Das Sündopfer – die kupferne Schlange

Die kupferne Schlange im vierten Buch Mose 21:8-9 ist ein wunderbares Bild von der Kreuzigung des Herrn. Die Kinder Israel rebellierten gegen Gott in der Wüste, sodass er sie richten musste. Er sandte feurige, giftige Schlangen, die sie bissen, und viele von ihnen starben. Als das Volk sich seiner Sünde der Rebellion bewusst wurde, bekannten sie es Mose und baten ihn, für sie zu beten. Daraufhin sagte der Herr zu Mose: „Mache dir eine Schlange und befestige sie an einem Feldzeichen … Wenn eine Schlange jemand biss und er die kupferne Schlange anschaute, so blieb er am Leben.“ Kupfer bedeutet in der Schrift Gericht. Die kupferne Schlange ist ein Bild auf Christus, der zur Heilung des Volkes am Kreuz erhöht wurde. Der Herr Jesus verwies in Johannes 3:14-15 auf sich selbst und sagte: „Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, ewiges Leben habe.“

Im Garten Eden injizierte der Teufel seine Schlangennatur, die Sünde, in die Menschheit hinein, was dazu führte, dass die Menschen – im Bild gesprochen – wie kleine Schlangen wurden. Es ist nicht verwunderlich, dass sowohl Johannes der Täufer als auch der Herr Jesus die Pharisäer als „Schlangenbrut“ bezeichnete. Jetzt verstehen wir, warum Gott seinen Sohn „in der Gleichgestalt des Fleisches der Sünde und um der Sünde willen …“ gesandt hat (Röm. 8:3). Um den Menschen nahe zu sein, nahm er in gewisser Weise die Gestalt einer Schlange an, jedoch ohne Sünde. Als der Herr am Kreuz starb, nahm er die ganze Menschheit mit sich, einschließlich der Schlange, die sich selbst in die menschliche Rasse hineininjiziert hatte. Als Gott Jesus Christus am Kreuz richtete, wurde auch die Schlange gerichtet und vernichtet. Er „verdammte die Sünde im Fleisch“ (Röm. 8:3) und machte damit den zunichte, „der die Macht des Todes hat, das ist den Teufel“ (Hebr. 2:14). Welch eine gewaltige Errungenschaft! Durch den Tod Christi am Kreuz wurden die Sünde, Satan, der alte Mensch, die alte Schöpfung, die Welt und der Tod vernichtet. Das ist Christus als unser Sündopfer.

Die Wirklichkeit der Taufe

Ich lebe, aber nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir

Was bedeutet die Taufe? Sie ist weder ein Ritual noch ist sie einfach nur ein Beweis dafür, dass du ein Christ bist, geschweige denn die Art und Weise, Mitglied einer Kirche zu werden. Wenn du an den Herrn Jesus Christus glaubst, empfängst du ihn in deinem Geist, aber du musst auch in ihn hineingetauft werden, um vollständig mit ihm vereint zu sein. Römer 6:3 sagt: „Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir in Christus Jesus hineingetauft wurden, in seinen Tod hineingetauft sind?“ Taufe bedeutet, einen Gläubigen in Christus und insbesondere in seinen Tod hineinzupflanzen, was zu einer Vereinigung mit ihm in seinem Tod und auch in seiner Auferstehung führt (Röm. 6:5). Obwohl Christus vor zweitausend Jahren am Kreuz gestorben ist, sind auch wir, die Gläubigen, durch die Taufe mit ihm zusammen gestorben und auferstanden. Das ist ein wunderbares Geheimnis! Das war nicht nur eine Lehre oder Ermutigung für Paulus, es war seine Wirklichkeit: „Ich bin mit Christus gekreuzigt; ich lebe, aber nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir“ (Gal 2:20). In Römer 6:7 steht: „Denn wer gestorben ist, der ist gerechtfertigt von der Sünde.“ Ein Toter kann nicht sündigen. Das sollte unsere tägliche Erfahrung sein. Obwohl diese Verse wahr sind, treffen wir unglücklicherweise immer wieder die Entscheidung, uns selbst anstatt Christus zu leben. Nur wenn wir Christus leben, werden wir von der Herrschaft der Sünde und des Todes befreit werden. Mögen wir das Geheimnis des Paulus praktizieren: „Denn zu leben ist für mich Christus …“ (Phil. 1:21).

