Der Mund des Dieners Gottes – ein scharfes Schwert

Der Herr hat nicht nur Jesaja, sondern auch uns heute berufen. Der Herr hat Jesaja schon vorbereitet und ihm dann den Auftrag erteilt. Aber bevor er gesandt wurde, hat er den HERRN geschaut und erkannt, dass er ein Mensch unreiner Lippen war. Daraufhin berührte einer der Seraphim Jesajas Mund mit einer glühenden Kohle (vgl. Jesaja 6:6). Erst danach konnte Jesaja die Frage des Herrn: „Wen soll ich senden, und wer wird für uns gehen?“ (6:8a) mit Freimut beantworten: „Hier bin ich, sende mich!“ (6:8b). Wisst ihr, unsere Lippen sind sehr, sehr wichtig. Es ist eine große Verantwortung, für den Herrn zu sprechen. Doch der Herr muss zuvor unsere Lippen gründlich reinigen.

Der Herr Jesus war ein sehr besonderer Diener. Er war vom Heiligen Geist gezeugt. In ihm war keine Sünde – er war vollkommen rein. Wir aber sind nicht rein, denn wir sind gefallene Menschen. Wie viele Worte haben wir aus unserer eigenen Vorstellung heraus geredet? Wie viel Schaden haben wir durch unser Reden schon verursacht? Und hat nicht Jakobus gesagt: „Wer kann die Zunge eines Menschen zähmen?“ Sehr oft hat der Herr zu mir gesagt: „Sag das nicht,“ aber meine Zunge und meine Lippen waren nicht unter meiner Kontrolle. Dadurch rutschen viele Worte heraus, die ich eigentlich nicht sagen sollte. Kein Wunder, hat Gott Jesaja als erstes gezeigt: Du bist ein Mensch unreiner Lippen. Durch eine glühende Kohle vom Altar wurden seine Lippen gereinigt. Wie oft beten wir zum Herrn: „Herr, reinige bitte meine Lippen?“

Jesaja Kapitel 49, Vers 2a: „Er hat meinen Mund gemacht wie ein scharfes Schwert.“ Wir denken hier an Hebräerbrief Kapitel 4, Vers 12: „Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch bis zur Scheidung von Seele und Geist, von Gelenken und Mark, und vermag die Gedanken und Absichten des Herzens zu beurteilen.“
Wenn du oder ich reden, ist unser Wort oft sehr unwirksam. Wir können zwar viele Worte machen, aber nichts davon dringt durch. Offensichtlich haben wir ein stumpfes Schwert. Es wirkt nicht, wir können es tausend Mal versuchen, es dringt nicht in das Herz hinein. Aber das Wort des Herrn ist ganz anders: Es ist lebendig und wirksam, es ist scharf und dringt durch!

Wenn Jesus zu den Menschen redete, wurde alles offenbar, was in ihren Gedanken und Herzen verborgen war. Wir denken, dass die Schriftgelehrten und Pharisäer doch die besten Menschen waren, oder nicht? Ganz besonders der Hohepriester. Aber als der Herr kam, wurde durch sein Wort das Verborgene der Herzen offenbar gemacht. Das ganze religiöse Judentum wurde bloßgestellt. Äußerlich war doch alles wunderbar. Doch kaum jemand konnte hinter die religiöse Fassade blicken. Aber der Vorläufer des Herrn, Johannes der Täufer, nahm kein Blatt vor den Mund. In Matthäus Kapitel 3, Vers 7 wird uns davon berichtet: „Als er aber viele von den Pharisäern und Sadduzäern zu seiner Taufe kommen sah, sprach er zu ihnen: Schlangenbrut! Wer hat euch darauf gebracht, dass ihr dem kommenden Zorn entrinnen werdet?“ Wie bitte? Die Pharisäer sind Schlangenbrut? Das hatte damals noch niemand gesagt. Sie sind doch hochgeachtet, sie sind Theologen, sie sind unsere Lehrer und unsere Hirten. Doch das Wort Gottes ist nicht nur lebendig, sondern auch scharf und durchdringend, und es offenbart, was in unseren Herzen ist.

Wir reden hier nicht, um die Menschen gut zu unterhalten, damit sie anschließend sagen können: Oh ja, jetzt haben wir es verstanden, es war eine wunderbare Botschaft. Es ist belanglos, ob die Mitteilung wunderbar ist oder nicht. Wenn das gesprochene Wort keine Reaktion in den Menschen hervorbringt, ist sie nichts nütze. Viele Speisen schmecken gut, aber sie sind ungesund für uns. Auf der anderen Seite gibt es gesunde Speisen, die uns nicht so gut schmecken, aber heilsam für uns sind. Die Frage ist: Was wollen wir haben? Die Wahrheit ist nicht jedermanns Sache. Das Wort des Herrn ist nicht nur lebendig, sondern auch scharf. Es geht nicht darum, Menschen zu kritisieren oder geistlich zu erschlagen, sondern um sie zu heilen. Was nützt uns ein schönes Wort und eine gute Auslegung, wenn es uns nicht gesund macht? Der Arzt untersucht dich und sagt danach: „Ich verschreibe dir ein paar Bonbons. Geh nach Hause und iss sie.“ Aber das heilt euch leider nicht. Als der Herr damals auf dieser Erde war, wollten viele Menschen seine Worte nicht annehmen – besonders die Ältesten, die Schriftgelehrten und die Pharisäer. Doch das Auftreten des Herrn und der Apostel war trotzdem überaus wirksam. Und als Petrus am Pfingsttag zu der Volksmenge redete, ist sein Wort in ihr Herz eingedrungen und hat durch den Heiligen Geist eine Wendung in ihnen ausgelöst.

Oft ist unser Reden nicht kühn genug, weil wir Furcht haben, Menschen zu beleidigen. Hat nicht der Herr gesagt: „Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, dass ihn der Vater zieht“? (Johannes 6:44a). Leider ist es so, dass viele die Wahrheit nicht hören wollen. Der Herr sagte in Johannes Kapitel 6, Verse 55-57: „Denn mein Fleisch ist die wahre Speise, und mein Blut ist der wahre Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und ich um des Vaters willen lebe, so wird auch, wer mich isst, um meinetwillen leben.“ Wie kann jemand sagen, dass sein Fleisch die wahre Speise ist? Ich hätte dem Herrn einen guten Rat gegeben: „Herr, sage das doch nicht so, sondern erkläre es den Menschen in einer vernünftigen Weise, damit sie es auch verstehen können.“ Der Herr nahm es in Kauf, dass sich auf dieses Wort hin viele seiner Jünger von ihm distanzierten. Hier sehen wir die Erfüllung von Jesaja Kapitel 49, Vers 2a: „Er hat meinen Mund gemacht wie ein scharfes Schwert.“

Ikabod – die Herrlichkeit ist gewichen (Teil 2)

Die Geschichte des Volkes Israels ist für uns aufgeschrieben, damit wir heute daraus lernen. Als der Priesterdienst und der Zustand des Volkes Gottes in 1.Samuel 2 ganz verdorben war, konnte Gott es nicht mehr aushalten und hat sein Haus verlassen; die Herrlichkeit Gottes ist von der Stiftshütte gewichen. Diese Geschichte von „Ikabod“ (bedeutet: keine Herrlichkeit; siehe 1. Samuel 4) zeigt, dass Gott mehr auf den Zustand seiner Gemeinde schaut als auf eine gute Predigt oder ein schönes Gemeindeleben.

