Die Pflichten der Priester

Die Schaubrote

Die Priester bereiten die Schaubrote als Speise für die priesterliche Familie vor. Auf dem goldenen Tisch liegen die Schaubrote – deshalb feiern wir den Tisch des Herrn. Nachdem Christus alles vollbracht hatte, hat Er uns den Tisch gedeckt. Er wurde zu unserer wahren, geistlichen Speise. Die Speise, die wir zubereiten, ist Christus, das Brot vom Himmel. Was immer wir im Haus des lebendigen Gottes für den Vater und die Heiligen vorbereiten, muss das Brot sein, das vom Himmel herabgekommen ist. Diese Ernsthaftigkeit haben wir oft nicht, wenn wir die Speise zubereiten. Geistlich gesehen brauchen wir ein heiliges Empfinden für den Tisch des Herrn. Im übertragenen Sinn ist der Tisch aus Gold, heilig, gesalbt und göttlich. Wenn wir das Brot brechen, wollen wir an den Leib Christi denken, der für uns gebrochen wurde. Deshalb bereiten wir das Brotbrechen in dem Bewusstsein vor, dass es heilig ist.

Wenn ich esse, dann genieße ich, was ich esse und schlinge es nicht einfach hinunter. Deshalb geben wir das Brot langsam weiter und lassen genügend Zeit verstreichen bis der Kelch folgt. Wenn wir das Brot mit Gebet essen, gedenken wir des Herrn, der das Brot des Lebens ist, und haben den Wunsch, Seine Menschlichkeit zu genießen und zu erfahren und auch allen Sauerteig auszufegen. Das Brot und den Wein reichen wir auf heilige Weise dar und sinnen darüber nach, mit welch hohem Preis der Herr uns erkauft hat. Er kam vom Himmel herab und hat sich selbst erniedrigt, wurde ein Sklave, um uns zu dienen und sogar für uns zu sterben. Er durchlebte die verschiedensten Leiden, um dieses wunderbare, ungesäuerte Brot zu werden, das wir genießen können. Es ist sehr gut, wenn wir den Heiligen etwas Zeit geben, darüber nachzudenken und dem Herrn zu danken.

Der Leuchter

Die Aufgabe der Priester ist es, den Leuchter immer brennend zu halten (vgl. 3.Mo. 24:1-4). Das Licht soll sowohl denen im Haus leuchten, als auch für die Welt ein lebendiges und scheinendes Zeugnis sein. Wenn wir nicht untereinander im Haus Gottes Licht geben können, wie können wir dann ein Licht für die Welt sein? Christus ist die Lampe und Gott das Licht. Wir brauchen auch Öl für den Leuchter. Das Öl, der Heilige Geist, sollte immer frei und ungehindert fließen können. Wenn das Öl zu langsam verbrennt, wird es abgestanden und ranzig. Der goldene Leuchter muss immer wieder gereinigt und der Docht beschnitten werden, und täglich gießen die Priester frisches Öl für die Lampen nach, damit der Leuchter hell brennen kann. Im Heiligtum gibt es keine Fenster und darum kein natürliches Licht. Alles Licht ist göttlich und nach vorne auf die Schaubrote gerichtet. Wir brauchen dieses göttliche Licht. In Sacharja 4 bekommt der Leuchter durch goldene Röhren ständig frisches Öl vom Olivenbaum (vgl. Sach. 4:11-14).

Der goldene Räucheraltar

Die Priester sollen auch am goldenen Räucheraltar Räucherwerk verbrennen. Nadab und Abihu versuchten, mit fremdem Feuer zu räuchern. Alles Natürliche ist für Gott inakzeptabel. Sie vergaßen, was Mose ihnen in Bezug auf das Opfern und Räuchern gesagt hatte und gingen in das Heiligtum mit fremdem Feuer. Es durfte nur das Feuer des Brandopferaltars genommen werden. Darum wurde Gott zornig und schickte Feuer, das Nadab und Abihu auf der Stelle verzehrte.

Wir wollen lernen im Geist zu beten: „Ihr aber, Geliebte, baut euch auf in eurem heiligsten Glauben, indem ihr im Heiligen Geist betet“ (Jud. 1:20). Lasst uns allezeit im Geist und mit dem Wort Gottes beten: „und nehmt den Helm der Errettung und das Schwert des Geistes, welches das Wort Gottes ist, durch alles Gebet und Bitten, indem ihr allezeit im Geist betet und hierzu wacht mit aller Beharrlichkeit und mit Bitten für alle Heiligen“ (Eph. 6:17-18). Das Räucherwerk hat einen süßen Duft und unterscheidet sich von dem Gebet derer, die außerhalb des Heiligtums beten. Sie können dort auf jegliche Art beten, aber wenn wir als Priester zusammenkommen, um das Räucherwerk darzubringen, dann beten wir nach Gottes Last für Seinen Willen und Seinen göttlichen Vorsatz. Unser Gebet muss als Räucherwerk mit dem süßen Duft Christi aufsteigen. 2.Mose 30 beschreibt ab Vers 22, wie das Räucherwerk hergestellt wurde. Gott will ein ganz bestimmtes Räucherwerk haben und das Feuer muss vom Brandopferaltar kommen. Wir können dort nicht mit eigenem Feuer entsprechend unserer eigenen Last räuchern. Mögen wir als Priester lernen, wie man am goldenen Räucheralter Räucherwerk verbrennt. Das sind die Pflichten eines Priesters.

