Er wuchs auf vor ihm wie ein Schössling aus dürrem Erdreich

In Jesaja Kapitel 53, Vers 1, heisst es: „Wer hat unserer Verkündigung geglaubt?“ Was macht ihr, wenn niemand eurem Predigen des Evangeliums glaubt? Dient ihr weiter oder hört ihr auf? „…und der Arm des HERRN, wem ist er geoffenbart worden?“ Als der Herr auf dieser Erde lebte, haben nicht viele Menschen an ihn geglaubt, nicht einmal seine eigene Familie. Genauso werden nicht viele Menschen unser Evangelium annehmen – vor allem, wenn wir das Evangelium des Reiches predigen! Aber das macht nichts. Wir suchen und vertrauen dem Herrn, dass er die Menschen ziehen wird. Und heute, am Ende dieses Zeitalters, hat der Herr sicherlich die Suchenden vorbereitet.

„Er wuchs auf vor ihm wie ein Schössling, wie ein Wurzelspross aus dürrem Erdreich“ (Jesaja 53:2a). Würdet ihr einen Samen in dürres Erdreich pflanzen? Natürlich würdet ihr ihn nur in den besten Boden und nicht in dürres Erdreich pflanzen. Aber wo findet ihr auf dieser Erde einen guten Boden? Sicherlich gibt es besseren Boden, aber der Herr hat dürres Erdreich erwählt. Das heißt, der Knecht Gottes hat gar keine eigene Wahl, denn der Vater hatte es so bestimmt. Musste er unbedingt in der Familie eines armen Zimmermanns aufwachsen? Er, der Messias, der König der Juden? Wo sollte ein König geboren werden? Auf einem dürren Land? Das ist sicher nicht unsere Vorstellung.

Es geht uns allen heute sehr gut. Unter solchen Umständen ist es noch schwieriger, dem Herrn zu dienen. Wenn die Umgebung schlecht ist und wir nichts haben, dann schreien wir zum Herrn, nicht wahr? Aber wenn die Situation angenehm ist, wir keinen Mangel haben und alles glatt läuft, haben wir keinen Grund, zum Herrn zu schreien. Doch der Herr ist in dürrem Erdreich aufgewachsen. Er hat in vielen schwierigen Situationen gelernt, dem Vater zu vertrauen. Viele von uns sind im Wohlstand aufgewachsen. Wir haben keinen Mangel, denn unsere Eltern haben uns alles gegeben. In den Augen der Menschen ist das eine gute Situation, aber aus der Sicht des Herrn ist es nicht so.

Wenn wir heute ein Diener des Herrn sein wollen, dann dürfen wir nicht nach Bequemlichkeit und nach einem passenden Umfeld suchen. Wir sind nicht hier für ein schönes und bequemes Leben. Wir sind hier, weil wir den Herrn suchen. Heute können wir nicht einmal eine Zeit lang fasten. Anstatt zu fasten, haben wir drei volle Mahlzeiten. Doch wir müssen lernen, auch in schwieriger Umgebung zu leben und mit unserem Überfluss richtig umzugehen. Das bedarf wirklich unserer Übung. Denkt nicht, dass das unwichtig sei.

„Er wuchs auf vor ihm wie ein Schössling, wie ein Wurzelspross aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und keine Pracht; wir sahen ihn, aber sein Aussehen gefiel uns nicht“ (Jesaja 53:2). Wir wollen die Menschen oft mit äußeren Dingen beeindrucken. Dies sehen wir sehr häufig im Christentum: Es gibt einen Chor, wunderschöne Versammlungshallen mit Springbrunnen, viel Licht, einer teuren Orgel und vielen Musikinstrumenten. Natürlich kommen Tausende zu solchen Versammlungen. Doch leider sieht man wegen der vielen äußeren Attraktionen den Herrn nicht mehr. Der Herr ist anders. Er möchte die Menschen nicht durch schöne, äußere Dinge gewinnen, sondern nur durch Gottes Kraft, durch den Heiligen Geist, durch die Wahrheit und durch das wunderbare Leben des Herrn.

Leider benutzen die Christen heute gerne vielerlei menschliche Methoden. Sie brauchen dieses und jenes, und merken nicht, dass sie dadurch Gott ersetzen. Sie brauchen kein Gebet mehr und müssen nicht fasten. Sie sind nicht mehr von Gott abhängig, denn sie haben so viele Mittel und Wege, die sie benutzen können. Was sagte Paulus im ersten Korintherbrief Kapitel 2, Vers 13? „Was wir auch reden – nicht mit Worten, die menschliche Weisheit lehrt, sondern mit Worten, die vom Geist gelehrt sind, und deuten geistliche Dinge durch geistliche Mittel.“ Wenn wir menschliche Wege benutzen, werden wir sicherlich Menschen gewinnen. Aber was wird das Ergebnis sein? Einerseits sind wir beim Herrn und andererseits in der Welt. Am Ende sind wir fleischliche Christen und haben keinen Hunger mehr nach geistlichen Dingen. Möge der Herr uns retten!

Ziehe Stärke an, du Arm des HERRN!

Jesaja Kapitel 51, Verse 9-10: „Wache auf! Wache auf! Ziehe Stärke an, du Arm des HERRN! Erwache, wie in den Tagen der Vorzeit und bei den Generationen der Urzeit!“ In unseren Gebeten müssen wir den Herrn an die Tage der Vorzeit erinnern – vielleicht hat er sie vergessen? Bete: „Herr, hast du vergessen, was du vorzeiten getan hast? Warum tust du es jetzt nicht mehr?“ Genau das hat Jesaja getan. Er fragte den Herrn: „Bist du nicht der, welcher Rahab zerschmettert und den Drachen durchbohrt hat? Bist du nicht der, welcher das Meer, die Wasser der großen Flut, trockengelegt und die Tiefen des Meers zu einem Weg gemacht hat, damit die Erlösten hindurchziehen konnten?“ Wir müssen dem Herrn die Geschichte erzählen und vorlesen. Lest ihm Jesaja vor! Macht dieses Gebet zu eurem Gebet und sagt: „Herr, jetzt möchten wir dich an deine großen Taten erinnern.“ Wir müssen von Jesaja lernen. Es gefällt dem Herrn, dass wir so beten. Seid nicht zimperlich. Gott wird euch nicht zurückweisen. Er wird euch nicht böse sein. Nein! Er freut sich sogar, denn nicht er hat es vergessen, sondern wir haben es vergessen. Lobt den Herrn, es gibt heute noch Menschen die sich an seine großen Taten erinnern.

