn er sieht alles, was im Verborgenen geschieht. Er ist ein Gott, der den Verstand und die Herzen der Menschen erforscht. Das Bekennen ist nicht nur ein Eingeständnis, dass du etwas Falsches getan hast, vielmehr muss es von wahrer Buße begleitet sein. Das Wort Buße bedeutet, dass du eine Kehrtwende machst. Buße bedeutet nicht nur, dass dir die Übertretung, die du begangen hast, leid tut, und du sie gleich im nächsten Moment wieder begehst. Johannes 8:11 ist ein gutes Beispiel dafür. Nachdem der Herr der Ehebrecherin vergeben hatte, sagte er ihr:“… geh hin und sündige von jetzt an nicht mehr“ (Joh. 8:11b). Ein wirklich bußfertiges Herz wird sich immer von seinem sündigen Weg abwenden und eine 180-Grad-Wendung vollziehen.

Nachdem Gott uns vergeben hat, reinigt er uns auch durch das kostbare Blut Jesu, seines Sohnes. Wenn Gott nur vergeben würde, ohne uns zu reinigen, so könnte man den Fleck der Sünde immer noch sehen und wir würden ständig daran erinnert werden. Dies würde dem Feind, dem Verkläger der Brüder, Anlass geben, uns anzuklagen. Aber wenn wir gereinigt werden, verschwindet jeder Fleck. Deshalb sagt das Wort: „Und das Blut Jesu, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde.“ Das ist eine wunderbare Tatsache im neuen Bund, wo Gott sagt: „Und ihrer Sünden und ihrer Gesetzlosigkeiten will ich gewiss nicht mehr gedenken“ (Hebr. 8:12; 10:17).

Angenommen, dein Enkel gehorcht dir nicht und macht seine Kleider schmutzig. Dann entschuldigt er sich bei dir. Ist es ausreichend, wenn du einfach sagst: „Ich vergebe dir“? Nein, das genügt nicht, denn die Kleidung ist immer noch schmutzig und muss gewaschen werden. Du kannst ihn nicht mit diesen schmutzigen Kleidern zur Schule schicken. Genau dasselbe Prinzip sehen wir beim Hohepriester Jeschua, den der Herr vollkommen gereinigt hat (vgl. Sach. 3:1-5). Ebenso muss der Herr uns gründlich von unseren Sünden reinwaschen, und nicht nur das, sondern Hebräer 9:14 sagt dazu: „Wie viel mehr wird das Blut Christi … unser Gewissen von toten Werken reinigen, um dem lebendigen Gott priesterlich zu dienen“. Die Befleckung durch die Sünde trennt uns von der Gemeinschaft mit Gott, aber das Übertretungsopfer stellt unsere Gemeinschaft mit Gott wieder her.

Entschädigung

Ein weiterer Aspekt des Übertretungsopfers ist die Entschädigung. Nehmen wir an, jemand hat 500 Euro von seinem Freund gestohlen und sagt zu ihm: „Verzeih mir, ich habe dir 500 Euro gestohlen.“ Entsprechend dem Übertretungsopfer muss diese Person das gestohlene Geld zurückgeben und noch 20 Prozent dazulegen. Das ist Gottes Gerechtigkeit. Es genügt nicht, dass der Betreffende nur um Vergebung bittet, es reicht auch nicht aus, nur das gestohlene Geld zurückzugeben, sondern er muss 20 Prozent zum zurückzuerstattenden Geld hinzufügen. Dies ist die Entschädigung, die beim Übertretungsopfer erforderlich ist (3.Mo. 5:15-16). Wenn wir das nicht tun, wird der Herr, wenn er eines Tages zurückkommt, von uns verlangen, dass wir einen noch weit höheren Zins bezahlen müssen. Je länger du das Geld behältst, desto mehr Zinsen wirst du zahlen müssen. Diese Forderung nachWiedergutmachung zeigt, wie gerecht unser Gott ist. Am Ende der Bibel in Offenbarung 19:8 ist die Braut Christi in prachtvolles, feines Leinen gekleidet, hell und rein. Dieses wunderbare Kleid aus feiner Leinwand sind die gerechten Taten der Heiligen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir alle sowohl das Sündopfer als auch das Übertretungsopfer erfahren. Möge der Herr uns barmherzig sein, dass wir fleißig üben, alle Opfer in unserem täglichen Leben zu erfahren!

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