In Römer 8 finden wir den Schlüssel, um die Wirklichkeit der Taufe zu erfahren: Die, die in Christus Jesus sind, wandeln nicht mehr nach dem Fleisch, sondern nach dem Geist. Wir sind ein Geist mit dem Herrn (1.Kor. 6:17). Wir sollten üben, unseren Verstand auf den Geist zu setzen (Röm. 8:5-6), und durch den Geist die Handlungen des Leibes töten, damit wir leben (V. 13). Paulus sagte dasselbe in Galater 5:24: „Die aber Christi Jesu sind, haben das Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Begierden“ und „…wandelt durch den Geist, so werdet ihr die Begierden des Fleisches gewiss nicht vollbringen“ (V. 16).

Zusammenfassung

Das Sündopfer ist nicht in erster Linie für die Vergebung unserer sündigen Taten (dafür haben wir das Übertretungsopfer), sondern um uns von der Herrschaft und Sklaverei der Sünde zu befreien. Das müssen wir sehen und dadurch ein klares Verständnis von Christus als unserem Sündopfer bekommen. Christus hat uns nicht nur unsere Sünden vergeben und uns von der ewigen Verdammnis befreit, sondern er hat uns auch frei gemacht vom Gesetz der Sünde und des Todes. Deshalb sagt Hebräer 7:25: „Daher kann er auch aufs Völligste erretten …“ Wenn du in eine Situation gerätst, bete zum Herrn: „Herr, du bist mein Sündopfer. Rette mich aufs Völligste. Ich möchte erfahren, wie du mich völlig von Sünde und Tod befreist.“

Das Sündopfer

Gott hat uns in besonderer Weise nach seinem Bild geschaffen, ihm ähnlich, mit der Absicht, dass wir seine Kinder werden, seine Söhne, um auf dieser Erde für ihn zu herrschen (1.Mo. 1:26). Der Mensch jedoch war Gott ungehorsam, ist gefallen, und die Sünde, die Natur Satans, ist in den Menschen hineingekommen. Gottes Wort sagt, dass die ganze Welt heute in dem Bösen liegt (1.Joh. 5:19). Der Herr nannte Satan den „Fürsten dieser Welt“ (Joh. 12:31; 16:11), und Paulus benutzte ein noch stärkeres Wort, den „Gott dieses Zeitalters“, der die Menschen, die nicht glauben, verblendet hat (2.Kor. 4:4). Denkt nicht, Satan sei nicht mächtig. Hätte ihn Gott jedoch alleine beseitigen wollen, so hätte er das Problem schon früher durch ein einziges Wort lösen können. Wer wird dann also diese Welt der Hand Satans entreißen und das himmlische Reich auf die Erde bringen? Gott möchte uns zusammen mit Christus benutzen, sein Reich auf dieser Erde aufzurichten, die Mächte und Gewalten in der Luft zu bekämpfen, Satan die Herrschaft über die Erde zu entreißen und ihn und alle seine Diener in den Feuersee zu werfen. Dafür brauchen wir das Sündopfer, um von der Macht der Sünde und des Todes befreit zu werden.

