Dienen wie es Gott gefällt

Wenn wir dem Herrn Jesus Christus dienen, dann müssen wir auch seinen Willen genau kennen. Gott wird es uns nicht überlassen, wie wir ihm dienen. Nein, ein Diener muss genau wissen, was der Auftrag seines Herrn ist. Wir dürfen ihm nicht nach unserem Belieben, Gutdünken oder unserer Vorstellung dienen. Wenn wir für eine Firma arbeiten, müssen wir ja auch genau wissen, was unsere Aufgaben sind. In einem Unternehmen gibt es viele Abteilungen und Aufgaben. Je nachdem wo jemand arbeitet muss er wissen, was zu tun ist. Auch Gott überlässt uns nicht die Wahl, was wir für ihn tun möchten. Leider dienen wir oft Gott auf unsere Art und Weise. Mögen wir Musik, dann machen wir Musik für Gott und dienen ihm damit. Liegt uns Kinderarbeit, dann dienen wir Gott durch das Abhalten von Kinderstunden. Wir tun so, als hätte Gott uns die Wahl überlassen, was wir für ihn tun. Als Jesus auf dieser Erde lebte, handelte er nicht nach seinem eigenem Willen. Hat Gott nicht so klar in 5. Mose Kapitel 12, Vers 8 gesagt: „Ihr dürft nicht so handeln, wie wir es heute hier tun, dass jeder nur das tut, was recht ist in seinen Augen.“

Der Auftrag von uns Christen ist wichtig. Daher müssen wir vor dem Herrn stehen und ihn fragen: Herr, was sollen wir tun? Es geht nicht darum, was wir tun möchten, sondern dass der Wille des Herrn geschehe. Es ist unmöglich, dass der Vater den Sohn sendet und dieser nicht weiß, was der Vater will. Es ist die Aufgabe des Vaters, seinem Sohn alles zu sagen, was er tun soll. Und es ist die Aufgabe des Sohnes, es zu verstehen und alles ordnungsgemäß auszuführen. Wir dürfen nicht vermessen sein und tun, was er uns nicht gesagt hat und das nicht tun, was er haben will. Leider ist unser natürlicher Mensch sehr aktiv und religiös. Daher gibt es heute viele christliche Gruppen mit vielen Richtungen und jeder hat seine eigenen Vorstellungen und Auslegungen. Und schließlich macht dann jeder das, was ihn recht dünkt. Das ist nicht gut. So handelt kein treuer Diener. Als Jesus Paulus begegnet ist, hat er ihm genau gezeigt, was er tun soll. Von Mose wird im Hebräerbrief Kapitel 8, Vers 5 berichtet, dass er von Gott genaue Anweisungen erhielt, wie er das Zelt anfertigen sollte. Im 3. Kapitel, Verse 2-3 wird er zusammen mit unserem Herrn als ein treuer Diener in Gottes Haus erwähnt. Und deshalb müssen auch wir heute den Auftrag unseres Herrn genau kennen.

Fragt ihn ernstlich: Herr, was sollen wir tun? Herr, was willst du, dass wir am Ende dieses Zeitalters tun sollen, damit wir das Ziel erreichen? Was fehlt uns noch? Nach 2.000 Jahren Gemeindegeschichte macht noch immer jeder seine eigene Sache. Das ist sehr traurig! Lasst uns doch den Herrn suchen und ihn fragen, dass er uns die Dinge Gottes lehrt. Möge uns die Salbung – der Heilige Geist – eine klare Sicht geben und uns lehren, was unser Herr heute tun möchte. Es ist wunderbar vom Herrn zu lernen! Alles, was der Vater ihm gesagt hat, hat er getan. Er hatte zum Beispiel nicht einmal die Wahl, auf welche Art und Weise er sterben sollte. Selbst den Zeitpunkt seiner Kreuzigung konnte er nicht wählen. Als die Zeit gekommen war, nach Jerusalem zu gehen und zu sterben, ist er sechs Tage davor aufgebrochen, und niemand konnte ihn davon abhalten (vgl. Lukas 9:51). Auch konnte er nicht einmal sagen: „Vater, lass mich doch nach dem Tod ein paar Wochen ausruhen!“ Nein, er musste gleich am dritten Tag wieder auferstehen. Er hat alles genau nach der Vorschrift des Vaters getan. Das ist so wunderbar, er folgte einem genauen Terminplan. Unser Herr war treu. Daher müssen auch wir alle lernen, die Weisungen des Herrn im Wort und in unserem Geist genau zu befolgen. Wir wollen ja dem Lamm folgen, wohin es auch geht (vgl. Offenbarung 14:4). Amen!

Den Überrest sammlen für die Priesterschaft

Der Herr möchte in dieser letzten Zeit vor seiner Wiederkunft noch mehr Menschen sammeln. Besonders am Ende dieses Zeitalters gibt es viele Menschen, die nach dem Herrn fragen. Ich hoffe, dass wir alle treue Evangelisten werden. Ob wir jung oder alt sind ist nicht entscheidend. Aber wenn ihr jung seid, ist es noch besser. Dann habt ihr mehr Energie. Die Älteren sind manchmal schon müde, aber die jungen Leute sind noch voller Energie. Das ist wunderbar. Möge der Herr viele solche Diener unter uns erwecken! In unserer Predigt geht es nicht nur um die anfängliche Errettung aus der ewigen Verdammnis. Vielmehr predigen wir heute diesen wunderbaren, unausforschlichen Reichtum Christi und die Errettung unserer Seele durch sein Leben. Wir verkündigen sein Reich und die Vorbereitung für seine Wiederkunft. Wir predigen die Wahrheit über die Priesterschaft. Unter den Christen gibt es darüber so viel Verwirrung. Doch wir müssen in Bezug auf diese Wahrheit alle krummen Wege gerade machen. Alle krummen Vorstellungen müssen begradigt werden. Das ist gar nicht so einfach, denn die christliche Tradition ist sehr stark in uns verwurzelt. Doch diese Tradition muss in den Gläubigen durchbrochen werden, damit sie frei dem Lamm nachfolgen können, wohin es auch geht (vgl. Offenbarung 14:4).

