Christus: Zeuge, Erstgeborener, Herrscher

In Offenbarung 1:5-6 heißt es: „… und von Jesus Christus, dem treuen Zeugen, dem Erstgeborenen von den Toten und Herrscher über die Könige der Erde. Dem, der uns liebt und uns von unseren Sünden erlöst hat mit seinem Blut und uns zu Königen und Priestern gemacht hat für seinen Gott und Vater.“

Lerne, ein treuer Zeuge zu werden

Der Herr Jesus Christus war ein treuer Zeuge. Das ist ein Wesensmerkmal Seiner Menschlichkeit. Er war treu vom Anfang bis zum Ende, selbst bis zum Tod am Kreuz. Als Knechte oder Sklaven des lebendigen Gottes, als Verwalter, wird von uns auch erwartet, dass wir treu sind (1.Kor. 4:1-2). Wenn der Herr zurückkommt, wird Er den „treuen und klugen Knecht“ belohnen (Mt. 24:45). Es ist nicht leicht, treu zu sein: wir sind dazu herausgefordert, das wunderbare Leben Christi, welches in uns ist, zu „trainieren“. Ein Zeuge zu sein, bedeutet mehr als nur über Christus zu reden, wir müssen vielmehr unser Leben dahineinbringen. Unser Zeugnis beinhaltet nicht nur das, was wir sagen, sondern wie wir leben. Ein Zeuge des Herrn Jesus zu sein bedeutet, dass wir bereit sind, in vielen kleinen Dingen zu sterben. Sind wir auch in kleinen Dingen treu, oder muss der Herr zwei Monate auf uns warten, bis wir so weit sind? Reagieren wir gleich, wenn der Herr zu uns spricht und sagen, „Amen, ja, ich tue es jetzt“? Das ist eine Übung, um treu zu werden.

Das Wort von der Treue ist kein leichtes Wort. Viele, die gut gestartet sind, endeten schlimm. Sie waren nicht treu; sie gingen weg oder sie steckten fest in ihren eigenen Ansichten anstatt gehorsam gegenüber Gottes Wort zu sein. Aber Johannes war derjenige, „der das Wort Gottes und das Zeugnis Jesu Christi bezeugt hat, alles, was er gesehen hat“ (Offb. 1:2). Johannes bezeugte nicht nur mit seinem Wort, sondern mit seinem Leben. Das ist der Grund, warum er auf Patmos endete, wie er zu Beginn des Buchs der Offenbarung bezeugt: weil er dem Wort treu war.

Alle Apostel waren sehr treu. Es ist nicht leicht, treue Knechte zu finden. Wir müssen alle vom Herrn lernen, treue Zeugen zu sein. Wir mögen es zu proklamieren, dass der Herr der König der Heiligen ist, und dass Er als das Haupt über alle Dinge der Gemeinde ernannt wurde (Eph. 1:22) – doch hören wir Ihm auch zu? Sind wir treu? Der Herr sagte, dass, wenn wir in den kleinen Dingen, im Geringsten, nicht treu sind, uns größere nicht anvertraut werden können (vgl. Lk. 16:11). Was für ein Zeugnis müssen wir bewahren! Dieses Zeugnis umfasst unsere ganze Art zu leben. Das bedeutet es, Zeuge zu sein. Als der Herr auf dieser Erde war, war Er ein treuer Zeuge vor dem Vater, in allem, was Er sagte (sogar ohne Worte), in Seinem ganzen Wandel. Kein Wunder, dass der Vater ausrief, „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe“ (Mt. 3:17, 17:5)! Diejenigen, die Ihm nachfolgen, sollen also auch treu sein.