Das Problem der Sünde

Obwohl das Sünd- und Übertretungsopfer in der Reihenfolge am Schluss stehen, sind sie für uns doch sehr wichtig. In Bezug auf Gottes Absicht ist das Brandopfer am wichtigsten, weil Gott ein Volk braucht, das seinen Willen tut; aber die Sünde in unserem Fleisch hindert uns daran, Gottes Plan auszuführen. Daher brauchen wir das Sünd- und Übertretungsopfer, um uns von der Herrschaft und Sklaverei der Sünde zu befreien.^

Satan, die alte Schlange, hat den Menschen von Anfang an betrogen und seine sündige Natur in den Menschen hineingepflanzt. Deshalb wurde der Mensch vom Baum des Lebens abgeschnitten. Anstatt eins mit Gott zu sein, wurde der Mensch verdorben. Er wurde eins mit Satan und sogar zu Gottes Feind. Die Sünde ist keine kleine Sache, weil sie unsere Beziehung zu Gott abschneidet. Heute gibt es in der Welt so viele Kriege, Mord, Gier und Ungerechtigkeit, überall blüht die Korruption, selbst in den Regierungen vieler Länder. Heutzutage sind viele Menschen, Politiker eingeschlossen, gegen Gott. Das ist ein großes Problem in unserer heutigen Gesellschaft. Obwohl Gott den Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen hat, wurde der Mensch wie der Teufel. Das Buch der Offenbarung sagt uns, dass 3 ½ Jahre vor dem zweiten Kommen Christi das Tier, der „Mensch der Sünde“, „der Gesetzlose“ (2.Thess. 2:3, 8-9), auf dieser Erde regieren wird. Zu diesem Zeitpunkt wird die Sünde zum vollen Maß ausgereift sein.

Die Sünde ist heute ein echtes Problem, nicht nur bei Ungläubigen, sondern auch bei Gläubigen. Leider nehmen viele Christen die Frage der Sünde nicht sehr ernst, weil sie denken, es sei ausreichend, einfach nur um Vergebung zu bitten. Stell dir die Frage: Hasst du die Sünde? Wenn ja, warum sündigst du dann? Vielleicht gefällt sie dir immer noch. Paulus sagte: „Ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden im Kampf gegen die Sünde“ (Hebr. 12:4). Kämpfst du gegen die Sünde oder ergibst du dich ihr? Wer kann das Problem der Sünde lösen? Nur der Herr und Retter Jesus Christus kann uns bis aufs Völligste erretten (Hebr. 7:25). Du musst es wertschätzen, dass der große Schöpfer unser Retter wurde, nicht nur, um uns zu erlösen, sondern auch um unser Sündopfer zu sein: „Den, der von keiner Sünde wusste, hat er für uns zur Sünde gemacht“ (2.Kor. 5:21). Gleich zu Beginn des Johannesevangeliums begann Johannes der Täufer zu proklamieren: „Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt!“ (Joh. 1:29). Beachtet bitte, dass das Wort „Sünde“ hier im Singular und nicht im Plural steht. Das bedeutet, dass die Natur der Sünde, Satan, im Menschen wohnt. Die Übertretungen, die der Mensch begeht, stammen von dieser innewohnenden Wurzel der Sünde.

In Römer 5:12 lesen wir: „Darum, wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und der Tod durch die Sünde und so der Tod zu allen Menschen durchgedrungen ist, weil sie alle gesündigt haben …“. Die Sünde kam in unseren Leib, durchdrang unser Fleisch und wohnt dort. In seinem Brief an die Römer nennt Paulus unseren Leib den „Leib der Sünde“ (6:6) und den „Leib des Todes“ (7:24). Sünde und Tod wohnen und herrschen in unserem Fleisch, was uns dazu bringt, das Sündige zu tun, und uns daran hindert, das Richtige zu tun (Röm. 7:19). Paulus beschrieb seine eigene Erfahrung wie folgt: „Ich elender Mensch! Wer wird mich befreien von dem Leib dieses Todes?“ (Röm. 7:24). Er entdeckte, dass Sünde und Tod nicht nur in seinem Leib wohnten, sondern auch in seinem Leib regierten (Röm. 5:17). Deshalb sagte er auch, dass wir „Sklaven der Sünde“ sind (Röm. 6:6, 17, 20). Es ist schrecklich, dass Sünde und Tod in uns regieren.