Es gibt noch viel zu tun, bis der Herr zurückkommt. Doch wer soll es tun? Nur eine Handvoll Menschen? Ja, selbst der Herr konnte dieses Werk nicht alleine ausführen, sondern er brauchte dazu seine Jünger, seine Apostel und seine Propheten. Wie hätte der Herr sein Werk ohne seine zubereiteten, vollendeten und treuen Diener ausbreiten können? Wie hätte er seinen Überrest zusammenrufen können? Wer predigt heute die Wahrheit über den priesterlichen Dienst und über die geistlichen Opfer, die der Vater von uns verlangt? Das tut heute leider kaum jemand. Und wir reden nicht nur über diese Wahrheit, sondern wir müssen die auch praktizieren, wie Petrus gesagt hat: „… aufgebaut zu einer heiligen Priesterschaft, um geistliche Opfer darzubringen, die Gott angenehm sind durch Jesus Christus“ (1.Petrus 2:5). Der Herr muss uns zu Priestern ausbilden, und wir müssen bereit sein, alles zu lernen, was ein Priester heute vor Gott tun muss. Sonst kommt der Herr zurück und wird uns fragen: Wo ist denn meine Priesterschaft? In Jesaja lesen wir: „Sie werden Priester des Höchsten genannt werden“ (vgl. 61:6). Seid ihr Priester oder nur Christen? Was für Christen seid ihr? Nur Diener im Allgemeinen? Wie dient ihr? Dient ihr priesterlich wie der Herr? Der Herr hat so gedient, dass er selbst die Opfergabe für Gott war und Gott der Vater durch ihn voll und ganz zufriedengestellt wurde. Wie steht es mit uns? Bereiten wir dem Vater geistliche Opfer und bringen sie ihm dar? Genau das müssen wir heute lernen. Möge uns der Herr noch tiefer in den Priesterdienst einführen!

Du bist mein Knecht, Israel

In Jesaja 49:3 heisst es: „Und er sprach zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, durch den ich mich verherrliche.“ Warum wird der Knecht des HERRN hier Israel genannt? Was will der Herr uns damit zeigen? Der Grund ist: Wenn Israel im Fleisch lebt und seinen eigenen Weg geht, dann ist es am Ende nicht mehr das Israel Gottes. Eigentlich sollte Israel der Herr selbst sein, es sollte ein Volk sein, das durch den Herrn lebt. Ohne den Herrn gibt es kein Israel. Wir sagen zum Beispiel, wir Christen seien der Leib Christi, die Gemeinde. Wir müssen jedoch erkennen, dass nicht wir in unserem gefallen Selbst die Gemeinde ausmachen. Vielmehr ist Christus sowohl das Haupt als auch der Leib. Das Problem heute besteht darin, dass zwar Christus das Haupt ist, wir als der Leib jedoch in unserem gefallenen Sein leben. Christus wohnt in uns, doch wir schieben ihn zur Seite und tun die Dinge auf unsere Art und Weise. Wir halten nicht am Haupt, Christus, fest.

Genau das sehen wir auch in den Kapiteln 2 und 3 von Offenbarung. Viele Dinge, die wir tun, tun wir nicht durch den Herrn, sondern in unserem alten Menschen. Dann behaupten wir, wir seien die Gemeinde. Doch nur Christus ist die Gemeinde. Daher zeigt uns Jesaja hier, dass Israel der Herr selbst ist. Ohne ihn gibt es kein Israel. Sonst sind am Ende wir das Haupt der Gemeinde und alle müssen auf uns hören und nicht mehr auf Christus. Kann der Herr dann noch sagen, dass es seine Gemeinde ist?

Wir sehen, wie der Herr am Ende zu seinem Volk gesagt hat, der Tempel „ist EUER Haus“ (vgl. Matthäus 23:38). Zu Beginn sagte Jesus noch über den Tempel „mein Haus“ (vgl. Matthäus 21:13). Doch das Volk hat das Haus Gottes zu einem Kaufhaus gemacht (vgl. Johannes 2:16). Deshalb sagte der Herr: „Siehe, euer Haus wird euch wüst gelassen werden“ (Matthäus 23:38). Und in der Tat, im Jahr 70 n.Chr. hat der Herr Israel durch Titus verwüsten und zerstören lassen. Jesajas spricht von der Zeit, in der Gott Nebukadnezar aus Babylon holen ließ, um alles zu zerstören. Denkt nicht, dass wir, wenn wir einmal die Gemeinde waren, es für immer sind. Vergesst nicht, dass der Herr gesagt hat: „…tue Buße und tue die ersten Werke; wenn aber nicht, werde ich (über) dich kommen und deinen Leuchter von seinem Ort wegstoßen, wenn du nicht Buße tust“ (Offenbarung 2:5b).

Der Herr sagt in Jesaja Kapitel 49, Vers 3: „Du bist mein Knecht, Israel.“ Der Herr muss unsere Augen öffnen. Zion, Jerusalem und Israel ist nichts ohne den Herrn. Genauso muss der HERR alles sein in der Gemeinde heute. Der neue Mensch ist nicht zur Hälfte Christus und zur anderen Hälfte wir. Lesen wir dazu die Verse 10 und 11 im dritten Kapitel des Kolosserbriefes: „…und den neuen Menschen angezogen habt, der erneuert wird zu völliger Erkenntnis nach dem Ebenbild dessen, der ihn erschaffen hat.“ Lehrmäßig sind wir alle damit einverstanden. Doch lesen wir weiter: „…wo weder Grieche noch Jude sein kann, weder Beschneidung noch Unbeschnittensein, noch Barbar, Skythe, Sklave, Freier, sondern Christus ist alles und in allen.“ Infolgedessen ist der neue Mensch die Gemeinde. Wir sollen ja Christus, diesen neuen Menschen, anziehen und den alten Menschen ausziehen. Dann ist die Gemeinde nichts anderes als der neue Mensch, Christus. Die Gemeinde ist Christus, der in uns Gläubige eingewirkt wird und den die Gläubigen angezogen haben. Sonst gibt es keine Gemeinde. Denkt nicht, dass es genügt, auf dem sogenannten „Ortsgrund“ zu stehen, um die Gemeinde zu sein, ohne dass die Gemeinde Christus entspricht. Christus selbst ist Israel. Doch weil das Volk zur Zeit Jesajas das Wort Gottes abgelehnt hatte, waren sie nicht mehr sein Israel. Ja, Jerusalem wurde sogar völlig zerstört. Wenn wir heute nicht mehr Christus leben und meinen, wir seien die Autorität Gottes auf Erden und alle müssten auf uns hören, dann entsteht am Ende eine Hierarchie. Sind wir dann immer noch die Gemeinde? Ganz bestimmt nicht!

Wahre Wiederkäuer wollen wir sein

In 3.Mose 11:3 steht geschrieben: „Alles was ganz gespaltene Klauen hat und wiederkäut unter den Tieren, dürft ihr essen.“ Dieses Wort ist Teil des Gesetzes Gottes für das Volk Israel zur Zeit des Alten Bundes. Gilt dieses Wort auch heute noch im Neuen Bund? Ja, denn durch Jesus Christus ist die Erfüllung von Gottes ganzem Gesetz gekommen. Wir wollen herausfinden, wie richtiges Wiederkäuen funktioniert, um so auch zu richtigen Wiederkäuern des Wortes Gottes zu werden.