Der zweite Auszug

Kurz nach der Zeit Samuels kam Israel unter dem König David zu seiner Blüte. Doch leider hielt dieser Zustand nicht lange an. Bald ging es mit der Nation Israel wieder bergab. Zuerst baute Davids Sohn Salomo den Tempel für Gott. Doch kurz darauf errichtete er auch Anbetungsstätten für heidnische Götzen. Im Lauf der folgenden Generationen wurde der Tempel, das Haus Gottes, nach und nach zu einem Ort des Götzendienstes. Der Prophet Hesekiel beschreibt, wie die Priester, Könige und das ganze Volk Gottes im Tempel ihre Götzen anbeteten (vgl. Hesekiel 8). Gott toleriert niemals, dass in seinem Haus Götzen angebetet werden. So konnte Hesekiel beobachten, wie die Herrlichkeit Gottes den Tempel verlassen hat (vgl. Hesekiel 11:22-25).

Dieses Mal ist Gott nicht nur ausgezogen, sondern hat durch den babylonischen König Nebukadnezar sein Gericht kommen lassen. Gott möchte sein Haus nicht zerstören lassen, aber er hatte keine Wahl. Wenn eine Wohnung mit Mäusen, Ratten und Kakerlaken befallen ist, werden selbst wir nicht mehr darin wohnen wollen! Wieviel mehr will auch Gott nicht in so einem Zustand wohnen. Als die Israeliten in der Wüste wanderten, zog Gott vor das Lager. In Silo verließ er die Stiftshütte. Nun ist sogar die Herrlichkeit Gottes vom Tempel gewichen!

Die Herrlichkeit Gottes in der Gemeinde

So wie die Stiftshütte bzw. der Tempel die Bundeslade enthielt, so soll die Gemeinde heute die Fülle Christi sein. Gott möchte eine Gemeinde, die herrlich ist, heilig und makellos, sodass er unter den Menschen wohnen kann (vgl. Epheser 3:19; 5:27).

Der Anfang der Gemeinde in der Apostelgeschichte war herrlich, weil Gott unter ihnen wohnte und wirkte. Doch schon in den späteren Briefen wird berichtet, dass sich alle Gemeinden in Kleinasien abgewandt hatten (vgl. 2.Timotheus 1:15). Trotz aller Ermahnungen zur Umkehr ist das Ergebnis in Offenbarung 3:20a: „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an.“ Die Gemeinde hielt weiterhin ihre Gottesdienste ab und war aktiv, aber Jesus stand vor der Tür und musste anklopfen. Das heißt, er war draußen. Wieder hat die Herrlichkeit Gottes in Jesus Christus die Gemeinde verlassen – genau wie „Ikabod“ zur Zeit des Alten Bundes.

Gott geht immer weiter voran, aber sein Volk will nicht mitgehen. Jedes Mal, wenn die Gläubigen geistlich stehen bleiben, verschlechtert sich der geistliche Zustand und es gibt wieder einen „Ikabod“. Durch den Aufbau einer Organisation versucht man Gottes Wirken zu konservieren und an die nächste Generation weiterzugeben. Man fragt nicht, ob es Gott noch gefällt und ob seine Herrlichkeit noch da ist. Gott geht immer weiter, niemand kann ihn festhalten oder einsperren. Obwohl die Herrlichkeit Gottes nicht mehr da ist, machen die Gläubigen trotzdem weiter.

Dem Lamm folgen, wohin es auch geht

Heute müssen wir aus der Geschichte lernen. Was sollen wir tun, wenn wir merken, dass der Herr nicht mehr da ist? – Frage IHN selbst, wo er ist. Wenn er drinnen ist, dann bleibe drinnen. Sage nicht so schnell, dass der Herr drinnen ist! Es ist schnell gesagt, aber ob das wirklich so ist, ist eine andere Frage. Wenn er draußen ist, dann geh zu ihm. Das ist eine einfache Entscheidung ohne viel zu überlegen. Wenn die Herrlichkeit des Herrn das Haus schon verlassen hat, dann folge ihr.

Am Ende der Bibel zeigt Offenbarung 14 eine Gruppe von Menschen, die Jesus Christus treu gefolgt sind: „Diese sind es, die sich mit Frauen nicht befleckt haben, denn sie sind Jungfrauen. Diese sind es, die dem Lamm nachfolgen, wohin es auch geht. Diese sind Gott und dem Lamm als Erstlinge aus den Menschen erkauft, und in ihrem Mund wurde keine Lüge gefunden; denn sie sind makellos“ (Offenbarung 14:4-5). Gott ruft Erstlinge unter seinem Volk, die dem Lamm folgen, wohin es auch geht. Wir dürfen nicht an unserem Hintergrund festhalten, sondern müssen schauen, wo das Lamm heute hingeht.

Wir müssen also nur eines fragen: Wo ist die Herrlichkeit des Herrn, wo ist das Lamm? IHM müssen wir folgen. Folgt nicht einer toten Lehre, die ihr irgendwann gelernt habt. Wenn wir ihm folgen wollen, so werden wir mit Christus aus dem Lager herausgehen müssen. Der Hebräerbrief zeigt, dass damit auch Leiden verbunden sind: „So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen“ (Hebräer 13:13). Es ist ein Vorrecht, seine Schmach zu tragen. Wenn wir um seinetwillen verfolgt werden, ist unsere Belohnung groß in den Himmeln (vgl. Matthäus 5:10-12). Wenn wir dem Lamm auf diesem Weg bis zum Ende folgen, werden wir bei seiner Wiederkunft die Belohnung empfangen und mit ihm als Erstlinge auf dem himmlischen Berg Zion stehen (vgl. Offenbarung 14:1-5).

Ikabod – die Herrlichkeit ist gewichen (Teil 1)

Die Bibel, das Wort Gottes, erzählt die ganze Geschichte des Volkes Gottes, damit wir nicht die gleichen Fehler wiederholen. Im Vergleich zum Volk Israel sind wir Christen heute nicht besser, weil wir alle gefallene Menschen sind. Deshalb hat Paulus die Erfahrung des Volkes Israel benutzt, um uns zu warnen (vgl. 1.Kor. 10:6, 11). Wenn wir heute im Glauben wachsen wollen, müssen wir daraus lernen. Ein bedeutendes Beispiel ist die Geschichte von „Ikabod“, das hier kurz beschrieben werden soll.

Nachdem Gott sein Volk aus Ägypten führte, wollte er unter ihnen wohnen. Mose baute die Stiftshütte – ein Zelt, von dem Gott sagte: „Ich will meine Wohnung in eure Mitte setzen […]; und ich will in eurer Mitte wandeln und euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein“ (3.Mose 26:11). Als die Stiftshütte fertiggestellt war, zog die Herrlichkeit Gottes ein. Gott wohnte mitten unter seinem Volk.

Der Umzug

Leider dauerte es nicht lang, bis das Volk sich abwendete und ein goldenes Kalb anbetete. Obwohl die Israeliten den Auszug und alle Wunder Gottes erlebt haben, waren sie nicht treu. Wie hat Gott reagiert? Er ist umgezogen. Er konnte es bei seinem Volk nicht mehr aushalten. So befahl er Mose, die Stiftshütte nicht mehr in ihrer Mitte, sondern außerhalb des Lagers aufzuschlagen (vgl. 2.Mose 33:1-11). Weil Gott heilig ist, konnte er nicht tolerieren, was sein Volk tat, sondern er musste sich absondern. Wer von da an in Gottes Anwesenheit kommen wollte, musste Gott folgen und hinaus vor das Lager gehen.

