Christus, unser Brand- und Speisopfer

In Jesaja Kapitel 42:1 heißt es: „Siehe, das ist mein Knecht, den ich erhalte, mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat.“ Diese Weissagung Jesajas spricht in eindeutiger Weise von Jesus Christus. Wie zuverlässig ist doch Gottes Wort! Knapp 700 Jahre bevor Jesus kam hat Jesaja schon in Einzelheiten von ihm geredet. Jesus ist der einzig treue Knecht Gottes, er ist der treue Zeuge (vgl. Matthäus 3:17; 17:5; 2.Petrus 1:17-18; Offenbarung 3:14). Er war Gott dem Vater in allen Dingen treu. Daher ist Christus heute unser Brandopfer (vgl. 3.Mose 1). Das Brandopfer zeigt, dass Jesus Christus in allem absolut für Gott war. Viele Christen glauben, dass Jesus unser Sünd- und Übertretungsopfer ist. Doch leider wissen sie nicht, dass er genauso unser Brandopfer sein möchte. Für Gott steht das Brandopfer sogar an erster Stelle! Für Gott ist das Brandopfer das Wichtigste. Als der Herr auf diese Erde kam, lebte er nur zum Wohlgefallen des Vaters und war ihm gehorsam bis zum Tod. Das schätzt Gott sehr. Was für ein wunderbarer Christus! Und wie steht es mit uns? Durch unseren Lebenswandel haben wir den Vater oft traurig gemacht und verletzt. Wir tun, was wir wollen und was uns gefällt. Wir denken und reden Worte, die den Vater betrüben. Oft gehen wir hin, wo wir nicht sollten. Wie nötig brauchen wir doch Christus als unser Brandopfer!

Gottes Knecht, sein Auserwählter, von dem Jesaja Kapitel 42 spricht, wurde zwar von den Menschen verworfen, ist aber von Gott auserwählt und ihm überaus kostbar. Dies bestätigt der Hebräerbrief: „Christus aber ist treu als Sohn über sein Haus“ (3:6a). Ich habe so viele Geschwister gesehen, die nicht treu waren. Sie haben gut angefangen, haben aber kein gutes Ende genommen. Wir sind vielleicht in einigen wenigen Dingen treu, weil sie uns Freude machen. Und das ist das Problem: Ich bin nur treu, solange es mir gefällt. Aber Christus als Sohn über Gottes Haus war immer treu. Keiner von uns ist so wie er. Wie sehr brauchen wir Christus als unser Brandopfer, damit auch wir treu bleiben bis zum Ende!

Weiter heißt es: „Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt“ (Jesaja 42:1b). Welche Eigenschaften hat dieser Geist? Wir erinnern uns an Jesaja Kapitel 11, Vers 2: „Und auf ihm wird ruhen der Geist des HERRN, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Kraft, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN.“ Solch einen wunderbaren Geist können wir heute erfahren. Wir lesen weiter in Kapitel 42: „… er wird das Recht zu den Heiden hinaustragen“ (V. 1c). Das hat der Herr auch erfüllt. So treu war er. Wir aber sind oft unbeständig und wetterwendisch. Früher sagten wir: ‚Halleluja für die Gemeinde, die heilige Priesterschaft!‘ und heute stellen wir sie in Frage. So sind wir, wenn wir nicht Christus als unser Brandopfer in Anspruch nehmen. Wenn Schwierigkeiten aufkommen, ändern wir unsere Meinung. Wir sagen: ‚Wenn es vom Herrn wäre, gäbe es doch nicht so viele Probleme.‘ Das sind unsere Argumente, weil wir nicht so klar erkannt haben, was im Herzen unseres Vaters ist. Denkt daran, der Herr kommt aus dem Schoß des Vaters (vgl. Johannes 1:18). Der Vater hat ihm einen klaren Auftrag gegeben. Keine noch so schwierige Situation konnte ihn aufhalten. Er ging stracks nach Jerusalem, um am Kreuz zu sterben (vgl. Lukas 9:31; 9:51; 13:22; 18:31; 19:28; Markus 10:32-34). Das ist dieser wunderbare Knecht, „mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat.“ Deshalb schätzen wir heute Christus als unser Brandopfer. Wenn wir ihn als unser Brandopfer erfahren, werden wir ihm mehr und mehr gleichgestaltet. Dies bringt uns ans Ziel.

