Christus, unser Vorbild

„Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus für euch gelitten und euch ein Vorbild gelassen hat, dass ihr seinen Fußstapfen nachfolgen sollt, der keine Sünde getan hat, noch wurde Betrug in seinem Munde gefunden, der nicht widerschalt, als er gescholten wurde, nicht drohte, als er litt, sondern alles dem anheimstellte, der gerecht richtet“ (1.Petrus 2:21-23).

Hier erinnert uns Petrus daran, dass Christus uns ein Vorbild gelassen hat. Schätzen wir nur sein Wort, wie zum Beispiel die Bergpredigt in Matthäus, Kapitel 5 bis 7, oder sehen wir auch das Vorbild des Herrn, wie er gelebt hat? Ein Vorbild spricht mehr als 1000 Worte. In allen diesen Versen sehen wir weniger eine Lehre, sondern vielmehr ein Vorbild. Zu lehren ist relativ einfach, aber ein Vorbild zu sein ist weitaus schwieriger. Sicher sind das Wort und die Wahrheit sehr wichtig, aber für den Weg des Herrn, für den Dienst, ist das Vorbild noch wichtiger. In den letzten Jahren habe ich sehr viele gute Botschaften gehört, aber ich habe nicht viele Vorbilder gesehen. Das sage ich nicht nur über die anderen, sondern auch über mich selbst. Über euch habe ich weniger zu sagen, aber über mich selbst muss ich sagen: Herr, was für ein Vorbild habe ich den Heiligen gegeben? Das Vorbild ist sehr wichtig.

Weiter lesen wir hier, dass der Herr Fußstapfen hinterlassen hat, denen wir nachfolgen sollen. Das heißt, dass wir so dienen sollen, wie er es auf Erden getan hat. Die meisten Gläubigen meinen, ein Diener des Herrn sei ein Prediger. Das ist unsere Vorstellung und deshalb gehen viele Gläubingen dann in eine Bibelschule. Aber dort lernen sie nicht, ein Vorbild zu sein, sondern sie lernen Theologie und viele verschiedene Methoden. Dort lernt man zum Beispiel, wie man von Gläubingen Geld sammeln kann. Doch leider sehen wir keine wahren Vorbilder für die anderen Gläubingen.

Besonders die vier Evangelien zeigen uns das wunderbare Vorbild des Herrn. Deshalb sind sie kein Theologiebuch, sondern eine Biographie des Herrn, damit wir sehen, wie er auf Erden gelebt hat. Ich hoffe, dass der Herr besonders jetzt, am Ende dieses Zeitalters, viele Brüder und Schwestern erweckt, die auf diese Weise dienen. Der Herr braucht Menschen, die nicht nur die Wahrheit predigen, sondern auch danach leben. Das zeigt uns Jesaja in den Kapiteln 49 bis 57.

Lasst uns nun den ersten Petrusbrief Kapitel 4, Vers 1 lesen: „Weil nun Christus im Fleisch gelitten hat, so wappnet auch ihr euch mit demselben Sinn, denn wer im Fleisch gelitten hat, der hat aufgehört mit der Sünde.“ Wie sollen wir uns wappnen? Mit einem Sinn, der bereit ist, im Fleisch zu leiden. Viele wollen dem Herrn dienen, aber sie sind nicht bereit zu leiden. Mit dem Dienst kommen viele Leiden. Auch darin war uns der Herr ein Vorbild. Ich hoffe, dass wir das vom Herrn lernen. Paulus sagt im Epheserbrief Kapitel 4, Vers 20: „Ihr aber habt Christus nicht so gelernt.“ Wir lernen nicht nur Lehre und Wahrheit, sondern wir lernen Christus.

In Johannes, Kapitel 13, Verse 14-15, hat der Herr die Füße der Jünger gewaschen: „Wenn nun ich, der Herr und der Lehrer, eure Füße gewaschen habe, sollt auch ihr einander die Füße waschen. Denn ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr tut, wie ich euch getan habe.“ Der Herr hat uns ein Beispiel gegeben, damit auch wir tun, wie er es an uns getan hat. Es ist kostbar, das zu lernen. Wir sollen die Lehre und die Wahrheit nicht nur nach dem Verstand erfassen.