Unterscheidungsvermögen

Im dritten Buch Mose gibt es viele Gesetze, die die Priester beachten müssen. Die wesentlichen Gesetze finden wir ebenfalls in Hesekiel 44:15-31. Die Priester sollen auch das Volk Gottes lehren. Wenn wir als Priester lehren, dann in der Weise, wie das Eltern mit ihren Kindern tun. Wir leiten sie an und helfen ihnen, den Unterschied zwischen heilig und gewöhnlich zu erkennen. Natürlich können wir niemanden zwingen, heilig zu sein. So wie es am Ende von Offenbarung geschrieben steht. Dort sagt der Herr nicht: „Wer unheilig ist, werde jetzt heilig“, sondern: „Wer unrecht tut, der tue weiterhin unrecht; und wer schmutzig ist, der beschmutze sich weiterhin; und wer gerecht ist, der tue weiterhin Gerechtigkeit; und wer heilig ist, der führe weiterhin ein heiliges Leben“ (Offb. 22:11). Gott zwingt uns nicht, heilig zu sein; es ist unsere Entscheidung.

Um den Unterschied zwischen Leben und Tod zu erkennen, ist es nicht ausreichend, einfach die Bedeutung eines Verses erklären zu können. (vgl. Eph. 4:14). Wir brauchen ein Empfinden für Leben und Tod, für das, was heilig und das was unheilig ist. Wenn wir dieses Empfinden haben, können wir nicht so leicht verführt werden. Zwischen Heiligem und Gewöhnlichen, Reinem und Unreinen, zwischen Geist und Fleisch zu unterscheiden ist sehr wichtig. Paulus sagte: „Ich sage aber, wandelt durch den Geist, so werdet ihr die Begierde des Fleisches gewiss nicht vollbringen“ (Gal. 5:16).

Das heutige Ziel eines Priesters ist es, sich auf die Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus vorzubereiten, um mit Christus als König in Seinem Reich tausend Jahre zu regieren. Niemand möchte gerne den Tag des Zornes Gottes während 3 1/2 Jahren durchleiden und danach noch 1000 Jahre Strafe und Zwangserziehung absolvieren. Das ist nicht Gottes Absicht für Sein Volk. Die Priester sind verantwortlich für alle Bereiche des Heiligtums. In gleicher Weise müssen wir lernen, im Gemeindeleben alles in der vorgegebenen Ordnung zu halten. Es ist gut, daran erinnert zu werden.

Eine ernsthafte Warnung an die Priester bezüglich ihres Dienstes vor Gott

In der Bibel gibt es viele ernsthafte Warnungen, die wir zu Herzen nehmen sollten. Wir sehen sie am Beispiel von Nadab und Abihu, Ussa und König Ussija. König Ussija war ein guter König, aber er wurde stolz. Er ging in das Heiligtum und wollte Räucherwerk räuchern, wozu er kein Recht hatte. Aber er meinte, als König könne er sich über das Gebot hinwegsetzen. Die Priester wollten ihn zurückhalten, waren aber machtlos. Daraufhin schlug ihn der Herr mit Aussatz. In der Bibel befällt Aussatz Menschen, die Gottes Heiligkeit nicht beachten und gegen Ihn rebellieren. Bei Gott gibt es kein Ansehen der Person. Wir sind alle nichts. Nur der Herr ist der große König. Obwohl Er Gott war, wurde Er ein Mensch, sogar ein Sklave, der sich selbst entäußerte und kein Aufhebens von sich selbst machte. Wir sind nichts und doch betrachten wir uns selbst als groß. Wir sind alle das Gegenteil von Christus. Das Beispiel des Königs Ussija ist eine Warnung, die heute im geistlichen Sinne auf uns zutrifft.

Jetzt sind wir an der Reihe, uns zu üben. Das Wort wird uns helfen, wenn wir es sorgfältig lesen. Gott hat uns eine Bibel gegeben, die wir verstehen können. Immer wieder sollten wir die Bibel lesen, vor allem das Kapitel 29 von 2.Mose über die Priesterweihe.

Kleidung und Aufgaben der Priester

Die Priesterkleider

Wir müssen Christus als das wunderbare Priesterkleid mit seinen verschiedenen Teilen anziehen. Das Brustschild liegt über dem Ephod auf dem Herzen des Priesters (vgl. 2.Mo. 29:5). In Seinem Herzen brennt die Liebe für Gottes Plan und Absicht: Der Aufbau Seiner wunderbaren heiligen Stadt. Weil wir sie lieben, sinnen wir beständig über sie nach. Ja, wir träumen sogar von ihr. Das Brustschild hängt über dem Ephod. In der Brusttasche befinden sich zwei kostbare, geheimnisvolle Steine: Urim und Thummim, welche für Licht und Wahrheit stehen. Sie sind die heilige Salbung, die uns alle Dinge lehrt und uns Entscheidungen einfach treffen lässt.

Auf dem Ephod befinden sich zwei Onyxsteine, auf denen die Namen der Söhne Israels eingraviert sind. Nur Christus kann diese Steine auf Seinen Schultern tragen. Wenn leitende Brüder versuchen, die Heiligen auf ihren eigenen Schultern zu tragen, wird die Last zu schwer sein und die Steine werden von ihren Schultern fallen. Keiner kann sagen: „Ich bin für die Gemeinde verantwortlich“, denn dann wird die Gemeinde in große Schwierigkeiten geraten. Nur Christus als unser großer, himmlischer Hohepriester ist in der Lage, diese Steine zu tragen. Deshalb müssen wir alles durch Ihn und mit Ihm zusammen tun. Genauso wie der Herr, als Er auf der Erde war, alles zusammen mit dem Vater getan hat. Auch Paulus diente auf diese Weise: „… ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade zusammen mit mir“ (1.Kor. 15:10b; vgl. Gal. 2:20). Wer hat gesprochen? Es war Christus, der gesprochen hat. Wer hat die Arbeit getan? Christus war es, der das Werk getan hat! Lernt zu sagen: „Ich lebe (arbeite), aber nicht mehr ich, sondern Christus“.