Wir schauen uns dies am Beispiel einer Kuh an. Eine Kuh sucht 30 bis 60 Mal am Tag den Futtertrog und nimmt dabei bis zu 70 kg Gras auf. Zuerst wird nur gefressen und fast nicht gekaut, da die Kuh keine oberen Schneidezähne besitzt, sondern nur eine Hornplatte hat. Das Futter wird mit etwas Speichel abgeschluckt und kommt so sehr schnell durch den Schlund in den Pansen, welcher einer der vier Mägen der Kuh ist. Er füllt mit seinem Volumen von 150 bis 180 Liter fast die ganze linke Bauchhöhle aus und stellt eine riesige Gärkammer dar. Viele Milliarden von Bakterien und Einzellern (insgesamt etwa 7 kg) bevölkern den Pansen und produzieren bei ihrer Tätigkeit Säure. Die Säure vorverdaut das Futter und baut einfache Bestandteile wie Zucker ab. Ist die Kuh mit der Futteraufnahme zu Ende, legt sie sich 10 bis 14 Stunden am Tag hin und kaut davon den größten Teil der Nahrung wieder. Dabei wird bis zu 200 Liter Speichel am Tag gebildet, welcher den Auftransport vom Pansen ins Maul wieder ermöglicht. Die Kuh kaut dann lange darauf herum und schluckt es wieder nach unbestimmter Zeit ab. Der zweite Magen ist der Netzmagen. Dieser kann sich stark zusammenziehen und siebt praktisch die Nahrung durch und lässt in den dritten Magen – den Blättermagen – nur das durch, was fein genug ist. Er ist der letzte Vormagen. Eine Hauptaufgabe ist die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen. Aber auch im Blättermagen werden noch Futterpartikel von Kleinlebewesen abgebaut. Zuletzt kommt der Labmagen, der letzte der vier Mägen der Kuh – der eigentliche Magen. In ihm laufen die gleichen Vorgänge ab, wie im Magen eines Nichtwiederkäuers (z.B. beim Menschen). Salzsäure löst die noch vorhandene Struktur der Nahrungsbestandteile. Danach gelangt die Nahrung in den Darm.

Was bedeutet dies nun für uns heute als Gläubige im Neuen Bund? Auch wir müssen lernen, geistliche Nahrung auf die richtige Art und Weise zu uns zu nehmen. Unser Umgang mit Gottes Wort ist essentiell wichtig. Wie die Kuh sollten wir auch am besten oftmals am Tag im Wort lesen und es so in uns aufsaugen (die Kuh macht dies 30 bis 60 Mal pro Tag). Doch das gelesene Wort gelangt zuerst einmal in unseren Verstand. Dort wird es aber oft nicht langfristig abgespeichert, sondern nur im Kurzzeitgedächtnis behalten. Außerdem gelangt das Wort nicht automatisch in unser Herz und wohnt dort. Doch Paulus sagt: „Lasst das Wort Christi reichlich in euch wohnen“ (Kolosser 3:16). Deshalb ist es wichtig, dass wir uns in Ruhe Zeit für das Wort nehmen und Vers für Vers wiederkäuen. Dabei kann man dieselben Verse immer wieder lesen und dabei mit ernstlichem Gebet den Herrn Jesus darin suchen. Wenn wir dem Heiligen Geist Raum geben, wird er jedes Mal aufs Neue in uns wirken, wenn wir das Wort Gottes so essen. Er wird uns mehr Offenbarung über das Wort Gottes geben und uns innerlich erleuchten. Auch die Geschwister im Herrn können uns dabei helfen – wir können uns gegenseitig ermutigen, mehr im Wort zu lesen, zu beten, und vor allem, mehr wiederzukäuen. Je mehr Umgang wir mit dem lebendigen Wort Gottes haben und es wirklich in uns hinein aufnehmen, es im alltäglichen Leben umsetzen und Jesus als all die Opfer und Feste erfahren, desto mehr wird das Wort Gottes in uns verdaut und in die weiteren „geistlichen Mägen“ hineingebracht. Auf diese Weise wirkt das Wort in uns, wir tun danach und wir wachsen im Glauben. Dann wird Gottes Wort uns in allen Situationen in dieser Welt beistehen, uns erretten, heilen und zurechtbringen: „Die ganze Schrift ist gottgehaucht und nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet“ (2.Timotheus 3:16-17).

Er hat keine Freude an der Stärke des Rosses

In Jesaja 49:5 schreibt Jesaja prophetisch, was die Haltung des Herrn Jesus war, als er auf diese Erde kam: „Denn ich wurde wert geachtet in den Augen des Herrn.“ Der Herr Jesus wurde von den Menschen verachtet. Von wem wurde er wert geachtet? Vielleicht von den zwölf Aposteln. Auch an Pfingsten waren es nur 120 Menschen, die ihn wert geachtet haben. Doch von allen anderen, von der ganzen Nation, wurde er verachtet. Wenn wir heute dem Herrn Jesus dienen möchten, müssen wir dasselbe auch lernen. Auch wenn Menschen dich verachten, weil du dem Herrn nachfolgst – solange dich der Herr schätzt und du von ihm wert geachtet bist, ist es gut genug. Es ist egal, was die Menschen sagen. Ob sie damals den Herrn Jesus geschätzt haben oder nicht, war für ihn absolut nicht entscheidend. Meint ihr, dass der Herr es schätzte, als Tausende ihm zugehört und seine Wunder gesehen haben? Ich glaube nicht, dass er dadurch beeindruckt war. Am Ende hatte er nur sehr wenige Jünger. Wie sieht es bei uns aus? In unserem Dienst wollen wir nur dem Herrn wohlgefällig sein. Es ist egal, was die Menschen sagen. Solange wir dem Herrn in Wahrheit folgen, ist es gut genug. Wir müssen bei dem, was wir tun, fragen, ob der Herr es schätzt oder nicht. Die Menschen werden es vielleicht schätzen und begeistert sein. Aber was die Menschen sagen, soll uns nicht beeinflussen. Sonst werden wir gelobt und bewundert, dass wir uns am Ende selbst schätzen. Dann werden wir am Ende stolz. Das wirklich kostbare ist, wenn der Herr uns schätzt. Ihm wollen wir gefallen. All unser Dienst besteht in erster Linie darin, dem Herrn zu gefallen und nicht den Menschen. Hat Paulus nicht im Galaterbrief gesagt: „Will ich denn jetzt Menschen überzeugen oder Gott? Oder suche ich Menschen zu gefallen? Wenn ich noch Menschen gefiele, so wäre ich Christi Sklave nicht“ (Galater 1:10). Paulus hat sicher sehr viel von Jesaja gelernt und ihn in seinen Briefen oft zitiert.