Kapitel 51, Vers 11: „So werden die Erlösten des HERRN zurückkehren und nach Zion kommen mit Jauchzen, und ewige Freude wird über ihrem Haupt sein; Freude und Wonne werden sie erlangen, aber Kummer und Seufzen wird entfliehen.“ Wenn wir so beten, wird der Herr antworten. Der Herr hat es nicht vergessen. Die Erlösten des Herrn werden zurückkehren, wie er gesagt hat.

Kapitel 51, Verse 12-13: „Ich, ich bin es, der euch tröstet. Wer bist aber du, dass du dich vor dem sterblichen Menschen fürchtest, vor dem Menschenkind, das wie Gras dahingegeben wird, und dass du den HERRN vergisst.“ Seht ihr, es ist nicht der Herr, der vergessen hat, sondern wir, sein Volk, haben ihn und seinen Vorsatz vergessen. Weiter heisst es: „…der dich gemacht hat, der den Himmel ausgespannt und die Erde gegründet hat? Und allezeit, den ganzen Tag, fürchtest du dich vor dem Grimm des Bedrückers, wenn er sich rüstet, um zu verderben. Wo ist denn nun der Grimm des Bedrückers?“ Wenn wir so zum Herrn schreien, dann wecken wir ihn auf. Dann wird der Herr reagieren.

Kapitel 51, Verse 15-16: „Ich bin ja der HERR, dein Gott, der das Meer aufwühlt, dass seine Wellen brausen: HERR, der Heerscharen ist sein Name. Ich habe meine Worte in deinen Mund gelegt und dich mit dem Schatten meiner Hand bedeckt, um den Himmel auszuspannen und die Erde zu gründen und zu Zion zu sagen: Du bist mein Volk!“

Zion ist unser Ziel. Dafür müssen wir heute aufwachen. Gott verheißt, die Leiden Jerusalems zu beenden. Die Leiden werden nicht ewig andauern, sondern nur eine kurze Zeit. Dann werden wir die Herrlichkeit schauen. Seid geduldig. Alle Heiligen von Norden bis Süden, von Westen bis Osten, lasst uns auf den Segen des Herrn warten. Lasst uns auf die Herrlichkeit des Herrn schauen. Er nimmt den Becher seines Zornes weg und gibt ihn in die Hände derer, die uns bedrängen: „Siehe ich will den Taumelbecher aus deiner Hand nehmen, den Kelch meines Grimms, dass du künftig nicht mehr daraus trinken musst, und ich will ihn deinen Peinigern in die Hand geben“ (Jes. 51:22b-23a).

In Kapitel 52, Verse 1-10 sehen wir, wie Gott verheißen hat, Jerusalem wiederherzustellen und zu verherrlichen: „Wache auf! Wache auf! Zion, ziehe deine Stärke an! Ziehe deine Prachtgewänder an, Jerusalem, du heilige Stadt! Denn von nun an wird kein Unbeschnittener noch Unreiner mehr in dich hineinkommen. Schüttle den Staub von dir ab, steh auf und setze dich hin, Jerusalem! Mache dich los von den Fesseln deines Halses, du gefangene Tochter Zion! Denn so spricht der HERR: Umsonst seid ihr verkauft worden, so sollt ihr auch ohne Geld erlöst werden! Denn so spricht der Herr GOTT: Mein Volk ist vor Zeiten nach Ägypten hinabgezogen, um sich dort in der Fremde aufzuhalten; und der Assyrer hat sie ohne Ursache bedrückt. Nun aber, was geschieht mir denn hier, spricht der HERR, dass mein Volk ohne Entschädigung geraubt wird? Seine Beherrscher jauchzen triumphierend, spricht der HERR, und mein Name wird beständig gelästert, den ganzen Tag. Darum soll mein Volk meinen Namen kennenlernen, ja, darum wird es an jenem Tag erkennen, dass ich der bin, welcher spricht: Siehe, hier bin ich! Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße des Freudenboten, der Frieden verkündigt, der gute Botschaft bringt, der Errettung verkündigt, der zu Zion sagt: Dein Gott herrscht als König! Da ist die Stimme deiner Wächter! Sie werden ihre Stimme erheben und miteinander jauchzen; denn mit eigenen Augen werden sie es sehen, wenn der HERR wieder nach Zion kommt. Ihr Trümmer Jerusalems, freut euch und frohlockt miteinander! Denn der HERR hat sein Volk getröstet, hat Jerusalem erlöst! Der HERR hat seinen heiligen Arm entblößt vor den Augen aller Nationen; und alle Enden der Erde werden die Errettung unseres Gottes sehen!“ Das werden wir hoffentlich bald erleben. Amen.

Seine Gerechtigkeit ist nahe

Jesaja 51:3 sagt: „Denn der HERR tröstet Zion; er tröstet alle ihre Trümmer und macht ihre Wüsten wie Eden und ihre Steppe wie den Garten des HERRN. Freude und Wonne, Danklied und Lobgesang wird darin gefunden werden.“ Der Herr hat seine Zeit. Er wird seinen Plan zu SEINER Zeit ganz ausführen. Ob es morgen, nächstes Jahr oder in ein paar Jahren sein wird – wir müssen glauben, dass der Herr sein Werk tun wird. Oft müssen wir auf die Zeit des Herrn warten. Wenn die Zeit des Lebens kommt, dann kommen auch die Menschen nach Zion mit Jauchzen. Lasst uns nicht durch „fremdes Feuer“ Menschen mit Gewalt nach Zion bringen. Vielmehr müssen wir beten, dass der Herr die Trümmer Zions wieder aufrichtet. Die Zeit ist sicherlich näher denn je zuvor, denn unser Herr möchte bald auf die Erde zurückkommen und von Zion aus die ganze Erde regieren.