Die Errettung, die der Herr am Kreuz errungen hat, bezieht sich nicht nur auf die Vergebung unserer Sünden durch das kostbare Blut, sondern vielmehr darauf, uns von der Herrschaft der Sünde und des Todes zu befreien, indem er unseren alten Menschen mitgekreuzigt hat. Seit vielen Jahren betonen die Christen das Blut des Herrn Jesus Christus, das uns von jeder Sünde reinigt (1.Joh. 1:7, 9). Wenn immer wir sündigen, können wir unsere Sünden dem Vater bekennen und er wird sie alle vergeben; aber das Problem ist, dass wir weiterhin die gleichen Sünden begehen. Wir brauchen also nicht nur Vergebung der Sünden, sondern die Befreiung davon! Den Weg zur Befreiung finden wir in Römer 8. Für die, die in Christus Jesus sind, gibt es nicht nur keine Verdammnis mehr, sondern „das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat sie freigemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes“ (V. 1-2). Lobe den Herrn! Es ist das Sündopfer, das uns befreit.

Das Schwing- und Hebopfer

Das Schwing- und das Hebopfer werden auch im Zusammenhang mit dem Friedensopfer erwähnt. Diese beiden Teile des Friedensopfers waren für Aaron und seine Söhne bestimmt. Das Schwingopfer zeigt die Auferstehungskraft, und das Hebopfer die Auffahrt des Herrn. Die Brust des Schwingopfers zeigt die Liebe Christi. Der Grund, warum es keinen Frieden unter dem Volk Gottes gibt, ist der Tod, der noch in uns wirkt; und wo der Tod wirkt, sind wir unfähig zu lieben (Römer 7 beschreibt das Gesetz des Todes). Wir brauchen also die Liebe Christi durch die Kraft seiner Auferstehung, um den Tod zu verschlingen. Im Hohelied 8:6 heißt es: Die Liebe ist stark wie der Tod, ja, noch stärker als der Tod, denn nichts kann uns von der Liebe Christi trennen (Röm. 8:38-39). Dies kann sich nur auf die Liebe Christi beziehen, die den Tod besiegt, denn unsere menschliche Liebe ist vom Tod beeinflusst. Es gibt keine größere Liebe als die Liebe Christi, der sein Leben für die Brüder gelassen hat (Joh. 15:13). Wir müssen auch den aufgefahrenen Christus erfahren, der jetzt auf dem Thron sitzt und alle seine Feinde und alle Dinge unter seinen Füßen hat. Paulus sagte, dass wir zusammen mit ihm auferweckt und zusammen mit ihm in den Himmeln niedergesetzt sind (Eph. 2:6). Um Frieden zu erfahren, müssen wir den Feind durch den auferstandenen Christus überwinden. Das ist der Grund, warum das Schwing- und Hebopfer mit dem Friedensopfer verbunden sind. Durch das wunderbare Friedensopfer können wir völlig mit Gott versöhnt werden und Frieden miteinander haben.

Friede ist das Merkmal für alles, was Gott tut

Jesaja prophezeite über Christus und nannte ihn den Friedensfürsten (Jes. 9:5). Der Herr Jesus Christus kam, um „unsere Füße auf den Weg des Friedens zu richten“ (Luk. 1:79) und Frieden auf die Erde zu bringen (Luk. 2:14). Am Kreuz beendete er den alten Menschen, vernichtete in seinem Fleisch die Feindschaft, setzte das Gesetz der Gebote in Satzungen außer Kraft, riss die trennende Mauer nieder und schuf in sich selbst einen neuen Menschen und machte dadurch Frieden. Er ist unser Friede (Eph. 2:14-18) und hat uns mit Gott versöhnt! Lobt den Herrn für das Evangelium des Friedens.

