Das Speisopfer (1)

Das Speisopfer beschreibt die feine Menschlichkeit Jesu. Sein Werk begann mit dem Geheimnis der Fleischwerdung: „Und das Wort wurde Fleisch und zeltete unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Einziggeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit“ (Joh. 1:14). Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, ihm ähnlich, um auf dieser Erde zu herrschen und seinen Feind, Satan, zu unterwerfen (1.Mo. 1:26). Aber Satan erschien in Form einer Schlange, betrog den Menschen und injizierte seine giftige Natur in ihn hinein (Röm. 5:12), wodurch die Menschheit verdorben wurde. Daher haben alle „gesündigt und haben Mangel an der Herrlichkeit Gottes“ (Röm. 3:23) und „wie geschrieben steht: Da ist kein Gerechter, auch nicht einer; da ist keiner, der verständig ist, da ist keiner, der Gott sucht. Sie haben sich alle abgewandt, sie sind allesamt unbrauchbar geworden; da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer“ (Röm. 3:10-12). In seiner Weisheit wurde Gott selbst vor über zweitausend Jahren ein Mensch in Jesus Christus, um seinen Vorsatz zu erfüllen. Dieser Mensch Jesus ist „heilig, frei vom Bösen, unbefleckt, von den Sündern abgesondert“ (Hebr. 7:26), vollkommen und gerecht. Er ist der einzig Qualifizierte, um den göttlichen Vorsatz des Vaters auszuführen. Er überwand Satan, die Welt, die Religion, die Sünde und den Tod. Er durchlitt alle Arten von Leiden und vollbrachte die Erlösung am Kreuz. Durch seine Auferstehung überwand er die Macht des Todes. Er fuhr auf zum Thron und setzte sich zur Rechten der Majestät in der Höhe nieder. Was für ein wunderbarer Mensch! Er ist das Speisopfer als Speise für uns. Er ist das Brot, das vom Himmel herabkam, damit wir von ihm essen und durch ihn leben (Joh. 6). Lasst uns einige Details dieses wunderbaren Speisopfers betrachten.

Das feine Mehl

In der Bibel wird Weizen als Sinnbild für die Menschlichkeit verwendet. Der Herr sagte, dass er das Weizenkorn ist, das in die Erde fiel und starb, um viele Körner hervorzubringen (Joh. 12:24). Wie durch das Mahlen des Weizens feines Mehl entsteht, so ist unser Herr Jesus durch vielerlei Mühlen hindurchgegangen während er auf dieser Erde lebte. Daher versinnbildlicht das feine Mehl die feine Menschlichkeit unseres Herrn Jesus als Speise für sein Volk. Er ist das Brot des Lebens, und wer ihn isst, wird um seinetwillen leben (Joh. 6:48-57). Unsere Menschlichkeit ist sehr grob, aber die Menschlichkeit des Herrn ist nicht nur heilig und gerecht, sondern mitfühlend, barmherzig und liebevoll, freundlich, sanftmütig und demütig, geduldig und voller Verständnis, fähig, mit unseren Schwachheiten mitzufühlen, hilfsbereit, dem Vater völlig gehorsam, eins mit ihm für seinen göttlichen Vorsatz, treu über Gottes Haus und vieles mehr. Um seinen Jüngern ein Beispiel dafür zu geben, wie sie dienen und demütig sein sollen, wusch er ihnen die Füße (Joh. 13). Er sagte auch: „Der Größere unter euch soll euer Diener sein“ (Mt. 23:11) und „… lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig“ (Mt. 11:29). Niemand ist ihm gleich! Wir jedoch sind leider genau das Gegenteil von ihm, und durch unsere gefallene Menschlichkeit kann Gottes Plan niemals erfüllt werden. Daher brauchen wir die Menschlichkeit Jesu.

