Der heilige Weg – dem Lamm folgen

Wir alle sollten solche sein, deren Mittelpunkt das Lamm ist, solche, die ihm folgen und Ihn beständig suchen. Im Hohelied ist der Herr weggegangen und wollte sehen, ob die Geliebte es bemerkt. Jemand, der den Herrn wirklich liebt, wird bemerken, dass Er gegangen ist und fragen: Wo ist Er? In unserem Alltag hat Er sich oft entfernt, und wir haben es gar nicht bemerkt. Das sollte nicht so sein. Der Herr möchte, dass alle, die Ihm folgen auf Ihn achthaben. Viele Menschen bleiben auf dem Grund ihrer Tradition oder ihrer Vorstellungen in einer bestimmten Versammlung. Das mag heute der richtige Ort sein, aber morgen vielleicht nicht mehr.

Wir wollen dem Lamm folgen, bis wir am Ende mit Ihm auf dem himmlischen Berg Zion stehen. Deshalb sagte der Herr seinen Jüngern, als Er sie berufen hat: Kommt, folgt mir nach, und nicht: Glaubt an mich. An Ihn zu glauben, ist eine Sache, aber Ihm zu folgen eine andere. Ihm nachzufolgen bedeutet, dass wir eine Absonderung nach der anderen erfahren. Du magst aus Ägypten herauskommen, aber du musst Ihm auch durch das Rote Meer hindurch folgen. Und dann musst du Ihm weiter in das gute Land folgen. Viele kamen aus Ägypten heraus und durchquerten das Rote Meer, starben aber in der Wüste. Sie haben das Ziel nicht erreicht. Das soll für uns alle eine Warnung sein. Als Mose bei Gott auf dem Berg Sinai war, konnten die Kinder Israel nicht einmal 40 Tage auf Ihn warten. Sie hatten so viele gewaltige Taten Gottes gesehen, konnten aber nicht warten. Schließlich beteten sie ein goldenes Kalb an. Hebräer. 2:9 sagt: „wir sehen aber Jesus“. Lasst uns auf ihn ausgerichtet sein, bis wir in der Heiligung vollendet und bei seiner Wiederkunft makellos vor ihm erscheinen können. Es wäre tragisch, wenn wir den Lauf bis hierher laufen und dann aufgeben bevor Er kommt. Absonderung bedeutet häufig, dass man weitergehen muss, auch wenn andere nicht mehr mitgehen. Wenn deine Lieben, deine Freunde und Bekannten oder die, mit denen du jahrelang gedient hast, dem Lamm nicht mehr folgen, folge ihnen nicht, sondern folge dem Lamm (vgl. Offb. 14:4). Erstlinge sind Jungfrauen, die dem Lamm nachfolgen, wohin es auch geht, in deren Mund keine Falschheit oder Lüge gefunden wird (vgl. Offb. 14:5), die die Wahrheit lieben und ihr folgen.

In Offenbarung 17 geht es um Babylon, und in Offenbarung 18 sagt Gott: „Kommt aus ihr heraus, mein Volk …“ (V. 4). Wenn du nicht herauskommst, kannst du dem Lamm nicht folgen. Wie Gott Abraham befahl, aus seinem Vaterland herauszukommen, so müssen auch wir aus unserem Vaterhaus, aus unserer Verwandtschaft herauskommen, bis wir das Ziel erreicht haben. Der Herr sagte, dass der Weg schmal ist, der zum Leben führt. Des Herrn Weg ist ein hoher, enger Weg; der einzige Weg, der zum Leben führt: der Weg der Heiligung. Darum sagte der Herr: „Wenn jemand mir nachfolgen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir“ (Mt. 16:24). Trotz unserer Lebensumstände das Kreuz aufnehmen und wegschauen auf Jesus (vgl. Hebr. 12:1-2), und zwar auf Seinen Tod am Kreuz: das ist der Weg der Heiligung und der Vollendung. Auf dem richtigen Weg zu sein ermutigt uns, schneller voranzugehen, denn der Herr hat nur noch eine kurze Zeitspanne gegeben, um das Ziel zu erreichen.

Die Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus und die Heiligkeit

Heilig zu sein hat mit dem Kommen des Herrn zu tun. Paulus hebt in seinem Brief an die Gemeinde in Thessalonich diese beiden Dinge hervor:

  1. Der Ruf zur Heiligkeit
  2. Sie sollen ihr Gefäß in Heiligkeit bewahren

Darüber hat Paulus mit jungen Gläubigen gesprochen. Auch heute soll den jungen Gläubigen mit Freimut gesagt werden, dass dies ein heiliger Ort ist. Denkt nicht, dass sie daraufhin nicht mehr zur Versammlung kommen werden. Die Heiligkeit ist das Ziel, und sie sollen immer heiliger werden, je länger sie sich mit uns am heiligen Ort in Zion treffen. Wir alle wollen lernen, unser Gefäß in Heiligkeit zu bewahren und uns darauf vorbereiten, bei der Erscheinung unseres Herrn Jesus Christus heilig und makellos zu sein. Alle neuen Gläubigen, die in diesen Tagen zur Gemeinde kommen, müssen dieses Wort hören, weil der erste und zweite Thessalonicherbrief speziell für neue Gläubige geschrieben wurde.

In 1.Thessalonicher 5:23 lesen wir: „Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch, und euer Geist, eure Seele und euer Leib mögen vollständig, ohne Tadel bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus“. Die Heiligkeit und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus sind sehr eng miteinander verbunden. Der Herr wird dich bei Seinem Kommen nicht nach auswendig gelernten Bibelversen abfragen. Für Ihn ist es wichtig, dass du heilig bist, und dass du mit Öl, dem Heiligen Geist, gefüllt bist. Nur ein klein wenig ist nicht ausreichend. Heilig zu sein ist die Voraussetzung für das Königreich.