Wenn wir alle lernen, Christus als Friedensopfer zu nehmen, werden wir zu Friedensstiftern (Mt. 5:9) und Söhne des Friedens (Luk. 10:5-6) werden. „So tut Fleiß, dass ihr von ihm im Frieden erfunden werdet, ohne Flecken und Tadel“ (2.Petr. 3:14). Dann wird der Friede Gottes in unseren Herzen Schiedsrichter sein, wie es in Kolosser 3:15 heißt: „Und lasst den Frieden Christi Schiedsrichter sein in euren Herzen, zu welchem auch ihr berufen worden seid in einem Leib; und seid dankbar.“ Auf diese Weise wird seine Gemeinde heute ein Reich der Gerechtigkeit und des Friedens. Möge der Herr unsere Augen öffnen und uns viel Erfahrung mit Christus als dem Friedensopfer geben!

Das Friedensopfer

Bei den fünf Hauptopfern im dritten Buch Mose – dem Brandopfer, dem Speisopfer, dem Friedensopfer, dem Sündopfer und dem Übertretungsopfer – steht das Friedensopfer in der Mitte. Der Frieden ist ein wichtiger Faktor in der Bibel. Frieden ist viel mehr als keine Streitigkeiten oder internen Kämpfe zu haben. Vielleicht streiten die Menschen nicht offen miteinander, aber sie ertragen sich nur gegenseitig und unterdrücken ihre Gefühle – doch das ist kein echter Frieden. Ein echtes Leiden ist es, wenn in einer Familie kein Friede herrscht; aber wie viel schlimmer ist es, wenn man keinen Frieden mit Gott hat!

Frieden mit Gott

Nachdem der Mensch gefallen war, kam die Sünde in die Menschheit hinein. Der Mensch tat nicht nur viele Dinge, die Gott verletzten, sondern er wurde sogar sein Feind (Röm. 5:10). Von der Zeit an, als Adam und Eva in Sünde fielen, bis zum heutigen Tag gibt es keinen Frieden auf dieser Erde. Die Menschheitsgeschichte ist eine Geschichte von Gewalt und Krieg. Es gibt keinen Frieden. Die gefallene Menschheit wird niemals Frieden finden (Jer. 12:12b; Jes. 48:22). Leider gibt es sogar unter den Christen so viele Konflikte, Kämpfe und Spaltungen. Bedenke, wie oft du selbst Dinge getan hast, die Gott beleidigten, wie du sein Wort missachtet hast und du ihm gegenüber rebellisch warst. Wie ist es möglich, unter diesen Umständen Frieden mit Gott zu haben?

Frieden mit Gott durch Jesus Christus

Römer 5:1 sagt: „Da wir nun durch Glauben gerechtfertigt sind, haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus“. Er ist unser Friede. Vers 10 fährt fort: „Denn wenn wir mit Gott versöhnt wurden durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren, um wie viel mehr werden wir gerettet werden in seinem Leben, nachdem wir versöhnt sind!“ Christus ist unser Friedensopfer, um uns durch seinen Tod am Kreuz vollständig mit Gott zu versöhnen und uns Frieden zu bringen. Deshalb wird das Evangelium auch als das Evangelium des Friedens bezeichnet (Röm. 10:15; Eph. 2:17; 6:15).

Jesus Christus ist als der einzig Gerechte qualifiziert, Frieden zwischen den Menschen und Gott zu schließen. Er kam als ein Mensch ohne Sünde, um die gerechten Forderungen des Gesetzes Gottes zu erfüllen, und er nahm die Sünde der Welt auf sich. Paulus sagt, dass Jesus Christus der einzige Mittler zwischen Gott und den Menschen ist (1.Tim. 2:5). Und Johannes schreibt in seinem ersten Brief, dass er die Sühnung für unsere Sünden ist (2:2).