Der erste Auszug

Als das Volk Israel in das verheißene Land Kanaan kam, ließ es sich dort nieder und die Stiftshütte blieb in Silo. Mit der Zeit fiel das Volk wieder von Gott ab, sodass nur wenige nach der Stiftshütte, der Wohnung Gottes, fragten. Zur Zeit des Propheten Samuels war der Priesterdienst ganz verdorben. Gott war sehr zornig darüber. Er konnte es unter seinem Volk nicht mehr aushalten (vgl. 1.Samuel 2:22-36). Als Gott das benachbarte Volk der Philister die Israeliten angreifen ließ, kamen die sie auf die Idee, die Bundeslade mitzunehmen, um den Kampf zu gewinnen (vgl. 1.Samuel 4). Sie dachten, wenn die Bundeslade mit ihnen in den Kampf zieht, wird Gott mit ihnen sein und sie werden sicherlich gewinnen. Doch am Ende wurden sie von den Philistern vernichtend geschlagen und die Priester wurden getötet. Ja, sogar die Bundeslade gelang in die Hände der Philister!

Waren die Philister so stark, dass sie die Bundeslade gefangen nehmen konnten? Oder hat die Verteidigung der Israeliten versagt? Psalm 78 sagt dazu: „Und sie reizten ihn […] zur Eifersucht durch ihre Götzenbilder. Gott hörte es und geriet in Zorn, und er verabscheute Israel sehr. Und er verließ seine Wohnung in Silo, das Zelt, das er unter den Menschen aufgeschlagen hatte; und er gab seine Macht [d.i. die Bundeslade] in Gefangenschaft und seine Herrlichkeit in Feindeshand“ (Psalm 78:58-61). Gott ist also absichtlich mitgegangen. Er hatte die Nase voll von seinem ungehorsamen Volk und ist aus seiner Wohnung ausgezogen.

Ikabod und die Gemeinde im Neuen Bund

Als diese Nachricht bekannt wurde, brachte eine der Priesterwitwen einen Sohn zur Welt. „Und sie nannte den Knaben Ikabod und sprach: Die Herrlichkeit ist von Israel gewichen!, weil die Lade Gottes weggenommen worden war“ (1.Samuel 4:21). Der Name Ikabod bedeutet: keine Herrlichkeit.

Was hat das mit uns zu tun? Im Neuen Bund gibt es kein physisches Zelt mehr, sondern die Gläubigen sollen als Gemeinde zu einer Wohnung Gottes im Geist aufgebaut werden (vgl. Eph. 2:22; 1.Petr. 2:5; 1.Tim 3:15). Ist also alles, was sich Gemeinde nennt, die Wohnung Gottes? Erkennt Gott jede christliche Gruppierung als seine Gemeinde an? Die Juden hatten damals den richtigen Gott, das Wort Gottes und die Stiftshütte. Aber Gott hat nicht auf die äußeren Dinge geschaut. Er ist ausgezogen, weil es auf den Zustand der Gemeinde ankommt. Es geht hier nicht um eine allgemeine Anwesenheit Gottes, sondern um seine Herrlichkeit, sein lebendiges Sprechen und die Bestätigung, dass er hier wohnt. Wenn das nicht mehr vorhanden ist, geht es geistlich bergab. Das Prinzip von Ikabod zeigt, dass Gottes Herrlichkeit nicht einfach bleiben wird. Es hängt vom Zustand der Gemeinde ab! Selbst wenn die Gemeinde früher einmal herrlich war, kann man die Herrlichkeit Gottes nicht konservieren. Die Menschen werden vielleicht weiterhin Gottesdienste halten, aber die Herrlichkeit Gottes ist nicht mehr da.

Die Stiftshütte ohne die Bundeslade ist eine leere Hülle. Obwohl das Zelt aus viel Gold und kostbaren Materialien bestand, wurde die Stiftshütte auf einmal wertlos. Das Kostbarste, nämlich Gott selbst, fehlte. Und trotzdem kam das Volk nach Silo, um Gott zu suchen und ihn anzubeten! Obwohl Gott nicht mehr da war, dachten sie, dass dies immer noch die Wohnung Gottes sei. Doch die Herrlichkeit Gottes war schon ausgezogen.

Heute müssen wir daraus lernen. Um was geht es uns Christen? Wir schauen nach einem guten Gottesdienst, einem schönen Gemeindeleben, einer schönen Predigt, Freundschaften, Traditionen, usw. Aber haben wir jemals gefragt, ob Gott noch hier wohnt? Vielleicht hören wir eine gute, biblische Mitteilung – aber ist die Herrlichkeit Gottes noch da? Für Gott ist unser geistlicher Zustand wichtiger als alles andere. (Fortsetzung folgt)

Christus, unser Brand- und Speisopfer

In Jesaja Kapitel 42:1 heißt es: „Siehe, das ist mein Knecht, den ich erhalte, mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat.“ Diese Weissagung Jesajas spricht in eindeutiger Weise von Jesus Christus. Wie zuverlässig ist doch Gottes Wort! Knapp 700 Jahre bevor Jesus kam hat Jesaja schon in Einzelheiten von ihm geredet. Jesus ist der einzig treue Knecht Gottes, er ist der treue Zeuge (vgl. Matthäus 3:17; 17:5; 2.Petrus 1:17-18; Offenbarung 3:14). Er war Gott dem Vater in allen Dingen treu. Daher ist Christus heute unser Brandopfer (vgl. 3.Mose 1). Das Brandopfer zeigt, dass Jesus Christus in allem absolut für Gott war. Viele Christen glauben, dass Jesus unser Sünd- und Übertretungsopfer ist. Doch leider wissen sie nicht, dass er genauso unser Brandopfer sein möchte. Für Gott steht das Brandopfer sogar an erster Stelle! Für Gott ist das Brandopfer das Wichtigste. Als der Herr auf diese Erde kam, lebte er nur zum Wohlgefallen des Vaters und war ihm gehorsam bis zum Tod. Das schätzt Gott sehr. Was für ein wunderbarer Christus! Und wie steht es mit uns? Durch unseren Lebenswandel haben wir den Vater oft traurig gemacht und verletzt. Wir tun, was wir wollen und was uns gefällt. Wir denken und reden Worte, die den Vater betrüben. Oft gehen wir hin, wo wir nicht sollten. Wie nötig brauchen wir doch Christus als unser Brandopfer!

Gottes Knecht, sein Auserwählter, von dem Jesaja Kapitel 42 spricht, wurde zwar von den Menschen verworfen, ist aber von Gott auserwählt und ihm überaus kostbar. Dies bestätigt der Hebräerbrief: „Christus aber ist treu als Sohn über sein Haus“ (3:6a). Ich habe so viele Geschwister gesehen, die nicht treu waren. Sie haben gut angefangen, haben aber kein gutes Ende genommen. Wir sind vielleicht in einigen wenigen Dingen treu, weil sie uns Freude machen. Und das ist das Problem: Ich bin nur treu, solange es mir gefällt. Aber Christus als Sohn über Gottes Haus war immer treu. Keiner von uns ist so wie er. Wie sehr brauchen wir Christus als unser Brandopfer, damit auch wir treu bleiben bis zum Ende!

Weiter heißt es: „Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt“ (Jesaja 42:1b). Welche Eigenschaften hat dieser Geist? Wir erinnern uns an Jesaja Kapitel 11, Vers 2: „Und auf ihm wird ruhen der Geist des HERRN, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Kraft, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN.“ Solch einen wunderbaren Geist können wir heute erfahren. Wir lesen weiter in Kapitel 42: „… er wird das Recht zu den Heiden hinaustragen“ (V. 1c). Das hat der Herr auch erfüllt. So treu war er. Wir aber sind oft unbeständig und wetterwendisch. Früher sagten wir: ‚Halleluja für die Gemeinde, die heilige Priesterschaft!‘ und heute stellen wir sie in Frage. So sind wir, wenn wir nicht Christus als unser Brandopfer in Anspruch nehmen. Wenn Schwierigkeiten aufkommen, ändern wir unsere Meinung. Wir sagen: ‚Wenn es vom Herrn wäre, gäbe es doch nicht so viele Probleme.‘ Das sind unsere Argumente, weil wir nicht so klar erkannt haben, was im Herzen unseres Vaters ist. Denkt daran, der Herr kommt aus dem Schoß des Vaters (vgl. Johannes 1:18). Der Vater hat ihm einen klaren Auftrag gegeben. Keine noch so schwierige Situation konnte ihn aufhalten. Er ging stracks nach Jerusalem, um am Kreuz zu sterben (vgl. Lukas 9:31; 9:51; 13:22; 18:31; 19:28; Markus 10:32-34). Das ist dieser wunderbare Knecht, „mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat.“ Deshalb schätzen wir heute Christus als unser Brandopfer. Wenn wir ihn als unser Brandopfer erfahren, werden wir ihm mehr und mehr gleichgestaltet. Dies bringt uns ans Ziel.