Im Weiteren beschreibt Jesaja die vollkommene Menschlichkeit Jesu: „Er wird nicht schreien“ (Jesaja 42:2). Wir schreien schon seit dem Tag unserer Geburt. Doch der Herr schreit nicht. Welch eine vollkommene Menschlichkeit! Gott schätzt das Menschsein Jesu. Sie ist ganz anders wir unsere Menschlichkeit. Schauen wir uns an: Wir haben immer Gegenreden, streiten oft und gerne, und wir reagieren unüberlegt. Doch so war Jesus nicht. Weiter heißt es: „… und [er wird seine Stimme] nicht erheben und seine Stimme nicht hören lassen auf der Straße“ (Jesaja 42:2). Wir streiten nicht nur, sondern schreiben Briefe mit Anklagen gegen Brüder und verbreiten unseren Streit über die ganze Welt. Das ist das Fleisch, die Bosheit im Menschen. Wir sind ganz anders als der Herr. Sollten wir nicht lieber die frohe Botschaft verbreiten und nicht unsere Bosheit?

„Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen“ (Jesaja 42:3). Wer ist heute nicht geknickt? Doch sobald jemand nur einen kleinen Fehler gemacht hat und etwas geknickt ist, schicken wir ihn schon weg. Wenn der Herr so mit uns verfahren würde, wäre am Ende niemand mehr in der Gemeinde. Irgendwo sind wir alle geknickt, haben alle unsere Fehler und sind nicht vollkommen. Aber leider verlangen wir von anderen Brüdern, dass sie vollkommen sein müssen. Das ist eine Krankheit (vgl. Matthäus 18:32-33). In der Gemeinde brauchen wir die Menschlichkeit des Herrn. Wir brauchen Christus als das Speisopfer (vgl. 3.Mose 2). Das Speisopfer zeigt vor allem die vollkommene Menschlichkeit Jesus. Daher brauchen wir dringend Christus als unser Speisopfer. Seine Menschlichkeit muss unsere ersetzen. „… und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.“ Wir löschen den Docht sofort und ersetzen ihn durch einen anderen. Das tut der Herr nicht, sondern „wahrheitsgetreu wird er das Recht hervorbringen“ (Jesaja 42:3). Herr, wir brauchen dich!

„Er wird nicht ermatten“ (Jesaja 42:4). Der Herr hat nie aufgegeben. Er hatte immer Zeit für das Volk. Obwohl er bestimmt auch manchmal müde war, ließ er die Müdigkeit nie über sich herrschen. Solch eine Menschlichkeit ist voll der Auferstehung. Kein Tod kann solch eine vollkommene Menschlichkeit niederdrücken. Daher wurde das Speisopfer mit Weihrauch dargebracht. Weihrauch zeigt die Kraft der Auferstehung Jesu. Diese Kraft müssen wir heute genauso erfahren. Weiter heißt es: „… (er wird) nicht zusammenbrechen.“ Wie oft brechen wir zusammen? Ein wenig mehr Arbeit und Druck, und schon sind wir urlaubsreif. Wir brauchen sofort eine Pause. Aber Jesus tat in allem zuerst den Willen des Vaters und brach niemals zusammen. Wir schätzen oft, dass der Herr am Kreuz für uns gestorben ist, aber sein Wesen, wie er gedient hat, schätzen wir nicht so sehr. Jesaja hat seine hohe Menschlichkeit bereits beschrieben. Leider schätzen wir sie nicht, selbst wenn wir darüber in den Evangelien lesen. Für uns ist sie selbstverständlich. Kein Wunder kennen wir Christus nicht als unser Speisopfer! „Er wird nicht ermatten und nicht zusammenbrechen, bis er auf Erden das Recht gegründet hat.“ Was er beginnt, führt er auch zu Ende. Viele Gläubige, die mit dem Herrn begonnen haben, gingen nicht bis zum Ziel. Irgendwann wurden sie matt, untreu, brachen zusammen und gaben auf. Dann musste der Herr mit einem Überrest weitergehen – mit einigen wenigen, die vorangehen wollten. Das ist die Geschichte der Christenheit in den letzten 2000 Jahren. Sind nicht viele von uns auch so? Am Anfang waren wir Feuer und Flamme für die unausforschlichen Reichtümer Christi. Aber ab einem gewissen Punkt sind wir stehen geblieben und sagen: ‚Das brauchen wir nicht. Wir brauchen keine neue Offenbarung von Christus.‘ Die alte Offenbarung von damals wird immer wieder neu aufgewärmt. Und denen, die weitergehen wollen, wird Spaltung vorgeworfen. Solche Knechte sind wir leider. Aber ich hoffe, dass wir jetzt lernen, täglich die wunderbare Menschlichkeit Jesu als Speisopfer und seine Treue als Brandopfer zu erfahren.