Christus, der Erstgeborene aus den Toten

Der Herr ist auch der Erstgeborene aus den Toten. Das wird an mehreren Stellen im Neuen Testament bezeugt. Was bedeutet das für uns? Er ist der Erstgeborene aus den Toten, und wir sind Seine vielen Brüder (Röm. 8:29). Sind wir wie Er – und wie Paulus, der die Kraft Seiner Auferstehung erkennen wollte (Phil. 3:10)? Die Gemeinde wurde geboren durch Auferstehung von den Toten – so sollte die Gemeinde nicht tot sein. Leider war Sardes eine tote Gemeinde. Aber unser Christus ist auferstanden aus den Toten, und wir sind wiedergeboren – wiedergeboren durch Seine Auferstehung (1.Petr. 1:3). Er war gezeugt als der erstgeborene Sohn Gottes „und nach dem Geist der Heiligkeit als Sohn Gottes in Kraft bezeichnet durch die Auferstehung von den Toten.“ (vgl. Röm. 1:3-4).

Wie wichtig ist die Auferstehung für uns? Erfahren wir jeden Tag die Kraft Seiner Auferstehung, die den Tod in uns verschlingt? Wenn unser Leib Gottes Willen widersteht, so ist das nicht Sünde, sondern Tod. Tod ist etwas, das uns schwächt, sodass wir nicht in der Lage sind, etwas zu tun. Wenn wir krank sind, sind wir nicht in der Lage irgendetwas anderes zu tun als im Bett zu liegen. Das ist Schwachheit, und Schwachheit zum Äußersten ist Tod. In unserer Erfahrung sagt uns der Herr oft, dass wir etwas jetzt tun sollen, aber wir schieben es auf. Wir sagen: „Nein, Herr, ich mache es das nächste Mal, morgen.“ Morgen hört nie auf, weil es immer ein nächstes Morgen gibt. Wir mögen es, Dinge beiseite zu schieben, aber der Herr schob nie etwas zur Seite, wenn der Vater Ihm etwas zu tun auftrug. Er war immer rechtzeitig, dem Vater immer in allem gehorsam, Er hat dem Vater immer wohl gefallen. Der Vater wird uns niemals zu etwas zwingen. Deshalb sagte der Herr, „Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir und trinke!“ (Joh. 7:37; Jes. 55:1). Wenn wir nicht durstig sind, kann Er uns nicht zwingen zu trinken. Wenn wir unsere Kleider waschen, haben wir ein Anrecht am Baum des Lebens (Offb. 22:14). Wir können also wählen, ob wir dieses Recht, zum Baum des Lebens zu kommen, in Anspruch nehmen. Nur weil wir das Anrecht haben, heißt das noch nicht, dass wir es nun auch einlösen. Der Grund, der verhindert, dass wir zum Baum des Lebens kommen, ist die Macht des Todes, die in uns wirkt.

Als der Erstgeborene aus den Toten ist Christus „das Haupt des Leibes, der Gemeinde – er, der der Anfang ist, der Erstgeborene aus den Toten, damit er in allem überragend sei;“ (Kol. 1:18). Wenn die Gemeinde keine lebendige Kraft hat, kann sie nichts tun. Ein elektrisches Auto mit einer leeren Batterie ist nutzlos und kann nirgends hinfahren. Genauso wirkt der Tod in uns. Wegen des Todes können wir nicht ausführen, was Gott von uns will. Es ist gut, wenn wir diesen Tod hassen, der in uns allen ist. Sage dem Herrn: „Nein, Herr, du hast den vernichtet, der die Macht des Todes hat; du bist auferstanden und hast allen Tod verschlungen. Wie Paulus will ich jetzt die Kraft deiner Auferstehung erfahren.“ Für uns, die Gemeinde, der Leib, ist Christus der Erstgeborene aus den Toten. Paulus hat das erkannt; daher sagte er, „Ich elender Mensch!“ (Röm. 7:24) Sagte Paulus das, weil er sündigte? Nein – er fragte „Wer wird mich befreien von dem Leib dieses Todes?“ (Röm. 7:24). Die sündigen Dinge, die Paulus nicht tun sollte, tat er – auf Grund des Gesetzes der Sünde. Aber die guten, die er tun sollte, tat er nicht – auf Grund des Gesetzes des Todes (Röm. 7:13-20). Es ist dieser Tod, der Paulus sich noch elender fühlen ließ als allein das Sündigen. Wenn wir sündigen, können wir die Sünde bekennen, wir können das Blut nehmen, Buße tun und Vergebung erhalten. Aber wenn wir das nicht tun, können wir die guten Dinge, die wir tun sollten, nicht ausführen. Wie kann ein toter Mensch irgendetwas tun? Es ist unmöglich, einen toten Menschen dazu zu bringen, etwas zu tun. Nun ist Christus der Erstgeborene aus den Toten in Bezug auf Seine Gemeinde, die Sein Leib ist, um Gottes Willen auszuführen.