Mit Öl vermengt und gesalbt

Die Menschlichkeit Jesu ist völlig mit Öl vermengt (3.Mo. 2:1, 4, 7, 15). In der Bibel steht Öl für den Heiligen Geist, die Salbung. Die Geburt Jesu war etwas ganz Besonderes. Anders als du und ich wurde er von einer Jungfrau geboren (Jes. 7:14), und seine Empfängnis war vom Heiligen Geist (Mt. 1:20). Der Engel sagte zu Maria: „… darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Sohn Gottes genannt werden“ (Luk. 1:35b). Maria fragte: „Wie wird das zugehen, da ich von keinem Mann weiß? Und der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten“ (V. 34-35a). Sein Menschsein war von Geburt an mit dem Heiligen Geist Gottes vermengt, daher ist unser Herr Jesus sowohl der Sohn Gottes als auch der Sohn des Menschen. Als er jedoch auf dieser Erde diente, legte er seinen göttlichen Stand beiseite und diente in seiner Eigenschaft als Mensch, als ein Sklave Gottes. Als der Herr Jesus nach seiner Taufe aus dem Wasser herausstieg, sah Johannes der Täufer den Heiligen Geist wie eine Taube auf ihn herabkommen. Hier wurde er gesalbt und mit der Kraft des Heiligen Geistes für seinen Dienst ausgerüstet (Mt. 3:16). Fortan wandelte der Herr Jesus gemäß der Leitung des Heiligen Geistes. Unmittelbar nach seiner Taufe wurde Jesus vom Heiligen Geist in die Wüste geführt, um dort vom Teufel versucht zu werden (Mt. 4:1-2). Er bestand den Test siegreich!

Das Brandopfer (3)

Die Notwendigkeit, Gottes Willen zu erkennen und zu tun

Jesus warnt uns mit einem sehr ernsten Wort in Matthäus 7:21-23: „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr, wird in das Reich der Himmel kommen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist. Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Machttaten getan? Und dann werde ich ihnen erklären: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr Täter der Gesetzlosigkeit!“

Viele mögen sagen, dass sich diese Verse auf die Ungläubigen beziehen, aber die Ungläubigen würden ihn weder „Herr, Herr“ nennen noch weissagen oder Dämonen austreiben und in seinem Namen Wunder tun. Es sind also Gläubige, die dem Herrn nach eigenem Gutdünken dienen. Der Herr anerkennt die Dinge, die sie getan haben, nicht als den Willen des Vaters. Daher sollten wir fragen, was der Herr mit dem „Willen des Vaters“ meint. Im vorherigen Kapitel von Matthäus lehrte der Herr seine Jünger, wie man betet: „Unser Vater in den Himmeln, dein Name werde geheiligt, dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf der Erde“ (Mt. 6:9-10). Das Evangelium im Buch Matthäus wird das Evangelium des Reiches genannt. Johannes der Täufer, Jesus und seine Jünger predigten und sagten: „Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahegekommen!“ (Mt. 3:2; 4:17; 10:7). Das Matthäusevangelium verwendet sogar 32-mal den Ausdruck: „das Reich der Himmel“. Der Herr sagte auch zu Beginn seines Dienstes: „Selig sind die Armen im Geist, denn ihnen gehört das Reich der Himmel“ (Mt. 5:3). Er warnte im selben Kapitel noch einmal ernsthaft: „Wenn eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer nicht übertrifft, werdet ihr gewiss nicht in das Reich der Himmel kommen“ (V. 20).

Das Matthäusevangelium zeigt uns, dass es Gottes Wille ist, sein himmlisches Reich auf diese Erde zu bringen. Dafür musste er zuerst die Erlösung durch Jesus Christus vollbringen, um ein Volk für sein Reich zu gewinnen. Wir müssen wiedergeboren werden, damit das Leben seines Reiches in uns hineinkommt (Joh. 3:3-6). So werden wir in Matthäus 13:38 die „Söhne des Reiches“ genannt. Ihr fragt vielleicht: „Wo ist dieses Reich?“ Der Herr antwortete in Lukas 17:21, dass dieses Reich von der Welt heute nicht äußerlich gesehen werden kann, aber er sagt: „Denn seht, das Reich Gottes ist mitten unter euch“. Wir wissen, dass er sich auf sein Leben in uns bezieht. Die Schrift sagt uns jedoch auch, dass dieses Leben in uns wachsen und zur Reife kommen muss.