Nur Christus als der große Hohepriester kann dieses Kleid tragen. Die Söhne Aarons trugen nur weiße Gewänder. Das weiße, leinene Gewand ist gut genug. Wir müssen in unserem Wandel heilig sein. Es ist notwendig, alles mit Christus und durch Ihn zu tun, und Er wird es für uns und mit uns tun. Er ist das Haupt über alle Dinge. Wenn jemand anderes das Haupt der Gemeinde ist und alle auf ihn, das selbsternannte Haupt, hören müssen, dann wird es bald die Gemeinde dieser Person sein. Lobt den Herrn, wir haben das wahre, von Gott ernannte Haupt: „und Er hat alle Dinge unter seine Füße getan und hat Ihn als Haupt über alles der Gemeinde gegeben“ (Eph. 1:22).

Die Pflichten der heiligen Priesterschaft

Die heilige Priesterschaft hat verschiedene Aufgaben. Das erste Gebot eines dienenden Priesters ist: „Du und deine Söhne mit dir sollen weder Wein noch starkes Getränk trinken, wenn ihr in die Stiftshütte geht, damit ihr nicht sterbt“ (3.Mo. 10:9). Wenn wir als Priester den Wein der Welt trinken, sind wir nicht mehr nüchtern. Weltliche und religiöse Dinge sind wie Wein, die uns geistlich betrunken machen. Die Gedanken werden vom Wort abgelenkt, wir können uns nicht mehr auf das konzentrieren, was der Heilige Geist spricht. Am Ende der Bibel, in Offenbarung 2 und 3 steht: „Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt“ (2:7, 11, 17, 29; 3:6, 13, 22). Der Redner muss sprechen, was der Geist sagen will und die Zuhörer brauchen Ohren, die nicht hören, was Menschen sagen, sondern was der Geist spricht. Deshalb heißt es in 1.Korinther 14:29: „Propheten aber lasst reden zwei oder drei, und die anderen lasst es prüfen“. Wir dürfen nicht blind zuhören und folgen, sondern müssen ein Unterscheidungsvermögen entwickeln: Spricht dieser Prophet aus sich selbst oder spricht der Heilige Geist durch ihn? Sagt nicht einfach „Amen“ zu allem was gesagt wird. Manchmal sagt man bereits „Amen“, noch bevor die Person ausgesprochen hat. Gleichzeitig dürfen wir auch nicht so kritisch sein und alles ablehnen, was nicht unserer Vorstellung entspricht. Wir haben keinen kritischen Geist, sondern einen Geist der Unterscheidung. Unterscheidungsvermögen lernen wir vom Herrn. Nur geistliche Christen können unterscheiden. Kritisieren tun die Besserwisser. Weder die Redner noch die Zuhörer sollten diese Art Wein trinken. Ein betrunkener Zuhörer wird mit jedem und allem einverstanden sein. Leider sind heute viele Christen nicht mehr nüchtern. Paulus sagt: „Prüft aber alles und haltet das Gute fest“ (1.Thess. 5:21).

Die täglichen Opfer

Die Priester mussten täglich zwei Brandopfer darbringen, während jeder Israelit gemäß dem Gesetz dreimal im Jahr nach Jerusalem kommen musste, zum Haus des Herrn, um dem Vater ein Opfer zu bringen. Das zeigt, dass die Opfer nicht zu Hause, zusammen mit anderen, gegessen werden können. Sie müssen nach Jerusalem gebracht werden, da sie für die Anbetung des Vaters bestimmt sind. Es gab aber auch ein tägliches Opfer, das von den Priestern Tag für Tag zubereitet werden musste. Die Priester mussten jeden Morgen und jeden Abend ein Lamm opfern. Dieses soll die Priesterschaft daran erinnern, dass sie im Hause Gottes und nicht zu Hause sind. In vielen Denominationen wird die Kirche zur Kirche des Pastors. Ein von vielen Christen sehr angesehener Bruder sagte einmal: „Wo wären die Gemeinden heute ohne meinen Dienst?“ Er erwartete, dass alle Gemeinden seine Bücher lesen und tun müssten, was er sagt. Schließlich gehörten ihm weltweit alle Gemeinden und folgten nur noch Seinem Wort. Er wurde zum Papst. Dieser Mann hat nicht jeden Morgen und jeden Abend ein Brandopfer dargebracht. Am Anfang war es das Haus des Vaters, aber am Ende wurde es zu seinem Haus. Das ist schrecklich! Deshalb brauchen wir ein beständiges, tägliches Brandopfer, sonst gehört die Gemeinde bald jemand anderem.

Die Opfer bei der Priesterweihe

Aus 2.Mose 29 bekommen wir einen tiefen Eindruck über die Priesterweihe. Um sich dem Herrn zu weihen, genügt es nicht, einfach zu sagen: „Herr, ich gebe mich dir völlig hin.“ Es ist nicht angemessen, unser unheiliges, immer noch von der Welt und sündigen Dingen beeinflusstes Selbst dem Herrn zu geben. Leider ist vieles, was wir aus Hingabe an den Herrn tun, Ihm nicht wohlgefällig, wenn wir nach unseren eigenen Vorstellungen und Wegen dienen. Oft sind wir nicht willig das zu tun, was für Gottes Vorsatz nötig ist. Deshalb ist eine solche Weihe meist von kurzer Dauer. Natürlich sollen wir uns dem Herrn weihen, doch wir müssen wissen, wie wir das tun sollen. Sonst wird das zu viel Verwirrung, Schwierigkeiten und Schaden führen. Aber das Schlimmste ist, dass es dem Herrn Schande bereiten wird. Wenn wir auf unser eigenes Leben zurückschauen erkennen wir, dass wir im Dienst für den Herrn viele Dinge getan haben, die nicht richtig waren. So sollen wir alle Buße tun, umkehren und lernen, durch Ihn zu dienen. Wir können nicht einfach so weitermachen, wie wir es früher getan haben. Nicht alles war schlecht, es gab auch viel Gutes. Lasst uns üben, das Gute zu behalten und uns vom Bösen fernzuhalten, wie dies Paulus in 1.Thess. 5:21-22 gesagt hat. Lasst uns vorangehen und lernen, Gott auf angemessene Weise zu dienen, damit wir alle das Ziel erreichen!