Der beste Abschnitt im Neuen Testament, der uns hilft, das Friedensopfer zu verstehen, befindet sich in Epheser 2:11-18. Durch seinen Tod am Kreuz hat der Herr Jesus die Feindschaft zwischen Juden und Nationen beseitigt, indem er das Gesetz der Gebote in Satzungen außer Kraft gesetzt hat. Er kreuzigte auch den alten Menschen, schuf in sich selbst einen neuen Menschen und machte auf diese Weise Frieden (V. 15). Im neuen Menschen gibt es weder Juden noch Nationen, sondern Christus ist alles und in allen. Das ist der einzige Weg, um Frieden zu schließen. Wir müssen den alten Menschen ausziehen und den neuen Menschen anziehen, um diesen wunderbaren Frieden zu erfahren.

Der Grund dafür, dass die Christen miteinander kämpfen und sich dann spalten liegt darin, weil sie nicht gelernt haben, den alten Menschen auszuziehen und Christus, den neuen Menschen, anzuziehen, indem sie im Geist ihres Denksinns erneuert werden (Eph. 4:22-24). Paulus schreibt, dass Christus die trennende Mauer zwischen Juden und Nationen niedergerissen hat. Aber wir Christen haben viele weitere Mauern aufgebaut, die uns voneinander trennen: Mauern von Staatskirchen und verschiedenen Denominationen, oder persönliche Mauern. Obwohl wir wissen, dass das falsch ist, beruhigen wir uns selbst, indem wir versuchen, eine gemeinsame Basis zu finden und schaffen so eine Illusion der Einheit. Das ist nicht die Art von Frieden, die Gott möchte. Wenn wir dies tun, ist der Herr vergeblich für die Einheit der Christen gestorben. Wenn der Herr die trennende Mauer niedergerissen hat, sollten wir keine weiteren Mauern unter uns aufrichten. Das ist der wahre Friede! Christus hat uns alle mit Gott „in einem Leib durch das Kreuz“ versöhnt (Eph. 2:16). Das Evangelium sagt nicht nur aus, dass Jesus am Kreuz für die Sünden der Welt als das Sündopfer gestorben ist (Joh. 1:29), sondern vielmehr hat er die trennende Mauer, die Feindschaft, am Kreuz niedergerissen, damit wir sowohl mit Gott als auch mit Menschen Frieden haben können.

Wenn wir weiterhin in unserem alten Menschen leben, wird es nie Frieden geben. Lasst uns alle die Erfahrung machen, dass wir mit Christus gekreuzigt sind, um wirklich sagen zu können: Nicht mehr lebe ich (der alte Mensch), sondern Christus lebt in mir. Deshalb müssen wir für das Friedensopfer auch das Sündopfer erfahren. Das hat Paulus uns vorgelebt. Er sagte: „Denn zu leben ist für mich Christus und zu sterben Gewinn“ (Phil. 1:21).

In Matthäus 5:9 sagt der Herr: „Selig sind die Friedensstifter, denn sie werden Söhne Gottes heißen“. Der Friede sollte eines der Hauptmerkmale des Volkes Gottes sein. Wohin wir auch gehen, sollte der Friede uns begleiten. Als der Herr seinen Jüngern erschien, sagte er: „Friede sei mit euch“ (Joh. 20:19, 26). Unser Gott ist der Gott des Friedens.

Alle Opfer sind miteinander verbunden. Obwohl wir sie der Lehre nach trennen können, sind sie in unserer Erfahrung häufig miteinander verbunden. Um Frieden zu erlangen, müssen wir auch das Sünd- und Übertretungsopfer sowie das Brand- und Speisopfer erfahren. Vielleicht ist das der Grund, warum es Gott in seiner Weisheit so arrangiert hat, dass das Friedensopfer in der Mitte der fünf Hauptopfer steht.