Richten, was gerichtet werden muss

Am Ende, in Offenbarung 1:5, ist Christus der Herrscher über die Könige der Erde. Er sitzt auf dem Thron mit der Schriftrolle und den sieben Siegeln und allem, was darauf geschrieben ist, um über die Nationen als Mensch zu herrschen, und Er möchte, dass wir Seine Mit-Herrscher sind. Haben wir nicht den Wunsch, mit Ihm zu herrschen? Wir tun gut daran, jetzt damit zu beginnen, indem wir das richten, was gerichtet werden muss. Natürlich bedeutet das nicht, dass wir rausgehen und physisch kämpfen oder mit Menschen diskutieren. Aber wir müssen geistlich richten, was gerichtet werden muss. Das schließt auch das ganze Böse mit ein, das in letzter Zeit in den Vereinigten Staaten herausgekommen ist. Wenn wir es nicht richten, wenn es uns nicht bewegt und uns plagt, dann ist das nicht normal. Wir sollten dem Herrn sagen, „Nein, Herr, ich akzeptiere das nicht.“ Paulus sagte in 1.Kor. 6:2-3 „Oder wisst ihr nicht, dass die Heiligen die Welt richten werden? Wenn nun die Welt durch euch gerichtet wird, seid ihr dann der geringsten Rechtssachen unwürdig?  Wisst ihr nicht, dass wir Engel richten werden, ganz zu schweigen von den Dingen dieses Lebens?“ Lasst uns jetzt lernen, die Welt zu richten. Es gibt so viele Dinge, die verurteilt werden müssen. Wenn so viele böse Dinge in dieser Welt geschehen, und wir sind gleichgültig, so ist das nicht gut. Wir wollen in unseren Herzen eins sein mit dem König, dem Herrscher über die Könige der Erde, dem gerechten Richter, der auf dem Thron sitzt, der Gesetzlosigkeit hasst und Gerechtigkeit liebt (Hebr. 1:9). Sage dem Herrn, „Wir werden diese Autorität ausüben, die du der Gemeinde gegeben hast, Dinge zu binden und zu lösen.“ Als Gemeinde haben wir diese Autorität.

Es ist schwer, sich einen Botschafter vorzustellen, der nicht für das steht, was seine Nation tut. Heute sind wir Gottes Botschafter auf dieser Erde. Was macht Zion auf dieser Erde? Wir repräsentieren das Reich Gottes, das Reich der Himmel. Da können wir nicht teilnahmslos sein. Wir haben einen Geist, der mit dem Herrn eins ist zu richten – so wie Paulus schrieb bezüglich des Bruders, der in der Gemeinde von Korinth sündigte. Paulus war geradezu außer sich, dass die Korinther nicht einmal diesen Bruder richteten. Er sagte, „Denn ich, der ich zwar dem Leib nach abwesend bin, doch anwesend im Geist, habe schon, als sei ich gegenwärtig, den gerichtet, der so etwas getan hat,“ (1.Kor. 5:3), und er war dazu bereit, ihn auszuschließen (V. 5). Auf dieselbe Weise müssen wir dem Herrn, der auf dem Thron sitzt, sagen, „Herr, ich bin damit nicht einverstanden, was in der Welt heute geschieht. Herr, ich bin eins mit deinem Urteil.“ Wir repräsentieren Ihn auf dieser Erde in Seinem Richten. Sitzen wir mit Ihm heute auf dem Thron oder sitzen wir Woche für Woche komfortabel in einer netten Versammlungshalle?