Der Vater offenbarte Petrus in Matthäus 16:16 noch mehr, nämlich, dass Jesus „der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes“ ist. Die Juden verstanden „den Christus“ (auf Hebräisch: der Messias) als den gesalbten König. Gleich danach offenbarte der Herr Petrus, dass er seine Gemeinde bauen wird, und die Pforten des Hades sie nicht überwältigen werden (V. 18). Auch wird er Petrus und der Gemeinde „die Schlüssel zum Reich der Himmel“ geben (V. 19). Diese Offenbarung ist ein wunderbares Geheimnis: Gottes Reich ist heute die Gemeinde, die Christus baut, um die Pforten des Hades zu besiegen. Und der Herr Jesus ist nicht nur unser Retter, sondern noch viel überragender, heute ist er der König der Könige und der Herr der Herren (1.Tim. 6:5; Offb. 17:14; 19:16) der auf dem Thron sitzt. Er ist der Herrscher über die Könige der Erde (Offb. 1:5), und als unser großer himmlischer Hohepriester nach der Ordnung Melchisedeks ist er der König der Gerechtigkeit und der König des Friedens (Hebr. 7:1-2). Aber ist er auch der König in unseren Herzen? Regiert er in unserem Leben?

Wir sollten sein Reich und seine Untertanen sein, aber wir sind immer noch so rebellisch. Der Herr sagte in Markus 3:24: „Wenn ein Reich mit sich selbst uneins ist, kann dieses Reich nicht bestehen“ (s. auch Mt. 12:25). Heute sehen wir viel Verwirrung, Spaltung und Verwüstung unter dem Volk Gottes. Die Ursache dafür ist, dass wir den Willen des Vaters nicht kennen. Wir erkennen nicht, dass die Gemeinde heute sein Reich ist. Wir hören nicht auf die Salbung, seinen Heiligen Geist in uns, und obwohl wir anscheinend viele Dinge für ihn tun, tut jeder nur das, was in seinen Augen recht ist (5.Mo. 12:8). Es ist kein Wunder, dass der König bei seinem zweiten Kommen zu vielen Christen sagen wird: Weicht von mir. Ich habe euch nie gekannt (Mt. 7:21-23; 25:12; Luk. 13:25-27). Das ist tragisch.

Offenbarung 1:6 und 5:10 zeigen, dass Gott uns gerettet hat, um uns zu Königen und Priestern für sich selbst zu machen. Als Gott sein Volk aus Ägypten herausführte, war es von Anfang an sein Plan, es zu einem Königreich von Priestern und einer heiligen Nation zu machen (2.Mo. 19:6). Aber das Volk Israel rebellierte gegen ihn und betete Götzen an. Gott hat seinen Plan jedoch nie geändert, vielmehr wird er ihn mit seiner Gemeinde im Neuen Bund erfüllen. Die Mehrheit der Christen sieht sich jedoch nicht als Priester und noch viel weniger als Könige. Ihnen wird gelehrt, dass sie alle in den Himmel kommen werden, um dort alle möglichen Dinge zu genießen, z.B. Golf spielen, auf goldenen Straßen spazierengehen oder in himmlischen Villen wohnen. Jedoch wird nichts über Gottes Plan gelehrt, dass die Menschen mit Christus regieren sollen. Jesus aber sagt: „Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden die Erde erben“ (Mt. 5:5). Wenn der Herr zurückkommt, werden wir mit ihm „auf Erden herrschen“ (Offb. 5:10). Kurz gesagt, das ist der Wille des Vaters, seine hohe Berufung für uns. Wir hoffen, dass viele Christen dies heute sehen und seinem Ruf folgen werden.

Um mit dem Vater zusammenzuarbeiten und heute seinen Willen zu erfüllen, müssen wir die Priesterschaft ausüben, wie es uns 1.Petrus 2:5 zeigt. Es geht nämlich zuerst darum, Christus als die Wirklichkeit aller Opfer, besonders des Brandopfers, zu kennen und zu erfahren. Dann müssen wir auch lernen, die beste dieser Erfahrungen Gott, unserem Vater, als geistliches Opfer in der Gemeinde darzubringen. Mögen wir diese königliche Priesterschaft und die wahren Anbeter werden, um dem Vater geistliche Opfer durch Jesus Christus darzubringen. Amen!