Wir dienen Gott als Seine heilige Priesterschaft. Der Herr hat offenbart, wie man die geistlichen Opfer bringen soll, denn ohne sie ist es unmöglich, sich Gott zu weihen. Für die Weihe wird ein Stier als Sündopfer benötigt, ein Widder als Brandopfer und ein zweiter Widder als Einsetzungsopfer, dazu auch das Speisopfer, das Salböl und der Wein als Trankopfer. Alle diese Opfer sind die Grundlage der Weihe. Es ist die Weisheit des Herrn, dass Er uns zuerst mit den geistlichen Opfern vertraut gemacht hat, bevor Er uns die Weihe geoffenbart hat. Bestimmt wären wir ganz verwirrt, wenn uns die Bedeutung des Sündopfers, des Bandopfers, des ungesäuerten Brotes, Kuchens und Fladens unbekannt gewesen wäre. Aber jetzt, nachdem wir mehr und mehr mit den geistlichen Opfern vertraut sind und auch gelernt haben, dem Vater immer reichere Opfer zu bringen, können wir zu dem wunderbaren Kapitel 29 von 2.Mose kommen.

Es geht darum, den ganzen Prozess der Weihe zu erfassen. Wir wollen nicht einfach Christen sein, die etwas für Gott tun. Das Evangelium predigen ist gewiss eine wunderbare Sache, und auch vieles andere, das wir für Gott tun können, ist sehr gut. Aber der priesterliche Dienst ist ein ganz besonderer Dienst, der für Gott sehr kostbar ist. Kapitel 29 sollten wir sieben Tage lang mehrmals durchlesen: „Und du sollst mit Aaron und seinen Söhnen so verfahren, wie ich es dir geboten habe. Sieben Tage sollst du ihre Hände füllen“ (V. 35). So wird das Verständnis und die Anwendung der Priesterweihe von Tag zu Tag zunehmen.

Wir sehen, dass der Widder der Einsetzung dem Friedensopfer ähnlich ist. Ohne Frieden können wir Gott nicht dienen. Je mehr wir gemeinsam dienen, desto eher kann es zu Auseinandersetzungen kommen, und der Friede ist dahin. Daher brauchen wir Christus so dringend als unser Friedensopfer! Wenn Gott uns heiligt, schimpft Er nicht mit uns und sagt: „Du bist unheilig, lass das! Ich habe dir schon so oft gesagt, dass du dich wenden sollst. Warum bist du immer noch so unheilig?“ Auf diese Weise wird uns Gott nicht heiligen. Vielmehr sagt das Wort: „Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch, und euer Geist, eure Seele und euer Leib mögen vollständig, ohne Tadel bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus“ (1.Thess. 5:23).

Sieben Tage lang sollen die Priester geweiht werden. Das bedeutet, dass wir durch den ganzen Prozess der Heiligung gehen müssen. Nicht nur ein oder zwei Mal, sondern sieben Mal. Die Zahl sieben bezeichnet einen abgeschlossenen, vollkommenen Prozess. Für die Wiederherstellung der Erde samt dem Ruhetag hat Gott sieben Tage benötigt. Sieben ist sechs plus eins. Am letzten Tag gab es Frieden und Ruhe. Nach einer solch vollständigen Weihe als Priester können wir Gott im Frieden dienen.

Nachdem wir gesehen haben, wie die Priesterweihe in 2.Mose 29:1-35 durchgeführt wird, erkennen wir, dass sich niemand ohne Christus Gott weihen kann. Wir müssen unsere Hände mit Christus füllen lassen (V. 29, 35). Es bedarf eines großen Stiers als Sündopfer, eines Widders als Brandopfer, eines Widders der Einsetzung als Friedensopfer, sowie ein Speisopfer, bestehend aus ungesäuertem Brot, ungesäuertem Kuchen, mit Öl gemischt, und ungesäuerten Fladen, mit Öl gesalbt. Das ist die Grundlage unserer Hingabe an den Herrn. Wir müssen das Fleisch des Einsetzungswidders und das ungesäuerte Brot essen. Wenn wir diese Opfer erfahren und vom Herrn gesalbt sind, durch das reine Wasser des Lebens gewaschen wurden und Christus als unser Kleid angezogen haben, wird unser Dienst Gott wohlgefällig und in Seinen Augen annehmbar sein. Auf diese Weise werden wir in der Lage sein, Gottes Plan und Absicht zu erfüllen.

Das Salböl und die Kleidung der Priester

Um heilig zu sein, müssen wir nicht nur gereinigt, sondern auch gesalbt werden. Mit der Salbung fügt Gott sich uns selbst hinzu. Deshalb ist das heilige Salböl mehr als nur reines Olivenöl. Es wurden ihm Myrrhe, Zimt, Kalmus und Kassia hinzugefügt. Das bedeutet, dass alles, was Christus in Seiner Fleischwerdung durchlebt hat, Seine Leiden, die feine Menschlichkeit, die Kreuzigung, die Kraft seiner Auferstehung, die den Tod verschlingt, einschließlich seiner Auffahrt, diesem einen Hin reinen Öls hinzugefügt wurden. Wir wollen erkennen, dass es nicht „nur“ der Geist Gottes ist, sondern der Geist Jesu Christi, ja Christus selbst, der in uns wohnt (vgl. Röm. 8:9-10). Das ist wirklich wunderbar. Die Juden kannten Gott, konnten aber ohne Christus und Sein vollbrachtes Werk nicht zu Ihm kommen. Gott kann uns nicht annehmen ohne das Blut, welches das Lamm Gottes für uns vergossen hat.