Heiligkeit ist jedoch nicht etwas, mit dessen Hilfe wir einen heiligen Anschein erwecken können. Aus diesem Grund ist die Heiligungsbewegung gescheitert, weil Heiligung keine „Bewegung“ ist. Heiligung bedarf vieler Voraussetzungen. Als erstes: die Weihe der Priesterschaft, wobei ein Priester sich ohne Opfer nicht dem Herrn weihen kann. Die Weihe ist anspruchsvoll, wenn sie heilig und gemäß Seiner heiligen Forderung ausgeführt wird (vgl. 2.Mo. 29). Ohne Sündopfer, Brandopfer, Speisopfer, Trankopfer, Friedens- und Weihopfer kann niemand zum Priester geweiht werden. Die Menschen mögen sagen: Das ist alttestamentlich. Aber für uns geht es nicht um Kühe, Schafe, Ziegen und Tauben, sondern um Christus. Heute im Neuen Bund ist Christus die Substanz jedes dieser wunderbaren Opfer. Nur so können wir – in den Augen Gottes – für den priesterlichen Dienst geweiht und gesalbt werden.

Die Salbung macht uns heilig: Sie heiligt den ganzen Tempel, jedes Gerät und die ganze Priesterschaft. Die Salbung lehrt uns, heilig zu leben und wirkt Christi Natur mehr und mehr in unser Wesen ein. Der inwendige Mensch soll mit Wertvollem gefüllt werden. Das ist der Prozess der Heiligung: Zuerst die Absonderung, danach die Salbung, der wunderbare Geist, der jeden Teil des menschlichen Wesens erfüllt und heilig macht. Wir wollen es sehr schätzen, dass wir den priesterlichen Dienst gerade jetzt, in dieser Zeit erkennen und praktizieren dürfen! Durch die Prophezeiung in Daniel 9 und die Zeichen der Zeit sehen wir, dass der Herr bald zurückkommen wird. Alles, was der Herr uns heute zu erkennen gibt, auch über das Königreich, Zion, dient unserer Vorbereitung.

Die Voraussetzung, Gott als den Heiligen Israels zu kennen

Es ist unerlässlich, den Gott, an den wir glauben, immer genauer zu kennen. Unser Gott hat so viele wunderbare und schöne Dinge geschaffen. Er ist mächtig, allmächtig; Er ist der Herr der Heerscharen. Er ist auch der einzig weise Gott als unser Ratgeber. Aber Israel musste Ihn auch als den Heiligen kennen: Ich bin der Herr, der Heilige Israels (vgl. Hes. 39:7). Warum? Weil Israel eine heilige Nation, und das Volk ein heiliges Volk sein muss. Die Stadt, der Tempel, der Berg Zion – alles, was mit Ihm zu tun hat, muss heilig sein.

Alles außerhalb Seiner Nation ist unheilig. Gott nannte die heidnischen Völker vierfüßige Tiere. In Daniel 7 sehen wir die Geschichte der Königreiche dieser Welt in Form von vier Tieren. Das babylonische Königreich ist zum Beispiel einem Löwen gleich. Nur die Nation Israel ist Gottes Königreich, ein heiliges Volk, weil Gott heilig ist. Für die Welt ist Gott nicht heilig, weil sie nicht einmal an Ihn glauben. Aber die Nation Israel muss Ihn als den Heiligen Israels kennen. Wann immer Israel dies vergessen oder ignoriert hat, wurde es sehr schnell zu einer unheiligen Nation wie die Tiere, zu Götzendienern, schlimmer als die Nationen. Der Tempel Gottes wurde zu einer Räuberhöhle, einem Marktplatz, einem Ort der Götzenanbetung, an dem die Menschen Gewinn für sich selbst erzielten.

Heute sind wir Gottes Volk, und Gott möchte uns nicht nur vor der ewigen Verdammnis erretten, sondern zur Reife bringe und aufs Völligste erretten. Dass die Errettung zur vollen Reife gekommen ist, erkennen wir an der Heiligkeit. Heilig zu sein ist mehr als nur ein guter Mensch zu sein. Und sollten wir versuchen, gut zu sein, bemerken wir sehr schnell, dass das Böse gegenwärtig ist. Paulus versuchte, gemäß dem Gesetz gut und rechtschaffen zu sein. Aber er konnte es nicht. Wenn immer er etwas Gutes tun wollte, war das Böse vorhanden (vgl. Römer 7). Deshalb ist alles, was der Mensch auf dieser Erde geschaffen hat, gleichzeitig gut und böse. Fast bei allem kann etwas Gutes für etwas Böses benutzt werden. Seht auf das Ende vieler christlicher Gruppen, die korrupt und ohne Herrlichkeit dem Herrn Schande bereiten. Durch die Barmherzigkeit des Herrn soll unser Ende die Heiligkeit sein, und dafür müssen wir unseren Gott kennen, denn Er ist heilig. In Johannes 17 wandte sich der Herr Jesus in seinem Gebet an Gott als dem Heiligen Vater (vgl. V. 11). Er bezeichnete ihn nicht nur als den liebenden Vater. Wenn wir lernen zu sagen: O Heiliger Vater, bedeutet das, dass wir uns bewusst machen, dass wir heilig sein müssen. Wenn wir lernen, unseren Gott, der sowohl heilig als auch wahrhaftig ist, als gerechten Vater anzusprechen, so wie es der Herr getan hat (vgl. V. 23), dann bedeutet das, dass alles, was wir tun gerecht und unsere Natur heilig sein muss.