In Jesaja 51:4-5a lesen wir: „So achte nun auf mich, mein Volk, und ihr meine Nation, leiht mir eure Ohren; denn ein Gesetz wird von mir ausgehen, und mein Recht will ich zum Licht für die Völker aufrichten. Meine Gerechtigkeit ist nahe.“ Hier lesen wir wieder das Wort Gerechtigkeit. Es wird zusammen mit den Begriffen Recht, Aufrichtigkeit, Gesetz über hundert Mal im Buch Jesaja erwähnt. Die Gerechtigkeit des Herrn ist sehr wichtig für Zion. Ohne Gerechtigkeit gibt es keine Gemeinde, selbst wenn wir uns „Gemeinde“ nennen. Was voller Lüge ist, kann nicht die Gemeinde sein. Wer ist denn der Vater der Lüge? Der Teufel. Im totalen Gegesatz dazu ist der Herr die Gerechtigkeit. Errettung und Gerechtigkeit kann man nicht trennen. Das Ergebnis der Errettung ist, dass wir zu Gottes Gerechtigkeit werden (vgl. 2.Korinther 5:21). Gerechtigkeit ist eine wichtige Eigenschaft unseres Gottes, die wir in Zion unbedingt haben müssen.

Weiter sagt Gott: „Meine Gerechtigkeit ist nahe, meine Rettung zieht aus, und meine Arme werden die Völker richten.“ Erinnert euch, es gibt nicht nur Errettung, sondern es gibt auch ein Gericht. Wenn der Herr wiederkommt, wird er zu allererst sein eigenes Volk und dann die Ungläubigen richten. Meint nicht, wir Christen würden nicht gerichtet werden! Jeder Gläubige muss vor dem Richterstuhl Christi Rechenschaft über seine Werke als Christ geben. Als Vorbereitung dafür brauchen wir heute mehr von Gottes Gerechtigkeit in unserem täglichen Wandel.

„Auf mich werden die Inseln hoffen, und auf meinen Arm werden sie warten. Erhebt eure Augen zum Himmel und schaut auf die Erde drunten.“ Es ist sehr gut, dass auch wir die Dinge von oben herab beschauen – aus der Sicht des aufgefahrenen Christus. „… denn die Himmel werden vergehen wie ein Rauch, und die Erde wird wie ein Kleid zerfallen, und ihre Einwohner werden auf dieselbe Weise umkommen; aber meine Errettung wird ewig bleiben und meine Gerechtigkeit nicht zugrunde gehen.“ Gibt es Errettung ohne Gerechtigkeit? Nein, nicht bei Gott. Wir können doch nicht aufs Völligste gerettet werden und weiter lügen und ungerecht sein! Das lässt sich nicht miteinander vereinbaren. Ich hoffe, dass wir von nun an diese beiden Worte „Gerechtigkeit und Errettung“ schätzen – besonders wir, als die Diener des Herrn.

Jesaja 51:7-8 sagt: „Hört auf mich, ihr, die ihr die Gerechtigkeit kennt.“ Schon zum dritten Mal wird Gerechtigkeit in diesem Kapitel erwähnt. Wir müssen die Gerechtigkeit Gottes kennen, denn er selbst ist unsere Gerechtigkeit. Unsere Gerechtigkeit ist eine wunderbare Person, die in uns lebt, damit wir durch sie zur Gerechtigkeit Gottes werden. „… du Volk, das mein Gesetz im Herzen trägt!“ Erinnert euch an den Neuen Bund: Das Gesetz wird auf unsere Herzen geschrieben (vgl. Hebräer 8:10). „Fürchtet euch nicht vor dem Schmähen der Menschen.“ Das ist ein guter Rat. Habt ihr Furcht davor, dass die Menschen euch nicht mehr mögen und schlecht über euch reden, weil ihr für die Wahrheit seid? Seid ihr entmutigt, wenn sie euch am Ende sogar um der Wahrheit willen aus ihren sogenannten Gemeinden ausschließen? Nein, vielmehr „entsetzt euch nicht vor ihrem Verhöhnen. Denn die Motte wird sie fressen wie ein Kleid; und die Schabe wird sie fressen wie Wolle; aber meine Gerechtigkeit wird ewig bleiben und meine Errettung von Generation zu Generation.“ Auch in diesem Kapitel begegnen uns wieder die Motten, die zu Gottes Heerscharen gehören. Überlass das Gericht unserem Gott. Wir müssen uns nicht selbst rechtfertigen. Früher mochten wir die Motten nicht, aber jetzt sehen wir, wie wichtig sie sind. Sie zeigen uns, dass es nicht nur um die Errettung, sondern auch um die Gerechtigkeit Gottes und um sein Gericht geht. Von nun an dürfen wir das nicht mehr vergessen.

Wer unter euch fürchtet den HERRN?

„Wer unter euch fürchtet den HERRN?“ (Jesaja 50:10). Das ist die entscheidende Frage. Fürchten wir Gott? Viele Christen sagen, dass sie Gott lieben. Das lässt sich recht einfach sagen. Aber viele Gläubige können nicht sagen, dass sie den Herrn fürchten. Doch das Wort Gottes zeigt uns, dass die Furcht des Herrn der Anfang der Weisheit ist (vgl. Psalm 111:10; Sprüche 1:7; 9:10). Viele von uns Christen fürchten Gott nicht, und deshalb tun wir auch nicht, was er sagt. Das ist ein Problem. In Jesaja 11 sehen wir diesen wunderbaren Geist des Herrn, der auf Jesus Christus ruhte. Als wichtigste Eigenschaft dieses Geistes wird die Furcht des Herrn genannt. Daran hat der Herr Wohlgefallen. Leider schätzen wir diesen Punkt nicht so sehr. Doch wir brauchen diese Furcht vor ihm. Sie macht uns gesund. Die Furcht des Herrn hat mich oft davor bewahrt, unsinnige Dinge zu tun. Unser Gott ist ein heiliger und gerechter Gott. Sehr oft fürchten wir die Menschen und das, was sie sagen, mehr als den Herrn. Auch tun wir vieles, um Menschen zu gefallen. Aber wir fürchten den Herrn nicht. Hat der Herr nicht gesagt: „Ich will euch aber zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet den, der nach dem Töten die Vollmacht hat, in die Gehenna zu werfen. Ja, ich sage euch: Den fürchtet!“ (Lukas 12:5). Wir sollen Gott fürchten und nicht Menschen, die töten, aber danach nichts mehr tun können. Der Herr wird alle Menschen nach dem Tod richten und gegebenenfalls für immer in den Feuersee werfen (vgl. Offenbarung 20:15). Ihn müssen alle Menschen fürchten!