Im Weiteren beschreibt Jesaja die vollkommene Menschlichkeit Jesu: „Er wird nicht schreien“ (Jesaja 42:2). Wir schreien schon seit dem Tag unserer Geburt. Doch der Herr schreit nicht. Welch eine vollkommene Menschlichkeit! Gott schätzt das Menschsein Jesu. Sie ist ganz anders wir unsere Menschlichkeit. Schauen wir uns an: Wir haben immer Gegenreden, streiten oft und gerne, und wir reagieren unüberlegt. Doch so war Jesus nicht. Weiter heißt es: „… und [er wird seine Stimme] nicht erheben und seine Stimme nicht hören lassen auf der Straße“ (Jesaja 42:2). Wir streiten nicht nur, sondern schreiben Briefe mit Anklagen gegen Brüder und verbreiten unseren Streit über die ganze Welt. Das ist das Fleisch, die Bosheit im Menschen. Wir sind ganz anders als der Herr. Sollten wir nicht lieber die frohe Botschaft verbreiten und nicht unsere Bosheit?

„Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen“ (Jesaja 42:3). Wer ist heute nicht geknickt? Doch sobald jemand nur einen kleinen Fehler gemacht hat und etwas geknickt ist, schicken wir ihn schon weg. Wenn der Herr so mit uns verfahren würde, wäre am Ende niemand mehr in der Gemeinde. Irgendwo sind wir alle geknickt, haben alle unsere Fehler und sind nicht vollkommen. Aber leider verlangen wir von anderen Brüdern, dass sie vollkommen sein müssen. Das ist eine Krankheit (vgl. Matthäus 18:32-33). In der Gemeinde brauchen wir die Menschlichkeit des Herrn. Wir brauchen Christus als das Speisopfer (vgl. 3.Mose 2). Das Speisopfer zeigt vor allem die vollkommene Menschlichkeit Jesus. Daher brauchen wir dringend Christus als unser Speisopfer. Seine Menschlichkeit muss unsere ersetzen. „… und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.“ Wir löschen den Docht sofort und ersetzen ihn durch einen anderen. Das tut der Herr nicht, sondern „wahrheitsgetreu wird er das Recht hervorbringen“ (Jesaja 42:3). Herr, wir brauchen dich!

„Er wird nicht ermatten“ (Jesaja 42:4). Der Herr hat nie aufgegeben. Er hatte immer Zeit für das Volk. Obwohl er bestimmt auch manchmal müde war, ließ er die Müdigkeit nie über sich herrschen. Solch eine Menschlichkeit ist voll der Auferstehung. Kein Tod kann solch eine vollkommene Menschlichkeit niederdrücken. Daher wurde das Speisopfer mit Weihrauch dargebracht. Weihrauch zeigt die Kraft der Auferstehung Jesu. Diese Kraft müssen wir heute genauso erfahren. Weiter heißt es: „… (er wird) nicht zusammenbrechen.“ Wie oft brechen wir zusammen? Ein wenig mehr Arbeit und Druck, und schon sind wir urlaubsreif. Wir brauchen sofort eine Pause. Aber Jesus tat in allem zuerst den Willen des Vaters und brach niemals zusammen. Wir schätzen oft, dass der Herr am Kreuz für uns gestorben ist, aber sein Wesen, wie er gedient hat, schätzen wir nicht so sehr. Jesaja hat seine hohe Menschlichkeit bereits beschrieben. Leider schätzen wir sie nicht, selbst wenn wir darüber in den Evangelien lesen. Für uns ist sie selbstverständlich. Kein Wunder kennen wir Christus nicht als unser Speisopfer! „Er wird nicht ermatten und nicht zusammenbrechen, bis er auf Erden das Recht gegründet hat.“ Was er beginnt, führt er auch zu Ende. Viele Gläubige, die mit dem Herrn begonnen haben, gingen nicht bis zum Ziel. Irgendwann wurden sie matt, untreu, brachen zusammen und gaben auf. Dann musste der Herr mit einem Überrest weitergehen – mit einigen wenigen, die vorangehen wollten. Das ist die Geschichte der Christenheit in den letzten 2000 Jahren. Sind nicht viele von uns auch so? Am Anfang waren wir Feuer und Flamme für die unausforschlichen Reichtümer Christi. Aber ab einem gewissen Punkt sind wir stehen geblieben und sagen: ‚Das brauchen wir nicht. Wir brauchen keine neue Offenbarung von Christus.‘ Die alte Offenbarung von damals wird immer wieder neu aufgewärmt. Und denen, die weitergehen wollen, wird Spaltung vorgeworfen. Solche Knechte sind wir leider. Aber ich hoffe, dass wir jetzt lernen, täglich die wunderbare Menschlichkeit Jesu als Speisopfer und seine Treue als Brandopfer zu erfahren.

Der große Gott

Jesaja beschreibt unseren großen Gott in einer wunderbaren Weise: „Wer hat die Wasser mit der hohlen Hand gemessen?“ (Jesaja 40:12). Die Antwort steht in Kapitel 9, Vers 5: Der mächtige Gott. Könnt ihr euch vorstellen, wie groß die Hand des Herrn ist? Er kann das ganze Wasser der Weltmeere in seiner hohlen Hand messen! Und: „Wer hat den Himmel mit der Spanne abgegrenzt und den Staub der Erde in ein Maß gefasst? Wer hat die Berge mit der Waage gewogen und die Hügel mit Waagschalen?“ Wie schwer wiegt das Matterhorn in der Schweiz? Wie schwer sind die Alpen? Wenn ihr euch niemals diese Fragen stellt, dann könnt ihr nicht erkennen, wie groß und mächtig unser Gott ist. Manchmal stellt Gott uns solche Fragen, damit wir wach werden. Unser Gott ist so groß und voller Weisheit, er ist der Allmächtige. Deshalb sagt Gott so oft: „Ich bin der Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat.“ Weil wir nicht erkennen, wer unser Gott ist, haben wir oft auch kein Vertrauen zu ihm. Wir denken, dass er unser Problem nicht lösen kann. Ich möchte euch fragen: Ist euer Problem grösser als das Jungfraujoch in der Schweiz? Ist das Problem so schwer wie das Matterhorn? Gott weiß, wie schwer die kanadischen Berge sind. Er weiß, wieviel Liter Wasser im Atlantik sind. Niemand außer unserem Gott kann dies alles messen und wissen. Er hat sogar alle Haare auf eurem Kopf gezählt. Er weiß, wie viele Haare ihr noch habt und wie viele ihr schon verloren habt. Kennt ihr diesen Gott? Und ihr meint, er kümmere sich nicht um euch, kann euch nicht helfen und verstehe euch nicht? Weil wir diesen wunderbaren Christus, der Gott selbst ist, nicht kennen, haben wir kein volles Vertrauen zu ihm. Wir meinen, er beantworte unsere Gebete nicht und unser Glaube entschwindet.