Heute sprechen wir uns im Gemeindeleben als „liebe Heilige“ an. Aber nun müssen wir noch durch einen Prozess gehen, um in unserem Geist, unserer Seele und unserem Leib völlig für unseren Vater geheiligt zu werden. Lasst uns beten: Heiliger Vater, vollende Dein Werk in mir. Ich möchte sein wie Du. Du bist der Heilige der Gemeinde, der Heilige Israels – denn wir sind in der Tat das wahre Israel. Gott hat sich selbst als der Heilige Israels vorgestellt. Er ist nicht der Heilige der Nationen, noch ist er der Heilige der Welt; die Welt liegt in der Hand des Bösen. Aber für sein Volk ist Er der Heilige Israels. Jesaja 47:4: „Unser Erlöser – sein Name ist HERR der Heerscharen, der Heilige Israels!“ Wir nennen den Herrn Jesus stets unseren Retter und Erlöser. Wir wollen IHN auch den Heiligen Israels nennen. Jesaja 43:3a: „Denn ich bin der HERR, dein Gott, der Heilige Israels, dein Erretter!“ Jesaja 43:14a: „So spricht der Herr, euer Erlöser, der Heilige Israels.“ Jesaja 43:15: „Ich, der HERR, bin euer Heiliger, der Schöpfer Israels, euer König.“

Sehr wunderbar! Wir dürfen jetzt lernen, Ihn folgendermaßen anzurufen: O Heiliger Vater, O Heiliger Israels. Wir wollen dich als den Heiligen kennenlernen. Jesaja 40:25: „Mit wem wollt ihr mich denn vergleichen, dem ich gleich sein soll? spricht der Heilige“. Unser Gott ist der Allmächtige. Niemand kann sich mit Seiner Macht und Weisheit messen. Natürlich kann sich auch keiner im Entferntesten mit Seiner Heiligkeit vergleichen. ER ist der einzig Heilige; es gibt nichts Gleichwertiges. Macht ist nichts im Vergleich zu Seiner Heiligkeit. Wenn wir mächtig sind, sind wir vielleicht nicht sehr heilig. Aber wenn wir heilig sind, schätzt Gott das sehr.

Jesaja 12:6: „Jauchze und juble, du Bewohnerin von Zion! Denn groß ist der Heilige Israels in deiner Mitte!“ Wenn die Gemeinde heilig ist, ist das wunderbar. Und wenn wir dadurch den Heiligen Israels zum Ausdruck bringen, kann der Feind uns nicht angreifen. Die Gemeinde wird alle Feinde vertreiben. In Psalm 110 ist die ganze Armee mit der Schönheit der Heiligkeit gekleidet (nicht der Schönheit der Macht). Der Prophet Elisa kannte die himmlischen Heerscharen, die alle in Weiß gekleidet waren, Gottes heilige Armee. Kein Feind würde es wagen, Gottes heilige Armee anzutasten. Deshalb war Elisa so zuversichtlich. Der Heilige Israels macht Zion groß, weil Er selbst groß ist.

Heiligkeit ist die Natur Gottes – die Schönheit des Herrn

Nichts ist in den Augen Gottes schöner als Heiligkeit. Im Gemeindeleben schätzen wir ein gutes Zeugnis oder ein gutes Opfer, eine gute Botschaft oder eine gute Bibelauslegung. Diese Dinge sind gut, hilfreich, schön und notwendig. Es ist auch gut, die Wahrheit zu kennen und zu verstehen. Aber wenn wir diese Dinge schätzen, stehen wir in der Gefahr, den Redner zu bewundern, anstatt das, was gesprochen wurde – das ist die gefallene Natur des Menschen. Es ist leicht, in diese Falle hineinzugeraten. Doch die Schönheit liegt in der Heiligkeit. Als Paulus Thessalonich und Korinth besuchte, kam er nicht mit hoher Rede oder Weisheit, um eine wunderbare, kraftvolle Botschaft zu geben. Er kam in Furcht und Zittern, rein und heilig in seinem Verhalten, er lud niemandem irgendeine Last auf und wollte auch von niemandem etwas für sich gewinnen. Sein Verhalten war heilig. In seinem Wandel konnte man nicht den Menschen Paulus sehen, sondern man konnte Christus sehen, den Ausdruck des Heiligen Israels. Wenn wir das Evangelium predigen, und die Menschen das Empfinden haben, dass wir stolz sind und alles besser wissen als sie, wird Gott das traurig machen. Es ist erstaunlich, dass Paulus nicht als der von Gott gesandte Superapostel kam, sondern demütig – genau wie der Herr, der als ein Sklave vom Himmel herabkam. Lobt den Herrn, das ist die Schönheit der Heiligkeit. Schaut nicht darauf, wie begabt, fähig oder gebildet ein Mensch ist. Was wir schätzen müssen, ist der Ausdruck der Heiligkeit. Gott hat den Menschen in seinem Bild geschaffen, nach seiner Gleichheit. Wenn die Menschen an jedem Ort, wo ihr hingeht, Christus in euch sehen können, ist das besser als zehn wunderbare Botschaften.