Weiter sagte Jesaja: „Mein Gott war meine Stärke.“ Was für eine Stärke suchen wir? Unterstützung von Menschen? Mehrmals ermahnte uns Jesaja, die Hilfe nicht bei Menschen zu suchen. Menschenhilfe ist nichts nütze. Auch das Lob der Menschen oder das, was sie für gut halten, nützt nichts. Im Dienst des Herrn soll Gott unsere Stärke sein. Das ist wichtig. Wir wollen keine andere Stärke und keine andere Kraft. Vielmehr brauchen wir den Geist der Kraft wie es Jesaja 11:2 sagt. Und das ist natürlich die Kraft Gottes, nicht die der Menschen. Wir dienen ja Gott, und daher muss auch die Kraft von ihm kommen und nicht von uns. Deshalb sagte auch der Herr, dass der Sohn von sich aus nichts tun kann. Vor vielen Jahren habe ich das nicht verstanden und gedacht, dass das doch nicht möglich sei. Sicherlich war der Herr Jesus doch sehr fähig, oder nicht? Aber er möchte sich nicht auf seine eigene Fähigkeit verlassen, sondern allein auf die Kraft Gottes. Was sagt der Psalmist in Psalm 147, Vers 10? „Er hat keine Freude an der Stärke des Rosses und kein Gefallen an den Schenkeln des Mannes. Der HERR hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen.“ Dies bezieht sich auf den Aufbau des himmlischen Jerusalems, die Gemeinde. Wollt ihr die Gemeinde durch eigene Kraft aufbauen? Wir müssen lernen, völlig auf Gott zu vertrauen. Wenn wir schwach und unfähig sind, dann ist das gerade recht. Gott braucht Menschen, die in sich selbst schwach sind, damit sie lernen, völlig auf Christus und seine Kraft zu vertrauen. Rühmte sich Paulus seiner Stärke? Was hat er gesagt? „Am allerliebsten will ich mich deshalb meiner Schwachheiten rühmen … Denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark“ (2.Korinther 12:9b-10). Es ist gut, wenn wir sagen können: Ich kann es nicht in mir selbst tun. Das ist wunderbar. Auch der Herr musste lernen, nicht auf sein Selbst und seine Fähigkeiten zu vertrauen. Natürlich ist der Herr auch Gott selbst, doch er möchte seine göttliche Kraft als ein Mensch nicht benützen. Er hat als Mensch gelernt, nur auf Gott zu vertrauen. Lasst uns daher lernen, wie Paulus zu sagen: „Ich vermag alles in dem, der mich stark macht, Christus“ (Philipper 4:13).

Christus, unser Vorbild

„Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus für euch gelitten und euch ein Vorbild gelassen hat, dass ihr seinen Fußstapfen nachfolgen sollt, der keine Sünde getan hat, noch wurde Betrug in seinem Munde gefunden, der nicht widerschalt, als er gescholten wurde, nicht drohte, als er litt, sondern alles dem anheimstellte, der gerecht richtet“ (1.Petrus 2:21-23).

Hier erinnert uns Petrus daran, dass Christus uns ein Vorbild gelassen hat. Schätzen wir nur sein Wort, wie zum Beispiel die Bergpredigt in Matthäus, Kapitel 5 bis 7, oder sehen wir auch das Vorbild des Herrn, wie er gelebt hat? Ein Vorbild spricht mehr als 1000 Worte. In allen diesen Versen sehen wir weniger eine Lehre, sondern vielmehr ein Vorbild. Zu lehren ist relativ einfach, aber ein Vorbild zu sein ist weitaus schwieriger. Sicher sind das Wort und die Wahrheit sehr wichtig, aber für den Weg des Herrn, für den Dienst, ist das Vorbild noch wichtiger. In den letzten Jahren habe ich sehr viele gute Botschaften gehört, aber ich habe nicht viele Vorbilder gesehen. Das sage ich nicht nur über die anderen, sondern auch über mich selbst. Über euch habe ich weniger zu sagen, aber über mich selbst muss ich sagen: Herr, was für ein Vorbild habe ich den Heiligen gegeben? Das Vorbild ist sehr wichtig.

Weiter lesen wir hier, dass der Herr Fußstapfen hinterlassen hat, denen wir nachfolgen sollen. Das heißt, dass wir so dienen sollen, wie er es auf Erden getan hat. Die meisten Gläubigen meinen, ein Diener des Herrn sei ein Prediger. Das ist unsere Vorstellung und deshalb gehen viele Gläubingen dann in eine Bibelschule. Aber dort lernen sie nicht, ein Vorbild zu sein, sondern sie lernen Theologie und viele verschiedene Methoden. Dort lernt man zum Beispiel, wie man von Gläubingen Geld sammeln kann. Doch leider sehen wir keine wahren Vorbilder für die anderen Gläubingen.

Besonders die vier Evangelien zeigen uns das wunderbare Vorbild des Herrn. Deshalb sind sie kein Theologiebuch, sondern eine Biographie des Herrn, damit wir sehen, wie er auf Erden gelebt hat. Ich hoffe, dass der Herr besonders jetzt, am Ende dieses Zeitalters, viele Brüder und Schwestern erweckt, die auf diese Weise dienen. Der Herr braucht Menschen, die nicht nur die Wahrheit predigen, sondern auch danach leben. Das zeigt uns Jesaja in den Kapiteln 49 bis 57.

Lasst uns nun den ersten Petrusbrief Kapitel 4, Vers 1 lesen: „Weil nun Christus im Fleisch gelitten hat, so wappnet auch ihr euch mit demselben Sinn, denn wer im Fleisch gelitten hat, der hat aufgehört mit der Sünde.“ Wie sollen wir uns wappnen? Mit einem Sinn, der bereit ist, im Fleisch zu leiden. Viele wollen dem Herrn dienen, aber sie sind nicht bereit zu leiden. Mit dem Dienst kommen viele Leiden. Auch darin war uns der Herr ein Vorbild. Ich hoffe, dass wir das vom Herrn lernen. Paulus sagt im Epheserbrief Kapitel 4, Vers 20: „Ihr aber habt Christus nicht so gelernt.“ Wir lernen nicht nur Lehre und Wahrheit, sondern wir lernen Christus.

In Johannes, Kapitel 13, Verse 14-15, hat der Herr die Füße der Jünger gewaschen: „Wenn nun ich, der Herr und der Lehrer, eure Füße gewaschen habe, sollt auch ihr einander die Füße waschen. Denn ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr tut, wie ich euch getan habe.“ Der Herr hat uns ein Beispiel gegeben, damit auch wir tun, wie er es an uns getan hat. Es ist kostbar, das zu lernen. Wir sollen die Lehre und die Wahrheit nicht nur nach dem Verstand erfassen.

Der Mund des Dieners Gottes – ein scharfes Schwert

Der Herr hat nicht nur Jesaja, sondern auch uns heute berufen. Der Herr hat Jesaja schon vorbereitet und ihm dann den Auftrag erteilt. Aber bevor er gesandt wurde, hat er den HERRN geschaut und erkannt, dass er ein Mensch unreiner Lippen war. Daraufhin berührte einer der Seraphim Jesajas Mund mit einer glühenden Kohle (vgl. Jesaja 6:6). Erst danach konnte Jesaja die Frage des Herrn: „Wen soll ich senden, und wer wird für uns gehen?“ (6:8a) mit Freimut beantworten: „Hier bin ich, sende mich!“ (6:8b). Wisst ihr, unsere Lippen sind sehr, sehr wichtig. Es ist eine große Verantwortung, für den Herrn zu sprechen. Doch der Herr muss zuvor unsere Lippen gründlich reinigen.