Jesaja 51:7b sagt: „Fürchtet euch nicht vor dem Schmähen der Menschen und entsetzt euch nicht vor ihrem Verhöhnen.“ Der Herr hat uns durch Jesaja viele praktische Ratschläge gegeben. Er ist der Ratgeber und wir müssen aufmerksam seinen Weisungen folgen: „Wer unter euch fürchtet den HERRN? Er höre die Stimme seines Knechtes“ (Jesaja 50:10). Das heißt, wir müssen die Stimme des Herrn, die Stimme des Knechtes Gottes, hören. Heute redet Gott in seinem Sohn und der Sohn ist heute der Geist, der in uns wohnt. Er redet zu uns. Doch dann kommt die zweite Frage: „Wer wandelt im Finstern und hat kein Licht?“ Was sollt ihr dann tun? „Der vertraue auf den Namen des Herrn und halte sich an seinen Gott.“ Obwohl wir dem Herrn gehören, haben wir manchmal kein Licht und wissen nicht, was wir tun sollen. In diesem Fall sollen wir auf den Namen des Herrn vertrauen und uns an unseren Gott wenden. Dann wird das Licht kommen.

„Siehe, ihr alle, die ihr ein Feuer anzündet und euch mit Flammen rüstet!“ (Jesaja 50:11) Nun sehen wir die andere Seite: Spielt nicht mit dem Feuer. Das ist nicht gut, denn am Ende sagt Gott: „Geht zum Licht eures eigenen Feuers und in die Flammen, die ihr angezündet habt! Dieses widerfährt euch von meiner Hand: In Qualen müsst ihr liegen.“ Im Gemeindeleben lernen wir, kein falsches Feuer anzuzünden, denn am Ende verbrennt alles. Hier sehen wir also, dass wir den Herrn fürchten müssen. Das bezeugt uns auch der Psalm 147:11 sehr deutlich: „Der HERR hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen.“ Gehören wir zu denen, die seinen Willen tun? Lasst uns lernen, auf den Namen des Herrn zu vertrauen und uns an unseren Gott zu halten!

Zion, das Reich Gottes auf der Erde

Es ist gewaltig, die Erde zu ererben. Doch genau davon spricht Offenbarung 21:7: „Wer überwindet, der wird es alles ererben.“ Sicherlich wird der Herr bald wiederkommen und sein Tausendjähriges Reich auf dieser Erde errichten. Zion wird das Zentrum sein. Dies alles muss in unseren Herzen noch mehr Raum gewinnen. Deshalb ist die Wiederkunft des Herrn so wichtig. Die Wiederkunft des Herrn ist nicht nur ein Thema. Nein! Der Herr steht vor der Tür! Sein Reich muss auf diese Erde kommen. Und heute ist dieses Reich Zion. Wir in der Gemeinde sind sein Reich. Zion – dieser Name muss wie Musik in unseren Ohren klingen! Was möchten wir heute sein? Wir möchten Zion sein. Zion ist dem Herrn überaus kostbar. Er wird es niemals vergessen. Lasst uns den Vers 14 von Jesaja Kapitel 49 lesen: „Zion aber sprach: Der HERR hat mich verlassen, und der Herr hat mich vergessen.“ Denkt nicht, der HERR wird Zion nicht verlassen. Er hat Zion verlassen, aber nur für eine kurze Zeit. Der HERR wird Zion aber niemals vergessen. Doch weil die Menschen den Sabbat entheiligt, Ungerechtigkeit und Götzendienst getrieben haben und Zion zu einem Marktplatz gemacht haben, scheute sich der Herr nicht, Zion zerstören zu lassen. Trotzdem sagte er: „Kann auch eine Frau ihren Säugling vergessen, dass sie sich nicht erbarmt über ihren leiblichen Sohn? Sollten selbst diese vergessen ich werde dich niemals vergessen! Siehe, in meine Hände habe ich dich eingezeichnet; deine Mauern sind allezeit vor mir“ (Jesaja 49:15-16).

Manche Christen benützen diese Verse, um zu zeigen, dass eine Gemeinde für immer und ewig „Gemeinde“ bleibt, egal, wie der Zustand ist. Doch sie lassen den nächsten Vers außer Acht: „Deine Söhne eilen herbei, aber die dich zerstört und verwüstet haben, werden sich davonmachen“ (V. 17). Das heißt, der Herr hat Zion durch Nebukadnezar ganz zerstört – während siebzig Jahren lag es verwüstet und in Trümmern. Aber der Herr hat es mit den Übriggebliebenen wiederhergestellt. Sie sind zurückgekehrt. Ja, der Herr wird Zion nie vergessen. Aber nur ein Überrest wird es schaffen.

Jesaja Kapitel 50, Verse 1-3: „So spricht der HERR: Wo ist der Scheidebrief eurer Mutter“ – Zion ist die Mutter und das Volk sind die Kinder – „…mit dem ich sie verstoßen habe? Oder welchem von meinen Gläubigern habe ich euch verkauft?“ Sie sind wirklich verkauft worden. Meint ihr, der HERR wird sie verkaufen? Nein, der Grund ist: „Siehe, wegen eurer Sünden habt ihr euch selbst verkauft …“ – das ist das Problem! „… und wegen eurer Übertretungen ist eure Mutter verstoßen worden. Warum war kein Mensch da, als ich kam, antwortete niemand, als ich rief?“ Niemand kümmerte sich um den HERRN und ihm seine Sache. Er sagte: „Ist meine Hand zu kurz, dass sie nicht mehr erlösen kann? Oder ist bei mir keine Kraft mehr zu erretten? Siehe, mit meinem Schelten trockne ich das Meer aus; ich mache Ströme zur Wüste, dass ihre Fische vor Wassermangel faulen und vor Durst sterben! Ich kleide den Himmel in Schwarz und bedecke ihn mit Sacktuch.“