Gottes Wohnung ist heilig

Weil Gott heilig ist, muss auch Seine Wohnung heilig sein. Deine Wohnung bringt das zum Ausdruck, was du bist. Gott ist heilig und wir sind Seine Wohnung: „Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist, den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört?“ (1.Kor. 6:19). Seine Wohnung ist heute kein Gebäude wie der physische Tempel in Jerusalem. Im neuen Bund sind wir heute, jeder für sich, der Tempel des Heiligen Geistes, und gemeinsam sind wir die Gemeinde, das Haus des lebendigen Gottes. Petrus sagt, dass jeder ein lebendiger Stein ist, der zum geistlichen Haus aufgebaut wird (vgl. 1.Petr 2:5). Individuell und korporativ soll Seine Wohnung schön sein in Heiligkeit.

Gott wohnt im Allerheiligsten. Dies deutet darauf hin, dass es verschiedene Stufen der Heiligkeit gibt: Es gibt den äußeren Hof, das Heiligtum und das Allerheiligste. Gott wohnt im Allerheiligsten. In Hebräer 10:19 lesen wir: „Weil wir denn nun, Brüder, durch das Blut Jesu den Freimut haben zum Eingang in das Allerheiligste“. Wenn wir einfach hineinrennen, werden wir tot wieder herausgetragen werden, weil wir vergessen haben weiterzulesen: „… die Herzen durch Besprengung vom bösen Gewissen gereinigt und am Leib gewaschen mit reinem Wasser“ (V. 22). Dann ist das kostbare Blut der Sühnung vom Altar wirksam. Nachdem man das Waschbecken des Gerichtes passiert hat, geht man hinein und wird lebendig gemacht. Wie ernsthaft die Sache ist, zeigt uns das Beispiel von Nadab und Abihu. Gottes Wohnung ist heilig.

Gott spricht in Seiner Heiligkeit

Oftmals ist unser Sprechen nicht sehr heilig. Paulus sagte, dass unanständiges Reden, albernes Geschwätz oder selbst weltgewandtes Plaudern für Gläubige nicht angemessen ist und nicht über unsere Lippen kommen sollte (vgl. Eph. 5:4). Es gibt so viele unnütze Dinge, die über unsere Lippen kommen. Es fehlt uns die heilige Kontrolle über unser Sprechen. Gottes Sprechen ist in Heiligkeit, und wir sollen Seine Nachahmer sein. Auch unser Beten soll in Heiligkeit geschehen. Gott spricht in Seiner Heiligkeit. Wenn wir das Wort Gottes sprechen, sollten wir es respektvoll tun, wie jene in Jesaja 66:2, die vor seinem Wort zitterten. Natürlich erfreuen wir uns auch an seinem Wort, aber mit Furcht und Zittern, damit wir es nicht leichtfertig aufnehmen und bald vergessen. (vgl. Ps. 105:42).

Gott schwört bei Seiner Heiligkeit

Gott verheißt bzw. verspricht nicht nur irgendetwas. Wenn Er etwas verheißt, dann schwört Er bei Seiner Heiligkeit. Er sagt es und tut es auf jeden Fall. Er ist treu. Deshalb glauben wir dem Wort Gottes. Es ist glaubwürdig und verlässlich.

Er regiert auf dem Thron Seiner Heiligkeit

Selbst sein Thron ist heilig. Wenn wir in der Gemeinde eine gewisse Verantwortung tragen, entscheiden wir oft Dinge nicht auf heilige Weise. Man denkt, man sei jemand, obwohl man niemand ist. Nicht so der Thron des Herrn. Sein Thron ist ein Thron der Heiligkeit und Gerechtigkeit. Aus diesem Grund ist es notwendig, dass wir den Heiligen Israels kennen. Alles, was von Gott getan wird, trägt das Zeichen der Heiligkeit. Es tut uns gut, das zu lernen, weil der Herr dabei ist, uns zu der heiligen und königlichen Priesterschaft auszubilden.

Unser Geist, unsere Seele und unser Leib müssen vollständig geheiligt werden

In der Vergangenheit haben wir in Bezug auf die Heiligung immer den Geist, und die Umwandlung unserer Seele betont. „Wandelt durch den Geist“ (Gal. 5:16). Und dabei haben wir unseren Leib vernachlässigt. Die vollständige Heiligung umfasst jedoch auch unseren Leib. Wenn wir unseren Leib nicht beherrschen können, werden wir in Schwierigkeiten geraten.

Alles, was unseren Leib betrifft, ist sehr praktisch. Unser Leib ist wichtig, besonders, wenn es darum geht, dem Herrn zu dienen. In Römer 12:1 spricht Paulus über unseren vernünftigen Dienst für Gott. Wenn dein Leib nicht in der Lage ist zu dienen, obwohl du vielleicht stark im Geist bist, ist dein Dienst eingeschränkt. Wir brauchen unseren Geist, unsere Seele und unseren Leib.

Jetzt wollen wir lernen, „unsere Leiber als ein lebendiges und heiliges Opfer Gott wohlgefällig darzubringen“ (Röm. 12:1). Dazu muss unser Leib lebendig gemacht werden. In Römer 7:24 ist unser Leib ein Leib des Todes, weil Sünde und Tod in ihm wohnen. Aber in Römer 8:2 sollen wir das Gesetz der Sünde und des Todes überwinden, das in unserem Leib wirkt. Wir können die Handlungen des Leibes töten (vgl. Röm. 8:13). Paulus züchtigte seinen Leib und behandelte ihn wie einen Sklaven (vgl. 1.Kor. 9:27), damit er für den Dienst des Herrn nützlich war. Paulus war immer darauf bedacht, Christus durch seinen Leib (nicht nur durch seinen Geist) zu vergrößern, es sei durch Leben oder durch Tod (vgl. Phil 1:20). Um Christus zu verherrlichen, zu vergrößern, ist unser Leib, ähnlich einem Vergrößerungsglas, hervorragend geeignet.

