Christus, der Pflock an einem festen Ort

In Jesaja 22 spricht Gott zu seinem Verwalter über sein Haus: „So hat der Herrscher, der Herr der Heerscharen, gesprochen: Geh hinein zu diesem Verwalter“ (V. 15a). Der Verwalter über Gottes Haus hatte offensichtlich ein Problem. Wie Jesaja schon in den Kapiteln 1 bis 12 gesagt hat, fangen viele Probleme im Haus Gottes beim Haupt, bei den Verwaltern, an. Er sagt: „Das ganze Haupt ist krank, … Von der Fußsohle bis zum Scheitel ist nichts Unversehrtes an ihm …“ (1:5b-6). Wer ist dieses Haupt? Wer sind diese Verwalter? Gott sagt: „Der Älteste und Angesehene ist der Kopf, und der Prophet, der Lügen lehrt, ist der Schwanz“ (9:14). „Mein Volk, deine Leiter verführen dich“ (3:12b). Diese Stelle zeigt uns, dass alle schwerwiegenden Probleme unter Gottes Volk bei den Ältesten, Lehrern und Pastoren beginnen. So war es auch bei dem Verwalter Schebna. Gott sagt: „Geh hinein zu diesem Verwalter, zu Schebna, der über den Palast gesetzt ist und sprich: Was hast du hier, und wen hast du hier, dass du dir hier ein Grab aushaust?“ (22:15b-16a).

Es ist wirklich erschreckend: Der Verwalter Schebna haut sich ein Grab aus im Haus Gottes. Wer in der Gemeinde irgendeine Position oder irgendeinen Gewinn haben möchte, wer geachtet werden möchtest und denkt, er sei etwas, haut sich selbst sein eigenes Grab aus und erkennt es selbst nicht. Schebna dachte nur an sich selbst und baute sich ein Grab. Geistlich gesprochen heißt das: Er bereitet sich schon auf seinen Tod vor. Doch Gott wird Schebna richten: „Siehe, der Herr wird dich weit wegschleudern, Mann!“ (22:17a). Der Verwalter denkt, er werde nicht abgesetzt. Doch er irrt sich, Schebna wird abgesetzt. Wer untreu ist, wird vom Herrn abgesetzt.

Gott zeigt uns durch den Einschub in Kapitel 22 nochmals den Grund für sein Handeln: Die Leiter des Volkes waren untreu. Schebna war untreu. Was wird von einem Verwalter erwartet? Soll er begabt sein? Was erwartet Gott von einem Haushalter? Er soll treu sein (vgl. 1.Korinther 4:2). Leider findet er nur wenige, die treu sind. Auch Paulus sagte, dass er keinen fand, der ihm so gleichgesinnt war wie Timotheus. Alle, die Gottes Haus untreu verwalten, werden von Gott gerichtet wie Schebna. Gott wird solche Verwalter aus dem Amt stoßen: „Ich will dich aus deinem Amt stoßen, und man wird dich von deiner Stellung herabstürzen“ (V. 19). Dieses Sprechen des Herrn steht im Gegensatz zu dem, was viele leitende Personen in den Gemeinden sagen, indem sie darauf bestehen, von Gott eingesetzt zu sein und daran festhalten. Aber wenn du nicht treu bist, wird der Herr sein Wort an dir erfüllen. Es ist Gottes Wort und das soll uns warnen, treu zu bleiben. Diese Treue ist nicht eine Treue gegenüber Menschen, sondern gegenüber Gott. Wir haben oft vergessen, dass wir es in der Gemeinde mit Gottes Haus zu tun haben. Die Gemeinde ist nicht unser Eigentum.

Wenn Schebna abgesetzt wird, wer wird dann eingesetzt? Jesaja sagt weiter: „Und es wird geschehen an jenem Tag, da werde ich meinen Knecht Eljakim, den Sohn Hilkijas berufen, und ich werde ihn mit deinem Gewand bekleiden und mit deinem Gürtel fest umgürten und deine Vollmacht in seine Hand legen. Er wird den Bürgern von Jerusalem und dem Haus Juda ein Vater sein. Ich will ihm auch den Schlüssel des Hauses Davids auf seine Schulter legen, so dass, wenn er öffnet, niemand zuschließen kann, und wenn er zuschließt, niemand öffnen kann. Und ich will ihn als Pflock einschlagen an einem festen Ort, und er soll ein Ehrenthron für das Haus seines Vaters werden, so dass die ganze Herrlichkeit seines Vaterhauses sich an ihn hängen wird, die Sprösslinge und die Abkömmlinge, alle kleinen Gefäße, von den Tonschalen bis zu allen Krügen“ (V. 20-24).

Wer ist dieser Eljakim? Es ist Jesus Christus. Gott setzt die untreuen Verwalter ab und setzt seinen Sohn Jesus Christus ein. Das müssen wir verstehen. Wehe, wenn wir einen Menschen absetzen und einen anderen Menschen einsetzten, der genauso verdorben und fleischlich ist. Wer ist denn heute qualifiziert, in der Gemeinde der Eljakim zu sein? Wenn Gott Menschen wie Schebna absetzt, dann möchte er sie durch Christus selbst ersetzen! Heute gibt es in den Gemeinden immer Menschen, die leiten wollen, an denen alles hängt. Dies ist das Kernproblem von so vielen Gemeinden heute. Anstatt dass Christus das Haupt der Gemeinde ist, sind Älteste, Pastoren und Pfarrer das Haupt! An diesen Menschen hängt alles in der Gemeinde und ohne sie passiert nichts. Doch was sagt uns Jesaja? Nur Christus, der wahre Eljakim, ist der Pflock, der an einem festen Ort eingeschlagen ist und alles trägt.

Wenn aber dieser Pflock durch Menschen ersetzt wird, bricht er zusammen und wird von Gott gerichtet. Niemand kann den Herrn ersetzen und niemand ist sein Stellvertreter. Niemand vertritt die Autorität Christi. Am Ende ist die Ältestenschaft der Gemeinde wichtiger als Christus und alle müssen auf sie hören, selbst dann noch, wenn sie schon gegen den Herrn reden und dabei sind, das ganze Haus zum Einsturz zu bringen. Der Herr muss uns das zeigen und wir müssen Buße tun. Vielleicht können wir ein wenig tragen, doch wie schnell meinen wir dann, wir seien so wunderbar! Am Ende müssen wir uns selbst einreden, unsere Gemeinde sei die herrlichste und wunderbarste Gemeinde, während sie doch von einem „Schebna“ verwaltet wird. Nein, wir müssen Christus als den wahren Eljakim kennen und ihn das alleinige Haupt der Gemeinde sein lassen.

In Vers 25 spricht der Herr wieder zu Schebna: „An jenem Tag, spricht der Herr der Heerscharen, wird der Pflock, der an einem festen Ort eingeschlagen war, weichen; ja, er wird abgehauen werden und fallen, und die Last, die daran hängt, wird zugrunde gehen; denn der Herr hat es geredet.“ Da dieser Pflock Schebna und nicht der Herr ist, wird die Last, die daran hängt, zugrunde gehen. Dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis dies geschieht. Wollen wir so weitermachen oder wollen wir es den Herrn tun lassen? Lasst uns zum Herrn sagen: „Herr, ich kann die Last nicht tragen, ich bin unfähig, du musst es tun. Ich bin ein unnützer Knecht, genauso wie du es gesagt hast: „… getrennt von mir könnt ihr nichts tun“ (Johannes 15:5b). Wir müssen lernen, nicht auf uns selbst oder auf andere Menschen zu vertrauen. Möge der Herr uns durch dieses Wort helfen.