Das heißt, der HERR ist so mächtig, aber er konnte nicht verhindern, dass Zion zerstört wurde. Er musste es zulassen. Denkt nicht, dass, wenn wir nicht Buße tun, der Herr den Leuchter nicht wegnimmt! Das habe ich schon mehrmals in meinem Leben gesehen. Und trotzdem denken die Menschen immer noch, dass sie die richtige Gemeinde sind. Doch was zählt, ist nicht was Menschen sagen, sondern was der Herr sagt. Deshalb müssen wir den Herrn kennen und hören, was er spricht. Heute baut der Herr Zion mit uns. Wir müssen beten: Herr, baue deine Stadt, Zion, mit uns auf. Zion ist das Reich Gottes auf dieser Erde. Hebräer Kapitel 12, Verse 22-23 zeigen uns, dass Zion im Neuen Bund himmlisch und nicht irdisch ist: „Vielmehr seid ihr zu dem Berg Zion gekommen und zu der Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, und zu Zehntausenden von Engeln, zu der Festversammlung aller, und zur Gemeinde der Erstgeborenen, die in den Himmeln angeschrieben sind, und zu Gott, dem Richter aller, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten.“ Zion ist die Stadt des lebendigen Gottes, das himmlische Jerusalem. Wenn wir sagen, dass wir das himmlische Jerusalem sind, dann muss die himmlische Natur auch mehr und mehr an uns zu sehen sein. Und weiter heisst es: „… zu Zehntausenden von Engeln.“ Natürlich sind sie für uns nicht sichtbar, aber sie nehmen Anteil am Aufbau von Zion. Und dann heißt es: „…zu den Geistern der vollendeten Gerechten“. Die Menschen in Zion sind nicht nur gerecht, sondern auch vollendet. In Zion müssen wir noch vollendet werden. Und dann lesen wir: „… zur Festversammlung.“ Zion ist eine Stadt, in der wir die Feste des Herrn halten (vgl. Jesaja 33:20).

So hat es der Hebräerbriefschreiber im Sinne von Jesaja noch einmal gesagt: Wenn wir in Zion zusammenkommen, dann halten wir die Feste des Herrn. Und in der Tat: Alles Männliche musste damals drei Mal im Jahr nach Jerusalem kommen, um die Feste des Herrn zu halten. Deshalb ist Jerusalem eine Stadt, ein Ort, um die Feste zu halten. Und was machen wir heute? Wir kommen zusammen, um zu lernen, und die Feste des Herrn zu feiern. Kommt zum Fest nach ZION an jedem Tag des Herrn! (siehe „Unsere Treffen“)

Dienen wie es Gott gefällt

Wenn wir dem Herrn Jesus Christus dienen, dann müssen wir auch seinen Willen genau kennen. Gott wird es uns nicht überlassen, wie wir ihm dienen. Nein, ein Diener muss genau wissen, was der Auftrag seines Herrn ist. Wir dürfen ihm nicht nach unserem Belieben, Gutdünken oder unserer Vorstellung dienen. Wenn wir für eine Firma arbeiten, müssen wir ja auch genau wissen, was unsere Aufgaben sind. In einem Unternehmen gibt es viele Abteilungen und Aufgaben. Je nachdem wo jemand arbeitet muss er wissen, was zu tun ist. Auch Gott überlässt uns nicht die Wahl, was wir für ihn tun möchten. Leider dienen wir oft Gott auf unsere Art und Weise. Mögen wir Musik, dann machen wir Musik für Gott und dienen ihm damit. Liegt uns Kinderarbeit, dann dienen wir Gott durch das Abhalten von Kinderstunden. Wir tun so, als hätte Gott uns die Wahl überlassen, was wir für ihn tun. Als Jesus auf dieser Erde lebte, handelte er nicht nach seinem eigenem Willen. Hat Gott nicht so klar in 5. Mose Kapitel 12, Vers 8 gesagt: „Ihr dürft nicht so handeln, wie wir es heute hier tun, dass jeder nur das tut, was recht ist in seinen Augen.“

Der Auftrag von uns Christen ist wichtig. Daher müssen wir vor dem Herrn stehen und ihn fragen: Herr, was sollen wir tun? Es geht nicht darum, was wir tun möchten, sondern dass der Wille des Herrn geschehe. Es ist unmöglich, dass der Vater den Sohn sendet und dieser nicht weiß, was der Vater will. Es ist die Aufgabe des Vaters, seinem Sohn alles zu sagen, was er tun soll. Und es ist die Aufgabe des Sohnes, es zu verstehen und alles ordnungsgemäß auszuführen. Wir dürfen nicht vermessen sein und tun, was er uns nicht gesagt hat und das nicht tun, was er haben will. Leider ist unser natürlicher Mensch sehr aktiv und religiös. Daher gibt es heute viele christliche Gruppen mit vielen Richtungen und jeder hat seine eigenen Vorstellungen und Auslegungen. Und schließlich macht dann jeder das, was ihn recht dünkt. Das ist nicht gut. So handelt kein treuer Diener. Als Jesus Paulus begegnet ist, hat er ihm genau gezeigt, was er tun soll. Von Mose wird im Hebräerbrief Kapitel 8, Vers 5 berichtet, dass er von Gott genaue Anweisungen erhielt, wie er das Zelt anfertigen sollte. Im 3. Kapitel, Verse 2-3 wird er zusammen mit unserem Herrn als ein treuer Diener in Gottes Haus erwähnt. Und deshalb müssen auch wir heute den Auftrag unseres Herrn genau kennen.

Fragt ihn ernstlich: Herr, was sollen wir tun? Herr, was willst du, dass wir am Ende dieses Zeitalters tun sollen, damit wir das Ziel erreichen? Was fehlt uns noch? Nach 2.000 Jahren Gemeindegeschichte macht noch immer jeder seine eigene Sache. Das ist sehr traurig! Lasst uns doch den Herrn suchen und ihn fragen, dass er uns die Dinge Gottes lehrt. Möge uns die Salbung – der Heilige Geist – eine klare Sicht geben und uns lehren, was unser Herr heute tun möchte. Es ist wunderbar vom Herrn zu lernen! Alles, was der Vater ihm gesagt hat, hat er getan. Er hatte zum Beispiel nicht einmal die Wahl, auf welche Art und Weise er sterben sollte. Selbst den Zeitpunkt seiner Kreuzigung konnte er nicht wählen. Als die Zeit gekommen war, nach Jerusalem zu gehen und zu sterben, ist er sechs Tage davor aufgebrochen, und niemand konnte ihn davon abhalten (vgl. Lukas 9:51). Auch konnte er nicht einmal sagen: „Vater, lass mich doch nach dem Tod ein paar Wochen ausruhen!“ Nein, er musste gleich am dritten Tag wieder auferstehen. Er hat alles genau nach der Vorschrift des Vaters getan. Das ist so wunderbar, er folgte einem genauen Terminplan. Unser Herr war treu. Daher müssen auch wir alle lernen, die Weisungen des Herrn im Wort und in unserem Geist genau zu befolgen. Wir wollen ja dem Lamm folgen, wohin es auch geht (vgl. Offenbarung 14:4). Amen!