Aus diesem Grund mahnte Paulus, den Leib für den Herrn zu bewahren (vgl. 1.Kor. 6) und die Gefäße für Ihn zu heiligen (vgl. 1.Thess. 4:4). Wenn unser Leib nicht geheiligt ist, kann der Herr ihn nicht benutzen. Es reicht nicht aus, in der Seele umgewandelt und im inneren Menschen erneuert und gestärkt zu sein. Wenn unser Leib nicht willig ist mitzuarbeiten, wird es für uns schwierig sein, Gott zu dienen. Wenn unser Leib nicht geheiligt ist, wird er sogar den Geist negativ beeinflussen. Deshalb schrieb Paulus: „… so lasst uns von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes uns reinigen und die Heiligung vollenden in der Furcht Gottes“ (2.Kor 7:1). Wenn ein Teil unseres Seins befleckt ist, wird dies unser ganzes Sein in Mitleidenschaft bringen. Wenn du deinem Verstand freien Lauf lässt, wird das sofort deinen Leib beeinflussen und umgekehrt.

Der Heiligungsprozess beginnt mit unserem Geist, breitet sich in die Seele hinein aus und beeinflusst dann auch unseren Leib. Deshalb wird in Galater 5:22-23, wo wir die Frucht des Geistes sehen, Selbstbeherrschung erst am Schluss aufgeführt, um nicht nur unsere Veranlagung, sondern auch unseren Leib unter die Kontrolle des Geistes zu bringen. Auch Petrus schreibt uns zu diesem wichtigen Thema: „Und setzt allen Fleiß daran … und reicht in der Erkenntnis Selbstbeherrschung dar …“ (2.Petr. 1:5-6). Der Prozess der Heiligung ist sehr praktisch. Nehmt euch Zeit, um zu lernen und zu üben!

Die Heiligung vollenden in der Furcht Gottes

Wir leben heute in einer Zeit, in der der Herr zur Vollendung der Heiligung der Priesterschaft kommen möchte. Im letzten Vers von Kapitel 5 sagt Jesus: „Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist“ (V. 48). Niemand von uns glaubt, dass wir vollkommen sein können, wie es unser Vater ist. Wenn es aber nicht möglich wäre, so würde uns Gott in seinem Wort nicht sagen: „Darum sollt ihr vollkommen sein“. Unser himmlischer Vater, der uns das Leben gegeben hat, ist vollkommen. Und sein wunderbarer, vollkommener Sohn wohnt in unserem Herzen, wenn wir ihn darin Wohnung machen lassen. Der Heilige Geist wohnt in uns und leitet uns Tag für Tag in alle Wirklichkeit.

Ihr sollt vollkommen sein

„Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen“ (Joh. 14:23). Ist das nicht wunderbar? Der vollkommene Vater wohnt in jedem von uns. Deshalb kann uns das Wort sagen: „Ihr sollt vollkommen sein“. Wenn aber jemand glaubt, dass niemand vollkommen ist und dieses Ziel nicht erreicht werden kann, dann ist er ein „ungläubiger Gläubige“. Natürlich kann niemand über Nacht vollkommen werden, aber man kann Tag für Tag ein Stück mehr erneuert werden. Genauso wie ein Neugeborenes alles hat, was nötig ist, um ein vollkommener Mensch zu werden: Es hat ein Denkvermögen, sehende Augen, die Fähigkeit vieles zu lernen; es wird zwar nicht in einer Woche zur vollen Reife gelangen, aber innerhalb von zwanzig Jahren wird dieses Kind erwachsen sein.

Wir können in unserem Christenleben vollkommen gemacht werden. Die Frage ist nur, ob wir den Wunsch danach haben und uns auch darum kümmern. Glauben wir wirklich, dass wir geistlich vollendet werden können? Ja, Amen, es ist möglich! Lobe den Herrn. Allein die Tatsache, dass der Herr es gesagt hat, zeigt, dass es möglich ist. „Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist“. Ihr habt die Voraussetzungen, um vollendet zu werden, da ihr von neuem geboren seid. „Ich danke dir dafür, dass ich auf erstaunliche und ausgezeichnete Weise gemacht bin“ (Ps. 139:14a). Wer glaubt, in das Tausendjährige Reich eingehen zu können, müsste auch glauben, vollendet werden zu können, weil unser himmlischer Vater dabei hilft. Wir irdische Väter helfen unseren Kindern erwachsen zu werden. Wir erziehen sie, damit sie genauso werden wie wir. Wenn man die Kinder sich selbst überlässt, können sie ihre Fähigkeiten nicht zur Reife bringen. Wir haben einen himmlischen Vater! Er hilft uns, zur Vollendung zu gelangen und Probleme zu überwinden. Er ermutigt und versorgt uns mit seiner Kraft.

„Und auf ihm wird ruhen der Geist des HERRN, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Kraft, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN“ (Jes. 11:2). Diesen wunderbaren Geist haben wir in uns. „Bei den Menschen ist es unmöglich, aber bei Gott sind alle Dinge möglich“ (Mt. 19:26b). Der Apostel Petrus hatte zu Beginn mit vielen Problemen zu kämpfen. Doch am Ende war er zur vollen Reife gelangt. Und wie steht es mit Paulus? Ging es bei ihm schneller? Nein. Auch bei Johannes nicht. Er war sogar ein Sohn des Donners und der Herr sagte zu ihm (und zu Jakobus): „Wisst ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid?“ (Lk. 9:55b, Schlachter). Er war ein Fischer und dennoch wurde er ein Apostel. Der Herr hat Johannes und Matthäus berufen, als sie noch ziemlich unheilig waren.