Das Brandopfer (2)

Die Gesinnung Christi

Der Apostel Paulus ermutigte uns, dieselbe Gesinnung zu haben, die auch in Jesus Christus war (Phil. 2:5-8). Das ist die Haltung des Brandopfers:

  • Alle Eigenherrlichkeit beiseitelegen.
  • Uns selbst zu Nichts machen und uns demütigen.
  • Ein Sklave werden, um anderen zu dienen.
  • Gehorsam sein.
  • Bereit sein zu leiden und nicht um unser eigenes Leben besorgt zu sein.

Möge diese Gesinnung auch in uns allen sein. Wie in Jesaja 53 prophezeit, wusste Jesus von den Leiden, die er durchmachen musste, bevor er kam. Dennoch gehorchte er und war bereit zu kommen. Von der Zeit seiner Geburt an bis zu seinem Tod am Kreuz durchlief er alle Arten von Prüfungen und Leiden, um Gottes Willen zu erfüllen. Niemand kann ermessen, was er durchgemacht hat. Wenn wir dienen, beschweren wir uns oft, manche verlangen ein hohes Gehalt, ein komfortables Leben (einige Pastoren verlangen sogar Privatjets), Position, Macht und Autorität, und sie möchten von den Menschen geschätzt und hofiert werden. Das ist kein Wohlgeruch für Gott, gefällt ihm nicht und entspricht nicht dem, was Jesus, der Diener Gottes, auslebte. Der Dienst o. g. Pastoren wird nicht nur von Gott verworfen, sondern auch von ihm mit Feuer gerichtet werden (1.Kor. 3:13-15).

Das Brandopfer – das wichtigste Opfer für Gott

Das Brandopfer ist das erste im 3.Buch Mose beschriebene Opfer, weil es aus Gottes Sicht das wichtigste ist. Wir denken immer an uns selbst und unsere Bedürfnisse und selten an Gottes Bedürfnisse. Wer ist wichtiger – du oder Gott? Warum sind wir nicht zufrieden? Hast du jemals gedacht, dass es daran liegt, dass wir nicht zuerst Gott zufriedengestellt haben (vgl. Hag. 1)?

Beim Brandopfer wird jeder Teil des Tieres – der Kopf, das Fett, die Eingeweide, die Beine – Gott durch Feuer auf dem Altar als lieblicher Geruch geopfert; aber das Fell erhält der Priester, der es dargebracht hat (3.Mo. 1:8-9; 7:8). Die Person des Herrn und sein Werk waren für Gott angenehm und ein lieblicher Wohlgeruch. Gott bezeugte es mit den Worten: „… Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe“ (Mt. 3:17; 17:5). Das Fell des Brandopfers bedeutet: Christus ist unser Kleid der Erlösung und unser Kleid der Gerechtigkeit (Jes. 61:10). Je mehr wir Christus als Brandopfer erfahren, desto mehr werden wir fähig sein, IHN als den neuen Menschen anzuziehen. Dann können wir Menschen sein, die wirklich den Willen Gottes tun. Gott möchte viele weitere Diener bekommen, die das Leben seines Sohnes zum Ausdruck bringen.

Die verschiedenen Größen der Brandopfer

3.Mose 1 offenbart drei verschiedene Größen des Brandopfers: einen Stier, ein Schaf oder einen Ziegenbock und eine Turteltaube oder eine junge Taube. Das lässt uns erkennen:

  • Im Volk Gottes haben nicht alle das gleiche geistliche Wachstum, aber jeder kann dem Vater nach seinem Maß und seiner Erfahrung ein Brandopfer bringen.
  • Der Vater hat keine Vorliebe für eine bestimmte Größe und freut sich über jedes Opfer, solange es echt ist.
  • Die verschiedenen Größen dienen uns als Ansporn, zu wachsen und tiefere Erfahrungen mit Christus zu machen. Die Schrift ermutigt uns, zur Reife weiterzugehen (Hebr. 6:1).