Der Heilige Geist umfasst das ganze Werk Christi

Johannes 7:37-39: „Aber am letzten Tag, dem großen Tag des Festes, stand Jesus da, rief und sprach: Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, aus dessen Innerem werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Dies sagte er aber von dem Geist, welchen die empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn der Geist war noch nicht, denn Jesus war noch nicht verherrlicht.“ Als der Herr dieses Wort sprach, war der Geist noch nicht „bereit“. Der Herr musste noch durch den Tod gehen und durch Seine Auferstehungskraft die Sünde und den Tod verschlingen. Durch Seine Auffahrt zum Thron beendete der Herr Sein irdisches Werk, das zum Ziel hat, auch uns auf den Thron zu bringen. Durch die Errettung ist für uns ein Platz auf dem Thron vorgesehen. Deshalb musste der Herr alle notwendigen Schritte erfüllen, damit das Salböl vervollständigt werden konnte. Erst dann war der Geist Gottes bereit, ausgegossen zu werden. Das Salböl musste zuvor noch mit der genauen Zusammensetzung an Gewürzen bereitet werden, damit es göttlich wirksam würde, uns zum Ziel zu bringen. Alles, was Christus in seinem Menschsein vollbracht hat, Sein Leiden, Sein Tod am Kreuz, die Kraft seiner Auferstehung und Seine Auffahrt ist vollständig, und es fehlt nichts. Deshalb liegt es an uns, wenn wir es nicht zum Thron schaffen. Es ist alles bereit. Lasst uns es ganz ergreifen. Lobt den Herrn!

Was Christus ist und was Er durch den Heiligen Geist vollbracht hat, kommt durch die Salbung in uns hinein. An Pfingsten wurde dieser kostbare Geist auf die Gläubigen ausgegossen. In der Pfingstbewegung schaut man vielfach nur, dass in Zungen geredet wird und dass viele äußere Heilungen und Wunder geschehen. Aus der Kirchengeschichte erkennen wir, dass diese Dinge uns nicht helfen können, Gottes heilige Natur in uns hinein zu salben. Die Salbung fließt vom Haupt Aarons in seinen Bart und bis zum Saum seines Kleides (vgl. Ps. 133). Sie fließt langsam, denn man kann sie nicht so schnell aufnehmen. Der Herr kann uns nicht über Nacht heiligen. Nachdem die Jünger am Pfingsttag mit dem Heiligen Geist erfüllt wurden (vgl. Apg. 2:4), mussten sie danach immer wieder neu erfüllt werden. Es ist so wie beim Trinken von Wasser. Wir trinken nicht auf einmal drei Liter, sondern wir trinken Glas um Glas, Schluck um Schluck. Der Herr muss an uns arbeiten, damit wir Tag für Tag und fortwährend gesalbt werden. In unserem Alltag sind viele Gelegenheiten, uns an Ihn zu wenden und Ihn zu fragen: Herr, was ist mit dieser Sache? Die Salbung wird uns immer wieder und jeden Tag vieles lehren. Die Salbung ist eine Sache des Lebens, und dieses Leben ist ein heiliges Leben. Der Beweis für das Wachstum des Lebens in uns ist nicht äußerlich: die wirkliche Zunahme an Leben wird an der Heiligkeit gemessen. Einige Evangelisten waren großartige Redner und Lehrer, aber sie haben viele Christen betrogen und landeten schließlich im Gefängnis. Begabte Prediger können auch gleichzeitig sehr unheilig sein. Das ist eine Schande für den Namen des Herrn. Im Gegensatz dazu kam Paulus nicht ins Gefängnis, weil er den Heiligen Geld gestohlen hatte, sondern weil er das Evangelium gepredigt hatte. Das ist Herrlichkeit.

Christus – das heilige Priestergewand

Wir sollen lernen, Christus anzuziehen. (vgl. 2.Mo. Kap. 28). Als Sünder kann man zu Gott kommen, wie man ist, nicht aber als Priester, der Ihm dient. Wir können Ihm nicht auf unheilige Weise dienen. Die Heilige Schrift lehrt uns, heilige Priesterkleider anzuziehen, wenn wir Ihm dienen.

Es gibt zum Beispiel das Brustschild, das Ephod, einen Leibrock aus feinem Leinen, rein, heilig und weiß. In das äußere Gewand sind goldene, blaue, purpurne und scharlachfarbene Fäden eingewebt. Das alles sind die unterschiedlichen Aspekte unseres Herrn Jesus Christus. So wie es auch im Kolosserbrief 2: 9 heißt: „… denn in Ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig.“ Die Herrlichkeit Gottes wurde sichtbar durch Seinen Leib, nämlich durch Sein Verhalten und Seine Handlungen. Paulus hat das erkannt und wollte auch Christus leben. Man kann mit dem Leib nicht allerlei unheilige Dinge tun und gleichzeitig geistlich sein. Das ist unglaubwürdig. Wenn wir Christus im Neuen Bund anziehen, legen wir kein kunstvoll gewobenes Priestergewand an wie im Alten Bund. Vielmehr ist Christus die Wirklichkeit und die Bedeutung der wunderschönen Farben: Seine göttliche und himmlische Natur. Er ist der einzige Mensch, der sagen konnte, dass Er vom Himmel, aus dem Schoß des Vaters, gekommen ist. „Der zweite Mensch ist aus dem Himmel“ (1.Kor. 15:47). Wenn ihr himmlisch sein wollt, dann müsst ihr Christus als den Himmlischen gewinnen.