Alles im Leben ist mit Druck verbunden

Doch wenn man Jesus, dem Lamm, nachfolgt, ihm vertraut, von ihm lernt und Zeit mit ihm verbringt, dann wird man verändert und umgewandelt. Und so kann man zum Ziel vorangehen. Auch Paulus bestätigt dies: „Nicht, dass ich es schon ergriffen habe oder schon vollendet bin; ich jage aber nach, ob ich auch ganz ergreife, wozu ich auch von Christus Jesus ganz ergriffen worden bin“ (Phil. 3:12). Und das heute umso mehr, da wir so kurz vor dem Ende des Zeitalters stehen. Wir haben alle nicht mehr viel Zeit. Jedes Ziel, das wir anstreben, ist mit einem gewissen Druck verbunden.

„Denn was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sein Seelenleben einbüßt?“ (Mt. 16:26a). Man kann in dieser Welt hart arbeiten und superreich werden, aber dadurch verliert man die Seele. Das ist es nicht wert. Was können wir geben, um unsere Seele zu gewinnen? Wir müssen das hohe Ziel Gottes vor Augen haben. Der Herr fordert etwas, das man erfüllen kann! Er ist unser Ratgeber, er ist unser Leben, er ist alles für uns. Im neuen Menschen ist Christus alles und in allen (vgl. Kol. 3:11). Er wohnt in uns. Wir können Ihn um alle Hilfe bitten, die wir brauchen. Er wird sie euch mit Freude geben.

„Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan“ (Mt. 7:7). Wenn Petrus es geschafft hat, dann können wir es auch. Petrus sagte: „und eben deshalb setzt allen Fleiß daran“ (2.Petr. 1:5a; vgl. auch 2.Petr. 1:10, 15; 3:14). Wir haben ein herrliches Ziel vor uns. Der Herr kommt sehr bald zurück. Lasst uns aufwachen, fleißig sein und hart arbeiten. Lasst uns alle lernen und üben. Gnade ist nicht Lockerheit: „Denn die Gnade … erzieht uns, damit wir, die Ungöttlichkeit und die weltlichen Lüste verleugnend, besonnen, gerecht und göttlich leben in dem gegenwärtigen Zeitalter“ (Tit. 2:11-12). Sie erzieht uns auch, unser Selbst zu verleugnen.

Die Heiligkeit ist wohl der letzte Schritt in Bezug auf die Vollendung: Eph. 1:4: „da er uns in ihm vor Grundlegung der Welt auserwählt hat, dass wir heilig und makellos seien vor ihm in Liebe“. Gott hat den Menschen geschaffen, damit dieser heilig und makellos vor ihm sei.

Eine heilige, herrliche Gemeinde

Am Ende der Bibel sieht man die heilige Stadt Gottes. Nur wenn diese Stadt heilig ist, dann hat sie auch die Herrlichkeit Gottes. Wenn eine Gemeinde nicht heilig ist, ist sie keine Gemeinde. Darum muss man den Herrn bitten: Herr, heilige uns. Solch eine Gemeinde möchte er sich selbst darstellen. Der Herr möchte eine herrliche, heilige Gemeinde ohne Flecken und Makel haben. Man muss aus Babylon herauskommen, damit diese herrliche Gemeinde Gestalt gewinnen kann. Die ganze Schrift zeigt, dass der Herr eine heilige Nation, ein heiliges Volk haben möchte. Wann immer sein Volk sich verunreinigt und Gottes Tempel zu einem Götzentempel gemacht hat, ist der Herr ausgezogen. Leider dachte das Volk immer noch, Gott sei anwesend und brachte die Opfer in gewohnter Weise dar. Welch ein fataler Irrtum! Wir kennen Ihn vielleicht als den starken, allmächtigen, allwissenden, barmherzigen, liebenden, gnädigen, fürsorglichen, geduldigen und gütigen Gott, wobei die Bibel in erster Linie sagt, dass Er heilig, gerecht und herrlich ist. Gott ist heilig in Seiner Natur, Seinem Wesen. Was immer Gott tut ist rein, gerecht und perfekt. Er toleriert keine Sünde, Bosheit oder Korruption, sowie alle Werke des Fleisches und alle, die solche Dinge tun, werden das Reich Gottes nicht erben (vgl. Gal. 5:21).

Die Unheiligkeit von uns Menschen erkennen

Unser Gott ist ein heiliger Gott. Er hat den Menschen wunderbar geschaffen. Doch als solcher ist der Mensch noch nicht heilig. Gottes Natur muss noch in sein Wesen eingewirkt werden. Doch leider kam Satan in den Menschen hinein und hat sein böses Wesen in ihn hineingebracht und ihn verdorben. Deshalb ist der Mensch unrein und unheilig.