Der Herr Jesus war ein sehr besonderer Diener. Er war vom Heiligen Geist gezeugt. In ihm war keine Sünde – er war vollkommen rein. Wir aber sind nicht rein, denn wir sind gefallene Menschen. Wie viele Worte haben wir aus unserer eigenen Vorstellung heraus geredet? Wie viel Schaden haben wir durch unser Reden schon verursacht? Und hat nicht Jakobus gesagt: „Wer kann die Zunge eines Menschen zähmen?“ Sehr oft hat der Herr zu mir gesagt: „Sag das nicht,“ aber meine Zunge und meine Lippen waren nicht unter meiner Kontrolle. Dadurch rutschen viele Worte heraus, die ich eigentlich nicht sagen sollte. Kein Wunder, hat Gott Jesaja als erstes gezeigt: Du bist ein Mensch unreiner Lippen. Durch eine glühende Kohle vom Altar wurden seine Lippen gereinigt. Wie oft beten wir zum Herrn: „Herr, reinige bitte meine Lippen?“

Jesaja Kapitel 49, Vers 2a: „Er hat meinen Mund gemacht wie ein scharfes Schwert.“ Wir denken hier an Hebräerbrief Kapitel 4, Vers 12: „Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch bis zur Scheidung von Seele und Geist, von Gelenken und Mark, und vermag die Gedanken und Absichten des Herzens zu beurteilen.“
Wenn du oder ich reden, ist unser Wort oft sehr unwirksam. Wir können zwar viele Worte machen, aber nichts davon dringt durch. Offensichtlich haben wir ein stumpfes Schwert. Es wirkt nicht, wir können es tausend Mal versuchen, es dringt nicht in das Herz hinein. Aber das Wort des Herrn ist ganz anders: Es ist lebendig und wirksam, es ist scharf und dringt durch!

Wenn Jesus zu den Menschen redete, wurde alles offenbar, was in ihren Gedanken und Herzen verborgen war. Wir denken, dass die Schriftgelehrten und Pharisäer doch die besten Menschen waren, oder nicht? Ganz besonders der Hohepriester. Aber als der Herr kam, wurde durch sein Wort das Verborgene der Herzen offenbar gemacht. Das ganze religiöse Judentum wurde bloßgestellt. Äußerlich war doch alles wunderbar. Doch kaum jemand konnte hinter die religiöse Fassade blicken. Aber der Vorläufer des Herrn, Johannes der Täufer, nahm kein Blatt vor den Mund. In Matthäus Kapitel 3, Vers 7 wird uns davon berichtet: „Als er aber viele von den Pharisäern und Sadduzäern zu seiner Taufe kommen sah, sprach er zu ihnen: Schlangenbrut! Wer hat euch darauf gebracht, dass ihr dem kommenden Zorn entrinnen werdet?“ Wie bitte? Die Pharisäer sind Schlangenbrut? Das hatte damals noch niemand gesagt. Sie sind doch hochgeachtet, sie sind Theologen, sie sind unsere Lehrer und unsere Hirten. Doch das Wort Gottes ist nicht nur lebendig, sondern auch scharf und durchdringend, und es offenbart, was in unseren Herzen ist.

Wir reden hier nicht, um die Menschen gut zu unterhalten, damit sie anschließend sagen können: Oh ja, jetzt haben wir es verstanden, es war eine wunderbare Botschaft. Es ist belanglos, ob die Mitteilung wunderbar ist oder nicht. Wenn das gesprochene Wort keine Reaktion in den Menschen hervorbringt, ist sie nichts nütze. Viele Speisen schmecken gut, aber sie sind ungesund für uns. Auf der anderen Seite gibt es gesunde Speisen, die uns nicht so gut schmecken, aber heilsam für uns sind. Die Frage ist: Was wollen wir haben? Die Wahrheit ist nicht jedermanns Sache. Das Wort des Herrn ist nicht nur lebendig, sondern auch scharf. Es geht nicht darum, Menschen zu kritisieren oder geistlich zu erschlagen, sondern um sie zu heilen. Was nützt uns ein schönes Wort und eine gute Auslegung, wenn es uns nicht gesund macht? Der Arzt untersucht dich und sagt danach: „Ich verschreibe dir ein paar Bonbons. Geh nach Hause und iss sie.“ Aber das heilt euch leider nicht. Als der Herr damals auf dieser Erde war, wollten viele Menschen seine Worte nicht annehmen – besonders die Ältesten, die Schriftgelehrten und die Pharisäer. Doch das Auftreten des Herrn und der Apostel war trotzdem überaus wirksam. Und als Petrus am Pfingsttag zu der Volksmenge redete, ist sein Wort in ihr Herz eingedrungen und hat durch den Heiligen Geist eine Wendung in ihnen ausgelöst.

Oft ist unser Reden nicht kühn genug, weil wir Furcht haben, Menschen zu beleidigen. Hat nicht der Herr gesagt: „Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, dass ihn der Vater zieht“? (Johannes 6:44a). Leider ist es so, dass viele die Wahrheit nicht hören wollen. Der Herr sagte in Johannes Kapitel 6, Verse 55-57: „Denn mein Fleisch ist die wahre Speise, und mein Blut ist der wahre Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und ich um des Vaters willen lebe, so wird auch, wer mich isst, um meinetwillen leben.“ Wie kann jemand sagen, dass sein Fleisch die wahre Speise ist? Ich hätte dem Herrn einen guten Rat gegeben: „Herr, sage das doch nicht so, sondern erkläre es den Menschen in einer vernünftigen Weise, damit sie es auch verstehen können.“ Der Herr nahm es in Kauf, dass sich auf dieses Wort hin viele seiner Jünger von ihm distanzierten. Hier sehen wir die Erfüllung von Jesaja Kapitel 49, Vers 2a: „Er hat meinen Mund gemacht wie ein scharfes Schwert.“

Ikabod – die Herrlichkeit ist gewichen (Teil 2)

Die Geschichte des Volkes Israels ist für uns aufgeschrieben, damit wir heute daraus lernen. Als der Priesterdienst und der Zustand des Volkes Gottes in 1.Samuel 2 ganz verdorben war, konnte Gott es nicht mehr aushalten und hat sein Haus verlassen; die Herrlichkeit Gottes ist von der Stiftshütte gewichen. Diese Geschichte von „Ikabod“ (bedeutet: keine Herrlichkeit; siehe 1. Samuel 4) zeigt, dass Gott mehr auf den Zustand seiner Gemeinde schaut als auf eine gute Predigt oder ein schönes Gemeindeleben.