Lasst uns lernen, eins zu sein mit dem Einen, der auf dem Thron sitzt und der das Zepter der Gerechtigkeit hat. Er ist der Sohn des Menschen und Er ist unser König! Er wird alle Feinde zum Schemel Seiner Füße machen (Psalm 110:1; Hebr. 10:13) – aber wie wird dieses geschehen? Als Christi Leib sind wir nicht nur hier, um das Evangelium zu verkünden, sondern auch, um das Königreich aus den Händen Satans zu reißen. Wenn es um das Reich geht, hat das immer auch mit geistlichem Kampf zu tun. Mögen wir heute lernen, diesen Kampf zu kämpfen, denn Gottes Reich kommt bald.

Der Thron Gottes und das Gebet der Gläubigen

Das Buch Offenbarung, besonders die Kapitel 4-5, ist in unserer Zeit sehr aktuell. Dort sehen wir den Thron Gottes. In der momentanen Weltsituation hat uns der Herr gezeigt, dass ER alles beherrscht. IHM gebührt aller Segen, Herrlichkeit, Ehre, Macht und Anbetung von Ewigkeit zu Ewigkeit (vgl. Offenbarung 5:13). 

Egal, wie viel Ungerechtigkeit heute auf dieser Erde geschieht, wir kennen jetzt schon den Ausgang dieses Zeitalters. Am Ende der Offenbarung sehen wir, wie sich die Braut bereitet hat und als das Neue Jerusalem vom Himmel auf die Erde herabkommen wird (vgl. Offenbarung 21:2). 

Wir richten unsere Augen auf den Herrn und seinen Thron

Die Situation auf der ganzen Erde – insbesondere in den USA – soll uns weder entmutigen oder beunruhigen. Vielmehr sollen wir ausharren, bis der Herr in Kürze handeln wird. Wie Johannes sind wir heute Mitteilhaber an der Trübsal und am Reich und im Ausharren in Jesus (vgl. Offenbarung 1:9). Es ist nicht einfach, dass wir mit anschauen müssen, wie die Gottlosen auf der Erde tun können was ihnen gefällt und wie die Gerechten verfolgt werden. Aber in Offenbarung 4 und 5 sehen wir den Thron Gottes. Heute sollen wir lernen, unsere Augen auf diesen Thron zu richten, bis der Herr uns gnädig ist. 

„Ich hebe meine Augen auf zu dir, der du in den Himmeln thronst. Siehe, wie die Augen der Diener auf die Hände ihres Herrn, wie die Augen der Magd auf die Hände ihrer Gebieterin, so sind unsre Augen auf den HERRN, unsern Gott, gerichtet, bis er uns gnädig ist“ (Psalm 123:1-2). 

Das Gericht Gottes geht aus von seinem Thron

 

Der Thron zeigt auch Gottes Gericht, das über die ganze Erde kommen wird. In Offenbarung 6:10 sehen wir, wie die Märtyrer vor dem Thron mit lauter Stimme sagen: „Wie lange, du heiliger und wahrhaftiger Herrscher, richtest du nicht und rächst nicht das Blut an denen, die auf der Erde wohnen?“ Haben wir auch eine solche Sehnsucht nach der Gerechtigkeit Gottes? Oder sind unsere Herzen kalt?  

Heute stehen wir als Mitteilhaber an der Trübsal und am Reich mit Ausharren vor dem Thron und beten für den Vorsatz Gottes. Dieses Gebet ist eine Voraussetzung dafür, dass Gott sein Gericht über die Erde bringen kann. In Offenbarung 5:8 sehen wir goldene Schalen voll von Räucherwerk, das die Gebete der Heiligen sind. In Offenbarung 8 sehen wir, wie das Räucherwerk eine Voraussetzung für das Gericht Gottes über die Erde ist. Erst wenn die Gefäße mit dem Räucherwerk gefüllt sind, werden sie über die Erde ausgegossen.  