Wir sind aus Staub gemacht, welches die Lieblingsspeise Satans ist. Staub schmeckt der Schlange besonders gut. Seid deshalb nicht irdisch gesinnt. Um himmlisch zu sein brauchen wir die blaue Farbe, die himmlische Natur Christi und auch die Farbe Purpur, die königliche Farbe, denn Christus ist der König. Das leuchtende Scharlachrot stellt die Errettung dar. Die weiße Leinwand bringt seine feine Menschlichkeit und seine Gerechtigkeit zum Ausdruck.

Wenn uns solch ein wunderbarer Christus vorgestellt wird, erweckt das in uns nicht ein Verlangen, auch so zu sein wie Er? Dann wird uns von Tag zu Tag ein kleines Stück Herrlichkeit hinzugefügt werden. Die Umwandlung mag langsam vorangehen, aber doch fortschreitend. Wir können stetig aufwärtsgehen – es ist die nach oben gerichtete Berufung unseres Herrn (vgl. Phil 3:14). Seid heilig! Wenn wir in 2.Mose 28 von dem wunderbaren Priestergewand des Hohepriesters lesen, können wir erkennen, welch einen herrlichen Christus wir haben. Je mehr wir Ihn sehen und genießen, desto mehr lieben wir auch die Heiligen und können sie auf unseren Schultern tragen. Dann lieben wir auch das heilige, himmlische Jerusalem mit seinen umgewandelten, kostbaren Steinen. Betet für die Umwandlung der Heiligen. Durch den Heiligen Geist führt der Herr Sein Umwandlungswerk an uns aus. Aber es bedarf unserer aktiven Zusammenarbeit mit Ihm, um Seine Priesterschaft zu gewinnen.

Wir sind ermutigt, weil wir erkennen, wie wichtig es ist, als Seine Priester heilig zu sein. Lasst uns auch Tag für Tag der Heiligung nachjagen und sie vollenden in der Furcht Gottes (vgl. 2.Kor. 7:1b). Lasst uns diesen wunderbaren Christus mit all Seinen Tugenden und Eigenschaften, die Er durch Sein menschliches Leben gewonnen hat, anziehen. Dies beinhaltet auch Seine Leidensbereitschaft. Jetzt sind wir an der Reihe. Es geht bei diesen Leiden aber nicht um die Erlösung, sondern um die Leiden für den Aufbau einer heiligen und herrlichen Gemeinde: „Jetzt freue ich mich in den Leiden für euch und ergänze in meinem Fleisch, was noch fehlt an den Drangsalen Christi für seinen Leib, welcher die Gemeinde ist“ (Kol. 1:24). Lasst uns der Heiligkeit nachjagen, wie wir Christus und seinen unausforschlichen Reichtümern und Dimensionen nachjagen.

Die Heiligkeit des Priesterdienstes

Insbesondere im 3. Buch Mose wird die Heiligkeit der Priesterschaft hervorgehoben. Alles im Tempel ist gesalbt, geheiligt und heilig: sämtliche Gegenstände und Geräte, wie der Brandopferaltar, das Waschbecken, der Leuchter, der Schaubrottisch und der Räucheraltar, sind heilig und müssen gesalbt werden. Die Stiftshütte ist die heilige Wohnung Gottes. Wenn nun schon die Stiftshütte mit allem, was dazugehört, heilig sein muss, wie viel mehr müssen diejenigen, die an diesem einem Ort dienen, heilig und gesalbt sein.

Wenn wir nicht nach den Anweisungen des Herrn dienen, hat das Konsequenzen. Das sehen wir bei den zwei Söhnen Aarons, Nadab und Abihu. Es war Gottes Gebot, dass das Feuer für den Räucheraltar vom Brandopferalter genommen werden muss. Doch kurz nach dieser Anweisung nahmen Nadab und Abihu ihre Räucherpfannen und brachten dem Herrn fremdes Feuer – ihr eigenes Feuer – dar (vgl. 3.Mo. 10:1). Sie waren ungehorsam. „Da ging Feuer aus von dem HERRN und verzehrte sie, sodass sie starben vor dem HERRN“ (V. 2). Das muss uns allen eine Warnung sein. Natürlich wird heute kein Feuer vom Himmel fallen und uns verzehren, aber ein Gericht wird es sicherlich geben. Gott ist heilig, und wenn wir als Priester im Tempel, im Haus des lebendigen Gottes, dienen, dann müssen auch wir heilig sein. Deshalb sagt er: „darum sollt ihr euch heiligen und sollt heilig sein, denn ich bin heilig“ (3.Mo. 11:44; vgl. 1.Petr. 1:16b).

Heute leben wir im Zeitalter der Gnade. Der Herr wird uns immer wieder eine Gelegenheit zur Buße geben, und doch dürfen wir nicht ungehorsam und leichtfertig sein und so dem Herrn widerstehen. Das sehen wir auch bei Ussa in 2.Samuel 6. Als David die Bundeslade in die Stadt Davids bringen wollte, tat er es nicht auf die vorgeschriebene Weise (V. 3-7): nur die Leviten dürfen die Bundeslade auf ihren Schultern tragen. Jeder andere, der sie berührte, musste sterben. Doch David benutzte leider einen neuen Wagen mit einem Ochsengespann. Als die Ochsen dann ausglitten und Ussa reflexartig seine Hand ausstreckte, um die Lade zu stützen, starb er auf der Stelle. Nach unseren eigenen, natürlichen Wegen sind wir sofort dabei, zu helfen und die Lade vor dem Herunterfallen zu bewahren. Wenn wir mit heiligen Dingen umgehen, müssen wir heilig sein. Es überrascht deshalb nicht, dass bei vielen Dienern des Herrn nach deren Tod alles zusammenbrach. Zu Beginn schien alles so lebendig, aber am Ende war es tot. Wenn wir die Dinge nicht nach Gottes Vorschrift tun, wird das Ergebnis der geistliche Tod sein.