Den Überrest sammlen für die Priesterschaft

Der Herr möchte in dieser letzten Zeit vor seiner Wiederkunft noch mehr Menschen sammeln. Besonders am Ende dieses Zeitalters gibt es viele Menschen, die nach dem Herrn fragen. Ich hoffe, dass wir alle treue Evangelisten werden. Ob wir jung oder alt sind ist nicht entscheidend. Aber wenn ihr jung seid, ist es noch besser. Dann habt ihr mehr Energie. Die Älteren sind manchmal schon müde, aber die jungen Leute sind noch voller Energie. Das ist wunderbar. Möge der Herr viele solche Diener unter uns erwecken! In unserer Predigt geht es nicht nur um die anfängliche Errettung aus der ewigen Verdammnis. Vielmehr predigen wir heute diesen wunderbaren, unausforschlichen Reichtum Christi und die Errettung unserer Seele durch sein Leben. Wir verkündigen sein Reich und die Vorbereitung für seine Wiederkunft. Wir predigen die Wahrheit über die Priesterschaft. Unter den Christen gibt es darüber so viel Verwirrung. Doch wir müssen in Bezug auf diese Wahrheit alle krummen Wege gerade machen. Alle krummen Vorstellungen müssen begradigt werden. Das ist gar nicht so einfach, denn die christliche Tradition ist sehr stark in uns verwurzelt. Doch diese Tradition muss in den Gläubigen durchbrochen werden, damit sie frei dem Lamm nachfolgen können, wohin es auch geht (vgl. Offenbarung 14:4).

Es gibt noch viel zu tun, bis der Herr zurückkommt. Doch wer soll es tun? Nur eine Handvoll Menschen? Ja, selbst der Herr konnte dieses Werk nicht alleine ausführen, sondern er brauchte dazu seine Jünger, seine Apostel und seine Propheten. Wie hätte der Herr sein Werk ohne seine zubereiteten, vollendeten und treuen Diener ausbreiten können? Wie hätte er seinen Überrest zusammenrufen können? Wer predigt heute die Wahrheit über den priesterlichen Dienst und über die geistlichen Opfer, die der Vater von uns verlangt? Das tut heute leider kaum jemand. Und wir reden nicht nur über diese Wahrheit, sondern wir müssen die auch praktizieren, wie Petrus gesagt hat: „… aufgebaut zu einer heiligen Priesterschaft, um geistliche Opfer darzubringen, die Gott angenehm sind durch Jesus Christus“ (1.Petrus 2:5). Der Herr muss uns zu Priestern ausbilden, und wir müssen bereit sein, alles zu lernen, was ein Priester heute vor Gott tun muss. Sonst kommt der Herr zurück und wird uns fragen: Wo ist denn meine Priesterschaft? In Jesaja lesen wir: „Sie werden Priester des Höchsten genannt werden“ (vgl. 61:6). Seid ihr Priester oder nur Christen? Was für Christen seid ihr? Nur Diener im Allgemeinen? Wie dient ihr? Dient ihr priesterlich wie der Herr? Der Herr hat so gedient, dass er selbst die Opfergabe für Gott war und Gott der Vater durch ihn voll und ganz zufriedengestellt wurde. Wie steht es mit uns? Bereiten wir dem Vater geistliche Opfer und bringen sie ihm dar? Genau das müssen wir heute lernen. Möge uns der Herr noch tiefer in den Priesterdienst einführen!

Du bist mein Knecht, Israel

In Jesaja 49:3 heisst es: „Und er sprach zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, durch den ich mich verherrliche.“ Warum wird der Knecht des HERRN hier Israel genannt? Was will der Herr uns damit zeigen? Der Grund ist: Wenn Israel im Fleisch lebt und seinen eigenen Weg geht, dann ist es am Ende nicht mehr das Israel Gottes. Eigentlich sollte Israel der Herr selbst sein, es sollte ein Volk sein, das durch den Herrn lebt. Ohne den Herrn gibt es kein Israel. Wir sagen zum Beispiel, wir Christen seien der Leib Christi, die Gemeinde. Wir müssen jedoch erkennen, dass nicht wir in unserem gefallen Selbst die Gemeinde ausmachen. Vielmehr ist Christus sowohl das Haupt als auch der Leib. Das Problem heute besteht darin, dass zwar Christus das Haupt ist, wir als der Leib jedoch in unserem gefallenen Sein leben. Christus wohnt in uns, doch wir schieben ihn zur Seite und tun die Dinge auf unsere Art und Weise. Wir halten nicht am Haupt, Christus, fest.

Genau das sehen wir auch in den Kapiteln 2 und 3 von Offenbarung. Viele Dinge, die wir tun, tun wir nicht durch den Herrn, sondern in unserem alten Menschen. Dann behaupten wir, wir seien die Gemeinde. Doch nur Christus ist die Gemeinde. Daher zeigt uns Jesaja hier, dass Israel der Herr selbst ist. Ohne ihn gibt es kein Israel. Sonst sind am Ende wir das Haupt der Gemeinde und alle müssen auf uns hören und nicht mehr auf Christus. Kann der Herr dann noch sagen, dass es seine Gemeinde ist?