Offenbarung zeigt uns in den Kapiteln vier und fünf den Thron Gottes. Erst in den Kapiteln danach sehen wir, wie Gott das Gericht ausübt. Daran erkennen wir, wie wichtig es heute für uns ist, den Thron Gottes zu erfahren. 

Wenn wir heute lernen, mit unseren Augen Gott auf dem Thron zu sehen und im Gebet vor ihm zu stehen, dann können wir den Herrn nur noch loben und ihm die Ehre und Anbetung geben für alles, was er tut und noch tun wird. Er allein ist würdig! 

Die Worte sind geschehen!

Das Buch der Offenbarung ermutigt uns, unser Augenmerk auf diesen wunderbaren Christus zu richten, der alles für uns ist. Er ist das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende, der Erste und der Letzte, der gesagt hat: Die Worte „sind geschehen“, der helle Morgenstern, der Löwe aus dem Stamm Juda, und nicht nur der Nachkomme, sondern auch die Wurzel Davids. Er ist alles: ein Lamm mit sieben Hörnern, sieben Augen, sieben Geistern. Wenn wir Ihn sehen, wie können wir dann entmutigt sein? Das Wort Gottes zeigt, dass wir unser Augenmerk auf ihn richten müssen. Wenn wir auf die falschen Dinge schauen, werden wir entmutigt sein und weinen, wie Johannes. Aber wenn wir unsere Augen auf den richten, der auf dem Thron sitzt, der das Zepter der Gerechtigkeit hat, der die Gerechtigkeit liebt und die Gesetzlosigkeit hasst, dann werden wir ermutigt sein und voller Freude und Frieden.

Wenn wir denken, dass der Herr die ganze Situation nicht sieht und nichts tut, dann irren wir uns gewaltig. Der Herr ist voller Weisheit. Wir müssen ihn bitten, uns die Dinge zu zeigen, die in Kürze geschehen werden, und die Dinge so zu sehen, wie er sie sieht – nicht so, wie wir sie sehen. Es ist gut, Taubenaugen zu haben, wie im Hohelied Salomos. Eine Taube kann sich nur auf eine Sache konzentrieren, weil ihr die periphere Sicht fehlt. Sie hat nur eine Sicht. Wir aber haben nicht nur doppeltes, sondern mehrfaches Sehen – was nicht einmal ein Optiker heilen kann! Lasst uns die Erfahrung machen, dass wir Taubenaugen haben, um nur auf unseren Herrn Jesus Christus zu schauen.

Wir wollen nicht so viele Dinge sehen, sondern uns auf die Dinge ausrichten, die wir nicht sehen können. Das ist der Glaube: „der Beweis für Dinge, die man nicht sieht“ (Hebr. 11,1). „Das Sichtbare ist zeitlich, das Unsichtbare aber ist ewig“ (2. Korinther 4,18). Wir müssen lernen, die Dinge zu sehen, die ewig sind. Alles, was der Mensch tut, ist kurzlebig. Der Mensch lebt nur für eine bestimmte Zeit, aber der Herr lebt in Ewigkeit! „Ich bin der Lebendige, und ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit“ (Offb. 1,18).

Als der Herr auf dieser Erde lebte, gab es so viele schreckliche, negative Dinge um ihn herum. Aber er schaute nur zum Vater, so hatte er Frieden und ging stets weiter, trotz aller möglichen Angriffe des Feindes. Letztendlich verließen ihn alle und er wurde gekreuzigt. War das das Ende? Der Feind mag gedacht haben, das sei das Ende, aber für den Herrn war es erst der Anfang! All diese wunderbaren Worte im Buch der Offenbarung sollten uns die Augen öffnen zu sehen, wie Gott alles sieht. Wenn wir denken, etwas ist das Ende, wird der Herr sagen: „Das ist erst der Anfang.“ Das ist Gottes Weg und seine Weisheit.