Weiter heisst es: „Wer hat den Geist des Herrn ergründet, und wer hat ihn als Ratgeber unterwiesen?“ (Jesaja 40:13). Das hat Paulus auch im Römerbrief 11, Vers 34, gesagt. Im ersten Korintherbrief lesen wir: „Wer hat des Herrn Sinn erkannt? Wer will ihn unterweisen? Wir aber haben Christi Sinn“ (1.Korinther 2:16). Paulus hat alle diese Verse von Jesaja zitiert und hatte Hunger danach, diesen großen Gott selbst zu erfahren. Haben wir auch so einen Hunger? Jesaja ruft weiter: „Wen hat Er um Rat gefragt, dass der Ihn verständig machte und Ihm den Weg des Rechts wiese, dass er Ihn Erkenntnis lehrte und Ihm den Weg der Einsicht zeigte?“ (Jesaja 40:14). Oft wollen wir sogar Gott belehren und ihm sagen, wie er uns helfen soll. Wir bitten ihn, uns zu helfen, eine Arbeit zu finden; doch diese Arbeit muss dann auch genau nach unseren Wünschen sein. Wenn wir so sind, dann sind wir sein Ratgeber. Es muss in unser Bewusstsein kommen, wie groß und allwissend unser Gott ist.

„Siehe, die Völker sind wie ein Tropfen am Eimer; wie ein Stäubchen in den Waagschalen sind sie geachtet; siehe, er hebt die Inseln auf wie ein Staubkörnchen!“ (Jesaja 40:15). Habt ihr noch Furcht vor den Völkern? Mit welchen Augen seht ihr die Menschen, wenn ihr das Evangelium predigt? Wenn ihr mit Gott eins seid und glaubt, dass er so groß ist, dann sind sie alle wie ein Tropfen am Eimer, ein Stäubchen in den Waagschalen. Weiter heißt es: „Der Libanon reicht nicht hin zum Brennholz, und sein Wild genügt nicht zum Brandopfer. Alle Völker sind wie nichts vor ihm; sie gelten ihm weniger als nichts, ja, als Nichtigkeit gelten sie ihm!“ (Jesaja 40:16-17). Lasst uns lernen, alles so zu sehen, wie Gott es sieht, dann braucht ihr keine Furcht mehr haben. Dann sind wir frei und dann dienen wir ihm anders. Leider kennen wir diesen wunderbaren, mächtigen Gott noch nicht so gut. Unser Glaube an ihn ist rein verstandesmäßig und nur im Kopf. Mit unserem Herzen haben wir ihn noch nicht genug erfasst und kennengelernt. Ich hoffe, dass wir in diesen letzten Jahren vor der Wiederkunft des Herrn lernen, seine Größe mehr zu erfassen. Dazu muss unser innerer Mensch gestärkt werden, wie Paulus es in seinem Gebet im Epheserbrief Kapitel 3, Vers 16 sagte. Wir müssen gestärkt werden, gemeinsam die Dimensionen von Christus zu erfassen. Wir brauchen diese Kraft, um unseren herrlichen Gott völlig zu erkennen. In dem Maß, wie ihr diesen Christus erkannt habt, in dem Maß wird auch euer Dienst für Gott sein. In den Augen Gottes sind alle Völker weniger als nichts. Wir sind alle nichts. Wie groß sind zum Beispiel die Ältesten in der Gemeinde? Sie sind weniger als nichts! Sie meinen vielleicht, sie seien die von Gott eingesetzte Autorität und alle müssen auf sie hören. Doch in Wahrheit ist niemand etwas in den Augen Gottes. In deinen Augen mögen die Ältesten so groß und wichtig sein, aber in den Augen Gottes gelten sie als Nichtigkeit. „Wem wollt ihr denn Gott vergleichen? Oder was für ein Ebenbild wollt ihr ihm an die Seite stellen? Das Götzenbild? Das hat der Künstler gegossen, und der Goldschmied überzieht es mit Gold und lötet silberne Kettchen daran“ (Jesaja 40:18-19). Es ist unsinnig, unseren Gott mit solch einem Götzen zu vergleichen.

Jesaja Kapitel 40, Verse 21b-31: „Habt ihr nicht Einsicht erlangt in die Grundlegung der Erde? Er ist es, der über dem Kreis der Erde thront und vor dem ihre Bewohner wie Heuschrecken sind; der den Himmel ausbreitet wie einen Schleier und ihn ausspannt wie ein Zelt zum Wohnen; der die Fürsten zunichte macht, die Richter der Erde in Nichtigkeit verwandelt – kaum sind sie gepflanzt, kaum sind sie gesät, kaum hat ihr Stamm in der Erde Wurzeln getrieben, da haucht er sie an, und sie verdorren, und ein Sturmwind trägt sie wie Stoppeln hinweg. Mit wem wollt ihr mich denn vergleichen, dem ich gleich sein soll? spricht der Heilige. Hebt eure Augen auf zur Höhe und seht: Wer hat diese erschaffen? Er, der ihr Heer abgezählt herausführt, er ruft sie alle mit Namen.“ Wie viele Sterne gibt es? Es ist unmöglich, sie zu zählen. Aber der Herr hat jedem Stern einen Namen gegeben. „So groß ist seine Macht und so stark ist er, dass nicht eines vermisst wird.“ Vielleicht fangen wir irgendwann einmal an, diesen herrlichen Gott mit seiner mächtigen Ordnung zu begreifen. Wenn wir schon solch einen Gott haben, was für Probleme haben wir dann noch? Keine! „Warum sprichst du denn, Jakob, und sagt du, Israel: Mein Weg ist verborgen vor dem Herrn, und mein Recht entgeht meinem Gott?“ So sind wir leider alle. Wir denken, Gott kann uns nicht helfen, er versteht unser Problem nicht. Mit mir ist es aus. „Weißt du es denn nicht, hast du es denn nicht gehört? Der ewige Gott, der Herr, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt; sein Verstand ist unerschöpflich! Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden. Knaben werden müde und matt, und junge Männer straucheln und fallen; aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.“ Liebe Geschwister, lasst uns solch einen großen Gott kennen und erfahren! Dann werden wir ihm in allem vertrauen.

Die Stimme eines Rufenden: In der Wüste bereitet den Weg des HERRN!

In Jesaja Kapitel 40:3 lesen wir: „Die Stimme eines Rufenden: In der Wüste bereitet den Weg des HERRN, ebnet in der Steppe eine Straße unserem Gott!“ Das ist sehr bedeutungsvoll. Auch wir sind heute nur Stimmen, sonst nichts. Manche Prediger denken vielleicht, sie seien redebegabt und könnten gute Botschaften geben. Doch schon Jesaja hat gesagt, dass wir nur eine Stimme sind. Der Herr benützt nur unsere Stimme, um sein Wort auszusprechen. Alles andere muss vom Herrn selbst kommen. Seid ihr bereit, nur eine Stimme zu sein? Auch Johannes der Täufer musste immer wieder sagen: „Ich bin nicht der Christus.“ Viele kamen zu ihm und haben ihn gefragt: „Wer bist du denn? Bist du der Messias?“ Er erwiderte: „Nein, ich bin nur eine Stimme.“ Solch einen Vorläufer wie Johannes den Täufer findet man heute selten. Später sagte er noch: „Er [Christus] muss zunehmen, ich aber muss abnehmen“ (Johannes 3:30). Leider ist es bei uns umgekehrt. Je mehr wir reden, desto mehr nehmen wir zu. Wir denken, wir seien etwas besonderes. Vor allem, wenn wir gut reden können, nimmt der Herr ab und wir zu. Das ist schon oft geschehen. Aber diese Stimme ist die Stimme eines Rufenden in der Wüste, nicht in einer Versammlungshalle oder Kirche. Die Umgebung war eine Wüste. Dort ist es trocken, öde und dürr. Im Gegensatz dazu haben wir heute Luxus. Wir verwenden moderne Mikrofone, bequeme Stühle und eine Klimaanlage, sonst jammern gleich alle. Auch das Essen muss gut schmecken, sonst kommen wir nicht mehr zur Versammlung oder zum Gottesdienst. Wie lau sind wir Christen doch geworden! Was ist mit der Stimme in der Wüste? Gibt es sie heute noch unter uns?