Weitere Zutaten des Speisopfers

Mit Weihrauch

Das Speisopfer muss auch mit Weihrauch dargebracht werden (3.Mo. 2:1), der die Auferstehung des Herrn Jesus symbolisiert. Der Herr sagte: „Ich bin die Auferstehung und das Leben“ (Joh. 11:25). Er ist nicht nur Leben, sondern auch Auferstehungsleben, das den Tod überwindet. Mit der Sünde kam der Tod in den Menschen hinein (Röm. 5:12). Die Sünde in unserem Fleisch bringt uns dazu, böse Dinge zu tun; und der Tod hindert uns daran, das Richtige zu tun. Paulus hat dies in Römer 7:19 sehr gut beschrieben: „Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht, aber das Böse, das ich nicht will, das führe ich aus.“ Das ist das Gesetz der Sünde und des Todes, das in unserem Leib wohnt. Aus tiefer innerer Not rief Paulus aus: „Wer wird mich befreien von dem Leib dieses Todes?“ (Röm. 7:24). Während wir uns mit Sport, Spielen oder Fernsehen vergnügen, ist unser ganzes Sein wach und voll dabei, aber wenn es um geistliche Dinge geht wie Beten, das Wort Gottes lesen oder an Gemeindeversammlungen teilzunehmen, werden wir plötzlich träge. Warum ist das so? Wir denken vielleicht, es läge daran, dass wir müde sind, aber das ist die falsche Diagnose! In Wirklichkeit ist es der Tod, der in uns wirkt. Der Tod ist ein starker Feind. Wenn wir die Beherrschung verlieren, sind wir ganz bei der Sache, aber wenn wir den Heiligen dienen sollen, werden wir faul und schwach. Im Garten Gethsemane traf der Herr seine Jünger, anstatt im Gebet, dreimal schlafend an. Er sagte: „Der Geist ist zwar willig, aber das Fleisch ist schwach“ (Mt. 26:36-46). Das ist der Tod, der in unserem Fleisch wirkt; aber die Menschlichkeit des Herrn Jesus ist voller Auferstehungsleben, das den Tod überwindet. Kein Wunder, dass Paulus unbedingt die Kraft seiner Auferstehung kennenlernen wollte (Phil. 3:10).

Mit Salz

Eine weitere Zutat in diesem wunderbaren Speisopfer ist das Salz. Salz wird zum Würzen verwendet, um den Geschmack der Speisen hervorzuheben. Ohne Salz schmecken Speisen fade, aber wenn man eine ganze Tüte Salz hineingibt, wird die Speise ungenießbar. Es bedarf nur einer kleinen Prise Salz, um den Wohlgeschmack herauszubringen. In Kolosser 4:6 heißt es: „Euer Reden sei allezeit in Gnade, mit Salz gewürzt, damit ihr wisst, wie ihr jedem Einzelnen antworten sollt.“ Der Herr sagte auch in Markus 9:50: „Das Salz ist gut; wenn aber das Salz fade geworden ist, womit wollt ihr es würzen?“ Als der Herr auf dieser Erde war, konnten die Menschen die Gnade Gottes in ihm schmecken. Petrus brachte dies später zum Ausdruck, indem er sagte: „wenn ihr geschmeckt habt, dass der Herr gut ist“ (1.Petr. 2:3). Können die Menschen beim Predigen des Evangeliums etwas von der Menschlichkeit Christi an uns schmecken? Paulus kannte das Geheimnis des würzenden Salzes: „… und durch uns den Wohlgeruch seiner Erkenntnis an jedem Ort offenbar macht. Denn wir sind Gott ein guter Geruch Christi … ein Geruch vom Leben zum Leben“ (2.Kor. 2:13-16).