Wir sehen, wie der Herr am Ende zu seinem Volk gesagt hat, der Tempel „ist EUER Haus“ (vgl. Matthäus 23:38). Zu Beginn sagte Jesus noch über den Tempel „mein Haus“ (vgl. Matthäus 21:13). Doch das Volk hat das Haus Gottes zu einem Kaufhaus gemacht (vgl. Johannes 2:16). Deshalb sagte der Herr: „Siehe, euer Haus wird euch wüst gelassen werden“ (Matthäus 23:38). Und in der Tat, im Jahr 70 n.Chr. hat der Herr Israel durch Titus verwüsten und zerstören lassen. Jesajas spricht von der Zeit, in der Gott Nebukadnezar aus Babylon holen ließ, um alles zu zerstören. Denkt nicht, dass wir, wenn wir einmal die Gemeinde waren, es für immer sind. Vergesst nicht, dass der Herr gesagt hat: „…tue Buße und tue die ersten Werke; wenn aber nicht, werde ich (über) dich kommen und deinen Leuchter von seinem Ort wegstoßen, wenn du nicht Buße tust“ (Offenbarung 2:5b).

Der Herr sagt in Jesaja Kapitel 49, Vers 3: „Du bist mein Knecht, Israel.“ Der Herr muss unsere Augen öffnen. Zion, Jerusalem und Israel ist nichts ohne den Herrn. Genauso muss der HERR alles sein in der Gemeinde heute. Der neue Mensch ist nicht zur Hälfte Christus und zur anderen Hälfte wir. Lesen wir dazu die Verse 10 und 11 im dritten Kapitel des Kolosserbriefes: „…und den neuen Menschen angezogen habt, der erneuert wird zu völliger Erkenntnis nach dem Ebenbild dessen, der ihn erschaffen hat.“ Lehrmäßig sind wir alle damit einverstanden. Doch lesen wir weiter: „…wo weder Grieche noch Jude sein kann, weder Beschneidung noch Unbeschnittensein, noch Barbar, Skythe, Sklave, Freier, sondern Christus ist alles und in allen.“ Infolgedessen ist der neue Mensch die Gemeinde. Wir sollen ja Christus, diesen neuen Menschen, anziehen und den alten Menschen ausziehen. Dann ist die Gemeinde nichts anderes als der neue Mensch, Christus. Die Gemeinde ist Christus, der in uns Gläubige eingewirkt wird und den die Gläubigen angezogen haben. Sonst gibt es keine Gemeinde. Denkt nicht, dass es genügt, auf dem sogenannten „Ortsgrund“ zu stehen, um die Gemeinde zu sein, ohne dass die Gemeinde Christus entspricht. Christus selbst ist Israel. Doch weil das Volk zur Zeit Jesajas das Wort Gottes abgelehnt hatte, waren sie nicht mehr sein Israel. Ja, Jerusalem wurde sogar völlig zerstört. Wenn wir heute nicht mehr Christus leben und meinen, wir seien die Autorität Gottes auf Erden und alle müssten auf uns hören, dann entsteht am Ende eine Hierarchie. Sind wir dann immer noch die Gemeinde? Ganz bestimmt nicht!

Wahre Wiederkäuer wollen wir sein

In 3.Mose 11:3 steht geschrieben: „Alles was ganz gespaltene Klauen hat und wiederkäut unter den Tieren, dürft ihr essen.“ Dieses Wort ist Teil des Gesetzes Gottes für das Volk Israel zur Zeit des Alten Bundes. Gilt dieses Wort auch heute noch im Neuen Bund? Ja, denn durch Jesus Christus ist die Erfüllung von Gottes ganzem Gesetz gekommen. Wir wollen herausfinden, wie richtiges Wiederkäuen funktioniert, um so auch zu richtigen Wiederkäuern des Wortes Gottes zu werden.

Wir schauen uns dies am Beispiel einer Kuh an. Eine Kuh sucht 30 bis 60 Mal am Tag den Futtertrog und nimmt dabei bis zu 70 kg Gras auf. Zuerst wird nur gefressen und fast nicht gekaut, da die Kuh keine oberen Schneidezähne besitzt, sondern nur eine Hornplatte hat. Das Futter wird mit etwas Speichel abgeschluckt und kommt so sehr schnell durch den Schlund in den Pansen, welcher einer der vier Mägen der Kuh ist. Er füllt mit seinem Volumen von 150 bis 180 Liter fast die ganze linke Bauchhöhle aus und stellt eine riesige Gärkammer dar. Viele Milliarden von Bakterien und Einzellern (insgesamt etwa 7 kg) bevölkern den Pansen und produzieren bei ihrer Tätigkeit Säure. Die Säure vorverdaut das Futter und baut einfache Bestandteile wie Zucker ab. Ist die Kuh mit der Futteraufnahme zu Ende, legt sie sich 10 bis 14 Stunden am Tag hin und kaut davon den größten Teil der Nahrung wieder. Dabei wird bis zu 200 Liter Speichel am Tag gebildet, welcher den Auftransport vom Pansen ins Maul wieder ermöglicht. Die Kuh kaut dann lange darauf herum und schluckt es wieder nach unbestimmter Zeit ab. Der zweite Magen ist der Netzmagen. Dieser kann sich stark zusammenziehen und siebt praktisch die Nahrung durch und lässt in den dritten Magen – den Blättermagen – nur das durch, was fein genug ist. Er ist der letzte Vormagen. Eine Hauptaufgabe ist die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen. Aber auch im Blättermagen werden noch Futterpartikel von Kleinlebewesen abgebaut. Zuletzt kommt der Labmagen, der letzte der vier Mägen der Kuh – der eigentliche Magen. In ihm laufen die gleichen Vorgänge ab, wie im Magen eines Nichtwiederkäuers (z.B. beim Menschen). Salzsäure löst die noch vorhandene Struktur der Nahrungsbestandteile. Danach gelangt die Nahrung in den Darm.