Gott hat nie den einfachen Weg genommen und wird ihn auch nie nehmen. Wir nehmen gerne den schnellsten, einfachsten Weg und sind frustriert, wenn die Dinge nicht schnell zu Ende gebracht werden. Aber wenn wir unsere Augen auf ihn richten, ist alles anders. Im Lied 196 heißt es: „Wend‘ den Blick, sieh auf Jesus … und die Dinge der Welt werden seltsam fremd.“ Es hängt alles davon ab, was wir sehen! Wenn wir auf die vergänglichen Dinge schauen, dann werden wir sinken wie Petrus. Als Petrus auf Jesus schaute, der auf dem Meer ging, konnte er ein paar Schritte machen. Er hätte weiterhin auf Jesus schauen sollen, um noch viele weitere Schritte zu gehen, aber als er seine Augen von ihm abwendete und auf die Wellen, den Wind und das hin und her schaukelnde Boot sah, begann er zu sinken! Was ist besser – zu singen oder zu sinken? „Singt dem Herrn ein neues Lied“ (Psalm 96:1,98:1,149:1; Jes. 42:10) – das ist der Weg! In Offenbarung 14:3 heißt es, dass sie ein neues Lied sangen, das niemand lernen konnte. Wenn wir dieses Lied nicht lernen, werden wir sinken.

Lobe den Herrn für solche Weisheit in der Menschlichkeit des Herrn Jesus Christus. Er ging nicht unter, sondern ging den ganzen Weg bis zum Ziel und war auf niemanden böse – nicht einmal auf Petrus, der ihn dreimal verleugnete. Bei seiner Auferstehung erinnerte er sich an Petrus als einen Menschen, als einen Jünger, und sah seine Zukunft voraus. Es ist wunderbar, die Dinge so zu sehen, wie Gott sie sieht. Wenn wir mit unserer Sicht auf das schauen, was geschieht, sieht es aus, als würde alles auseinanderfallen. Aber wenn wir unsere Augen nach oben richten, sehen wir, dass dies erst der Anfang ist. Wir müssen lernen, das zu sehen, was nicht sichtbar ist. Wenn wir auf die Dinge schauen, die mit unseren äußeren Augen zu sehen sind, werden wir getäuscht werden. Aber viele sehr reale Dinge können wir nur mit unseren inneren Augen sehen. Lasst uns die Weisheit Christi erfahren, um zu sehen, wie er sieht und dann wird alles sehr positiv aussehen. Wir werden Frieden und Freude haben und singen, anstatt zu sinken. Unser Herr ist wirklich wunderbar! Betet für alle Heiligen und segnet alle Heiligen. Gesegnet sei Gott, unser Vater. Ihm gebührt aller Segen, alle Ehre und Herrlichkeit.

Nicht Wunder und Gaben, sondern Christus

Bei allem, was wir tun, sollten wir darauf achten, dass es dem Aufbau des Leibes Christi dient. Wir können zwar viel Gutes tun, doch wenn dadurch die Gemeinde nicht gebaut wird, hat es wenig Wert. Das Ziel ist unser Wachstum und der Aufbau; beides kann nur durch das Leben Gottes hervorgebracht werden. Paulus sagte im 1.Korintherbrief 3:6: „Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, aber Gott hat das Wachstum gegeben.“ Und in den Versen 10-11 schreibt er: „Nach Gottes Gnade, die mir gegeben ist, habe ich als ein weiser Baumeister das Fundament gelegt; ein anderer baut darauf. Ein jeder aber sehe zu, wie er darauf baut. Denn ein anderes Fundament kann niemand legen außer dem, das gelegt ist, welches ist Jesus Christus.“ Das Fundament ist eine lebendige Person, Jesus Christus, auf die und mit der wir alle bauen sollen. Paulus führt dies in den Versen 12-13 weiter aus: „Wenn aber jemand auf dieses Fundament Gold, Silber, kostbare Steine, Holz, Heu, Stroh baut, so wird eines jeglichen Werk offenbar werden; der Tag wird es klar machen, denn im Feuer wird es sich offenbaren; und welcher Art das Werk eines jeden ist, wird das Feuer erproben.“