Heiligt Christus als den Herrn in euren Herzen

„… sondern heiligt Christus als den Herrn in euren Herzen“ (1.Petr. 3:15a). Lasst uns Christus in unseren Herzen heiligen! Wir wollen nicht nur irgendwie dienen, sondern auch lernen, gemäß Gottes Anweisungen die heilige Priesterschaft ausführen. Viele Christen lieben Gott und dienen ihm, fragen aber nicht, ob Er Wohlgefallen daran hat. Es ist vermessen, nach unserem eigenen Maßstab und unserer Vorstellung zu dienen. Wir sind der Meinung, dass alles in Ordnung ist, solange wir nichts Böses tun. Es ist möglich, dass wir den Herrn lieben, aber nichts für Ihn tun; oder Ihm in brennender Liebe nach unserer Vorstellung dienen, ohne Ihn vorher zu fragen. Am Ende bereitet unser Dienst sogar Probleme. In der Heiligen Schrift sehen wir, dass keiner der Propheten sehr beliebt war. Sie wurden eingesperrt, abgelehnt, verachtet und getötet – nicht, weil sie etwas falsch getan hätten, sondern weil sie das sagten, was Gott sagen wollte. Leider ist uns nicht bewusst, dass Gott ein heiliger Gott ist. Wenn wir Ihm nach unseren Vorlieben dienen, werden wir sehen, wie das Leben in unserem Dienst abnimmt und der geistliche Tod eintritt.

Heilig zu sein bedeutet, alles nach Gottes Willen zu tun. Wenn du kein Priester bist, lässt Gott dich tun, was du willst. Aber wenn du ein Priester sein willst, dann musst du tun, was Er will. Darum bereiten wir Ihm geistliche Opfer vor und versuchen, in unserem Priesterdienst heilig zu sein. Es gibt nichts Besseres, als gleich nach dem Aufwachen mit einem verlangenden Herzen zu beten: Vater, heilige mich heute, ich möchte heilig sein, weil du heilig bist und Gott beantwortet diesen Herzenswunsch. In unseren Herzen wird eine Bitte erweckt: Vater, reinige und heilige uns, denn wir wollen über Dein Haus, Deinen Tempel sprechen.

Im Buch Hesekiel hat die Herrlichkeit des Herrn den Tempel verlassen (siehe Hes. 8:6 und Kap. 10). Zur Zeit des Priester Eli dienten seine beiden Söhne als Priester. Die Priesterschaft war so verdorben und tief gefallen, dass die Herrlichkeit des Herrn den Tempel verlassen musste. Als die Israeliten gegen die Philister kämpften und die Bundeslade mit in die Schlacht nahmen, hat der Herr ihnen den Sieg nicht gegeben. Sie erlitten eine große Niederlage und die Bundeslade fiel in die Hände der Philister (vgl. 1.Sam. 4). Sie fiel einfach in ihre Hände, denn sie kann nicht erobert werden. Als sie die Bundeslade als Trophäe nach Hause brachten, verursachte ihnen diese viele Schwierigkeiten. Deshalb brachten sie sie schnell den Israeliten zurück. Es waren nicht die Philister, die die Bundeslade erobert hatten, sondern der Herr hatte Israel wegen ihres gefallenen Zustandes verlassen. Als die Nachricht vom Tod der beiden Söhne Elis kam, starb auch er. Danach gebar eine seiner Schwiegertöchter einen Sohn und nannte ihn Ikabod, was bedeutet: „Die Herrlichkeit ist von Israel gewichen“ (1.Sam. 4:16-22). Sobald die Priesterschaft nicht mehr heilig ist, wird Gott sie verlassen. Aus den Beispielen im Wort Gottes lernen wir, dass wir nur eine Gemeinde sein können, wenn wir alle heilig sind.

Heiligkeit – sich von allem Schmutz reinigen

Wir befinden uns jetzt in der Zeit der Vollendung: die Vollendung des Glaubens. Wie wir in 2.Korinther 7:1 lesen: „… die Heiligung vollenden in der Furcht Gottes“. Der Herr hilft uns, uns von aller Befleckung zu reinigen. Das Fest der ungesäuerten Brote ist eine große Hilfe, um allen Sauerteig auszufegen. So können wir Christus als unser Speisopfer gewinnen und ihn dem Vater in der Festversammlung zu seiner Anbetung darbringen. Die Anbetung, die Gott der Vater sucht, ist die Wirklichkeit Christi in der Erfahrung all der wunderbaren Opfer, die der Vater uns gegeben hat, und die uns zur Vollendung und zur geistlichen Reife bringen. Doch wenn unsere Opfer nicht heilig sind, wird der Vater sie nicht annehmen. Die ganze Gemeinde wird krank, wenn die geistliche Speise mit unheiligen, schmutzigen und natürlichen Händen zubereitet wird. Wir dienen im Haus des heiligen Gottes, dem Heiligen Israels, und müssen Ihm heilige Opfer darbringen. Wenn wir Ihm mit unheiligen Händen, die so viele schmutzige, unheilige Dinge berührt haben, Speise darreichen wollen, wird Er sie gewiss nicht annehmen. Daher müssen wir uns vom Herrn gründlich reinigen lassen.

In Römer 12:1 heißt es: „Ich ermahne euch nun, Brüder, durch das Erbarmen Gottes, dass ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges und heiliges Opfer, Gott wohlgefällig; das sei euer vernünftiger Dienst (für Gott)“. Dient dem Herrn nicht auf natürliche, fleischliche Weise, sondern eure Leiber sollen lebendig sein, denn alles Tote ist unheilig. Für den Vater ist der Tod schlimmer als die Sünde. Wenn man kein Empfinden für Heiligkeit hat, dann mag man zwar gute Absichten haben, aber diese werden sich wie Sauerteig verbreiten, und alle werden davon krank werden. Und das nicht, weil die Speise selbst verdorben ist, sondern weil derjenige, der sie zubereitet hat, unrein war.