Doch wenn wir geistliche Augen haben, sehen wir, dass wir uns heute in einer geistlichen Wüste befinden. Es gibt keine gerade Straße, alles ist krumm, jeder macht seine eigene Sache und geht seinen eigenen Weg – und zwar gerade unter dem Volk Gottes. Diese Situation entstpricht genau der Situation damals, als Jesus auf diese Erde kam. Alles war krumm. Das ganze religiöse System war krumm. Deshalb musste damals Johannes der Täufer kommen, um den Weg des Herrn Jesus zu bereiten.

Wir leben heute kurz vor der Wiederkunft Jesu. Wer bereitet heute den Pfad für seine Wiederkunft? Meint ihr, der Herr kommt einfach so, ohne dass jemand seinen Weg bereitet? Bei seinem ersten Kommen benützte er Johannes den Täufer als die Stimme eines Rufenden, um seinen Weg zu ebnen. Heute muss es seine Gemeinde sein, die sein zweites Kommen vorbereitet. Wenn es heute keine Überwinder gibt, keine Erstlinge, keine Menschen, die zur Buße aufrufen, wird der Herr nicht zurückkommen können. Es ist unvorstellbar, dass der Bräutigam kommt, wenn sich die Braut nicht bereitet hat. Das wird nicht passieren. Wir hoffen, dass der Herr wiederkommt, doch wie bereiten wir dieses Ereignis vor? Denkt nicht, dass der Herr zu einer streitsüchtigen Gemeinde zurückkommt, in der jeder seine eigene Sache macht! Nein! Es wäre sogar eine große Schande, wenn der Bräutigam kommt und die Braut nicht vorbereitet ist.

Jesaja 40 zeigt, dass der Messias durch einen Vorläufer angekündigt wird. Johannes der Täufer war ein geradliniger Mensch; er kam im Geist Elias. Elia war ein tapferer Mann, der gegen Isebel kämpfte und sie herausforderte (vgl. 1.Könige 18). Genau in diesem Geist kam Johannes der Täufer. Auch heute braucht der Herr solche Vorläufer. Wer ist dazu bereit? Wie Gott zu Jesajas Zeit gesagt hat: „Wen soll ich senden?“ Gott zwingt niemanden. Was sollen wir tun? Reicht es, wenn wir nur eine schöne, christliche Arbeit tun, ein paar Erfahrungen mit Christus machen und dann doch in unserem Selbst leben? Meint ihr, dass das angemessen ist? Nein! Lobt den Herrn für einen Johannes den Täufer. Gott sagt: „Jedes Tal soll erhöht und jeder Berg und Hügel erniedrigt werden“ (Jesaja 40:4a). Meint ihr, dass es einfach sei, den Weg für die Wiederkunft des Herrn heute zu ebnen? Wer wird euch hören? Wenn ihr heute in dieser liberalen Zeit so geradlinig seid, werdet ihr nicht populär, sondern abgelehnt werden. Aber dann wird die Herrlichkeit des Herrn sich offenbaren. Das wollen wir gerne sehen!

Der Bund mit dem Tod

Jesaja 28 zeigt uns, dass die Juden in Jerusalem einen Bund mit dem Tod geschlossen haben: „Weil ihr sprecht: Wir haben einen Bund mit dem Tod geschlossen und einen Vertrag mit dem Totenreich gemacht; wenn die überschwemmende Flut daherkommt, wird sie nicht zu uns gelangen; denn wir haben Lüge zu unserer Zuflucht gemacht und in Betrug uns geborgen!“ (Vers 15). Wenn die Menschen den Bund mit Gott verwerfen, wird ihnen der Feind Gottes einen anderen Bund anbieten, den Bund mit dem Tod. Dieser Bund steht auf der Grundlage von Lüge und Falschheit.

Zur Zeit Jesajas (etwa 700 v.Chr.) haben die Juden tatsächlichen einen Bund mit den Assyrern geschlossen. Der König Hiskia bezahlte damals Assyrien dafür, dass sie nicht im Krieg gegen Jerusalem hinaufziehen. Hiskia hat zur Bezahlung sogar das Gold vom Tempel Gottes benutzt! Das war ein großer Fehler. Hiskia dachte, er könne durch Geld die Assyrer davon abhalten, gegen Jerusalem zu kämpfen. Doch letztlich war es ein Bund mit dem Tod, der auf Falschheit gründete. Die Assyrer nahmen zwar das Geld, zogen aber dennoch gegen Jerusalem hinauf. Sie haben den Bund gebrochen! Daraus können auch wir viel lernen: Wir sollten auf den lebendigen Gott vertrauen, vor allem, wenn es um das himmlische Jerusalem geht. Wenn es um Gottes Werk geht, müssen wir uns auf Gott verlassen und dürfen keinen Bund mit Menschen machen. Am Ende bezahlen wir noch für etwas, was den Tod bringt!

Doch dieser historische Bund zwischen Israel und den Assyrern deutet auf einen weiteren, in der Zukunft liegenden Bund hin. Der Bund mit dem Tod ist also gleichzeitig eine Prophetie, die bis heute noch nicht eingetroffen ist. Es handelt sich um denselben Bund wie der, von dem der Prophet Daniel spricht. In Daniel 9:27 heisst es: „Mit Macht wird er einen Bund schließen mit den vielen eine Woche lang, und in der Mitte der Woche wird er Schlachtopfer und Speisopfer aufhören lassen.“ Dieser Bund ist ein Friedensvertrag zwischen Israel und den umliegenden arabischen Nationen. Dieser Bund wird ebenfalls um des Friedens willen geschlossen werden, genauso wie es zur Zeit Hiskias war. Jesaja 28 als auch Daniel 9 zeigen also, dass es bald einen Friedensvertrag zwischen Israel und den arabischen Nationen geben wird. Es wird sehr bald sein! Die gegenwärtigen politischen Entwicklungen in Israel sind ein klares Zeichen dafür. Achtung, bald wird es so weit sein!

In Zeiten von Unruhe, Streit und Krieg ist es zwar gut, einen Bund zu schließen, aber Gott hat schon prophezeit, dass dieser Bund wieder gebrochen wird. Genau wie der damalige Bund gebrochen wurde, so wird auch der zukünftige Bund gebrochen werden. Warum? Weil auch der zukünftige Bund auf Lüge und Falschheit basieren wird. Daniel 9:27 zeigt uns, dass der Friedensvertrag im Nahen Osten für sieben Jahre geschlossen wird. Doch nach Ablauf von 3 1/2 Jahren wird dieser Bund wieder gebrochen werden. Zu dieser Zeit wird der Verwüster auftreten, und der große Tag des Zornes Gottes wird für 3 1/2 Jahre auf die ganze bewohnte Erde kommen.