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 Die erste Liebe ist umkämpft 

Die erste Liebe ist in unserer Beziehung zum Herrn Jesus Christus das Höchste und Kostbarste. In Matthäus 22:36-40 heißt es: „Und Jesus sprach zu ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken. Das ist das erste und größte Gebot.“ Wenn wir unseren Herrn so lieben, dann werden wir die Welt wie Dreck achten und dem Herrn folgen, wohin er auch geht. Das möchte der Feind, Satan, jedoch unbedingt verhindern. Er weiß auch, dass seine letzte Stunde geschlagen hat, sobald sich die Gemeinde bereitet hat und dem Lamm nachfolgt, wohin es auch geht. Also wird er alles daransetzen, die Liebe Stück für Stück zu ersticken und erkalten zu lassen (vgl. Matthäus 24:12). Das Ziel der Schlange ist es, dass wir die erste Liebe zum Herrn verlassen, wie es in Offenbarung 2:4 heißt: „Aber ich habe gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast.“ Doch wie versucht es der Feind, uns von der ersten Liebe wegzubringen? Wir wissen, dass er eine listige Schlange ist – listiger als jeder andere in diesem Universum. Er kommt oft nicht mit großen und offensichtlichen Angriffen. Vielmehr benutzt er die „kleinen“ Füchse, von denen Hohelied 2:15 schreibet: „Fangt uns die Füchse, die kleinen Füchse, die die Weinberge verderben; denn unsere Weinberge haben Blüten bekommen.“ Der Feind wird alles versuchen, um schon die Blüten des Weinbergs zu verderben, so dass keine Frucht mehr möglich ist. In Lukas 8:14 kann man sehen, was solche Füchse sein können: „Was aber unter die Dornen fiel, das sind die, welche es gehört haben; aber sie gehen hin und werden von Sorgen und Reichtum und Vergnügungen des Lebens erstickt und bringen die Frucht nicht zur Reife.“ Ein Beispiel: Solche Vergnügungen des Lebens können YouTube-Videos sein, die vielleicht nur sehr kurz sind, aber unser Herz vom Herrn wegbringen und den Heiligen Geist dämpfen können. Das können wirklich kleine Füchse sein! Vielleicht redet der Feind uns ein, dass wir „nur noch dieses eine Video anschauen sollen“, bis wir zum Herrn kommen und die Bibel lesen. Doch auf das eine folgt das andere, und am Ende sind wir versklavt. Der Feind ist ein Lügner von Anfang an. Lasst uns doch lernen, beständiger mit dem Herrn zusammen gegen den Feind zu kämpfen! Wir wollen unbedingt die erste Liebe zum Herrn bewahren und darin immer noch zunehmen. Hohelied 3:7 sagt: „Siehe da, Salomos Sänfte: sechzig Helden sind rings um sie her, von den Helden Israels! Sie alle sind mit Schwertern bewaffnet, im Krieg geübt, jeder hat sein Schwert an der Seite, damit nichts zu fürchten sei während der Nacht.“ Der Herr hat uns nicht grundlos die ganze Waffenrüstung gegeben. Lasst uns lernen, beständig im Glauben die Waffen der Gerechtigkeit zu nutzen. Wenn die Gemeinde bereit ist, in den großen als auch den kleinen Anfechtungen zu kämpfen, dann hat der Herr Wohlgefallen an ihr und wird ihr den vollen Sieg geben. Am Ende ist der Herr sogar überwältigt von ihrer Schönheit, wie es in Hohelied 6:4 heißt: „Du bist schön, meine Freundin, wie Tirza, lieblich wie Jerusalem, furchtgebietend wie Heerscharen mit Kriegsbannern! Wende deine Augen ab von mir, denn sie überwältigen mich!“ Lasst uns das Kriegsbanner erheben bis unser Geliebter Herr Jesus zurückkommt.

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