Viele geistliche Gesetze und Regeln sind für uns Menschen ganz selbstverständlich, denn Gott hat uns in seinem Bild geschaffen. So achten wir beim Essen auf Hygiene, um gesund zu bleiben. Dass man sich die Hände wäscht, ist auch normal. So sehr uns Gott auch liebt und möchte, dass wir uns Ihm nahen, besteht trotzdem die Notwendigkeit, geheiligt zu sein. Wenn wir die Gegenwart des Herrn und Sein Leben in uns nicht erfahren, liegt es daran, dass unser Sein nicht heilig ist. Der Herr schützt seine Heiligkeit. Deshalb rufen die vier lebendigen Wesen Tag und Nacht: Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr, der Allmächtige, der war und der ist und der kommt“ (Offb. 4:8b). Und Jesaja sah den Herrn auf einem hohen und erhabenen Thron sitzen und die Seraphim einander zurufen: „Heilig, heilig, heilig ist der HERR der Heerscharen; die ganze Erde ist erfüllt von seiner Herrlichkeit“! (Jes. 6:1-3). Nach dieser Vision sagte Jesaja nicht: Lobe den Herrn, ich habe den Thron Gottes gesehen. Nein, er sprach: „Wehe mir, ich vergehe! Denn ich bin ein Mann mit unreinen Lippen und wohne unter einem Volk, das unreine Lippen hat“ (V. 5a). Erst nachdem er diese Vision gesehen hatte, war er sich seines und des Volkes unheiligen Zustands bewusst. Das bedeutet, dass jeder von uns unheilig ist. Aber, lobt den Herrn, wir können durch die glühende Kohle vom Altar geheiligt werden, d. h. durch den wunderbaren Tod unseres Herrn Jesus Christus, der Sein kostbares Blut am Kreuz für uns vergossen hat. Er trug unser Gericht – das ist das Feuer, die glühende Kohle. Das Kreuz des Herrn ist auch heute noch wirksam. Das Feuer Seines Altars erlischt niemals (vgl. 3.Mo. 6:2). Jedes Mal, wenn wir zum Kreuz kommen, ist es sehr wirksam, nicht nur um uns zu vergeben, sondern auch um uns zu reinigen, zu heiligen und unsere Lippen zu berühren. Wir müssen erkennen, dass wir einem Gott dienen, der nicht nur heilig ist; er ist der Allerheiligste. Er ist der Einzige in diesem ganzen Universum, der heilig ist. Niemand ist Ihm gleich!

Die Heiligung vollenden in der Furcht Gottes

„Kommt nicht unter ein ungleiches Joch mit den Ungläubigen. Denn welche Partnerschaft hat die Gerechtigkeit mit der Gesetzlosigkeit, oder welche Gemeinschaft hat das Licht mit der Finsternis?“ (2.Kor. 6:14). Dieses Wort muss in unser Herz geschrieben werden. Es ist nicht in Ordnung, unter einem ungleichen Joch zu sein. Als Menschen sind wir sehr leicht beeinflussbar, und unser Umfeld färbt ab, aber wir können uns schützen, indem wir Christus anziehen. Vers 15: „Welche Harmonie hat Christus mit Belial, oder was für ein Teil hat der Gläubige mit dem Ungläubigen?“ Wir sollten schon mit unseren Freunden und Kollegen freundlich und herzlich sein, aber wir müssen vorsichtig sein und ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass wir Heilige sind und dem Herrn gehören. Ungläubige sollten das durch unser Reden erkennen können.

Vers 16-17: „Und was hat der Tempel Gottes mit den Götzen gemein? Denn wir sind der Tempel des lebendigen Gottes: wie Gott gesagt hat: Ich will unter ihnen wohnen und wandeln, und ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein. Darum geht aus von ihrer Mitte und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt kein Unreines an, so werde ich euch
annehmen“. Die grundlegende Bedeutung von Heiligkeit ist Absonderung. Gott möchte, dass wir aus allem herauskommen, heilig und abgesondert sind. Selbst wenn wir nur etwas Unreines berühren, wird es uns beschmutzen. Unser Fleisch reagiert wie ein Magnet auf die Welt. Wenn wir diesen Dingen zu nahekommen, werden sie uns sofort anhaften. Vers 18: „und ich werde euer Vater sein, und ihr werdet meine Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige“. Wir sind nicht nur Sein Volk, sondern auch Seine Söhne und Töchter.

2.Korinther 7:1: „Weil wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, so lasst uns von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes uns reinigen und die Heiligung vollenden in der Furcht Gottes“. Viele Christen haben keine vertraute Beziehung zu Gott, weil Er sich wegen eines unheiligen Wandels distanziert hat. Es bedeutet nicht, dass Er uns ignorieren möchte oder uns nicht mag. Auch wir distanzieren uns von jemandem, der übel riecht. Wenn schon die Menschen auf diese Weise reagieren, warum erwarten wir dann von Gott, dass Er sich uns naht, wenn wir so unheilig und fleischlich sind und unheilige Dinge berühren? Wenn wir versuchen, uns in diesem Zustand Ihm zu nahen wird der Herr zu uns sagen: Gehe und wasche dich zuerst. Deshalb ermahnt uns der Hebräerbriefschreiber: „Jagt dem Frieden nach mit jedermann und der Heiligkeit; ohne die niemand den Herrn sehen wird“ (12:14). Gott hat nicht die Absicht, sich vor uns zu verbergen, aber wir sollen heilig sein und uns von aller Unreinheit des Fleisches und des Geistes reinigen; und dies umso mehr, weil wir seine Priester und seine heilige Priesterschaft sind. Lobt den Herrn!

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