Dass der Bund gebrochen wird, sagt Daniel 9:27 so: „…und in der Mitte der Woche wird er Schlachtopfer und Speisopfer aufhören lassen.“ Der Bund wird also den Juden erlauben, ihre Opfer auf dem Tempelberg in Jerusalem darzubringen. Doch dann werden diese Opfer wieder abgeschafft und der Bund wird somit gebrochen. Gott hat dies alles schon vorausgesagt. Es ist alles von ihm verordnet. Dieser Bund wird zum Zeichen dafür, dass die Verwüstung bald kommt, nämlich 3 1/2 Jahre nach dem Schließen des Bundes. Dem Bund mit dem Tod wird also die Verwüstung folgen. Und da dieser Bund bald geschlossen werden könnte, müssen wir uns jetzt darauf vorbereiten. Nur diejenigen, die wirklich vorbereitet sind, werden vor der Verwüstung bewahrt. Nicht alle Christen werden vor dem Tag des Zornes Gottes entrückt! Nein. Nur ein kleiner Überrest wird bereit sein. Diese Vorbereitung ist der heilige Weg. Läufst du auf dem heiligen Weg? Wir Christen müssen heute lernen, auf dem heiligen Weg zu laufen. Es ist der Weg der Gerechtigkeit, der Heiligung und der völligen Heilung. Wir müssen schon heute alles Unheilige in uns beseitigen. Die Zeit ist kurz. Lasst sie uns jetzt nutzen!

Wehe dir, Ariel, Ariel!

Die Krankheit Ephraims (das sind die 10 Stämme Israels im Norden) breitete sich nach Juda im Süden aus. Sie begann im Norden mit den zehn Stämmen Israels und kam dann nach Jerusalem, zu Ariel, herunter. Ariel bedeutet „der Löwe Gottes“. In einem guten Sinn ist die Gemeinde der Löwe Gottes, der, wie der Herr, siegreich ist. Unser Herr ist ja der Löwe aus dem Stamm Juda. Er ist siegreich gegen den Feind. Genauso sollte es auch heute mit der Gemeinde der Gläubigen sein. Wenn die Gemeinde mit Gott dem Vater versöhnt ist und vor ihm steht, dann ist sie wie ein Löwe. Sie ist siegreich über den Feind Gottes. Satan ist wie ein brüllende Löwe, aber er ist kein echter Löwe. Jakobus sagte: „Seid darum Gott untertan; widersteht aber dem Teufel, so flieht er von euch“ (Jakobus 4:7). Satan ist also wie ein fliehender Löwe ohne Zähne, der wegrennt wie eine Katze oder eine Maus.

Unser Herr ist der König, der Löwe aus Juda. Wir, die Gläubigen, sind die „kleinen“ Löwen, die ihm folgen. Die Gemeinde heisst Ariel, der Löwe Gottes. Ariel ist ein Name. Die Bezeichnung „Gemeinde“ hingegen ist kein Name, es ist nur eine Bezeichnung. Die Gemeinde sollte durch den siegreichen Christus ein Löwe sein, der gegen den Feind angeht. Doch in Jesaja 29:1 sagt Gott: „Wehe dir, Ariel“ – das bezieht sich auf Jerusalem, die Stadt Davids. Das heisst, dieses Wort gilt genauso für uns heute im Neuen Bund. Es gilt für die Gemeinde. Wir müssen dieses „Wehe“ Gottes gegen die Gemeinde also sehr ernst nehmen!

„Wehe dir, Ariel, Ariel, du Stadt, wo David lagerte! Fügt nur Jahr an Jahr und feiert Fest um Fest!“ Das bedeutet, dass sämtliche „Gottesdienste“ der Gemeinde zur Routine geworden sind. Sonntag für Sonntag tun wir Christen dasselbe. Wir wissen schon, wie alles abläuft und sind darin zu Experten geworden. Unsere Versammlungen sind nicht mehr frisch und lebendig – alles ist zur Tradition geworden. Wir kommen zur Versammlung, um zu singen; das ist für uns so wichtig geworden. Würde man uns das Liederbuch wegnehmen, könnten wir Gott nicht mehr anbeten. Wir würden nicht wissen, was wir jetzt machen sollen. Am schlimmsten ist, dass unser Gott in der Gemeinde gar nichts zu seiner Zufriedenstellung bekommt. So tadelt uns Gott: „Fügt nur Jahr an Jahr und feiert Fest um Fest!“ Die Versammlungen sollten wahre Feste voller Freude sein, doch hier läuft alles routinemäßig ab. Solche Gottesdienste haben für Gott gar keine Bedeutung. Paulus selbst ermaht uns, dass unsere Versammlungen wahre Feste sein sollten: „Darum lasst uns das Fest halten, nicht mit altem Sauerteig, auch nicht mit Sauerteig der Schlechtigkeit und Bosheit, sondern mit ungesäuertem Brot der Lauterkeit und der Wahrheit“ (1.Korinther 5:8). Das zeigt uns, alle Feste zur Zeit des Alten Bundes, die in 3.Mose 23 beschrieben sind, finden ihre Erfüllung in Christus im Neuen Bund. Die Gemeinde muss die Wirklichkeit von Christus als alle Feste genießen und erfahren. Doch leider sind die Gemeinden nicht mehr hungrig nach Christus als das wahre Fest und machen einfach mit ihrer Tradition weiter. Sie feiern „Fest um Fest“ aus Routine, ohne den lebendigen Gott. Das kann Gott nicht akzeptieren!

„Dann will ich Ariel bedrängen, dass Traurigkeit und Klage entstehen“ (Jesaja 29:2a). Wenn wir die Feste nicht in der Wirklichkeit Christi halten, werden wir im Gemeindeleben Probleme bekommen. Gott wird sie bedrängen. „…und sie [d.i. die Stadt Gottes, Jerusalem] wird mir zum Herd Gottes werden“ heisst es weiter. Im Hebräischen wird das Wort „Herd Gottes“ genau gleich ausgesprochen wie „Löwe Gottes“. Beides wird „Ariel“ ausgesprochen. Hier benutzt Jesaja ein Wortspiel, um zu zeigen, dass Jerusalem am Ende wie ein Herd brennen wird. Es sollte ein Löwe gegen den Feind sein, doch wegen ihrer Tradition, Routine und vielen anderen Problemen wird dieser Löwe nun zum Herd. Man kann sagen, der Löwe wird gegrillt! Das ist schrecklich. Ariel, der Löwe Gottes, wird zum Grill. Wenn die Gemeinde heute einfach in der Tradition bleibt und nichts Neues mehr vom Herrn ermpfangen kann, wird der Herr am Ende alles verbrennen. Denkt nicht, dass es Gott gefällt, wenn wir Jahr für Jahr, Woche für Woche dieselbe tote Sache veranstalten. Nein, wenn wir heute als Gläubige nicht Buße tun und die Wirklichkeit der Feste halten, wird Gott uns richten. Es gibt ein Gericht für uns Christen! Paulus zeigt uns genau dasselbe: „Wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden leiden; er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer hindurch“ (1.Korinther 3:15). Er spricht hier zu den Gläubingen in der Gemeinde. Wenn wir nicht umkehren und die wahren Feste halten, müssen auch wir eines Tages durchs Feuer hindurch. Mögen wir heute auf dieses „Wehe“ hören und schnell zu unserem Gott umkehren!

Nur ein Weg führt zum Ziel

Leben ohne Jesus Christus in Sünde

Die Bibel zeigt Gottes Sicht über die Menschen: Alle haben gegen Gott gesündigt und dienen der Sünde als Sklaven. Der Lohn der Sünde ist der Tod (Römer 6:23). Was ein Mensch auch tut, vor Gott ist niemand gerecht. „Da ist keiner der gerecht ist, auch nicht einer“ (Römer 3:10). Bleibt der Mensch in diesem Zustand hat er keinen Anteil an Gottes ewigem Leben. Das Resultat ist dann der ewige Tod und der Feuersee. (2.Thessalonicher 1:8-9)

Glaube und Taufe

Gott möchte, dass alle Menschen gerettet werden (1.Timotheus 2:4). Durch den Glauben an seinen Sohn Jesus Christus und die Taufe, erlangen wir Vergebung der Sünden und bekommen das ewige Leben. „Wer glaubt und getauft wird, wird gerettet werden. Wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden“ (Markus 16:16).