Der zweite Auszug

Kurz nach der Zeit Samuels kam Israel unter dem König David zu seiner Blüte. Doch leider hielt dieser Zustand nicht lange an. Bald ging es mit der Nation Israel wieder bergab. Zuerst baute Davids Sohn Salomo den Tempel für Gott. Doch kurz darauf errichtete er auch Anbetungsstätten für heidnische Götzen. Im Lauf der folgenden Generationen wurde der Tempel, das Haus Gottes, nach und nach zu einem Ort des Götzendienstes. Der Prophet Hesekiel beschreibt, wie die Priester, Könige und das ganze Volk Gottes im Tempel ihre Götzen anbeteten (vgl. Hesekiel 8). Gott toleriert niemals, dass in seinem Haus Götzen angebetet werden. So konnte Hesekiel beobachten, wie die Herrlichkeit Gottes den Tempel verlassen hat (vgl. Hesekiel 11:22-25).

Dieses Mal ist Gott nicht nur ausgezogen, sondern hat durch den babylonischen König Nebukadnezar sein Gericht kommen lassen. Gott möchte sein Haus nicht zerstören lassen, aber er hatte keine Wahl. Wenn eine Wohnung mit Mäusen, Ratten und Kakerlaken befallen ist, werden selbst wir nicht mehr darin wohnen wollen! Wieviel mehr will auch Gott nicht in so einem Zustand wohnen. Als die Israeliten in der Wüste wanderten, zog Gott vor das Lager. In Silo verließ er die Stiftshütte. Nun ist sogar die Herrlichkeit Gottes vom Tempel gewichen!

Die Herrlichkeit Gottes in der Gemeinde

So wie die Stiftshütte bzw. der Tempel die Bundeslade enthielt, so soll die Gemeinde heute die Fülle Christi sein. Gott möchte eine Gemeinde, die herrlich ist, heilig und makellos, sodass er unter den Menschen wohnen kann (vgl. Epheser 3:19; 5:27).

Der Anfang der Gemeinde in der Apostelgeschichte war herrlich, weil Gott unter ihnen wohnte und wirkte. Doch schon in den späteren Briefen wird berichtet, dass sich alle Gemeinden in Kleinasien abgewandt hatten (vgl. 2.Timotheus 1:15). Trotz aller Ermahnungen zur Umkehr ist das Ergebnis in Offenbarung 3:20a: „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an.“ Die Gemeinde hielt weiterhin ihre Gottesdienste ab und war aktiv, aber Jesus stand vor der Tür und musste anklopfen. Das heißt, er war draußen. Wieder hat die Herrlichkeit Gottes in Jesus Christus die Gemeinde verlassen – genau wie „Ikabod“ zur Zeit des Alten Bundes.

Gott geht immer weiter voran, aber sein Volk will nicht mitgehen. Jedes Mal, wenn die Gläubigen geistlich stehen bleiben, verschlechtert sich der geistliche Zustand und es gibt wieder einen „Ikabod“. Durch den Aufbau einer Organisation versucht man Gottes Wirken zu konservieren und an die nächste Generation weiterzugeben. Man fragt nicht, ob es Gott noch gefällt und ob seine Herrlichkeit noch da ist. Gott geht immer weiter, niemand kann ihn festhalten oder einsperren. Obwohl die Herrlichkeit Gottes nicht mehr da ist, machen die Gläubigen trotzdem weiter.

Dem Lamm folgen, wohin es auch geht

Heute müssen wir aus der Geschichte lernen. Was sollen wir tun, wenn wir merken, dass der Herr nicht mehr da ist? – Frage IHN selbst, wo er ist. Wenn er drinnen ist, dann bleibe drinnen. Sage nicht so schnell, dass der Herr drinnen ist! Es ist schnell gesagt, aber ob das wirklich so ist, ist eine andere Frage. Wenn er draußen ist, dann geh zu ihm. Das ist eine einfache Entscheidung ohne viel zu überlegen. Wenn die Herrlichkeit des Herrn das Haus schon verlassen hat, dann folge ihr.

Am Ende der Bibel zeigt Offenbarung 14 eine Gruppe von Menschen, die Jesus Christus treu gefolgt sind: „Diese sind es, die sich mit Frauen nicht befleckt haben, denn sie sind Jungfrauen. Diese sind es, die dem Lamm nachfolgen, wohin es auch geht. Diese sind Gott und dem Lamm als Erstlinge aus den Menschen erkauft, und in ihrem Mund wurde keine Lüge gefunden; denn sie sind makellos“ (Offenbarung 14:4-5). Gott ruft Erstlinge unter seinem Volk, die dem Lamm folgen, wohin es auch geht. Wir dürfen nicht an unserem Hintergrund festhalten, sondern müssen schauen, wo das Lamm heute hingeht.

Wir müssen also nur eines fragen: Wo ist die Herrlichkeit des Herrn, wo ist das Lamm? IHM müssen wir folgen. Folgt nicht einer toten Lehre, die ihr irgendwann gelernt habt. Wenn wir ihm folgen wollen, so werden wir mit Christus aus dem Lager herausgehen müssen. Der Hebräerbrief zeigt, dass damit auch Leiden verbunden sind: „So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen“ (Hebräer 13:13). Es ist ein Vorrecht, seine Schmach zu tragen. Wenn wir um seinetwillen verfolgt werden, ist unsere Belohnung groß in den Himmeln (vgl. Matthäus 5:10-12). Wenn wir dem Lamm auf diesem Weg bis zum Ende folgen, werden wir bei seiner Wiederkunft die Belohnung empfangen und mit ihm als Erstlinge auf dem himmlischen Berg Zion stehen (vgl. Offenbarung 14:1-5).

Ikabod – die Herrlichkeit ist gewichen (Teil 1)

Die Bibel, das Wort Gottes, erzählt die ganze Geschichte des Volkes Gottes, damit wir nicht die gleichen Fehler wiederholen. Im Vergleich zum Volk Israel sind wir Christen heute nicht besser, weil wir alle gefallene Menschen sind. Deshalb hat Paulus die Erfahrung des Volkes Israel benutzt, um uns zu warnen (vgl. 1.Kor. 10:6, 11). Wenn wir heute im Glauben wachsen wollen, müssen wir daraus lernen. Ein bedeutendes Beispiel ist die Geschichte von „Ikabod“, das hier kurz beschrieben werden soll.

Nachdem Gott sein Volk aus Ägypten führte, wollte er unter ihnen wohnen. Mose baute die Stiftshütte – ein Zelt, von dem Gott sagte: „Ich will meine Wohnung in eure Mitte setzen […]; und ich will in eurer Mitte wandeln und euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein“ (3.Mose 26:11). Als die Stiftshütte fertiggestellt war, zog die Herrlichkeit Gottes ein. Gott wohnte mitten unter seinem Volk.

Der Umzug

Leider dauerte es nicht lang, bis das Volk sich abwendete und ein goldenes Kalb anbetete. Obwohl die Israeliten den Auszug und alle Wunder Gottes erlebt haben, waren sie nicht treu. Wie hat Gott reagiert? Er ist umgezogen. Er konnte es bei seinem Volk nicht mehr aushalten. So befahl er Mose, die Stiftshütte nicht mehr in ihrer Mitte, sondern außerhalb des Lagers aufzuschlagen (vgl. 2.Mose 33:1-11). Weil Gott heilig ist, konnte er nicht tolerieren, was sein Volk tat, sondern er musste sich absondern. Wer von da an in Gottes Anwesenheit kommen wollte, musste Gott folgen und hinaus vor das Lager gehen.