DAS BRANDOPFER (1)

In Hebräer 10:5-7 lesen wir: „Opfer und Gaben hast du nicht gewollt, aber einen Leib hast du mir bereitet. An Brandopfern und Sündopfern hast du kein Wohlgefallen gefunden. Da sprach ich: Siehe, ich komme … deinen Willen, Gott, zu tun.“ Das Brandopfer bedeutet, dass Jesus Christus ein Mensch wurde, um den Willen Gottes zu erfüllen (Joh. 4:34). Er führte ein Leben, das dem Vater, der ihn gesandt hatte, völlig gehorsam und in jeder Hinsicht wohlgefällig war (Joh. 8:29). Eigentlich sollten wir Christen solche Menschen sein, aber wegen unserer gefallenen Natur sind wir unfähig, solch ein Leben zu führen. Aus diesem Grund sandte Gott seinen Sohn Jesus Christus, damit er das Brandopfer sei, um des Vaters Willen vollständig auszuführen.

Christus – der Einzige, der dem Vater absolut gehorsam ist

Der Apostel Paulus hat uns in Philipper 2:5-8 eine einzigartige Beschreibung unseres Herrn Jesus Christus als dem Brandopfer gegeben: „Diese Gesinnung sei in euch, die auch in Christus Jesus war: Obwohl er in Gottes Gestalt war, hielt er nicht daran fest, Gott gleich zu sein, sondern machte sich selbst zu nichts, nahm die Gestalt eines Sklaven an und wurde den Menschen gleich, und, in der Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja zum Tod am Kreuz.“

Wir danken dem Herrn, dass er für unsere Erlösung und die Vergebung unserer Sünden gestorben ist. Er ist jedoch nicht nur gekommen, um unser Sündopfer zu sein, sondern die Schrift zeigt uns, dass er auch das Brand- und Speisopfer ist. Dies wird von vielen Christen nicht erkannt. Wie Hebräer 10:5-7 zeigen, kam der Herr Jesus in erster Linie als Mensch, um Gottes Willen zu tun. Der erste Mensch, Adam, versagte, als er in Sünde fiel und eins wurde mit Gottes Feind, Satan. Nun kam Jesus Christus als der zweite Mensch, der letzte Adam (1.Kor. 15:45-47), damit er den Willen Gottes erfülle. Als er nur zwölf Jahre alt war, fanden ihn seine Eltern, die drei Tage lang nach ihm gesucht hatten, im Tempel, „wie er mitten unter den Lehrern saß und ihnen zuhörte und sie befragte. Und alle, die ihn hörten, waren voll Staunen über sein Verständnis und seine Antworten“ (Luk. 2:46-47). Auf die Frage, warum er das getan habe, antwortete Jesus: „Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich im Haus meines Vaters sein muss?“ (V. 49). Wer von uns kümmerte sich um die Angelegenheiten unseres himmlischen Vaters, als wir zwölf Jahre alt waren? Wir spielten wahrscheinlich Ball oder andere Spiele, und als wir älter wurden, ließen wir uns von anderen Dingen ablenken. Wir kümmern uns um unsere Ausbildung, unsere Familie, unseren Beruf oder unser Geschäft und natürlich auch um unseren Urlaub! Wir nehmen uns nicht viel Zeit für die Bedürfnisse unseres himmlischen Vaters – vielleicht nur ein oder zwei Stunden am Sonntagmorgen im Gottesdienst. Und wenn wir ihm gerne dienen möchten, dann tun wir es gemäß unseren eigenen Vorstellungen und Vorlieben. Aber haben wir jemals den Vater gefragt, was sein ewiger Plan und seine Absicht mit dem Menschen auf dieser Erde ist?

Jesus war völlig anders als wir, er war absolut eins mit dem Vater für dessen Vorsatz. Er begann seinen Dienst im Alter von 30 Jahren (Luk. 3:23), genau wie im Gesetz des Priestertums vorgegeben (4.Mo. 4:3). Durch Leiden lernte er Gehorsam (Hebr. 5:8) und erfüllte innerhalb von 3 1/2 Jahren das, wozu der Vater ihn gesandt hatte. Er sagte einmal zu seinen Jüngern: „Meine Speise ist, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollende“ (Joh. 4:34). Daher konnte er am Kreuz sagen: „Es ist vollbracht!“ (Joh. 19:30). Seinen Dienst auf der Erde hat er so beschrieben: „Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich selbst tun, außer was er den Vater tun sieht; denn was immer jener tut, das tut ebenso auch der Sohn“ (Joh. 5:19). Weiter sagte er: „… Die Worte, die ich zu euch rede, die rede ich nicht von mir selbst; der Vater aber, der in mir wohnt, der tut seine Werke“ (Joh. 14:10). „Ich und der Vater sind eins“ (Joh. 10:30). Der Herr konnte sogar sagen: „Wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen“ (Joh. 14:9). Welch ein wunderbarer Diener Gottes (Jes. 42:1-4), ein wahres Brandopfer als ein lieblicher Wohlgeruch für den Vater! Wir hingegen sind oft vermessen, wenn wir versuchen, Gottes Werk zu tun; wir sagen und tun viele Dinge ohne ihn, weil wir Christus nicht als unser Brandopfer kennen. Wir sollten uns darin üben, Jesus Christus als ein solches Brandopfer zu schätzen und zu erfahren, um so zu werden wie er.