„Selig sind, die reinen Herzens sind“? (V. 8a). Man muss den Wunsch nach Reinigung haben. Wer unheilig ist, kann Gott nicht sehen. Als Mose Gott bat, seine Herrlichkeit sehen zu dürfen, antwortete Gott: „Mein Angesicht kannst du nicht sehen, denn kein Mensch wird leben, der mich sieht!“ (2.Mo. 33:20). Nach dem Sündenfall ist niemand mehr heilig. Selbst wenn man Gutes tut, bleibt das eigene Wesen immer noch verdorben (vgl. Röm. 3:12). Man versucht zu helfen, doch es entstand eine bittere Frucht, weil das Böse noch da ist. Alles mag ein paar Wochen gut gehen, vielleicht sogar einige Jahre, doch danach geht es bergab. Je mehr man im Glauben wächst, desto mehr wird man der eigenen Unreinheit und Unheiligkeit bewusst. Nur Gott ist heilig. Doch es ist Gottes Absicht, alle durch eine beständige Umwandlung heilig zu machen. Wer nicht realisierst, dass er unheilig ist und denkt, ein guter Christ zu sein, dem fehlt das innere Verlangen nach Heiligung.

Gott hat uns zwar zu Teilhabern seiner göttlichen Natur gemacht (vgl. 2.Petr. 1:4), doch es ist nicht ausreichend, nur ein wenig heilig zu sein. Man kann durch das Innewohnen des Heiligen Geistes zur vollen Reife gelangen. Tag für Tag kann man von Seiner heiligen Natur empfangen, so dass die Heiligung reichlich zunimmt (vgl. 2.Petr. 1:5-8). So findet Umwandlung statt. „Wir wissen, dass wir ihm gleich sein werden, wenn er offenbar wird, denn wir werden ihn sehen, wie er ist“ (1.Joh. 3:2b). Das ist das Ziel. Man kann Ihn nur mit den inneren, erleuchteten Augen sehen. Doch wenn der Herr kommt und der Leib umgewandelt wird, werden wir Ihn sehen und Ihm gleich sein. Das ist unser sehnlichster Wunsch. „Jagt dem Frieden nach mit jedermann und der Heiligkeit, ohne die niemand den Herrn sehen wird“ (Hebr. 12:14). Alle Christen reden von Liebe, aber wir müssen Ihn heute als den Heiligen kennen.

In unserem ganzen Wandel heilig werden

„Darum begürtet die Lenden eures Denksinnes, seid nüchtern und setzt so eure Hoffnung ganz auf die Gnade, … werdet auch ihr heilig in eurem ganzen Wandel, denn es steht geschrieben: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig“ (1.Petr. 1:13-16). Gleich zu Beginn seines Briefes betont Petrus die Heiligkeit Gottes. Die Lenden des Denksinnes zu begürten zeigt, dass man vorbereitet ist und dass man die Hoffnung ganz auf die Gnade setzt. „Passt euch als Kinder des Gehorsams nicht – wie in eurer Unwissenheit – den Begierden an, sondern wie der Heilige, der euch berufen hat, werdet auch ihr heilig in eurem ganzen Wandel“. Dies ist ein Befehl, der den ganzen Wandel betrifft. Dazu bedarf es viel Übung. Es ist keine Gefühls- sondern eine Willensentscheidung, die das ganze Sein fordert. Bis zu Seiner Wiederkunft müssen wir alle unseren heiligen Gott gut kennenlernen.

„Und wenn ihr den als Vater anruft, der ohne Ansehen der Person nach eines jeden Werk richtet, so durchlauft die Zeit eurer Fremdlingschaft in Furcht“ (V. 17). Dies ist der Weg, die Heiligkeit zu praktizieren. Wer meint, es sei nicht nötig, Gott zu fürchten, da ja alles durch „Gnade“ geschieht, da Gott ja barmherzig ist, dann wird am Ende die Überraschung groß sein, wenn die Türe verschlossen ist.

Die Befleckung des Fleisches und des Geistes

„Weil wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, so lasst uns von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes uns reinigen und die Heiligung vollenden in der Furcht Gottes“ (2.Kor. 7:1). Es gibt Voraussetzungen zu diesen Verheißungen: eine gründliche Reinigung vollziehen, denn es gibt nicht mehr viel Zeit! Man soll den Herrn bitten, den Sauerteig aus dem Herzen raus zu fegen. Man schätzt viele Dinge, aber man braucht sie nicht: es ist nur Abfall in unserem Herzen. Und Abfall wirft man weg. Der Geist wird durch die Befleckung des Fleisches beeinflusst: die drei Teile des Menschen sind genau voneinander abgegrenzt, wie Hebräer 4:12 bestätigt: „Das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch bis zur Scheidung von Seele und Geist“. In der täglichen Erfahrung als Gläubige sehen wir, dass Leib, Seele und Geist eng miteinander verbunden sind. Der körperliche Zustand beeinflusst den Geist. Z.B. Filme beeinflussen das Denken, beflecken und dämpfen den Geist und beschmutzen die ganze Seele. Deshalb sagt die Schrift in 1.Thessalonicher 5:19: „Den Geist dämpft nicht“.

Heiligkeit als Voraussetzung für die Wiederkunft Jesu

Das wichtigste Anliegen im Herzen von Paulus war es, zu den Thessalonichern vom Kommen unseres Herrn Jesus Christus zu sprechen. Das zweite war die Heiligkeit, wie 1.Thess. 3:12-13 und 1.Thess. 5:19-24 bezeugen. Der einzige Weg, um bei der Ankunft des Herrn Jesus Christus bereit zu sein, ist, durch und durch geheiligt und in unserem ganzen Sein ohne Tadel erfunden zu werden. Es ist notwendig, dass wir mit dem Herrn Jesus zusammenarbeiten, um völlig geheiligt zu werden. Das Wort Gottes ist heilig, rein und lebendig. Es möchte uns erleuchten und vermag, uns in der Heiligkeit zu vollenden.