Was bedeutet dies nun für uns heute als Gläubige im Neuen Bund? Auch wir müssen lernen, geistliche Nahrung auf die richtige Art und Weise zu uns zu nehmen. Unser Umgang mit Gottes Wort ist essentiell wichtig. Wie die Kuh sollten wir auch am besten oftmals am Tag im Wort lesen und es so in uns aufsaugen (die Kuh macht dies 30 bis 60 Mal pro Tag). Doch das gelesene Wort gelangt zuerst einmal in unseren Verstand. Dort wird es aber oft nicht langfristig abgespeichert, sondern nur im Kurzzeitgedächtnis behalten. Außerdem gelangt das Wort nicht automatisch in unser Herz und wohnt dort. Doch Paulus sagt: „Lasst das Wort Christi reichlich in euch wohnen“ (Kolosser 3:16). Deshalb ist es wichtig, dass wir uns in Ruhe Zeit für das Wort nehmen und Vers für Vers wiederkäuen. Dabei kann man dieselben Verse immer wieder lesen und dabei mit ernstlichem Gebet den Herrn Jesus darin suchen. Wenn wir dem Heiligen Geist Raum geben, wird er jedes Mal aufs Neue in uns wirken, wenn wir das Wort Gottes so essen. Er wird uns mehr Offenbarung über das Wort Gottes geben und uns innerlich erleuchten. Auch die Geschwister im Herrn können uns dabei helfen – wir können uns gegenseitig ermutigen, mehr im Wort zu lesen, zu beten, und vor allem, mehr wiederzukäuen. Je mehr Umgang wir mit dem lebendigen Wort Gottes haben und es wirklich in uns hinein aufnehmen, es im alltäglichen Leben umsetzen und Jesus als all die Opfer und Feste erfahren, desto mehr wird das Wort Gottes in uns verdaut und in die weiteren „geistlichen Mägen“ hineingebracht. Auf diese Weise wirkt das Wort in uns, wir tun danach und wir wachsen im Glauben. Dann wird Gottes Wort uns in allen Situationen in dieser Welt beistehen, uns erretten, heilen und zurechtbringen: „Die ganze Schrift ist gottgehaucht und nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet“ (2.Timotheus 3:16-17).

Er hat keine Freude an der Stärke des Rosses

In Jesaja 49:5 schreibt Jesaja prophetisch, was die Haltung des Herrn Jesus war, als er auf diese Erde kam: „Denn ich wurde wert geachtet in den Augen des Herrn.“ Der Herr Jesus wurde von den Menschen verachtet. Von wem wurde er wert geachtet? Vielleicht von den zwölf Aposteln. Auch an Pfingsten waren es nur 120 Menschen, die ihn wert geachtet haben. Doch von allen anderen, von der ganzen Nation, wurde er verachtet. Wenn wir heute dem Herrn Jesus dienen möchten, müssen wir dasselbe auch lernen. Auch wenn Menschen dich verachten, weil du dem Herrn nachfolgst – solange dich der Herr schätzt und du von ihm wert geachtet bist, ist es gut genug. Es ist egal, was die Menschen sagen. Ob sie damals den Herrn Jesus geschätzt haben oder nicht, war für ihn absolut nicht entscheidend. Meint ihr, dass der Herr es schätzte, als Tausende ihm zugehört und seine Wunder gesehen haben? Ich glaube nicht, dass er dadurch beeindruckt war. Am Ende hatte er nur sehr wenige Jünger. Wie sieht es bei uns aus? In unserem Dienst wollen wir nur dem Herrn wohlgefällig sein. Es ist egal, was die Menschen sagen. Solange wir dem Herrn in Wahrheit folgen, ist es gut genug. Wir müssen bei dem, was wir tun, fragen, ob der Herr es schätzt oder nicht. Die Menschen werden es vielleicht schätzen und begeistert sein. Aber was die Menschen sagen, soll uns nicht beeinflussen. Sonst werden wir gelobt und bewundert, dass wir uns am Ende selbst schätzen. Dann werden wir am Ende stolz. Das wirklich kostbare ist, wenn der Herr uns schätzt. Ihm wollen wir gefallen. All unser Dienst besteht in erster Linie darin, dem Herrn zu gefallen und nicht den Menschen. Hat Paulus nicht im Galaterbrief gesagt: „Will ich denn jetzt Menschen überzeugen oder Gott? Oder suche ich Menschen zu gefallen? Wenn ich noch Menschen gefiele, so wäre ich Christi Sklave nicht“ (Galater 1:10). Paulus hat sicher sehr viel von Jesaja gelernt und ihn in seinen Briefen oft zitiert.

Weiter sagte Jesaja: „Mein Gott war meine Stärke.“ Was für eine Stärke suchen wir? Unterstützung von Menschen? Mehrmals ermahnte uns Jesaja, die Hilfe nicht bei Menschen zu suchen. Menschenhilfe ist nichts nütze. Auch das Lob der Menschen oder das, was sie für gut halten, nützt nichts. Im Dienst des Herrn soll Gott unsere Stärke sein. Das ist wichtig. Wir wollen keine andere Stärke und keine andere Kraft. Vielmehr brauchen wir den Geist der Kraft wie es Jesaja 11:2 sagt. Und das ist natürlich die Kraft Gottes, nicht die der Menschen. Wir dienen ja Gott, und daher muss auch die Kraft von ihm kommen und nicht von uns. Deshalb sagte auch der Herr, dass der Sohn von sich aus nichts tun kann. Vor vielen Jahren habe ich das nicht verstanden und gedacht, dass das doch nicht möglich sei. Sicherlich war der Herr Jesus doch sehr fähig, oder nicht? Aber er möchte sich nicht auf seine eigene Fähigkeit verlassen, sondern allein auf die Kraft Gottes. Was sagt der Psalmist in Psalm 147, Vers 10? „Er hat keine Freude an der Stärke des Rosses und kein Gefallen an den Schenkeln des Mannes. Der HERR hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen.“ Dies bezieht sich auf den Aufbau des himmlischen Jerusalems, die Gemeinde. Wollt ihr die Gemeinde durch eigene Kraft aufbauen? Wir müssen lernen, völlig auf Gott zu vertrauen. Wenn wir schwach und unfähig sind, dann ist das gerade recht. Gott braucht Menschen, die in sich selbst schwach sind, damit sie lernen, völlig auf Christus und seine Kraft zu vertrauen. Rühmte sich Paulus seiner Stärke? Was hat er gesagt? „Am allerliebsten will ich mich deshalb meiner Schwachheiten rühmen … Denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark“ (2.Korinther 12:9b-10). Es ist gut, wenn wir sagen können: Ich kann es nicht in mir selbst tun. Das ist wunderbar. Auch der Herr musste lernen, nicht auf sein Selbst und seine Fähigkeiten zu vertrauen. Natürlich ist der Herr auch Gott selbst, doch er möchte seine göttliche Kraft als ein Mensch nicht benützen. Er hat als Mensch gelernt, nur auf Gott zu vertrauen. Lasst uns daher lernen, wie Paulus zu sagen: „Ich vermag alles in dem, der mich stark macht, Christus“ (Philipper 4:13).

1 2 3