Das geschieht nicht über Nacht. Genau aus diesem Grund müssen wir das Brandopfer täglich erfahren. Es gibt jeden Tag so viele Möglichkeiten für uns, den Herrn als das Brandopfer anzuwenden. Wann immer der Herr dir sagt: Beende das, was du gerade tust, um etwas Zeit mit mir zu verbringen, hast du die Gelegenheit, Christus als das Brandopfer zu erfahren, indem du ihm gehorchst. Wenn wir nur aufmerksam wären, würden wir tatsächlich erkennen, dass uns die Salbung ständig ermutigt zu tun, was Gott von uns möchte. Leider ignorieren wir oft seine Leitung und betrüben den Heiligen Geist durch unseren Ungehorsam. Es braucht viel Zeit, Gehorsam zu lernen. Als ein Jünger des Herrn Jesus machte Petrus am Anfang viele Fehler, aber mit der Zeit lernte er seine Lektionen und wurde ein treuer Diener Gottes, ganz eins mit Gottes Willen und Plan. Alle Apostel durchliefen den gleichen Prozess und waren treu bis zum Ende, sogar bis zum Ende als Märtyrer.

Der Apostel Paulus war ein gutes Vorbild für die Gläubigen. Er sagte: „Ich bin mit Christus gekreuzigt, ich lebe, aber nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir …“ (Gal. 2:19-20). Er wollte nicht sich selbst leben, sondern Christus Jesus in sich leben lassen. In Philipper 1:21a sagte Paulus: „Denn zu leben ist für mich Christus“, und in 2.Korinther 5:9: „Deshalb eifern wir auch darum, wir seien daheim oder nicht, dass wir ihm wohlgefallen“. Als Paulus auf dem Weg nach Jerusalem war, flehten viele ihn an, nicht dort hinzugehen, weil sie die Gefahr dort ahnten; aber er antwortete: „… Denn ich bin bereit, in Jerusalem nicht nur gebunden zu werden, sondern auch für den Namen des Herrn Jesus zu sterben“ (Apg. 21:13b). Bestimmt kannte er Christus als das Brandopfer und war bereit, Gott selbst bis zum Tod gehorsam zu sein. Diese Veränderung geschah nicht über Nacht. Weil alle Apostel lernten, diesen wunderbaren Christus als Brandopfer zu leben, waren sie am Ende bereit, ihr Leben für den Willen Gottes als Trankopfer auszugießen. Die Art und Weise wie sie lebten und Gott dienten, sollte uns ein Vorbild sein.

Christus als geistliche Opfer: Einführung

Wir Menschen haben viele verschiedene Vorstellungen darüber, wie man Gott anbeten soll, sei es, dass man am Sonntag zum Gottesdienst geht, ihm Loblieder singt, betet oder sich sogar vor ihm niederwirft. Haben wir jemals Gott gefragt und in der Heiligen Schrift danach geforscht, wie er angebetet werden möchte?

Jesus sagte: „Aber es kommt eine Stunde und ist schon jetzt, da die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wirklichkeit anbeten werden; denn der Vater sucht solche, die ihn so anbeten. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wirklichkeit anbeten“ (Joh. 4:23-24).

„Aber es kommt eine Stunde und ist schon jetzt“, weist auf das Kommen des Zeitalters des neuen Bundes durch Jesus Christus hin. Zur Zeit des alten Bundes waren zwei Dinge für die Anbetung Gottes erforderlich: Erstens, der von Gott erwählte Ort – der Tempel in Jerusalem –, und zweitens, das Volk musste Opfergaben bringen, wie in 3.Mose 1-7 vorgeschrieben.