Absonderung und Salbung

Heiligkeit bedeutet Absonderung oder Trennung. Wir müssen abgesondert werden. Wir kehren um und trennen uns vom falschen Weg. Alles hat Gott nach seinem Wesen, seiner eigenen Art geschaffen. Es gibt keine Vermischung. Nur Satan und diese Welt versuchen, alles miteinander zu vermischen. Heute ist es schon so weit, dass man nicht mehr weiß, was ein Mann und was eine Frau ist. Kein Wunder, dass Gott Sodom und Gomorra zerstörte. Auch zu den Zeiten Noahs hat Gott die ganze Welt gerichtet. Damals hatten die Engel ihren Status als dienstbare Geister, die nicht heiraten, entgegen Gottes Gebot verlassen, sind auf die Erde gekommen und zu den Töchtern der Menschen eingegangen. So entstanden die Nephilin, die Riesen (1.Mo. 6:4). Sie waren weder Engel noch Menschen. Deshalb hat Gott sie vernichtet.

Gott hasst Vermischung. Vermischung hat Gottes Gericht zur Folge. In der ganzen Bibel sehen wir, dass Gott keine Vermischung duldet. Als die Israeliten seinen Tempel zu einem Götzentempel gemacht haben, verließ Gott den Tempel. Und Er ließ ihn zerstören. Hieran sehen wir, wie wichtig unserem Gott die Reinheit ist.

Es bedarf aber auch der Salbung durch den Heiligen Geist, dem Öl. Abgesondert sein, aber ohne nachfolgende Salbung macht nicht heilig. Als der Tempel gebaut war, musste er noch gesalbt werden. Auch die Priesterkleider mussten nach ihrer Fertigstellung gesalbt werden. Jedes Gerät des Heiligtums, auch das allerkleinste, musste gesalbt werden. Gott benützt nur das, was gesalbt ist, denn Gott ist heilig.

Andererseits kann Gott nichts salben, das nicht für Ihn abgesondert ist. Wenn man das Wort Gottes spricht, dann muss es gesalbt sein: „denn keine Weissagung wurde je aus dem Willen des Menschen hervorgebracht, sondern von Gott her redeten Menschen, vom Heiligen Geist getrieben“ (2.Petr. 1:21; 2.Petr. 3:2). Wenn ein unheiliger Mensch das Wort Gottes redet, dann bewirkt es nichts. Auch wenn es die richtige Botschaft ist, sie wirkt nicht. Auch alles, was wir im Gemeindeleben tun, muss gesalbt sein. Absonderung ist positiv, Spaltung ist negativ. Gott muss die, welche Ihm nachfolgen wollen, für sich absondern. Nur wenn wir abgesondert und gesalbt sind, kann der Herr seinen heiligen Willen und Sein Werk vollenden.

Ein Wort der Ermutigung über die Opfer

Die Opfergaben, die allesamt spezifische Aspekte von Christus darstellen und die der Vater von uns verlangt, dienen nicht nur unserer Freude, sondern sind in erster Linie Speise für Gott, unseren Vater (4.Mo. 28:2). Bisher war der größte Teil unseres christlichen Lebens darauf ausgerichtet, unsere eigenen Bedürfnisse zufriedenzustellen. Wir haben uns wenig darum gekümmert, was der Vater für sich selbst begehrt. Es ist kein Wunder, dass der Herr Jesus sagte, dass der Vater nach wahren Anbetern sucht. Genau dafür müssen wir täglich auf Christus arbeiten, um ihn als die Wirklichkeit all dieser Opfer zu gewinnen, wie Paulus sagte: „damit ich Christus gewinne…“ (Phil. 3:8b). Dann können wir unsere beste Erfahrung mit Christus auswählen, um sie dem Vater am Tisch des Herrn darzubringen.

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Das Übertretungsopfer

Nun kommen wir zum fünften Opfer im dritten Buch Mose, dem Übertretungsopfer. Dieses Opfer behandelt die vielen Übertretungen, die wir begangen haben, wie Lügen, Hass, Eifersucht, Neid, Streit und jedes Werk des Fleisches (Galater 5:19-21). Da wir uns im Prozess hin zur geistlichen Reife befinden und noch nicht zur Vollkommenheit gelangt sind, begehen wir immer noch Sünden. Aus diesem Grund hat Gott uns das Übertretungsopfer bereitgestellt. 1.Johannes 2:1-2 sagt: „Meine Kindlein, diese Dinge schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten. Und er ist die Sühnung für unsere Sünden, und nicht allein für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.“ Mit seinem Tod am Kreuz zahlte Christus das Lösegeld für jede unserer Sünden.

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Das Sündopfer – die kupferne Schlange

Die kupferne Schlange im vierten Buch Mose 21:8-9 ist ein wunderbares Bild von der Kreuzigung des Herrn. Die Kinder Israel rebellierten gegen Gott in der Wüste, sodass er sie richten musste. Er sandte feurige, giftige Schlangen, die sie bissen, und viele von ihnen starben. Als das Volk sich seiner Sünde der Rebellion bewusst wurde, bekannten sie es Mose und baten ihn, für sie zu beten. Daraufhin sagte der Herr zu Mose: „Mache dir eine Schlange und befestige sie an einem Feldzeichen … Wenn eine Schlange jemand biss und er die kupferne Schlange anschaute, so blieb er am Leben.“ Kupfer bedeutet in der Schrift Gericht. Die kupferne Schlange ist ein Bild auf Christus, der zur Heilung des Volkes am Kreuz erhöht wurde. Der Herr Jesus verwies in Johannes 3:14-15 auf sich selbst und sagte: „Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, ewiges Leben habe.“

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