Der erste Auszug

Als das Volk Israel in das verheißene Land Kanaan kam, ließ es sich dort nieder und die Stiftshütte blieb in Silo. Mit der Zeit fiel das Volk wieder von Gott ab, sodass nur wenige nach der Stiftshütte, der Wohnung Gottes, fragten. Zur Zeit des Propheten Samuels war der Priesterdienst ganz verdorben. Gott war sehr zornig darüber. Er konnte es unter seinem Volk nicht mehr aushalten (vgl. 1.Samuel 2:22-36). Als Gott das benachbarte Volk der Philister die Israeliten angreifen ließ, kamen die sie auf die Idee, die Bundeslade mitzunehmen, um den Kampf zu gewinnen (vgl. 1.Samuel 4). Sie dachten, wenn die Bundeslade mit ihnen in den Kampf zieht, wird Gott mit ihnen sein und sie werden sicherlich gewinnen. Doch am Ende wurden sie von den Philistern vernichtend geschlagen und die Priester wurden getötet. Ja, sogar die Bundeslade gelang in die Hände der Philister!

Waren die Philister so stark, dass sie die Bundeslade gefangen nehmen konnten? Oder hat die Verteidigung der Israeliten versagt? Psalm 78 sagt dazu: „Und sie reizten ihn […] zur Eifersucht durch ihre Götzenbilder. Gott hörte es und geriet in Zorn, und er verabscheute Israel sehr. Und er verließ seine Wohnung in Silo, das Zelt, das er unter den Menschen aufgeschlagen hatte; und er gab seine Macht [d.i. die Bundeslade] in Gefangenschaft und seine Herrlichkeit in Feindeshand“ (Psalm 78:58-61). Gott ist also absichtlich mitgegangen. Er hatte die Nase voll von seinem ungehorsamen Volk und ist aus seiner Wohnung ausgezogen.

Ikabod und die Gemeinde im Neuen Bund

Als diese Nachricht bekannt wurde, brachte eine der Priesterwitwen einen Sohn zur Welt. „Und sie nannte den Knaben Ikabod und sprach: Die Herrlichkeit ist von Israel gewichen!, weil die Lade Gottes weggenommen worden war“ (1.Samuel 4:21). Der Name Ikabod bedeutet: keine Herrlichkeit.

Was hat das mit uns zu tun? Im Neuen Bund gibt es kein physisches Zelt mehr, sondern die Gläubigen sollen als Gemeinde zu einer Wohnung Gottes im Geist aufgebaut werden (vgl. Eph. 2:22; 1.Petr. 2:5; 1.Tim 3:15). Ist also alles, was sich Gemeinde nennt, die Wohnung Gottes? Erkennt Gott jede christliche Gruppierung als seine Gemeinde an? Die Juden hatten damals den richtigen Gott, das Wort Gottes und die Stiftshütte. Aber Gott hat nicht auf die äußeren Dinge geschaut. Er ist ausgezogen, weil es auf den Zustand der Gemeinde ankommt. Es geht hier nicht um eine allgemeine Anwesenheit Gottes, sondern um seine Herrlichkeit, sein lebendiges Sprechen und die Bestätigung, dass er hier wohnt. Wenn das nicht mehr vorhanden ist, geht es geistlich bergab. Das Prinzip von Ikabod zeigt, dass Gottes Herrlichkeit nicht einfach bleiben wird. Es hängt vom Zustand der Gemeinde ab! Selbst wenn die Gemeinde früher einmal herrlich war, kann man die Herrlichkeit Gottes nicht konservieren. Die Menschen werden vielleicht weiterhin Gottesdienste halten, aber die Herrlichkeit Gottes ist nicht mehr da.

Die Stiftshütte ohne die Bundeslade ist eine leere Hülle. Obwohl das Zelt aus viel Gold und kostbaren Materialien bestand, wurde die Stiftshütte auf einmal wertlos. Das Kostbarste, nämlich Gott selbst, fehlte. Und trotzdem kam das Volk nach Silo, um Gott zu suchen und ihn anzubeten! Obwohl Gott nicht mehr da war, dachten sie, dass dies immer noch die Wohnung Gottes sei. Doch die Herrlichkeit Gottes war schon ausgezogen.

Heute müssen wir daraus lernen. Um was geht es uns Christen? Wir schauen nach einem guten Gottesdienst, einem schönen Gemeindeleben, einer schönen Predigt, Freundschaften, Traditionen, usw. Aber haben wir jemals gefragt, ob Gott noch hier wohnt? Vielleicht hören wir eine gute, biblische Mitteilung – aber ist die Herrlichkeit Gottes noch da? Für Gott ist unser geistlicher Zustand wichtiger als alles andere. (Fortsetzung folgt)

Christus, unser Brand- und Speisopfer

In Jesaja Kapitel 42:1 heißt es: „Siehe, das ist mein Knecht, den ich erhalte, mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat.“ Diese Weissagung Jesajas spricht in eindeutiger Weise von Jesus Christus. Wie zuverlässig ist doch Gottes Wort! Knapp 700 Jahre bevor Jesus kam hat Jesaja schon in Einzelheiten von ihm geredet. Jesus ist der einzig treue Knecht Gottes, er ist der treue Zeuge (vgl. Matthäus 3:17; 17:5; 2.Petrus 1:17-18; Offenbarung 3:14). Er war Gott dem Vater in allen Dingen treu. Daher ist Christus heute unser Brandopfer (vgl. 3.Mose 1). Das Brandopfer zeigt, dass Jesus Christus in allem absolut für Gott war. Viele Christen glauben, dass Jesus unser Sünd- und Übertretungsopfer ist. Doch leider wissen sie nicht, dass er genauso unser Brandopfer sein möchte. Für Gott steht das Brandopfer sogar an erster Stelle! Für Gott ist das Brandopfer das Wichtigste. Als der Herr auf diese Erde kam, lebte er nur zum Wohlgefallen des Vaters und war ihm gehorsam bis zum Tod. Das schätzt Gott sehr. Was für ein wunderbarer Christus! Und wie steht es mit uns? Durch unseren Lebenswandel haben wir den Vater oft traurig gemacht und verletzt. Wir tun, was wir wollen und was uns gefällt. Wir denken und reden Worte, die den Vater betrüben. Oft gehen wir hin, wo wir nicht sollten. Wie nötig brauchen wir doch Christus als unser Brandopfer!

Gottes Knecht, sein Auserwählter, von dem Jesaja Kapitel 42 spricht, wurde zwar von den Menschen verworfen, ist aber von Gott auserwählt und ihm überaus kostbar. Dies bestätigt der Hebräerbrief: „Christus aber ist treu als Sohn über sein Haus“ (3:6a). Ich habe so viele Geschwister gesehen, die nicht treu waren. Sie haben gut angefangen, haben aber kein gutes Ende genommen. Wir sind vielleicht in einigen wenigen Dingen treu, weil sie uns Freude machen. Und das ist das Problem: Ich bin nur treu, solange es mir gefällt. Aber Christus als Sohn über Gottes Haus war immer treu. Keiner von uns ist so wie er. Wie sehr brauchen wir Christus als unser Brandopfer, damit auch wir treu bleiben bis zum Ende!