Was den Ort der Anbetung betrifft: Im neuen Bund ist der wahre Tempel kein irdisches Gebäude. Es ist die Gemeinde des lebendigen Gottes, welche Zion ist, in der die Gläubigen als lebendige Steine zu einem geistlichen Haus zusammen aufgebaut werden. Es ist ein heiliger Tempel, eine Wohnung Gottes im Geist mit Jesus Christus selbst als dem lebendigen Stein und auch dem Eckstein (1.Petr. 2:4-5; Eph. 2:20-22; 1.Tim. 3:15). Außerdem sagte Paulus, dass Christus das alleinige Fundament der Gemeinde ist (1.Kor. 3:10-11). In Hebräer 12:22-23 heißt es: „Vielmehr seid ihr zu dem Berg Zion gekommen und der Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, … zur Festversammlung, und zur Gemeinde der Erstgeborenen.“ Daran erkennen wir, dass der Ort der Anbetung, von dem der Herr Jesus in Johannes 4 spricht, sein lebendiges, geistliches Haus ist, das von ihm selbst und nicht von Menschen gebaut wird (Mt. 16:18; Hebr. 8:2; 9:11; Apg. 7:48).

Was die Opfer betrifft: Im Zeitalter des neuen Bundes sind die Opfer keine Tieropfer mehr. Die Tieropfer im alten Bund sind nur Schatten und Bilder, die auf Jesus Christus hinweisen. Deshalb sagte Johannes der Täufer, als er den Herrn Jesus sah: „Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt!“ (Joh. 1:29). Damit bezeugt Johannes, dass Jesus Christus die Wirklichkeit des Sündopfers ist. Er ist das wahre Lamm Gottes. Er ersetzt alle in 3.Mose 1-7 aufgeführten Tieropfer, wie die Verse in Hebräer 10:6-10 bestätigen. Jesus Christus ist die Wirklichkeit und Substanz aller in der Heiligen Schrift beschriebenen Opfer.

Wenn wir uns die geistliche Bedeutung des Anbetungsortes und der Opfer bewusst machen, müssen wir noch einen weiteren Punkt sehen: die Priesterschaft. Der Tempel und die Opfergaben bedürfen einer heiligen Priesterschaft. Ein Tempel ohne Priesterschaft ist wie ein Restaurant ohne Köche. Die Bibel zeigt, dass Gott von Anfang an ein Königreich von Priestern haben wollte (2.Mo. 19:6). Petrus bestätigt in seinem ersten Brief, dass die Gemeinde eine heilige Priesterschaft ist, um geistliche Opfer darzubringen, die Gott angenehm sind durch Jesus Christus (1.Petr. 2:5, 9; Offb. 1:5-6; 5:9-10). Wenn die Gläubigen im Haus Gottes zusammenkommen, sollte jeder ein Priester sein und lernen, Christus als geistliches Opfer darzubringen, um den Vater zufriedenzustellen.

Aber wie erfahre und gewinne ich Christus als die geistliche Wirklichkeit der verschiedenen Opfer? Genau mit dieser Frage wollen wir uns in diesem Heft beschäftigen. In 5.Mose 16:16 befahl Gott seinem Volk, ihn in Jerusalem beim Fest anzubeten; sie durften aber nicht mit leeren Händen erscheinen, sondern sollten ihm die verschiedensten Opfer darbringen. Gott sagte ihnen, dass die Opfer seine Speise sind (4.Mo. 28:2). Das bedeutet heute für uns: Wenn alle Gläubigen am Tag des Herrn diesen Priesterdienst ausüben, indem sie die Wirklichkeit des erfahrenen Christus dem Vater als Opfer darbringen, so wird das Gott, den Vater, zufriedenstellen. Durch die Erfahrung von Christus als den geistlichen Opfern wachsen die Heiligen in ihrem geistlichen Leben, kommen zur Reife und werden umgewandelt. In der Anbetung, die Gott, der Vater, heute noch sucht, kommt auch seine Weisheit zum Ausdruck: Seine Gläubigen gewinnen Christus in ihrem täglichen Leben, leben ihn aus und bereiten sich so für sein zweites Kommen vor.

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