Salz wird auch zur Konservierung von Lebensmitteln verwendet. Unsere Menschlichkeit ist sehr anfällig, weil es für uns schwer ist, der Versuchung zu widerstehen. Heute sehen wir in der Welt der Politik und Religion überall sehr viel Korruption. Nur die Menschlichkeit des Herrn ist unverderblich. Satan versuchte Jesus, indem er ihm die Herrlichkeit der ganzen Welt anbot, aber er widerstand ihm und lehnte ab. Der Herr sagte seinen Jüngern: „…. seid mutig, ich habe die Welt überwunden“ (Joh. 16:33). Die Stiftshütte im Alten Testament wurde aus Akazienholz, einem abriebfesten Hartholz gebaut. Dies ist ein Bild auf die unverderbliche Menschlichkeit Jesu. Heute müssen wir die Gemeinde des Herrn ausschließlich mit der Menschlichkeit des Herrn Jesus bauen, sonst wird sich früher oder später Korruption einschleichen und sie zerstören.

In verschiedenen Formen gebacken

Das Speisopfer wird nicht nur als Feinmehl dargebracht, sondern auch als Kuchen, die auf verschiedene Weise zubereitet werden, nämlich im Ofen gebacken, in einer Pfanne oder in einem Topf mit oder ohne Deckel (3.Mo. 2:4-7). Das zeigt die verschiedenen Arten der Leiden und des Drucks, die der Herr Jesus als Mensch auf dieser Erde durchlebt hat. Wir scheuen alle Arten von Leiden und suchen lieber nach einem leichteren Weg. Im Hebräerbrief lesen wir jedoch, dass Jesus durch Leiden vollendet wurde (Hebr. 2:10; 5:8-9). Das Speisopfer wird als ungesäuerter Kuchen und ungesäuertes Fladenbrot dargebracht. In 3.Mose 2:4 wird das hebräische Wort für Kuchen von dem Verb „durchbohren“ oder „perforieren“ abgeleitet. Der Herr erduldete alle Arten von Misshandlungen durch das Volk und scheute nicht davor zurück. In Psalm 22 werden die Leiden Christi am Kreuz ausführlich vorhergesagt. „Denn Hunde haben mich umgeben und eine Rotte von Übeltätern hat mich umringt; sie haben meine Hände und Füße durchgraben“ (V. 17). Und in Sacharja 12:10 heißt es: „… sie werden auf mich sehen, den sie durchstochen haben.“ Als Jesus am Kreuz hing, erfüllte einer der Soldaten diese Prophezeiung, indem er seine Seite mit einem Speer durchbohrte (Joh. 19:34). Kein Mensch würde freiwillig ein solches Leiden auf sich nehmen! Selbst wenn wir nur wenig leiden, fangen wir an zu murren und zu klagen, zu kämpfen und nach einer Vergeltung zu suchen. Wenn uns jemand nur ein wenig beleidigt, explodieren wir wie ein Vulkan; doch der Herr wurde durch diese Leiden gebacken, um zu einem Kuchen zu werden, der von seinem himmlischen Vater und von seinem Volk genossen werden kann.

Das Speisopfer als Nahrung für die Priester

Schließlich müssen wir sehen, dass Gott nur eine Handvoll feinen Mehls des dargebrachten Speisopfers bekommt, das Übrige wird den Priestern als ihre Speise gegeben. Nun verstehen wir, warum der Herr gesagt hat, dass er das Brot ist, das vom Himmel herabgekommen ist, damit wir von ihm essen und durch ihn leben sollen (Joh. 6:57). Das mag seltsam klingen, aber der Herr spricht von der täglichen geistlichen Ernährung durch sein lebendiges Wort und durch den Heiligen Geist. Gleichzeitig werden wir in unseren inneren Menschen hineingestärkt, um Christus zu leben. Oftmals bitten wir den Herrn, uns zu stärken. Die Antwort des Herrn an uns lautet, ihn zu essen, denn nur dadurch bekommen wir die Kraft, unsere gefallene Menschlichkeit zu überwinden und Christus als den neuen Menschen anzuziehen. Tag für Tag können wir die Menschlichkeit Jesu als Speisopfer essen. Dadurch werden wir Christus leben und den Willen des Vaters auf dieser Erde erfüllen.

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