Weg der Heiligung

Um das Ziel zu erreichen, muss ein Christ den Weg der Heiligung gehen. Deshalb Gottes Befehl:
„So heiligt euch und seid heilig, denn ich bin heilig!“ (3.Mose 11:44, 1.Petrus 1:16) Dies bedeutet, dass wir uns für Gott absondern und ihm als Priester dienen indem wir ihn mit geistlichen Opfern anbeten (Offenbarung 1:6, 1.Petrus 2:5).

Ziel: Mit Christus über die Erde regieren

Gott hat dem Menschen erschaffen damit dieser über die Erde herrschen soll (vgl. 1.Mose 1:26). Durch die Sünde wurde der Mensch dafür untauglich. In Jesus kam ein Mensch, der ganz nach dem Willen Gottes gehandelt hat. Wenn ein Christ nun Jesus in seinem Leben regieren lässt und ihm gleichgestaltet wird, ist er dadurch qualifiziert, mit Christus die vorgesehene Herrschaft über die Erde auszuüben. Bei der Wiederkunft Jesu werden diese Christen für 1000 Jahre mit ihm über die Erde regieren. (Offenbarung 20:4) Ein Christ, der Christus nicht gleichgestaltet wird, hat keinen Anteil, sondern muss sich während den 1000 Jahren durch Züchtigung zurecht bringen lassen. (vgl. Lukas 12:47)

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Wirf die Magd und ihren Sohn hinaus

Der Prophet Jesaja sprach Gottes Gericht gegen Arabien aus (Jesaja 21:13-17). Arabien stammt von Ismael ab, dem ersten Sohn Abrahams. Abraham hatte Ismael mit Hagar, der ägyptischen Magd von Sara, gezeugt. Ismael ist also der Halbbruder von Isaak, dem zweiten Sohn Abrahams. Ismael und Isaak haben den gleichen Vater (Abraham), aber unterschiedliche Mütter (Hagar und Sara). Zwischen beiden Söhnen entstand Feindschaft. Bis heute ist Arabien ein Feind Israels. Wegen der Verwandtschaftsbeziehung über Abraham kann dieser Feind als ein Feind „von innen“ bezeichnet werden. Israel hat auch Feinde „von außen“, zum Beispiel Babylon, die nicht mit Israel verwandt sind. In diesem Sinn ist Arabien Israels Feind von innen. Dies hat für uns Christen heute eine wichtige, geistliche Bedeutung.

Gott hat Abraham versprochen, ihn zu einer großen Nation zu machen. Doch es gab ein Problem: Abraham hatte keine Kinder, denn seine Frau Sara war unfruchtbar. Als die Zeit verstrich und Abraham über 80 Jahre alt war, wurde er ungeduldig. Also hat er versucht, das Eintreffen der Verheißung Gottes zu beschleunigen. Er nahm Hagar, die Magd Saras, und zeugte mit ihr einen Sohn: Ismael. Das Resultat hat jedoch nur Probleme bereitet – bis heute! Dennoch hat Gott seine Verheißung viele Jahre später erfüllt und auch Sara bekam einen Sohn: Isaak. Nun hatte Abraham zwei Söhne. Doch welcher ist jetzt der Erbe?

Der Apostel Paulus greift diese Geschichte in Galater 4:21-31 auf und wendet sie auf uns Christen an, die wir zur Zeit des Neuen Bundes leben. Er zeigt, dass Ismael ein Bild auf unser Fleisch ist: „Aber der von der Magd ist nach dem Fleisch geboren.“ Wir alle sind ebenso von unseren Eltern nach dem Fleisch geboren worden. Irgendwann im Laufe unseres Lebens haben wir zu Jesus Christus gefunden, sind gläubig geworden und haben uns in Christus hinein taufen lassen. Wir sind wiedergeboren worden. Und genau das ist unsere zweite Geburt, nämlich die Geburt nach dem Geist. Das ist Isaak, der nach dem Geist geborene. Von nun an haben wir als Christen also zwei „Leben“ in uns: Zuerst Ismael, der ältere, nämlich unser Fleisch, und dann Isaak, der nach dem Geist geborene. Nun ist die große Frage: Welches dieser beiden Leben leben wir aus? Als Christen stehen wir jeden Tag vor der Wahl. Leben wir im Fleisch oder im Geist? Wir können sehr wohl unser ganzes Leben lang im Fleisch leben, obwohl wir echte, wiedergeborene Christen sind. Das ist schrecklich!

Es gibt einige Auflistungen in der Bibel, die das Fleisch beschreiben. Eine davon ist in Galater 5:19-21a: „Offenbar aber sind die Werke des Fleisches, welche sind: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung, Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Streit, Eifersucht, Zornausbrüche, Streitereien aus Selbstsucht, Spaltungen, Sektiererei, Neid…“. Andere Beschreibungen der Werke des Fleisches finden sich in Römer 1:29-31, Epheser 4:19, 31 und Kolosser 3:5, 8. Wenn wir Christen durch das Fleisch leben, werden wir Tod und Verderben ernten (vgl. Römer 8:6; Galater 6:8). Am Ende werden wir sogar unser Erbe verlieren. Paulus sagt sehr deutlich: „Das nun sage ich, Brüder, dass Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht erben können“ (1.Korinther 15:50). Er spricht hier zu Brüdern, zu Christen, die offenbar in der Gefahr standen, den Eingang in das Reich Gottes zu verlieren. Wir dürfen keinesfalls zulassen, dass unser Fleisch uns unseres Erbes beraubt.

Doch Gottes Wort zeigt uns, dass es zwischen dem Fleisch und dem Geist eines Christen allezeit zu Konflikten kommt: „Jedoch, genau wie damals der nach dem Fleisch Geborene den nach dem Geist Geborenen verfolgte, so ist es auch JETZT“. Kennen wir diese Erfahrung nicht auch von uns heute? Wie oft merken wir, wie in uns das Fleisch gegen den Geist streitet? Wir möchten gerne Gottes Willen tun, vermögen es aber nicht, weil das Fleisch dagegen kämpft (vgl. Galater 5:17; Römer 8:7). Genauso hat Ismael seinen Mutwillen mit Isaak getrieben (vgl. 1.Mose 21:9). Was sollen wir da tun? Das Wort sagt: „Die aber Christi Jesu sind, haben das Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Begierden“ (Galater 5:24). Wir haben das Fleisch gekreuzigt! Wir müssen also mitwirken und „durch den Geist die Handlungen des Leibes töten“ (Römer 8:13).

Genauso müssen wir unsere „Glieder töten, die auf der Erde sind, welche sind: Unzucht, Unreinheit…“ (Kolosser 3:5). Das ist die einzige Behandlung des Fleisches, die am Ende wirkt. Niemals dürfen wir auf die Idee kommen, mit dem Fleisch einen Kompromiss einzuhandeln. Diesen Kampf können wir nur durch den Geist gewinnen. Paulus sagt: „Wandelt durch den Geist, so werdet ihr die Begierde des Fleisches gewiss nicht vollbringen“. Daher müssen wir als Christen heute lernen, so absolut zu sein, wie Sara es damals war. Sie sagte zu Abraham: „Wirf die Magd und ihren Sohn hinaus, denn der Sohn der Magd soll keinesfalls erben mit dem Sohn der Freien“ (Galater 4:30). Wir müssen allezeit mitwirken und unser Fleisch hinauswerfen. Wenn wir nicht täglich mit der Gnade zusammenwirken und unser Fleisch auf diese Weise behandeln lassen, werden wir am Ende unser Erbe verlieren. Dann dürfen wir nicht in das kommende, 1000-jährige Reich eingehen. Das wäre eine Tragödie! Daher müssen wir heute üben, durch den Geist alle Handlungen des Leibes zu töten.

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