Weiter heißt es: „Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt“ (Jesaja 42:1b). Welche Eigenschaften hat dieser Geist? Wir erinnern uns an Jesaja Kapitel 11, Vers 2: „Und auf ihm wird ruhen der Geist des HERRN, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Kraft, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN.“ Solch einen wunderbaren Geist können wir heute erfahren. Wir lesen weiter in Kapitel 42: „… er wird das Recht zu den Heiden hinaustragen“ (V. 1c). Das hat der Herr auch erfüllt. So treu war er. Wir aber sind oft unbeständig und wetterwendisch. Früher sagten wir: ‚Halleluja für die Gemeinde, die heilige Priesterschaft!‘ und heute stellen wir sie in Frage. So sind wir, wenn wir nicht Christus als unser Brandopfer in Anspruch nehmen. Wenn Schwierigkeiten aufkommen, ändern wir unsere Meinung. Wir sagen: ‚Wenn es vom Herrn wäre, gäbe es doch nicht so viele Probleme.‘ Das sind unsere Argumente, weil wir nicht so klar erkannt haben, was im Herzen unseres Vaters ist. Denkt daran, der Herr kommt aus dem Schoß des Vaters (vgl. Johannes 1:18). Der Vater hat ihm einen klaren Auftrag gegeben. Keine noch so schwierige Situation konnte ihn aufhalten. Er ging stracks nach Jerusalem, um am Kreuz zu sterben (vgl. Lukas 9:31; 9:51; 13:22; 18:31; 19:28; Markus 10:32-34). Das ist dieser wunderbare Knecht, „mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat.“ Deshalb schätzen wir heute Christus als unser Brandopfer. Wenn wir ihn als unser Brandopfer erfahren, werden wir ihm mehr und mehr gleichgestaltet. Dies bringt uns ans Ziel.

Im Weiteren beschreibt Jesaja die vollkommene Menschlichkeit Jesu: „Er wird nicht schreien“ (Jesaja 42:2). Wir schreien schon seit dem Tag unserer Geburt. Doch der Herr schreit nicht. Welch eine vollkommene Menschlichkeit! Gott schätzt das Menschsein Jesu. Sie ist ganz anders wir unsere Menschlichkeit. Schauen wir uns an: Wir haben immer Gegenreden, streiten oft und gerne, und wir reagieren unüberlegt. Doch so war Jesus nicht. Weiter heißt es: „… und [er wird seine Stimme] nicht erheben und seine Stimme nicht hören lassen auf der Straße“ (Jesaja 42:2). Wir streiten nicht nur, sondern schreiben Briefe mit Anklagen gegen Brüder und verbreiten unseren Streit über die ganze Welt. Das ist das Fleisch, die Bosheit im Menschen. Wir sind ganz anders als der Herr. Sollten wir nicht lieber die frohe Botschaft verbreiten und nicht unsere Bosheit?

„Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen“ (Jesaja 42:3). Wer ist heute nicht geknickt? Doch sobald jemand nur einen kleinen Fehler gemacht hat und etwas geknickt ist, schicken wir ihn schon weg. Wenn der Herr so mit uns verfahren würde, wäre am Ende niemand mehr in der Gemeinde. Irgendwo sind wir alle geknickt, haben alle unsere Fehler und sind nicht vollkommen. Aber leider verlangen wir von anderen Brüdern, dass sie vollkommen sein müssen. Das ist eine Krankheit (vgl. Matthäus 18:32-33). In der Gemeinde brauchen wir die Menschlichkeit des Herrn. Wir brauchen Christus als das Speisopfer (vgl. 3.Mose 2). Das Speisopfer zeigt vor allem die vollkommene Menschlichkeit Jesus. Daher brauchen wir dringend Christus als unser Speisopfer. Seine Menschlichkeit muss unsere ersetzen. „… und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.“ Wir löschen den Docht sofort und ersetzen ihn durch einen anderen. Das tut der Herr nicht, sondern „wahrheitsgetreu wird er das Recht hervorbringen“ (Jesaja 42:3). Herr, wir brauchen dich!

„Er wird nicht ermatten“ (Jesaja 42:4). Der Herr hat nie aufgegeben. Er hatte immer Zeit für das Volk. Obwohl er bestimmt auch manchmal müde war, ließ er die Müdigkeit nie über sich herrschen. Solch eine Menschlichkeit ist voll der Auferstehung. Kein Tod kann solch eine vollkommene Menschlichkeit niederdrücken. Daher wurde das Speisopfer mit Weihrauch dargebracht. Weihrauch zeigt die Kraft der Auferstehung Jesu. Diese Kraft müssen wir heute genauso erfahren. Weiter heißt es: „… (er wird) nicht zusammenbrechen.“ Wie oft brechen wir zusammen? Ein wenig mehr Arbeit und Druck, und schon sind wir urlaubsreif. Wir brauchen sofort eine Pause. Aber Jesus tat in allem zuerst den Willen des Vaters und brach niemals zusammen. Wir schätzen oft, dass der Herr am Kreuz für uns gestorben ist, aber sein Wesen, wie er gedient hat, schätzen wir nicht so sehr. Jesaja hat seine hohe Menschlichkeit bereits beschrieben. Leider schätzen wir sie nicht, selbst wenn wir darüber in den Evangelien lesen. Für uns ist sie selbstverständlich. Kein Wunder kennen wir Christus nicht als unser Speisopfer! „Er wird nicht ermatten und nicht zusammenbrechen, bis er auf Erden das Recht gegründet hat.“ Was er beginnt, führt er auch zu Ende. Viele Gläubige, die mit dem Herrn begonnen haben, gingen nicht bis zum Ziel. Irgendwann wurden sie matt, untreu, brachen zusammen und gaben auf. Dann musste der Herr mit einem Überrest weitergehen – mit einigen wenigen, die vorangehen wollten. Das ist die Geschichte der Christenheit in den letzten 2000 Jahren. Sind nicht viele von uns auch so? Am Anfang waren wir Feuer und Flamme für die unausforschlichen Reichtümer Christi. Aber ab einem gewissen Punkt sind wir stehen geblieben und sagen: ‚Das brauchen wir nicht. Wir brauchen keine neue Offenbarung von Christus.‘ Die alte Offenbarung von damals wird immer wieder neu aufgewärmt. Und denen, die weitergehen wollen, wird Spaltung vorgeworfen. Solche Knechte sind wir leider. Aber ich hoffe, dass wir jetzt lernen, täglich die wunderbare Menschlichkeit Jesu als Speisopfer und seine Treue als Brandopfer zu erfahren.

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